Kammer bewilligt österreich-Anleihe
Paul-Voncour stellte die Vertrauensfrage.
Paris, 30. Dezember. Die österreichisch« Anleihe in Höhe von 100 Millionen Schilling, für welche die Regierung die Vertrauensfrage eingesetzt hat, wurde von der Kammer mit 352 gegen gegen 188 Stimmen angenommen. Die Kammer vertagte sich darauf auf heute nachmittag.
Herriot trat bei der Diskussion über den Gesetzentwurf wegen der Garantie für die österreichische Anleihe mit Nachdruck für den Gesetzentwurf ein. Wenn die österreichische Anleihe nicht zustande käme, so sagte Herriot, habe Frankreich bis 1943 für 750 Millionen Francs Zinsen einzustehen. Auch müsse man sich die politischen Rückwirkungen vor Augen halten, wenn man die österreichische Regierung des vierten Teiles ihrer Einnahmen beraube.
Die Not Oesterreichs dürfe nicht dazu dienen, den Traum der Alldeutschen zu verwirklichen. Es handele sich um die politische, wirtschaftliche und moralisch« Unabhängigkeit Oesterreichs.
Die Kammer würde eine große Verantwortung auf sich nehmen, wenn sie durch Ablehnung des Anleiheantrages nicht nur Oesterreich, sondern dem ganzen Völkerbund einen Mißerfolg bereiten würde. Frankreich dürfe sich nicht verschließen, wenn es gelte, die Wiederannäherung und den Frieden zu fördern.
Die sozialistische Kammerfraktion hat nach einstündi-- ger, ziemlich erregter Aussprache mit 40 gegen neun Stimmen beschlossen, für den Gesetzentwurf zugunsten der österreichischen Anleihe zu stimmen.
Ministerpräsident Paul-Boncour betonte in seiner Rede, daß es sich bei der Anleihe um eine außenpolitische Operation handele, deren Risiko geringer sei als das der früheren Operationen. Um die Gewißheit zu haben, daß Oesterreich nicht wieder unter die Hegemonie eines Nachbarstaates falle, sondern seine Unabhängigkeit bewahre, müsse man dafür sorgen, daß die Unabhängigkeit Oesterreichs nicht bedroht werde.
Nachdem ein Abgeordneter auf den Widerspruch zwischen der Verweigerung der Zahlung an Amerika und einer Bewilligung der Anleihe für Oesterreich hingewiesen hatte, stellte der Abgeordnete Louis Marin einen die französische Garantie begrenzenden Gegenantrag, gegen den der Ministerpräsident die Vertrauensfrage stellte. Der Gegenantrag Marins wurde von der Kammer mit 387 gegen 189 Stimmen abgelehnt.
Zollerhöhungen in Belgien
Finanzsanierungsgesetz / Progressive Einkommensteuer.
Brüssel, 30. Dezember. Im Rahmen der neuen Verbrauchssteuern, die mit insgesamt 550 Millionen Francs zum Ausgleich des Budgets von 1933 beitragen sollen, werden auch die Einfuhrzölle erhöht werden. Der gestrige Ministerrat hat die neuen Sätze festgelegt. Ihre Veröffentlichung wird aber, um Sperulacionen zu verhüten, bis zur Verkündung der Verordnung verschoben.
Betroffen wird insbesondere die Einfuhr von Alkohol, Bier, Kaffee, Zucker, Tabakwaren, Benzin und Streichhölzern.
Der Belgische Senat hat mit 94 gegen eine Stimme daö-"v!7n^der 5Mnmer^labfchtct7eNrmKrfetz-zur Saickernng - der belgischen Finanzen angenommen, das die Regierung auch zur Einführung einer progressiven Einkommensteuer für das Jahr 1933 ermächtigt. Wie bei der Kammerabstimmung am Mittwoch verließen auch gestern im Senat die Sozialisten vor der Abstimmung den Sitzungssaal.
Gigantische Ausgaben Roman Davis über die Welkwirtschafkskonferenz.
Paris, 30. Dezember.
Der Washingtoner Berichterstatter des „Petit Pari s i e n" gibt eine Unterredung mit Norman Davis wieder. Davis habe erklärt, daß die Vereinigten Staaten der Weltwirtschaftskonferenz größte Bedeutung beimessen. Die amerikanischen Sachverständigen Day und Williams, die sich zur Vorbereituna der Konferenz nach Genf begehen
hatten, hätten strenge Anweisung erhalten, die von jeder Kabinettsänderung unabhängigen wirtschaftlichen Interessen der Vereinigten Staaten darzulegen. Hoover und Roosevelt stimmten darin überein, daß '
die Rohstoffrage im Vordergrund
der Verhandlungen stehen müßte. Die Rohstoffpreise und ebenso die Rohstofflager hätten einen unmittelbaren Einfluß auf die Entwicklung der Krise. Die Vereinigten Staaten würden also in erster Linie die Frage aufwerfen, wie man die Rohstoff- und namentlich die Getreidelager verringern und die Preise stabilisieren könne. Natürlich werde man im Rahmen des Möglichen
die internationalen Handelshemmnisse beseitigen müssen. Die amerikanische Regierung sei bereit, über die Zollpolitik zu diskutieren. Auch sei sie direkt an der Stabilisierung der Währungen, namentlich der Pfundkurse, interessiert. Ferner würden die Vereinigten Staaten auf der Weltwirtschaftskonferenz gern das Silberproblem behandelt wissen. Gewiß stehe die Frage der Stabilisierung des Sterlingkurses in engem Zusammenhang mit der
Kriegsschuldenfrage.
Roosevelt sehe diese Verbindung sehr wohl, aber die Welt- wirtschaftskonferenz scheine ihm nicht zur Erörterung dieses Problems geeignet. Die Kriegsschulden müßten seiner Ansicht nach Gegenstand gesonderter Verhandlungen bilden, selbst wenn sie im Zusammenhang mit der
Währungssrage
auf der Weltwirtschaftskonferenz zur Sprache kommen sollten. Zum Schluß betonte Norman Davis, Frankreich müsse alles Interesse daran haben, seine Schuldenverpflichtungen gegenüber den Vereinigten Staaten nicht in Abrede zu stel- । len. Was das
Abrüstungsproblem
anlange, so hoffe er, daß man bald zu einem Ergebnis gelange. Zunächst gedenke er, ein französisch-italienisches Flottenabkommen zustande zu bringen. Er hoffe, daß sich die neue französische Regierung bald mit der italienischen zwecks Ergänzung des Londoner Fiotisnab- kommens in Verbindung fetzen werde.
Frankreich mirs Wottiert
Eine starke antifranzösische Körnung in Amerika.
Paris, 30. Dezember.
Der „Paris-Midi" veröffentlicht ein Kabeltelegramm seines Washingtoner Berichterstatters, in dem es heißt, daß die Boykottbewegung gegen ausländische Erzeugnisse in den Vereinigten Staaten gewaltige Fortschritte mache und sich in der Hauptsache gegen Mnws'sche Erzeugnisse richte.
In allen großen Städten hätten die Warenhäuser die größte Mühe, die Luxuswaren französischer Herkunft abzu- setzen, und seien gezwungen, in Rundschreiben mitzuteilen, daß diese Waren bereits im Herbst, also vor der Aufrollung der Schuldenfrage, eingekauft seien. Aber dennoch verhalte sich das Publikum ablehnend, obwohl die Preise der ausländischen Waren zum Teil unter denen der heimischen lägen. Die amerikanischen Frauen zögen es vor, die teueren amerikanischen Erzeugnisse zu kaufen.
Die größte amerikanische Parfümfabrik, die bisher nur kleine Kaufhäuser und Geschäfte beliefert ha begönne die jetzt aus allen Teilen des Landes ein[trömenden Aufträge kaum mehr bewältigen. Die Regierung stehe dieser Bewegung fern, von verschiedenen Kongreßmitgliedern indessen werde sie durch Presseinterviews usw. gefördert.
Massenverhaftungen von Ukrainern in Polen.
Aus Ostgalizien werden Massenverhaftungen von i Ukrainern gemeldet. An einem Tage sind in Lemberg. j Winniki, Tarnopol, Stanislau. Brzezany und im ostgalizi- i scheu Petroleumgebiet zahlreiche Angehörige der ukrainischen j gebildeten Kreise, darunter auch sehr viele Studenten, fest- ! genommen worden. In Winniki wurden u. a. ein Prälat ‘ und in Stanislau die Gründerin des Ukrainischen Bundes ! verhaftet. Die polnischen Regierungszeitungen versuchen ; die Repressivmaßnahmen als unbedeutende Polizeiaktion : hinzustellen.
Asm« der BnttereiehtSr?
Eine Forderung des Reichslandbundes.
Berlin, 30. Dezember.
Die Pressestelle des Reichslandbundes gibt ein Telegramm bekannt, das der geschöftsführende Präsident des Reichslandbundes, Graf von K a l ck r e u t h . in Anbetracht des Zusammenbruches der Butterpreise an den Reichskanzler gerichtet hat.
Die Butterpreise haben heute mit 95 RM gegenüber 135,5 RM im Dezember 1913 je Zentner Berliner Notierung einen neuen Rekordtiefstand erreicht.
Das Telegramm erkläre, im Lande herrsche allenthalben „höchste Empörung" über den „infolge Tatenlosigkeit der Reichsregierung" erfolgten völligen Zusammenbruch der Butterpreise. Der Reichslandbund fordere schnellstens energisches Eingreifen und
bis zur Herstellung geordneter Marktverhältniffe völlige Buttereinfuhrsperre.
Der Reichslandbund halte sich für verpflichtet, allen Ernstes auf die ständige wachsende bedrohliche Erregung in der gesamten deutschen Landwirtschaft hinzuweisem
BrmWe FeWeklnngen
Ein Pole Leiter einer deutschen Siedlungsgesellschaft.
Berlin, 30. Dezember.
Gelegentlich eines Prozesses vor dem Berliner Arbeitsgericht war zur Sprache gekommen, daß an der Spitze einer in der Nähe der polnischen Grenze tätigen Siedlungstreuhandgesellschaft der polnische Staatsangehörige Dyk als Geschäftsführer stehe, ein Zustand, der unhaltbar sei. Von amtlicher preußischer Seite wird zu der Angelegenheit nunmehr eine längere Erklärung veröffentlicht, in der zugegeben wird, daß Dyk die polnische Staatsangehörigkeit tatsächlich besitzt.
Der aus Galiziev stammende Diplomlandwirt Salomon Dyk halte sich seit 1907 mit Unterbrechungen in Deutschland auf. In den Jahren 1915 bis 1919 sei er mit Erfolg als Mooradministrator im Betriebe der preußischen Staats- domünenverwaltung angestellt gewesen und im Juli 1918 mit dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet worden. Dyk habe damals die österreichische Staatsangehörigkeit besesten, sei aber auf Grund des Friedensvertrages von St. Germain automatisch polnischer Staatsangehöriger geworden, da er nicht für Oesterreich optiert habe. Dyk habe auch nicht seine Einbürgerung im Deutschen Reiche betrieben. Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst sei Dyk in^die von Professor Oppenheimer neugegründete Sied- lungs-Treuhand G. m. b. H. in Berlin als Geschäftsführer übernommen worden, an der sich im Jahre 1930/31 der preußische Staat mit 50 Prozent des Gesamtkapitals, 500 000 RM, beteiligt habe. Damals fei Dyk schon zehn Jahre Geschäftsführer gewesen. Die Tatsache, daß er Pole ist, sei der Regierung erst im August dieses Jahres bekannt- geworden, ebenso die Tatsache, daß auch Dyks Bruder, der Vorsitzende des polnischen Clubs in Berlin, in der Gesellschaft als Angestellter arbeite.
Die Regierung habe die sofortige Einberufung einer Aufsichtsratssitzung verlangt, doch sei ihr Antrag, den Ge- schäfksführer Dyk zu entlassen, abgelehnt worden. Die Entfernung von Dyks Bruder sei aber sofort veranlaßt worden. 3m Grenzgebiet habe die Gesellschaft bisher keinerlei Sied- lungstätigkeit entfaltet, auch sei kein Pole angesiedelt worden. Der KMumMs ves Reiches für das preußische Lano- ~ Wirtschaftsministerium fordere weiterhin die Entfernung des Geschäftsführers, und es werde geprüft, auf welchem Wege der Fall erledigt werden könne.
Kleiner WelLfpregel
Der Finanzausschuß des französischen Senats hat beschlossen, anstatt der vsn der Regierung geforderten Hscaussetzung der Höchstgrenze der aus,zugebenden Schatzbonds auf fünf Milliarden Franken nur drei Milliarden zu bewilligen.
MacDonald. der die Weihnachtstage in Lvssiemouth zubrachte und Ende dieser Woche nach London 'zurückkehren wollte, hat beschlossen, erst am 17. Januar zurückzukehren.
Die spanischen Cortes hoben den Staatshaushalt mit 236 gegen 20 Stimmen angenommen
Zwei Schwestern werden glücklich
Roman von Helma von Hellermann
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale)
[54
Kaum hatte sie ihrem früheren Chef die Hand gereicht, als die Türen zum großen Salon lautlos zurückglitten und der Altar sichtbar wurde, der vor der grünverkleideten Seitenwand errichtet worden war. Der ganze Raum glich einem Blumengarten.
Leise ertönte das Harmonium, von dem blinden Organisten der Kreuzkirche meisterhaft gespielt, während die Gäste den feierlich stimmungsvollen Raum betraten und sich auf die angewiesenen Plätze niederließen. Der Prediger im Talar trat herein — ein Augenblick stillen Gebetes der sich Erhebenden, dann jubelten die Klänge des Hochzeitsmarsches durch den Raum.
Der Blick aller flog zur offenen Flügeltür: Ueber die Schwelle schritt, hochaufgerichtet, Alexander Plessing im Frack, die goldene Kette mit vielen Orden über der linken Brust.
Ihm zur Seite schritt ein blumenzartes, schlankes Mädchen, ganz in Weiß und duftiges Schleiergewoge gehüllt, den Myrtenkranz auf dem rostbraunen Haar, das in weichem Lockengeringel um Stirn und Schläfen fiel. Aus dem jungen Gesicht strahlten große braune Augen in schier überirdischem Glanz.
Die Frau des Mecklenburgers griff plötzlich nach dem Arm ihres neben ihr sitzenden Mannes:
„Mein Gott, diese Aehnlichkett mit unserer armen Marion — siehst du s, Fritz? Ob er sie deswegen ... ?"
Der räusperte sich leise, zur Ruhe mahnend. Aber unrecht hatte Ursel nicht, nur war dieses Bräutchen noch holdseliger in ihrer scheuen Mädchenhastigkeit.
„Das ist ja eine Märchenfee", flüsterte Gräfin Grevens- berg ihrem Nachbar zu. „Kein Wunder, daß der gute Sajcha sich in sie verliebte..."
Wohlwollend glitt ihr beobachtender Blick über die bräutliche Erscheinung. Sie sah gern schöne Menschen um sich. Diese süße kleine Frau würde sie sich bald einmal nach Berlin holen.
Barbaras Augen folgten dem Paar, das langsam zu den beiden Stühlen vor dem Hausaltar schritt. Nun sprach der Prediger. Sie verstand nichts. Ein Dröhnen war in ihren Ohren wie Meeresrauschen.
Die Feier nahm ihren Fortgang. Eine herrliche Frauenstimme erklang, im Grün verborgen, wohl ein Mitglied der Oper. Wie stark die Rosen dufteten! Die Sonne brach durch das graue Gewölk, strömte Hell zu den hohen Fenstern herein, wob einen Lichtkranz um das bräutlich geschmückte Haupt der Schwester. Nun stellte der Prediger die entscheidende Frage: ein klangvolles „Ja!" — Gittas Stimme, leise, kaum vernehmbar. Die Ringe wurden aus- getauscht. Wieder glitten die Orgelkläng^, die das letzte Gebet in zartestem Pianissimo begleiteten, in aufjauchzende Melodie. Alles erhob sich, drängte zu dem neuvermählten Paar hin. Brigitte lag plötzlich in Barbaras Armen, halb lachend, halb schluchzend Plessings hohe Gestalt — keiner kam ihm gleich!
Doktor Unruhs Augen sahen sie an hinter funkelnden Brillengläsern mit einem festen, guten Blick. Da erst wich die Benommenheit, die Barbaras Sinne in nebelhafter- Dämmern gebannt Hier stand ein Freund I Sie nickte ihm stumm zu, legte ihre Hand auf seinen Arm und freute sich seiner Gegenwart, die irgendwie Schutz und Hilfe schien.
Paarweise begab man sich ins Eßzimmer, wo ein erlesenes Mahl der Gäste harrte Rosen in allen Farben schmückten die Tafel. Siebenarmige Leuchter breiteten ihre goldenen Flammen über das schimmernde Silbergerät, weckten gleißendes Gefuukel in den feingeschliffenen Glaskelchen, die die Diener mit schäumendem Sekt füllten, uno in den Juwelen der Damen, die bei jeder Bewegung ihrer Trägerinnen wie lebendige Augen aufleuchteten.
Still, schlank und hochaufgerichtet saß Brigitte an der Seite ihres Gemahls, der ihr alle diese Pracht mit seinem
Namen schenkte. Ein verträumtes Lächeln vertiefte die Winkel des weichen roten Mundes.
Reden wurden gehalten, ernst und witzig. Ein leises Lachen klang durch den hohen, holzgetäfelten Raum, der schon manch fröhliches Fest gesehen — aber keines mit einer schöneren Herrin! Die Augen des Mannes neben ihr suchten sie, flammten auf. Er mußte die Lider senken, um seine leuchtenden Augen zu verbergen.
Dann erhob er sich, stand groß und aufrecht da, das scharfgeschnittene energische Gesicht, das wie aus Bronze gemeißelt schien, vom Kerzenlicht hell beschienen. Er dankt« in kurzen, verbindlichen Worten für all die guten Wünsche, die ihm und seiner Frau zuteil geworden. Ein leises Zittern durchrieselte Brigitte, als sie mit ihm anstieß. Helles Gläserklingen um die ganze Tafel! Barbara hob den Kelch gegen den ihren: „Mein geliebtes Gittalein.. .* Sie niesten sich zu mit einem frohen Lächeln, das jäh von aufsteigenden Tränen verschleiert wurde.
Uebörraschend schön sah Bärbel aus in Der hellen, fließenden Seide. Liebes, gutes Bärbel, mein Glück soll auch das deine sein...
* * *
„Tag, Fräulein Pol)!!--Tag, Fräulein Fliegen- pilz! Wohin die Fahrt!"
„Heiß" uich Fräulein Fliegenpilz, beiß' Nelly", klärte aas kleine Ding in weißem Mäntelchen und roter Kapuze Doktor Unruh würdig aus. „Und du bist der liebe, gute Herr Doktor, sagt Taute Bärbel — — doch, das hast du gesagt! Aber die Zunge zeig' ich dir doch nich!"
„Die Zunge?" Doktor Unruh verstand nicht gl^ch. Dann schmunzelte er. „Ach so — nein, das ist auch gar uichl nötig, bist ja gesund!"
„Ja", sagte Nelly. Ihre dunklen Augen hingen nach- denkend an dem Herrn im Sportauzug und kurzem Pelz. „Warum bist denn du lieb und gut?"
„Weil ich gar nicht anders sein kann", lachte bei; Dostor.
Und freute sich diebisch über die Verlegenheitsröte in Barbaras Wangem (Fortsetzung folgt.)
/