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seine Betrügereien möglicherweise unter falschem Namen voraussichtlich sortsetzen wird, so wird vor ihm gewarnt. Gleichzeitig wird darum gebeten, von seinem Ausent- Hallsorte dem nächsten Beamten oder Gendarm, ober der nächsten Polizeibehörde Kenntniß zu geben. Letztere werden unter Bezugnahme auf den von der hiesigen Kö­niglichen Staatsanwaltschaft unterm 6. Juli c. hinter Milkau erlassenen Steckbrief um dessen ' Verhaftung sowie Beschlagnahme seiner Papiere und event, um so­fortige Benachrichtigung ergebenst ersucht.

Joseph Ambrosilks Milkau ist aus Seeburg, Kreises Rössel, gebürtig, 33 Jahre alt, 5 Fuß 4 Zoll groß, hat etwas graue Haare, blaue Augen, desecte Zähne, dünnen Schnurr- und Kinnbart (letztere hat er bei sei­ner Verhaftung resp. Entweichung adgeschnitten), bleiche Gesichtsfarbe, pflegt eine Brille zn tragen und beim Sprechen stets zu lächeln. Bei seiner Entweichung war er Mit einem schwarzen Anzüge, schwarzer Mütze und großen schlechten Stieseln bekleidet; außerdem hatte er noch einen Stock mit weißer Krücke und einen schwarzen Hut in seinem Besitze.

Königsberg, am 11. September 1870.

Königliches PolizeiPräsidium. v. Pilgrim.

Die Herrn Bürgermeister der Landgemeinden des hiesigen Kreises erhalten den Auftrag, binnen 8 Tag en einzuberichten, ob und welche Requisitionen und Kontributionen in ihren Gemeinden in den Jahren 1806 bis 1813 von den Franzosen er­hoben worden'sin^Belege wie z. V. Gemeinde» rechnungen rc. sind beizufügen.

Hersfeld, am 5. October 1870.

Der Königliche Landrath.

Schüler, St.-V.

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Der in der Gemeinde Asbach verhaftete Deserteur Gardist Johannes Köhler aus Wallenrob, Kreis Lau- terdach, ist am 4. d. M. des Abends aus dem Gefäng­niß zu Niederaula wieder entsprungen.

Sämmtliche Gendarmen des hiesigen Kreises werden angewiesen, nach demselben zu forschen, ihn im Betre- tungsfalle zu verhaften und dahier vorzusühren.

Hersseld, am 5. October 1870.

Der Königliche Landrath.

Schüler, Sl.-B.

Signalement: Alter 23 Jahre, Größe 5 Fuß 5 Zoll 3 Strich, Gesicht länglich, Gesichtsfarbe gesund, Statur gesetzt, Kinn gewöhnlich, Nase lang und spitz, Mund ge­wöhnlich, Haare blond, Bart 0. Besondere Kennz. 0.

Landrathsamt Hünfeld.

Hünfeld, am 5. October 1870.

Diejenigen Gemeinden und Privatpersonen des Kreises, welche Kriegsgefangene in Arbeit nehmen wol­len, haben dies bei der unterzeichneten Behörde anzu- melden. Die Grundsätze für das Verfahren bei Beschäf­

tigung von Kriegsgefangenen außerhalb der Kriegsge­fangenen-Depots werben etwaigen Arbeitgebern zuvor bekannt gemacht.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, den 27. September 1870.

Der Bauer Damian Bott zu Gotthards ist heute als Bürgermeister für diese Gemeinde bestätigt und ver­pflichtet worden.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 30. September 1870.

Die Wittwe des Gastwirths Jobannes Steinhauer Catharina geb. Hildmann von Eilerselb hat um Erthei- lung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Ame­rika nachgesucht.

Der Königliche Landrath Götz.

Landrathsamt Ziegenhain.

Ziegenhain, am 1. October 1870.

Nach einer Benachrichtigung des Großderzoglichen KreisanuS zu Aisfeld ist unter dem Rindvieh des Jo­hannes Schmidt zu Elbenrod die Lungenseuche ausge­brochen und Stallsperre verfügt worden.

Indem ich die Herrn Ortsvorstände zwecks der Ver­öffentlichung hiervon in Kenntniß setze, mache ich noch besonders daraus aufmerksam, daß hierdurch der durch die Verfügung vom 30. v. M. gestattete Transport mit Pferden aus dem Kreise Alsfeld wesentlich wieder be­schränkt wird.

Der Königliche Landrath Günther.

An

die Herrn Ortsvorstände des Kreises Ziegenhain.

An das Publikum.

(Schluß.)

Um den Umfang des PostverkehrS nach und von der Armee genau in Zahlen auszudrücken, dafür fehlen zur Zeit noch statistische zuverlässige Unterlagen; aber zur Erläuterung kann angeführt werden, daß allein bei der Postsammelstelle in Berlin 45 Beamte zur Bearbeitung der Feldpostsachen in Thätigkeit sind; daß nach einem ungefähren Ueberschlage täglich 200,000 Briefe nach und von der Armee befördert werden; und daß außerdem je­den Tag ca. 40,000 Thaler, meist in Geldbriefen von 1 bis 2 Thlr., an unsere Soldaten abgehen. Die dienst­lichen Geld- und Packetsenbungen nach und von der Armee sind hierbei nicht mitgezählt. Allein von Berlin gehen täglich in zwei Transporten zusammen 238 geschlossene Brief- und Fahrpostbeutel zur Armee ab. Die Zahl der seit der Mobilmachung an die Truppen und deren An­gehörige in der Heimath ausgegebenen Feldpost - Corre- spondenzkarten belauft sich bis jetzt auf 10 Millionen.

Die Postverwaltung hat seit dem 16. Juli theils zur Fahne, theils für die Zwecke des Jeldpostbienstes ca.