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gesetzte Geldbeiträge, sowie auch um freundliche Gaben von leichtem Rothwein, Fruchtsästen, Fleisch-Extract, getrocknetem Obst und ähnlichen conservirvaren Nahrungs- Mitteln aller Art. Auch Taback und Cigarren, sowie endlich selbstverständlich Leinen, Wäsche, Verbandmaterial und Lazareth-Utensilien sind uns sehr willkommen.
Um die Abnahme derartiger Gaben zu regeln und zu erleichtern bitten wir unsere hiesigen Mitbürger recht freundlich, solche entweder an den schon früher bezeichneten Stellen oder auf unserem Büreau, Königsstraße Nr. 48, von 9 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends, erfolgen zu lassen und sagen den gütigen Gebern im Namen unserer armen Verwundeten und Kranken im Voraus den wärmsten herzlichsten Dank.
Die verbundenen Vereine zur Pflege verwundeter und erkraukter Krieger.
Gräfin MontS. Präsident Luther.
Landrathsamt Ziegenhain.
Mit Bezugnahme aus mein Ausschreiben vom gestrigen Tage (Nr. 66 d. M.) fordere ich die Herrn Ortsvorstände auf, sofort Verzeichnisse der sich in ihren Gemeinden aufhallenden verwundeten Soldaten aufzustellen und anher einzusenden.
Ziegenhain, den 17. August 1870.
Der Königliche Laubralh Günther.
Die Herrn, Ortsvorstände des Kreises haben nach vorgängiger Umfrage in ihren Gemeinden diejenigen Einwohner unter Angabe des Standes und Gewerbes, zu verzeichnen, welche ReconvaleScente» der Armee, welche eine besondere ärztliche Pflege nicht bedürfen, autznueh- men bereit sind, und dieses Verzeichniß anher einzusenden.
Ziegenhain, den 17. August 1870.
Der Königliche Landratb Günther.
Den Herrn OrtSvorständen wird in Folge höherer Verfügung eröffnet, daß die in Sachen der directen StaatSsteuern stattfindenden Correspondeuzen der Com- munal-Behörden unter sich durchweg von der adsendenden Behörde zu srankiren sind, und zwar auch dann, wenn Seitens derBehöiden von mahl- und schlachtsteuerpflich- tigen Städten Klaffensteuer-Veränderungsbeläge an Behörden in klaffensteuerpflichtigen Orten zurückgesandt werden.
Ziegenhain, am 8. August 1870.
Der Königliche Landrath Günther.
Ziegenhain, am 15. August 1870.
Am 1. d. M. ist zwischen der Hohenwark und dem Dorfe Lischeid ein neuer Hemmbaum mit Schraube und Hemmscheithölz gefunden worden. — Der Eigenthümer kann diese verlorenen Gegenstände beim Herrn Bürgermeister Jünger zu Lischeid, an welchen dieselben abgelie« fett worden sind, in Empfang nehmen.
Der Königliche Landrath Günther.
An das deutsche MK.
Ein Gruß aus Amerika.
So stehst Du nun zum Kampf gerüstet,
Zu züchl'gen sräuk'schen Uebermuth,
Dem es nach Deinem Rhein gelüstet,
Nach Deiner Söhne Ehr' und Blut;
Zu züchl'gen jenen Knecht der Schande,
Der seit Jahrzehnten Dich bedroht,
Und der schon in so viele Lande Trug Krieg und Elend, Noth und Tod.
Vergiß es nicht! in Deinen Siegen
Ruht jetzt Europa'- künit'ges Glück;
Denn solltest Du jetzt unterliegen, Kehrt Fried' und Eintracht nicht zurück.
Nun laß' den deutschen Zorn entflammen
Und schlag' mit cheut s ckem Grimm darein;
Des Räubers Zwingburg brick zusammen,
Dann wird Europa glücklich sein.
Nicht halb tbu’S! Di lomatisiren
Verrückt Dir leicht des Kampfes Ziel;
Du könntest dabei nur verlieren,
Und aus dem Ernste würd' ein Spiel,
Mit deutschem Ernst, mit deutschen Hieben
Mußt Du in diesem Kampfe stehn, Bis „Er" vollständig aufgerieben.
Und nimmer wieder kann erflehn.
Zerschmettern mußt Du diesen Götzen,
Vertilgen diese ganze Brut.
Den Kaisermantel reiß' in Fetzen —
Du gibst dafür Dein Bürgerblut!
Und wenn Du an der Seine Strande
Beschließest Deinen Siegeslauf,
Dann häng' ihn, der Eurova'S Schande,
Wie er's verdient am Galgen auf.
Das ist der Platz, der ihm gebühret —
Kein Elba, kein Sauct Helena!
Viel böse That hat er vollführet,
ES flucht die Welt ihm fern und nah.
Dich aber wird Europa segnen,
Und jeder Welitveil stimmt mit ein.
Dann wird es Fliedensblüthen regnen,
Und Friede schließt den Wohlstand ein.
New-York, den 20. Juli 1870.
Friedrich Gerhard.