Kreis Wblalt
für die
Kreise Hersfeld/ Hünfeld und Ziegenham.
J\! 9^ Her Sfeld, Sonnabend, den 3. December. 1870
Das »Äreisblütt« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 84 Sgr. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die Gär- mond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller berechnet.
Amtlicher Theil.
Landrathsamt Hersfeld. .
Die Herrn Ortsvorstände bezw. Ortsverwalter zu
Hählgans, Heenes, Meisebach, Untergeis, Recke- rode, Salms, Friedewald, Leimbach, Hilmes, Motzseld, Nippe und Röhrigshof und Schenksolz haben die Militair-Stammrollen und GeburtSlisten pro 1851 mit den -etwa noch fehlenden Notizen über-da« Gewerbe rc,.. der Militairpflichngen versehen, binnen 3 Tagen, bei Meldung der Abholung durch Strasboten anher einzusenbeu.
Hersfeld, am 3. Dezember 1870.
Der Königliche LaudratH Ausfartb.
Die Herrn Bürgermeister der Stadt- und Landgemeinden deS Hiesigen Kreises, einschließlich der Orisver- Wallungen, werden hierdurch angewiesen, die Klassensteuer« Zu- und Abgangslisten pro II. Semester d. J. in doppelter AuSserliguug- auf dem vorgeschriebenen Formular- papier anzuferngen, die Zu- und AbgangSbelege getrennt in der gehörigen Reihenfolge zusammenzuheften, und der Königlichen Steuerfasse persönlich vorzulegen, welche von der Vollständigkeit der Listen und Belege sich zu überzeugen und vi'efelbeü mit der vorgeschriebenen Bescheinigung zu versehen hat.
Ich mache hierbei aus die Bestimmung besonders aufmerksam, daß weder bei den Zugängen noch Abgängen ein Beleg fehtin darf.
Sollten Klassiusteuer-Zu- und Abgänge im Laufe deS 2. Semesters in einer Gemeinde nicht vorgekommsn sein, so ist die beöhalbige Anzeige unter Verwendung des vorgeschriebenen Formulars ebenwohl in.doppelter Aus- fertigung einzureichen.
Die Klassensteuer-Zu- und Abgangslisten nebst Belegen sind sodann bis spätestens den 15. Dezember d. Z. an mich einzusenden, und erwarte ich mit Bestimmtheit ' von den Herrn Bürgermeistern, daß zur Vermeidung von «Störungen diese Frist streng innegehalten und ich nicht in die unangenehme Lage versetzt werde, die Listen durch
Warteboten aus Kosten der Säumigen abholen lassen zu müssen.
Hersfeld, am 28. November 1870.
Der Königliche Landrath Auffarlh.
Der am 20. November d. J. aus ber Strafanstalt zu Sparenberg entlassene Schmiedegeselle Franz Pau l aus Sorga, 40 Jahr alt, ist bis heute in seiner Hei« math noch nicht eingetroffen.
Alle Polizeibehörden werden daher ersucht, denselben' im"Bekrtt»irg«fa8e zu vekdaflen und- inrhier vorzusührenr- Hersfeld, am 30. November 1870.
Der Königlich« LaudratH Auffart H.
Deutsche Invaliden - Stiftung.
An unsere Mitbürger im Regierungsbezirk Enjsel.
In einer ununterbrochenen Reihe glänzender Siege haben die deutschen Heere die Macht unseres Feinde» ver« niebtet, unb ein baldiger, dauernder Friede steht nahe be« vor. Vergessen wir nicht, daß diese rasche Erfolge nur durch reiche Ströme kostbaren Bluts, unter schweren und schmerzlichen Opfern, mit Verlust , der besten Lröhne unseres Vaterlands errungen werden konnten. Viele Tausende der Tapfern, welche den deutschen Boden vor dem räuberischen Einfall beschützten, liegen todt auf den Schlachtfeldern, und noch weit größer ist die Zahl Derer, welche verwundet, verstümmelt, auf lange Zeit nicht, vielleicht nie wieder, ihren heimathlichen Berussgeschästen obliegen können.
Es ist die Pflicht des deutschen Volke», welchem die folgenreichen Ergebnisse so großer Opfer zu Gute kommen, für die Wittwen und ^Waisen der Gefallenen, für die Invaliden zu sorgen. Wohl mag es dem Staate obliMn bittere Noth von ihnen fern zu halten. Ader bei Weitem mehr mnß geschehen, mehr, als das Gesetz zu berücksichtigen im Stande ist, wenn, wie es der dankbaren Nation geziemt, wirklicher Ersatz in jedem einzelnen Todes- und Jnvalibitätsfalle eintteten soll. Solches vermag nur der freiwillige Dank und Opsermuth der ganzen Volks.