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Geldbeträge sind binnen 8 Tagen an den Herrn Bürger- Meister Comitti dahier einzuzahlen.

________Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 28. October 1870.

Jacob Wiegand aus RaSdorf, geboren am 2. März 1’836, hat behufs seiner Niederlassung im Großherzog- thum Hessen, um Entlassung aus dem Preußischen Unter» lhanenverbaude nachgesucht.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 2. November 1870.

DaS Schulkind Eva Hohmann aus Burgbaun hat sich seit dem 9. v. M. von da entfernt und treibt sich bettelnd und zwecklos umher. ES wird ersucht dieselbe im BeiretungSfalle zu verhaften und ander abzuliefern.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 29. October 1870.

Gesunden ein Rock. — Meldung dadier.

Der Königliche Landrath G ö tz.

Landrathsamt Ziegenhain.

Aufruf!

Durch große Siege des Heeres ist dem deutschen Volk eie Hoffnung auf dem ruhmvollen Frieden errungen. Ueber den Schlachtielderu Frankreichs wurde die Nation sich mit Stolz ihrer Größe und Einheit bewußt, und die­ser Erwerb, geweiht durch das Blut von vielen Tausen­den unserer Krieger, wird — so vertrauen wir — seine bindende Gewalt für alle Zukunft bewahren. Aber zu der begeisterten Erhebung Dieser Wochen kam auch ein Gefühl tiefer Trauer. Viele von der Blüthe unserer Jugend, viele von den Führern unseres Heeres sind als Opfer des Sieges gefallen; noch größer ist die Zahl derer, welche durch Wunden und fast übermenschliche Anstrengungen ge­hindert sein werden, ihr ferneres Leben mit eigener Krast zu erhalten. Sie vor Allen, die Hinterbliebenen der Tobten und Die lebenden Opfer des Krieges, haben ein Anrecht aus den Dank unserer Nation. Wer Die Begeisterung dieses Kampfes getheilt hat, wer von der Erhebung unserer ge- stimmten Volkskrast Den Beginn einer neuen glücklichen Frie- brnSzest hofft, wer demüthig in unserem Sieg und in der Niederlage unserer Feinde ein hehres Gottesurtheil verehrt, der möge jetzt seineTreue an den Kriegern unseres Volks­heers und an ihren Zugehöriges erweisen!

Die Staatshülfe allein, selbst wenn sie verhältniß- mäßig reichlich bemessen werde,» kann, ist außer Stande, die große Zahl der Invaliden und Hinterbliebenen zu un­terhalten. Diese Hülle gewahrt nur das Nothwendigste, ist unvermeidlich an allgemeine Noimen gebunden und Y^rmag nicht auf Die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen.

Große Anstrengungen freiwilliger Hülfe werden dies­mal nöthig feig, Denn gewaltig, wie Der Erfolg, waren auch die Verluste des Krieges.

Wie Dieiet Krieg ein einheitliches dentscheS Heer ge­schaffen hat, in welchem die Söhne aller Stämme in brüderlichem Wettstreit her Tapferkeit rangen, so soll auch die Sorge um die Jiwaiideu und Hülflosen, welche der Krieg znrüchläßt, eine gemeinsame deutsche Angelegenheit werden, an welcher StorDen und Süden unseres Vaterlan­des gleichen Antheil nehmen,

Frühere Erfahrungen haben gelehrt, daß es nicht

nur gilt, mit warmem Herzen Geldbeiträge zu spenden. Nicht weniger wichtig und mühevoller ist die zweckmäßige Vertheilung, liebevolles Eingehen auf die persönlichen Verhältnisse, endlich das Schwerste: Vorsorge, baß die Unterstützung nicht die noch vorhandene Erwerbskraft schwäche anstatt sie zu stärken, und daß sie wahrhaft heil­sam für das Leben der Unterstützten wirke.

Es ist daher zu wünschen, baß sich überall örtliche und landschaftliche Vereine bilden, welche in Anschluß und Unterordnung unter gemeinsamen Vorstand Die Samm­lungen leiten und ebenso Die Ermittelung, Prüfung und Annahme Der Hülfsbedürftigen in ihrem Kreise überneh­men und demselben vorsorgliche Pflege dauernd zu Theil werden lassen.

Da die im Jahre 1866 zu gleichem Zwecke für Den größten Tbeil Deutschlands gegründete Victoria-Naiional- Jnvaliden-Stiflung diesen Ansprüchen genügt und sich in ihren Einrichtungen bewährt hat, so beauftrage Ich hier­mit Den geschäflsführenden Ausschuß dieser Stiftung, die Organisation und Leitung einer Juvaliden-Stiftung für Deutschland ju übernehmen und zu Beiträgen wie zur Bildung neuer Zweigvereine aufzusordern.

Se. Majestät der König, Oberfeldherr des deutschen Heeres, bat Mir, wie in den Jahren 1861 und 1866, die Genehmigung zu solchem vaterländischen Unter­nehmen ertheilt. Diesmal ist Mir das Glück geworden, ein Heer in das Feld zu führen, in welchem Der Bayer, Der Würtemberger, der Badenser neben den Preußen fochten, und Ich darf Mich an Die Herzen aller Deutschen wen­den. Auch dies LiebeSwerk sei gemeinsame Arbeit zwischen uns für das Vaterland und die Einleitung zu vielen einmüthigen, segenuistenden Werken des Fuedens!

Hauptquartier Rheims, Den 6. September 1870.

-friedrich MMm,

Kronprinz von Preußen.

Durch vorstehenden Aufruf mit Genehmigung Sr. Majestät des Königs von Sr. Königlichen Hoheit Dem Kronprinzen mit Der Organisation und Leitung

Her Deutfche« Jnvali-en-Stiftuug beauftragt, fordern wir Die ganze Nation auf, sich uns anzuschließen, um auch hierin wie unter Den Waffen treu vereint

den Hinterbliebenen der Todteil und den lebenden Opfern des Krieges

in vollem Maße Den Dank des Volkes darzubringen.

Die Hülflosen, welche unsere Kriege zurücklassen, sind die Waisen des gesummten Vaterlandes. Als eine Ge­meinschaft hat dasselbe Die Fürsorge, auf welche sie An­spruch besitzen, zu übernehmen; nur mit vereinten Kräften ist zu gewähren und zu übertragen, was der einzelne Theil für sich allein nicht zu leisten vermag.

Wie groß auch die Aufwendungen sein werden, welche Deutschland seinen verwunderen Kriegern und Den Hin­terbliebenen der Gefallenen als eine Gesetzespflicht gewäh­ren wird, der Staat als solcher und seine Gesetzgebung kann niemals das individuelle Bedürfniß aus Die|em Ge­biete vollständig erfüllen; es bleibt darum Pflicht und Aufgabe der freien Liebesthätigkeit, hier helfend und er­gänzend neben Dem Staate einjutreten.

In diesem Sinne und zu diesem Zwecke richten wir an alle deutschen Stämme und ihre Angehörigen Die Bitte,