KreisWblaü
für die
Kreise Hersfeld/ Hünfeld und Ziegenhain.
^ 48. Hersfeld, Mittwoch, den 15. Juni. 18»O>
Das .Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Erpedition 84 Sar. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die Gär- «ond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller berechnet.
Amtlicher Theil.
Landrathsamt Hersfeld.
Die Erledigung der Schulstelle zu Biedebach vom 1. Juli b. J. ab wird mit dem Bemerke» veröffentlicht, daß Bewerber um dieselbe ihre Gesuche unter Beifügung der erforderlichen Sitten. und BefähsgungSzenguiffe entweder bei dem unterzeichneten Lanbrakbe oder dem Königlichen Lokalschulinspettor Herrn Pfarrer Ger lach zu Obergeis binnen 3 Wochen einzureicheu haben.
Hersfeld, am 14. Juni 1870.
Der Königliche Landratb Aufsartb.
Berlin, den 6. Juni 1870.
Verordnung,
betreffend die Einführung, der Correspondenzkarten.
Auf Grund des §. 57 des Gesetzes über das Post- wesen des Norddeutschen BundeS vom 2. November 1867 werden folgende Bestimmungen getroffen:
Behufs Erleichterung des briflichen Verkehrs werden fortan Correspondenzkarten zur Beförderung durch die PoDzugelaffen. Die Vorderseite der Korrespondenzkarte enthält einen zur Einrückung der Adresse bestimmten Vordruck.
. Die Rückseite kann in ihrer ganzen Ausdehnung zu schnstiichcn Mittheilungen benutzt werden. Die Adresse und die Mittheilung können mit Tinte, Bleistift, Rotbstist oder sonstigem färbenden Material geschrieben werden: nur muft die Schrift hatten und deutlich sein. DieMil- thellungen auf der Rückwite können auch durch Druck, Lithographie n. s, w. hergestellt werden, wobei alsdann auch schriftliche Einfchaltnugeu zulässig sind. Der Ab- lender braucht sich nicht zu nennen.
Formulare zu den Correspondenzkarten können bei allen Postanstalten, sowie bei den Briefträgern und Landbriesträgern bezogen werden. Diese Formulare sind bereits mit der die Gebühr für die Beförderung der Cor- respondenzkarten darstellenden Freimarke von 1 <sgt„ bezwse. 3 Kreuzer beklebt. Für den Sladtpostverkehr und für den Verkehr aus dem Orte nach dem Lanbbestellbe-
zirke und umgekehrt werden an denjenigen Orten, wo eine geringere, als die eben bezeichnete Taxe besteht, Formulare mit den entsprechenden Marken des geringeren Werths beklebt zum Verkauf an. das Publikum bereit gehalten.
Nur der Betrag der aufgeKebten Marken ist bei der Entnahme der Formulare zu Correspondenzkarten zu entrichten; das Formular selbst wird unentgeldlick' geliefert. Auf Wunsch sollen den Correspondenten aber auch unbe- klebte Formulare in Portionen von wenigstens 10K Stück verabfolgt werden; in diesen Fällen wird für jedes Hundert der Selbstkostenpreis von 5 Grwfttww oder 1* Kreuzer berechnet.
Die mit der Marke von 1 Groschen bezw. 3 Kreuzer beklebten Correspondenzkarten werden ohne weiteren Porto- satz nach allen Orten des Norddeutschen-Postgebiets, ferner nach den Süddeutschen Staaten, nach Oesterreich und Luxemburg offen befördert. Das Verfahren der Recom- mandation und der Expreßbestellung ist auch auf die Correspondenzkarten anwendbar; dagegen können Post- vorschüsse aus dieselben nicht entnommen werden.
Wo es im Bedürfnisse liegen sollte und ohne Aufwendung besonderer Kosten geschehen kaun, wirb den Absendern namentlich bei größeren Postanstalten eine Schreivegelegenheit zur Ausfüllung der Correspondenzkar- teit in der Nähe der Postausgabestellen gewährt werden.
Wenn ein mit der Marke beklebtes Formular zur Korrespondenzkarte vor der Einlieferung zur Post beschädigt, oder sonst unbrauchbar werden sollte, so wird die Post den Umtausch desselben gegen ein unverletztes mit der entsprechenden Marke beklebtes Exemplar unentgeltlich bewirken.
Die vorstebenden Bestimmungen treten mit dem 1. Juli 1870 in Kraft.
Der Kanzler des Norddeutschen Bundes: Graf von Bismarck.
Pferde- A netten im Königlichen Haupt-Gestüt Trakehn en. — Donnerstag den 28. Juli c. von 9 Uhr Morgens ab, sollen bierselbst ca. 100 Gestüt- Pferde, bestehend aus Laudbeschälern, Mutterstute» (meistens bedeckt), -ljährigen Hengsten und Stuten und einige junge.