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Landau nach Soultz einen Zeitaufwand von 48 Stun­den erfordert bat; und auf Französischem Gebiete endlich hat bis zum heutigen Tage die Wiederherstellung regel­mäßiger Bahnverbindungen sich noch nicht bewirken lassen. Die Eisenbahnverwaltungen trifft hierbei keineswegs ir­gend eine Verschuldung. Ihre außergewöhnlichen Leist­ungen für die Beschleunigung der Trupveuiransporte, aus welche es bei dem anfangs so bedrohlichen räuberischen Ueberfall der Franzosen doch hauptsächlich ankam, sind allgemein anerkannt. Jedenfalls aber die Feldpost unter füllen Umständen auf die gewöhnlichen Landtransport­mittel angewiesen. Im besetzten Französischen Gebiete sind von der Post auf den drei Hauptlimen der operiren- den Armeen diesen möglichst unmittelbar folgend, vorläufig Landtransporte, und zwar im Durchschnitt für Strecken von je ppr. 20 Meilen, hergestellt. Die hierzu erforder­lichen Transportmittel konnten leider von der Milikair- behörde nicht gestellt werden, ruiniert waren wie der Bericht eines Etappen-Postdireciors an das Generalpost­amt lautetbei d<n colossalen Anforderungen, welche in Folge der schnellen Vorwärtsiewegnng der gewaltigen Truppenmassen und der sich rasch folgenden blutigen Ac- itonen an die mttilauischen Transportmittel gestellt wur­den,die stehenden Fnhrenparks so unzureichend, daß schon überall, weit und breit, jedes Privatfuhrwerk zwangs­weise zur Forischaffung von Verwundeten/ Proviant u. s. w. herangezogen war und doch den dringendsten Bedürfnissen noch immer bei Weitem nicht gegügt werden konnte. Bei aller Wtlliährigkeit waren die Etappeu-Commanden qußer Siaude, für Postzwecke mehr zu thun, als Ermächtigungs- fweine zur Beschlagnahme des ersten besten Fuhrwerks, dessen man habhaft werden konnte, zu ertheilen; die Be- fchlagnahme gelang meistens erst nach mehreren Stunden, cie enduch erlangten Pferde waren dann in der Regel noch abgetrieben und hungrig" (Forts. f.)

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Vermischtes.

Telegsamm an Ihre Majestät die Königin Augusta.

Varennes, 4. Sept., Vormittags 8 Uhr. Welch ein e-grei'ender Augenblick, der der Begegnung mit Na­poleon! Er war gebeugt, aber würdig in seiner Haltung und ergeben. Ich habe ihm Wilhelmshöhe bei Kassel zum Aufenthalt gegeben. Unsere Begegnung fand in einem kleinen Schlößchen vor dem westlichen Glacis von Sedan statt. Von dort beriit ich die Armee nmSedan. Den Empfang durch die Truppen kannst Du Dir denken! Unbeschreiblich! Beim Einbrechen der Dunkelheit ^8 Uhr hatte ich den Ostundigen Ritt beendigt, kehrte aber erst um l Uhr hierher zurück. Gott helfe weiter.

Wilhelm.

Kassel, 6. Sept. Kaiser Napoleon ist gestern Abend 9 Uhr 50 Min. mittelst Eztrazngs Don G-egen auf der Eisenbahnstation Wilhelmshöhe ange- lommen und in einem zweispännigen Wagen nach Schloß Wilhelmshöhe gefahren, wo er im Hauptgebäude feinen Wohnsitz nahm. N. Kavaliere und eine Dienerschaft von etwa lo Personen sind mit einem späteren Eztrazuge eingetroffeu. Ein starkes Detachement Infanterie hatte

sich vor dem Schlosse ausgestellt und detachirte Posten wehrten den Zutritt zu demselben.

Bekanntmachung.

Weiterer Termin zur Verpachtung folgender Grund­stücke des hiesigen Kircheukastens auf sechs Jahre als:

Ch. (J. Nr. 120. 2?- Ar. 7 Rlh. Land am Schitt- lingsgraben,

U. 105. 3| Ar. 3£ Rth. Land auf dem Frauenberg,

T. 23. 31 Är. 5 Rth. Land aus der güld-

nen Kammer ist auf

Freitag den 9. d. Mts. Nachmittags 4 Uhr in hiesiges Ratbhaus bestimmt, wozu Pachllievhaber. eingeladen werden.

Herrfeld, am 2. Sevtember 1870.

Der Vorstand des Kirchenkastens:

Pfaff. Viai. Keinpf.

G e f it ndcne Gegenstände: 1 lederner Beutel mit 1 Schlüssel und 1 Sgr., 1 Farbzeichen, 2 Bindket- rett, I Blechspule mit schwarzem Garn, 1 Paar Sirümpse und ein Päckchen Strumpfgarn, 1 Sonnenschirm, 1 Bohrer, 3 kleine Schlüssel, 1 Brandweinflasche in Leder eingefaßt, 1 Wagenleiterstütze und eine Wagenkapsel, 1 Slips. Die Eigenthümer können solche im Naihhause in Empfang nehmen.

Verloren: auf dem Wege von Beiershausen hier­her, ein Eigarrenetni. Der Finder wird zur Ablieferung ausgesordert.

Hersfeld, den 3. September 1870.

Der Bürgermeister Kempf.

vt. Kraus,

Der Unterzeichnete will sein vor dem Johauuesthor gelegenes, seither von Herrn Hauptmann v. Grävenitz bewohntes Wohnhaus mit Garten anderweit verpachten, welches Pachtlieohadern mit dem Bemerken bekannt ge- machl wird, das dasselbe sofort bezogen werden kann.

Hersfeld, am 6. September 1870.

W» Paust.

Dffene Stelle.

anr Aufsicht und Verwaltung einer ländlichen Be­sitzung wird eine geeignete Persönlichkeit bei 500 Thlr. Jahreseiukommeii dauernd zu engagiren gesucht. Näheres durch die Briefe L. F. W. «ttorner Berlin, Frie- drichstraße Nr. 20. ____________________

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Ein erfahrener, anständiger, ganz zuverlässiger Pferdeknecht wird zu hohem Lohn und bei guter Behandlung zu Ehristtag zu miethen gesucht. Von wem? sagt die Expedition d. Bl.

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