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Kreise Hersfeld/ Hünfeld und Ziegenhain.

jV 90. HerSfeld, Mittwoch, den 9. November. 1870.

Da« »KxciSdlatt« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwoch« und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 8z Sax. pro Quartal, bei reu Postanstalten sammt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die Sar« wond-Zeilt ober deren Raum mit 9 Heller berechnet.

Amtlicher Theil.

Landrathsamt Hersfeld.

Den Ortsvorständen des hiesigen Kreises wird hier­mit aus Grund der §§. 57 bis 60 der Militair-Ersatz« Jnstruction zur Nachricht und Nachachtung eröffnet, daß 1) die Geistlichen, sowie die mit Führung von Geburts­registern beauftragten Bedörden ihnen die Geburts- listen über alle diejenigen in der betreffenden Ge­meinde resp, innerhalb der betreffenden Gemarkung geborenen männlichen Personen, weiche in dem nächst beginnenden Kalenderjahre das 17. Lebensjahr vol­lenden, spätestens bis zum 1. Dezember d. J. ein­senden werden, und

2) die in jenen Listen verzeichneten Personen von den 'Ortsvorständen alsbald in die für den betreffenden Jahrgang (der dermalige Jahrgang erstreckt sich aus alle im Jahr 1851 geborenen männlichen Indi­viduen) anzulegenden Stammrolle einzutragen sind.

Die OrtSvorstände haben sich jedoch nicht dabei zu begnügen, nur diejenigen Militairpflichtigen, welche in den Geburtslisten oder Civilstandsregistern stehen, oder sonst angemeldet werden, in die Stammrollen einzutragen, sondern es ist ihre Pflicht, von AmtS- wegen zu ermitteln, welche Miluairpflichtige etwa außerdem vorhanden oder gestellungspflichtig sind, um sie sogleich zur Anmeldung auzuhalten.

Die Belege über die Ergebnisse dieser Ermittelun­gen sind sorgfältig zu sammeln.

Außerdem haben die OrtSvorstände:

3) Erkundigungen über den Aufenthalt oder Verbleib der in sämmtlichen, in ihrem Besitze befindlichen Geburtsliste» rc. ausgesührten Personen anzustellen, besonders aber

4) zu ermitteln, ob die nicht mehr im Orte Anwesenden gestorben, mit Consens ausgewandert, oder ander­wärts ortsangehörig sind.

Das Ergebniß dieser Ermittelungen ist in den c Stammrollen zu bemerken.

Behuf» Anlegung und Vervollständigung der

Stammrollen in der vorbezeichneten Weise wird den Ortsvorständen empfohlen, sich der Hülfe des landräthlichen Büreaugehülfen Beheb ach zu be­dienen, und zwar um so mehr, als die vorgeschrie­benen Ermittelungen vielfach Correspondenzen mit auswärtigen Behörden erforderlich machen werden.

Die in der vorbezeichneten Weise aufzustellenden Stammrollen des Jahrgangs 1854 sind zur Revision mit den betreffenden Geburtslisten bis zum 20. Dezem­ber d.J. dahier einzusenden, dagegen wird der Ein­sendung der bereits oufgefilellteL Stamm­rollen und Geburtslisten des Jahrgangs 1851 schon bis zum 1. Dezember d. J. bei Meidung der Abholung durch Strofbote« entgegengesehen. In den Stammrollen des letzt­genannten Jahrgangs find auch etwa noch fehlende No­tizen bezüglich des Gewerbes re. der MUitairPflichtigrn ungesäumt nachzuholen.

Schließlich wird bemerkt, daß das Formularpapier zu den Stammrollen von den Buchdruckern Funk und Happich dahier gegen Zahlung bezogen werden kann. Hersselb, am 8. November 1870.

Der Königliche Landrath Aufsärth.

Da am 6. d. Mls. ein der Tollwutb verdächtiger weißer Hund mit schwarzen Flecken in Reilos und Um­gegend Hunde gebissen hat, so wird hiermit meine im Kreisblatt Nr. 89 veröffentlichte Verfügung vom 5. d. M. bezüglich der Hundespexre in den AmtSgerichtsbezirken SchenklengSfeld und Friedewald auf die Ortschaften Friedlos, Reilos, Rohrbach, Tann, Mecklar und Meckdach ausgedehnt. .HerSselv, am 9. November 1870.

Der Königliche Landratb Ausfarth.

Die Eigentbümer folgender herrenloser Gegenstände: 1) ein eisernes Licht, 2) ein desgleichen, 3) ein leinener Salzsack, haben sich binnen 4 Wochen zu deren Empfang- nähme dahier zu melden.

HerSfeld, am 8. November 1870.

Der Königliche Landrath Aussanh.

Anna Catharina Reiffert von hier, 19 Jahr alt, hat