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Allerlei Neuigkeiten

Nicht Selbstmord sondern Gattenmord Anfang dieses Monats war in Berlin ein Mann namens Willi Wald- Heim in seiner Wohnung durch Gas vergiftet aufgefunden worden. Da man Selbstmord annahm, wurde die Leiche zur Bestattung freigegeben. Nun erschien die Ehefrau des Verstorbenen bei der Kriminalpolizei und gestand, am 4. Dezember den Gashahn des Schlafzimmers geöffnet zu ha­ben, als ihr Mann betrunken heimgekehrt war und sich zu Bett gelegt hatte. Sie gab weiter an, daß sie mehrere Geld­stücke in den Gasautomaten geworfen hätte, um eine Un terbrechung des Gasausströmens zu vermeiden. Ihre sechs­jährige Tochter habe sie vorher zu ihrer Mutter gebracht.

Bürgermeister unterschlägt Gelder für den Arbeitsdienst. Bei einer Untersuchung des zuständigen Arbeitsamts wurde festgestellt, daß der Bürgermeister von Helferskirchen (West­falen) sowohl Beträge für nichtgeleiftete Arbeiten im Frei­willigen Arbeitsdienst in Anrechnung als auch bestimmungs­gemäß an Festtagen auszuzahlende Gelder nicht zur Vertei­lung gebracht hat. Der Bürgermeister mußte seinen Posten niederlegen und ist zur Anzeige gebracht worden.

Mißglücktet Raubüberfall im D-Zug. In dem von Leip­zig kommenden D-Zug 33 wurde abends zwischen Leipzig und Thyrow ein dreister Raubüberfall auf die 40jährige Stütze Anna Müller aus Berlin verübt. Auf die Frau, die allein im Abteil saß, stürzte sich plötzlich ein Bursche, der auf sie mit einem harten Gegenstand einschlug. Die Ueberfal- lene schrie um Hilfe, worauf der Räuber flüchtete und sich im Zug bis zur Einfahrt in den Anhalter Bahnhof versteckt hielt. Hier erst wurde er entdeckt und festgenommen, und zwar hatte der Zugführer inzwischen die Berliner Polizei telegra­phisch bengchrichtigt. Der Festgenommene will 23 Jahre alt sein und aus Leipzig stammen.

Feuerwehrspritze schwer verunglückt. Die Motorspritze der Freiwilligen Feuerwehr in Stockach bei Konstanz geriet auf dem Weg zu einer Brandstelle in Mühlingen infolge Glatteises ins Gleiten und stürzte in den bei Mühlingen flie­ßenden Bach. Ein Mitglied der Wehr, der Friseur Hepp, wurde auf der Stelle getötet; fünf Feuerwehrleute mußten mit Arm- und Beinbrüchen und inneren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bei dem Brande in Mühlingen wurden die Scheune, die Stallungen und das Sägewerk eines Landwirts vollkommen eingeäschert. Ein großer Teil des Inventars konnte jedoch rechtzeitig in Si­cherheit gebracht werden.

Flugzeugunglück in Spanien. Ein Postflugzeug, das in Barcelona mit Kurs auf Toulouse aufgestiegen war, ist bei Esteri-Aneo (Provinz Lerida) brennend abgestürzt. Anschei­nend ist das Flugzeug infolge Nebels gegen eine Bergspitze geflogen. An Bord befanden sich der Pilot und zwei Hoch- zeitsreisende. Der Pilot und die junge Frau kamen in den Flammen um. Der junge Ehemann wurde schwer verletzt.

Englisches Fischerboot gesunken. Nahe der schottischen Küste kenterte ein englisches Fischerboot. Drei Mann der Be­satzung ertranken.

Liebestragödie in Französisch-Afrika. Eine afrikanische Julia, die Schöne eines arabischen Stammes, die in Liebe zu einem Angehörigen eines anderen Stammes entbrannt war, hatte furchtbar für die Verletzung der Stammesehre zu büßen. Vom Familienrat wurde das junge Mädchen zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde auf der Stelle vollstreckt: "StrrÄffo-CTbrdffelf üntrin einen Brunnen geworfen. Der Vater und der Onkel des Opfers sind bereits von den fran­zösischen Behörden verhaftet worden. Weitere Verhaftungen stehen bevor.

Gutsbesitzer usn Mubern erschosien

Münster i. 30. Dezember. Drei maskierte Räuber drangen nachts in das Besitztum des Gutsbesitzers Schulze- Wedding in Appelhuesen bei Münster ein. Der Gutsherr, aus dem Schlafe geschreckt, stellte sich den Räubern entgegen und wurde von ihnen durch einen Schutz getötet. Die Mord­kommission Ruhrgebiet und die örtlichen Polizeistellen nah­men sofort die Ermittlungen aus.

SMgMtterexpWon sortiert 13 Wer

Budapest, 30. Dezember. 3m Fünfkirchener Steinkohlen- i gebiet hat sich in einer Grube bei Nagymanyok eine kaka- ? strophale Schlagwetterexplosion ereignet. Dreizehn Berg­leute wurden getötet, ein Bergmann lebensgefährlich verletzt.

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SHWumM in Neuseeland

Wellington (Neuseeland), 30. Dezember. Am Eingang des Binnenhafens stieß abends ein Dampfer mit einem gro­ßen Motorboot zusammen, auf dem 31 Mann zurückkehrten, die im Außenhafen an Bord eines Ueberseedampfers gearbei­tet hatten. Das Motorboot sank. Von den Insassen wurden 21 gerettet; zwölf von ihnen mußten ins Krankenhaus ge­bracht werden. Die übrigen zehn Mann werden vermißt, und man befürchtet, daß sie ertrunken sind.

Erdbeben zerstört mexttamWe SrtM^U

Mexiko, 30. Dezember. Wie gemeldet wird, ist die Ort­schaft Tomatlan in der Provinz Jalisco durch ein Erdbeben völlig zerstört worden. Man beklagt 27 Tote und mehr als 50 Verletzte.

Aus dsM Gerichts (au!

Wegen DMfenWebung verurteilt

Die Große Strafkammer Frankenthal verurteilte den 53 Jahre alten Kaufmann Richard Weil aus Ludwigs­hafen wegen Vergehens gegen die Devisenverordnung zu zwei Monaten Gefängnis und 2000 RM Geldstrafe. Das Verfahren gegen seine drei Mitangeklagten, den früheren Direktor Alexander C l a ß aus Straßburg, den Kaufmann Oskar Lehr und den Architekten Jakob W a l d m a n n aus Ludwigshafen, wurde eingestellt. Das Gericht hielt diese Angeklagten zwar für schuldig, brächte aber, da die Straf­taten aus wirtschaftlicher Not begangen wurden, die Amne­sie vom 20. d. M. zur Anwendung. Den Angeklagten war vorgeworfen worden, in vielen Fällen deutsche Zahlungs­mittel ins Ausland gebracht zu haben.

Turnen und Sport

Ein Nachspiel hat die Rad-Weltmeisterschaft der Amateure in Rom gehabt. Der Breslauer Flieger Frach, der hinter Richter- Köln und Mozzo-Jtalien den dritten Platz belegt hatte, wurde dis­qualifiziert, weil er als früherer Berufsfahrer nicht startberechtigt war. Den dritten Preis erhält nunmehr der Oesterreicher Dusika. Diese sehr späte Entscheidung muß etwas verwundern, die zu­ständigen Radsportbehörden hätten gleich die Meldung Frachs zu­rückweisen müssen und ihn erst gar nicht starten lassen dürfen.

Für die Deutschen Hallen-Tennismeisterschasten vom 23. bis 29. Januar in Bremen liegen schon zahlreiche Meldungen vor. Neben den deutschen Spielerinnen und Spielern wird aud) das Ausland stark vertreten sein, so neben dem Spanier Maier, der Franzose Landry und die Dänen Axel Petersen, Anker Jakobsen und Ul­rich. Deutscherseits sind die Namen von Gottfried von Cramm, Kuhlmann, W. Menzel, Uhl und Lund sowie bei den Damen Paula Stuck, Frl. Hammer und Aenne Schneider-Peitz besonders hervorzuheben.

Jack Sharkey ist über den Kampsabschluß Schmeling-Baer für Juni 1933 sehr erbost, weil er ursprünglich im kommenden Som­mer mit seinem Revanchekampf gegen Schnreling das große Ge­schäft machen wollte Sharkey erklärte dem Matchmaker des Ma- dison Square Garden gegenüber, daß erMM Schmeling niemals Gelegenheit geben werde, den Titel von ihm zurückzugewinnen.

Polizeifporl-Vorbereiiungen für die Olympiade 1936. Bei den Olympiaden in Amsterdam 1928 und in Los Angeles 1932 waren Angehörige der preußischen Schutzpolizei unter den Besten im Modernen Fünfkampf". Auch für die Olympischen Spiele, die 1936 in Berlin stattfinden, sollen sich die Kräfte der Polizei für die sportliche Vertretung Deutschlands zur Verfügung stellen. Deshalb ist durch einen Runderlaß des Kommissars des Reiches für das preußische Innenministerium angeordnet worden, daß sämtliche Anwärter auf den Polizeischulen und alle Bamten des Vollzugsdienstes bis zum Höchstalter von 25 Jahren durch Vor- träge über denModernen Fünfkampf" unterrichtet werden. Die Beamten, welche glauben, sich auf den Gebieten desModernen Fünfkampfes" mit Aussicht auf Erfolg einer Ausbildung unter­ziehen zu können, sollen der Polizeischule für Leibesübungen in Berlin-Spandau bis zum 31. März 1933 namhaft gemacht werden.

Volkswirtschaft

Berliner Effektenbörse.

An der Berliner Effektenbörse vom Donnerstag belebten neue große Kaufe des Publikums in festverzinslichen Werten das Ge­schäft am Rentenmarkt und lösten entsprechende Steigerungen aus. Im Gegensatz zu den Rentenwerten lagen Aktien vernachlässigt. Das herauskommende Material wurde jedoch glatt ausgenommen. 3m Verlaufe der Börse konnten anfängliche Abschläge wieder ausgeglichen werden, da verschiedene Spezialbewegungen gemein­sam mit den Vorgängen am Rentenmarkt der gesamten Börse eine Stütze boten. RWE erhöhten sich um 1% Prozent. Von Mon­tanwerken sanken Gelsenkirchen um 1% Prozent, Vereinigte Stahl­werke und Harpener um 1 Prozent, doch trat hier später eine kleine Erholung ein. I. G. Farben und Kaliwerte waren nur mäßig verändert. Von Elektrowerten bröckelten Siemens um Prozent auf 122, ab, während sich AEG wenig veränderten. Kunstseidenwerte waren nicht einheitlich. Reichsbankanteile stiegen bis zu % Prozent über den Kurs des Vortages.

Am Geldmarkt war Tagesgeld weiter gesucht. Die Sätze wur­den mit 4,75 bezw. 4,62 Prozent und darüber genannt.

Am Privatdiskontmarkt änderte sich die Notiz nicht.

Am Devisenmarkt gab es nur ganz geringe Veränderungen, London gegen Kabel wurde mit 3,3225 genannt.

Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 13,98 14,02, Holl. Gulden 169,18 169,52, Belga (Belgien) 58,34 58,46, ital. Lira 21,55, 21,59, dän. Krone 72,43 72,57, norm. Krone 72,08 72,22, franz. Franken 16,42 16,46, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 80,96 81,12, span. Peseta 34,37 34,43, schwed Krone 76,32 76,48, österr. Schilling 51,95 52,05, nichtamt­lich Polen 47,10 47,30.

Berliner Produktenbörse.

An der Berliner Produktenbörse konnte sich am Donnerstag eine allgemeine Erholung durchsetzen. Das Angebot hat nachge­lassen. Die Preise konnten am Promptmarkt für Roggen und Wei­zen um 1 RM anziehen. Am Markt der Zeitgeschäfte bewegte sich der Gewinn in gleichen Grenzen. Hafer lebhafter, Gerste ruhig. Für Roggenmehl zeigte sich etwas mehr Nachfrage, Weizenmehl ruhiger.

Notierungen vom 29. Dezember 1932. I

Für 1000 Kg.:

Viktoriaerbsen Kl. Speiseerbsen

21,00-^26,00

20,0022,00

Weizen, märk.

187189

Futterweizen

Futtererbsen

13,0015,00

Roggen, märk.

154156

Peluschken

13,5014,50

Braugerste

165175

Ackerbohnen

13,5015,50

Futtergerste

158164

Wicken

14,0016,00

Hafer, märk.

Lupinen, blaue

8,0010,00

neue Ernte

114119

Lupinen, gelbe

11,7513,00

Für 100

Kg.:

Serradella

18,0024,00

Weizenmehl

23,2526,25

Leinkuchen

10,00

Erdnußkuchen

10,30

Trockenschnitzel

8,90

Achtung, Sie hören:

am Sonnabend, 31. Dezember

Welle 1634,9 Königswusterhausen (Deutschlandsender).

6.35, 12, 14: Konzert. 15: Kinderstunde. 15.40: Munke-Punke: Silvesterplauderei. 16.25: Silvester-Gottes­dienst. 17.40: Rückblick und Ausblick. 19.30: Hier sind alle deutschen Senderl 23.45: Uebergang ins neue Jahr. 00.15: Tanzmusik.

Welle 389,6 Leipzig.

6.35: Frühkonzert. 10.10: Ferienstunde für die Kinder. 12: Hausmusik auf Schallplatten. 13.15: AusDie Mei­stersinger von Nürnberg", von Richard Wagner (Schall­platten). 14: Was wir bringen. 14.20: Funkberatung= 14.40: Funknachrichten. 14.50: Kinderstunde mit Dr. Ilse^ Obrig. 15.15: Funkschach. 16: Praktische Rechtskunde. 16.30: Musikberatung des Mitteldeutschen Rundfunks. 17: Das Spiel vom deutschen Bettelmann" .Dichtung von Ernst Wiechert. 18: Unterhaltungskonzert. 19.30: Hier sind alle deutschen Sender! 24: Ansprache und Glockengeläut. 00.10: Orgelkonzert. Aus der Thomaskirche zu Leipzig. 00.30: Ins neue Jahr!

Welle 360,6 Mühlacker.

7.20, 10.10, 10.40, 12.20,* 13.30 und 15: Konzert. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Silvester-Rummel. 17.30: Konzert. 18.35: Jahresschlußfeier. 19.30: Hier sind alle deutschen Sender! 23.45:Jahresschluß", Eine ernste Silvesterfeier. 00.15: Bon New Port: Neujahrs­gruß der Ausländsdeutschen. 00.30: Tanzmusik.

Das Kilillirsnersohreii über das Vermögen des Maurermeisters und Bau­unternehmers Adam Hilbe- brand in Rohrbach ist nach. Abhaltung der Schlußter­mins aufgehoben.

Hersfeld, 23. 12. 1932.

Amtsgericht. (N. 11/31)

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Wippershain. 19 Uhr: Pfr. Drüner.

Eitra. 20,30 Uhr, Pfarrer Drüner.

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