für die
Kreise Hersfeld/ Hünfeld und Ziegenhain.
j\! 85» He^Afeld, Sonnabend, den 22. October. 18V«.
Das »Sreiablatt« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 8t ®>U pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bckanuimachungco aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller berechnet.
Wewohner des Kessenlandes!
Der glorreiche Antheil, welchen auch hessische Tapferkeit an den gewaltigen Waffenthuten des deutschen Heeres im Kamps wider unsere alten Dränger zu nehmen berufen war, hat gewiß uns Alle mit hoher Freude erfüllt. Abee den großen Erfolgen entsprechen leider auch nur all’ zu schmerzliche Verluste, welche gerad^ die hessischen Regimenter in so besonders hohem Maße betroffen haben. „Ww viele von der Blüthe unserer Jugend sind als Opfer deS Sieges gefallen! Wie viel großer wird die Zahl Derer sein, welche durch Wunden und sust übermenschliche Anstrengungen gehindert bleiben, ibr ferneres Leden.mil eigener Kraft zu erhalten! Sie vor Allen, die Hinterbliebenen der Todten und die lebenden Opfer des Krieges, haben ein Anrecht aus den Dank unserer Nation. Wer die Begeisterung dieses Kampfes getheilt hat, wer von der Erhebung unserer gesummten Volkskrust den Beginn einer neuen, glücklichen Friedenszeit hofft, wer dem'nthig in unserm Sieg und in der Niederlage unserer Feinde ein hehres Gottesurtheil verehrt, der möge jetzt seine Treue an, bett Äwgcrui unseres VolkSheeres und an ihren Zugehörigen erweisen!" Diese Worte Sr. Königl. Hoheit deS Kronprinzen, die gewiß Jedem aus bem Herzen gesprochen sind, möchten wir hineinrufen in alle Gaue, in alle Häuser, Paläste und Hütten, in alle Herzen unsres Landes. Der Aufruf, dem sie entstammen, und dem ohne Zweifel bald aus Dem ganzen großen deutschen Vaterlande durch die That ein freudiges Echo antworten wird, hat bei uns ein schon seit längerer Zeit vorbereitetes Projekt zur vollen Reite und zum einhelligen Bewußtsein der einzuschlagenden Richtung gebracht. So wollen wir denn auch nicht mehr länger zögern mit demselben an die Oeffentlichkeit hervor zu treten. Um allen Kräften Gelegenheit zur Betheiligung zu geben, beabsichtigen wir nämlich einen Bazar zu errichten, in dem Arbeiten, Fabrikate, Produkte aller und jeder Art ausgestellt und zum Verkauf, bezw. zur Verloosung gebracht werden sollen. Bewobner des Hessenlandes! Wir bitten, tretet allerorts zusammen und thut entweder, soweit die örtlichen Verhältnisse es erlauben, ein Gleiches oder. sendet Arbeiten (vor Allem nützliche,) Fabrikate, Produkte und Geld zum diesigen Bazar. Wer nicht arbeiten kann, der spende Geld! Wer nicht Geld hat, der arbeite Etwas. Die Reichen gedenken, baß sie selbst mit großen Gaben nur eine geringe Dankessteuer zahlen für den Schutz, den die Tapferkeit unseres unvergleichlichen Volksheeres ihnen gewährt,—gering im Vergleich zu den großen Gefahren für Leben und Habe, welche so gnädig von uns abgewandt sind. Die Unbemittelten gedenken, daß auch kleine Gaben vor Gott hochgeschätzt und von Ihm reich gesegwet..sein. können. Jede, auch die geringste Gabe wird dankbar angenommen, auch die Arbeit der armen Näherin, auch das Gespinnst der Dienstmagd, auch das Schepflein der Witwe uns willkommen sein. Lasset uns vor Mit- und Nachwelt zeigen, daß auch der Hesseustamm die Tapferkeit seiner Söhne zu würdigen weiß; daß die Opferwilligkeit der Beschützten nicht zurückstebt hinter der Opfersreudigkeit, mit welcher unsere Beschützer Blut und Leben hiugegeben haben. Und Ihr Herren Aussteller, die Ihr nun fast vier Monate lang Gäste der Hauptstadt Hessens gewesen, wir bitten: ehe Ihr Eure Ausstellungsgegenstände wieder einpackt, laßt auch Ihr uns ein Gastgeschenk zurück, als DankeSzoll für die Tapferen dieses Landes, welche die Fortsetzung Eures friedlichen Wettstreites inmitten deS Krieges zu ermöglichen so wesentlich mit geholfen haben.
Arbeiten, Fabrikate, Producte und Geld nehmen alle unterzeichneten Damen an, Geld insonderheit der mitunter« zeichnete Buchhändler Kuh, welcher zugleich die Führung der Correspondenz übernommen ^aL-— Dahier sollen die gesandten Gaben — und zwar, sofern nicht das Gegentheil gewünscht wird, mit den Namen der Geber bezeichnet — aufgestellt, der Bazar Montags, den 14. November, eröffnet und eine Verloosung der nicht verkauften Gegenstände daran angeschlossen werde». Alle Zusendungen für den Bazar erbitten wir bis spätestens zum 1. November. Aber auch die Erträge der anderwärts verunstalteten BazarS bitten wir und zwar spätestens bis zum 1. December an uns einzusenden, damit recht bald der Gesummteffrag an den hier in der Gründung begriffenen Zweigverein der allge-