Der 0lumtn|trauß
Zu zweien und dreien kamen sie einträchtig daher gewandert, die kleinen Abcschützen, die Schultaschen am Arm oder den Tornister auf dem Rücken, worin lustig die neue Schiefertafel polterte. Wie wichtig sie erzählten, — lauter nichtige Dinge und noch ganz voll Lerneifer der ersten Wochen, und voll Freude und Erwartung auf die Schulstunden...
In mir war ein leises Freuen über diese kleinen Kerlchen, die so ernsthaft daher stapften und in die nun alle Weisheit, die sie in der Schulsibel trugen, gepaukt werden sollte. Ich malte mir ein wenig aus, was aus all den Buben einmal später werden würde, — heute stand ihr Schicksal noch nicht in ihnen zu lesen, sie waren ja alle noch so klein, — noch so ganz Kind, — das Imlebenstehen würden sie durch lange Jahre erst noch lernen müssen.
Nur ein kleiner Junge begegnete mir allein, ein schäbiges, geflicktes Röckchen über dem mageren Körperchen. Er trug den kleinen Kopf zu Boden gesenkt, ganz nachdenklich. Nur bei den Blumenfrauen auf dem Markt blieb er stehen und blickte auf, sah mit Entzücken auf all den Farbenreichtum, der da in den Körben zur Schau gestellt war. Sein schmales Gesicht war auf einmal seltsam verschönt, seine Augen mit dem träumerischen Zug sahen bittend die Frauen an, aber sie verstanden diesen Blick nicht, — oder vielleicht wollten sie ihn auch nicht verstehen...
Dann ging der Junge..., wandte sich einmal zurück und blickte sinnend vor sich hin, schob dann die Schultasche höher auf den Arm und lief im Galopp den anderen Schülern nach ...
Ich ging schnell hinter ihm her, verlor meinen Freund aber doch zeitweilig aus den Augen. Dann entdeckte ich ihn wieder. Er stand vor zwei Mülleimern, die vor einer Haustür auf den Müllwagen warteten und bis obenhin gefüllt waren.
„Was mag der kleine Kerl da wollen?" dachte ich, denn er sah sich ab und zu scheu um und überlegte, wie es schien. Dann packte er mit raschem Griff den Strauß, der oben aus dem
Eimer lag und dessen Blüten schon teilweise verwelkt waren. Er ging weiter, warf die ganz welken Blumen fort, rißwon den anderen, die noch leidlich aussahen, die vom Imwasserstehen grau, grün und modrig gewordenen Stiele ab und ordnete sie dann zu einem Strauß. Er legte die Schultasche ein Weilchen auf ein-Ladensenster und band dann mit viel Geschick und Liebe den dürftigen Strauß zusammen.
Endlich war er fertig, hielt die Blumen ein wenig von sich ab, um, wie es schien, die Wirkung auszuprobieren, dann nahm er aufatmend seine Schultasche wieder zur Hand und wollte weitergehen.
Da sprach ich ihn an und fragte ihn, wem er denn seine schönen Blumen bringen wolle. Da strahlte mich sein Gesicht so wunderbar an, daß in mir ein Gefühl von Zärtlichkeit für den kleinen Jungen emporglomm.
„Nicht wahr, die Blumen sind schön? Unsere Lehrerin soll sie haben, die anderen Kinder bringen ihr fast jeden Tag einen Strauß mit, — heute bringe ich ihr aber auch einen. Vielleicht nimmt sie dann meine Blumen mit nach Hause."
Da schlug die Uhr. Ohne ein Abschiedswort rannte er fort. Ich sah ihn noch an der Tür zum Schulhof verschwinden, wie ein Sonnenfleckchen den bunten Strauß in der erhobenen Rechten.
Ich schritt heim und malte mir aus, ob sich die junge Lehrerin nun wohl über den Strauß auch freuen würde. Vielleicht versteht sie die Kinder recht gut und streicht dem Kleinen über den Kopf und sagt: „Hast du mir aber einen seinen Strauß mitgebracht."
Wie werden da die Kinderaugen leuchten ... Vielleicht ist der Strauß dann gar einer von denen, die sie mit nach Hause nimmt auf ihr kleines, stilles Zimmer, und sie weiß nicht einmal, wie sie ein kleines Herz damit beglückt...
Wenn sie nun aber wüßte, daß diese Blumen heute morgen noch zwischen zerbrochenen Scherben und Staub gelegen?...
Aber man soll eine Gabe nehmen, wie sie gegeben ist. Denn ob einer der anderen Sträuße, die so frisch dastehen, so voll guten Willens und Freude gegeben sind, wie diese paar Blümlein?...
Auflösung der Scharade: — Schuldschein. —
Nachdem der Zusammenstoß mit knapper Not vermieden worden ist, stellt der Schupo den Chauffeur zur Rede:
„Wissen Sie nicht, daß Sie einer Dame, die Ihnen entgegengefahren kommt, stets die Hälfte der Straße überlassen müssen?"
„Das tu ich ja auch — sobald ich heraus habe, für welche Hälfte sie sich entschieden hat
„Herr Doktor Jsegrimm, weshalb machen Sie denn solch verärgertes Gesicht?"
„Mir ist da etwas ganz Furchtbares passiert. Dahabe ich einen Patienten zwei Jahre lang auf Gelbsucht behandelt, durch Zufall stelle ich gestern fest, daß der Mann ein Chinese war.
15° unter Null
Synonym.
Für jedes der nachstehenden Wörter suche man ein synonymes, sinnverwandtes Wort; deren Anfangsbuchstaben müssen einen Glückwunsch zur 'Jahreswende ergeben.
1. glänzen. 2. dörren. 3. weihen. 4. pfuschen. 5. besitzen. 6. mitfühlen. 7. überlegen. 8. festnehmen. 9. foppen. 10. frohlocken. 11. füttern. 12. gebieten. 13. locken.
Silben-Wechsel-Rätsel.
Bürste, Magen, Tanne, Lunte, Lanze, Tiger, Rübe, Pirol, Mieder, Motte, Rudel, Jller, Stanze, Hobel, Wechsel, Rebe, Faktor. Die erste Silbe vorstehender 17 Wörter soll durch eine der nachstehenden derart ausgewechselt werden, daß die Anfangsbuchstaben, aneinandergestellt, einen Wunsch für unsere Leser aus Anlaß des Jahreswechsels ergeben.
_. ~ ach eb ei el ern eu ger gren hau ju na ne rek
„Die Kalte, die Kalte!" — „Jetzt schau, föt tt un.
die Kälte tät mir ja weniger machen — wenn's mich nur net so feiern tat!"
Verantwortlicher Schriftleiter: H. H a i I e r. Druck und Verlag: Haas & Grabherr, Augsburg.
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