KmsWblatt
für die
Kreise Hersfeld/ Hünfeld und Ziegenhain.
^F 53» Hersfeld, Mittwoch, den 29. Juni. 187V.
Das .Kreisblatt« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 8| Sgr. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die Gar- mond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller berechnet.
MM° Da mit Schluß dieses Monats das Abonnement des laufenden Quartals zu Ende geht, so bitten wir Bestellungen auf oas mit dem 1. Juli beginnende neue Quarts rechtzeitig zu machen, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintritt.
Die Expedition.
Amtlicher Theil.
Landrathsamt Hersfeld.
Diejenigen Ortsvorstände der Landgemeinden des Kreises Hersfeld, welche mit Einsendung der Gemeinde- Rechnungen pro 1869 noch im Rückstände sind, werden an deren Einlieferung binnen 14 Tagen bei Vermeidung scharfen Einsehens erinnert.
HerSfeld, am 28. Juni 1870.
Der Königliche Lanbrath Auffarth.
Gefunden: auf der Straße zwischen Sorga und Friedewald ein kleiner Spazierstock. — Meldung des Ei- genlhümers bei dem Ortsvorstand zu Sorga.
DaS massenhafte Auftreten der Herbstzeitlose und die Vertilgung dieses Unkrautes belressend.
(Schluß aus vor. Nr.)
Gerade in diesem Jahre ist doppelte Vorsicht erforderlich. Der Stand der Wiesenpflanzen ist in Folge deS ungünstigen Winters und der herrschenden Dürre ein überaus dünner. Die Zeitlose vermochte sich bet ihrer ohnehin zähen, allen Unbilden der Willerung trotzenden Natur um deswillen um so mehr auSzubreilen und die schwachen Gräser um so leichter zu unterdrücken.
Die vorstehend angerathenen Maßnahmen zu Verhü- ^ö„vvn Vergsfmngen sind aber nur halbe. Gründliche '.lbhulfe ist nur dadurch möglich, daß man den Feind, oer, von allem Uebrigem abgesehen, auchldie Erträge der ^Liesen ganz erheblich schmälert, in seinem eigenen Lager «ngreist und vernichtet. Dies kann aber um ganz siche
rem Erfolge nur durch Entfernung der etwa einen Fuß tief im Boden befindlichen Zwiebeln dieser Pflanze ge* schehen. Alan benutzt hierzu einen eigens für diesen Zweck angefertigten kleinen Erdbohrer. Bei massenhaftem Borbandensein der Zeitlose wird dieses Verfahren allerdings sehr zeitraubend und kostspielig. Es bleibt dann nichts übrig, als die betreffende Wiese, wenn dies deren Lage nur halbwegs gestaltet, so tief uwzubrechen, daß die Zwiebeln vom Pfluge herauSgeholt und auS der Ackerkrume Herausgelefen werden können. Die umgebrochene Fläche bleibt alsdann mehrereJabre l««g unter dem Pfluge und wird zu anderweitigen Culturen, vorzugsweise zum Anbau von Hackfrüchten verwendet. Diese Mittel sind radicale, unbedingt helfende. Wo ein Umbrechen der Wiese durch deren natürliche Lage unmöglich wird, läßt sich die Zeitlose durch oft wiederholtes Anstauen deS Wassers auf jener jedenfalls vermindern.
Alle übrigen gewöhnlich angepriesenen Mittel, wie daS Zerstoßen der Pflanze mittelst deS Pfahieisens und diesem folgendes Eingießen von Wasser in die dadurch entstandenen Löcher, um die verletzten Zwiebeln zum Faulen 3« bringen, das Jahre lang fortgesetzte Ausziehen der Stengel oder der Blüthen der Pflanze im Frühling und im Herbst erwiesen sich unsicher und verursachten trotzdem fast ebenso viel Kosten, wie das AuSstechen der Zwiebeln. Auf Wiesen der land- und torstwirthschaftlichen Akademie zu Hohenheim Jahre lang nach dieser Richtung auSgo- führte Versuche hatten höchst gelingen Erfolg.
Die vom Boden getrennte« Pflanzen, insbesondere die Zwiebeln, muß man den Thieren, namentlich den Schweinen, unzugänglich machen. Dem freßgicrigen, zudem mit den verschiedenartigsten, seiner Natur oft sehr wenig zusagenden Stössen genährten Schweine, scheint da» Vermögen, da» ihm Schädliche zu erkennen und zu vermeiden, abhanden gekommen zu sein. ES frißt die Zeitlose, aber schon ein geringes Theilchen dieser Pflanze reicht hin, daS Thier schnell zu tödten!
Internationale landwirthschaftliche Thierscbau und Ausstellung zu Berlin im Jahre 1871.
Der landwirthschaftliche Provinzial - Verein für die Mark Brandenburg und Niederlausitz beabsichtigt in der zweiten Hälfte des Monats Juni 1871 in Berlin eine