Eltern gebt acht!
Eis Kinder eingebrochen und ertrunken
Frankenthal (Pfalz), 14. Dezember. Ein furchtbare! Unglück ereignete sich auf dem Slltrhein bei Roxheim, aus dem die Kälte der letzten Tage bereits Eis gebildet hatte Eine Anzahl Kinder wollte sich auf der Eisdecke tummeln die aber plötzlich auseinanderbarft, so das; sechs Kinder ein brachen und untergingen. Fünf Kinder, vier Mädchen unt ein Zunge im Alter von adjf bis 15 Jahren, gehören bet Familie Wein; aus Roxheim. Das 15jährige Mädchen halft sich ans Ufer retten können und versuchte nun, seinen Geschwistern hilf? zu bringen. Dabei wurde es aber von einem der Geschwister, das sich festgeklammert hatte, wieder in den Alkrhein gezogen und mußte ebenso wie seine Geschwister ertrinken. Das sechste ertrunkene Kind, ein Junge im Alter von etwa acht Jahren, gehört der Familie Gräber.
Selheim an der Mosel, 14. Dezember. Fünf Kinder, die sich auf einem zugefrorenen Tümpel an der Mosel tummelten, sind ertrunken. Einer Anzahl von Erwachsenen war es gelungen, fünf andere Kinder, die ebenfalls durch die Eisdecke eingebrochen waren, zu retten.
FeuergefeA mit Einbrechern
Berlin, 14. Dezember. Mehrere Geldschrankknacker versuchten in der Nacht im Gebäude der Sladkkasse in Teupitz einen Geldschrank auszuknacken. Als sie von zwei Beamten der Gemeindepolizei überrascht wurden, eröffneten sie sofort ein Schnellfeuer auf die Beamten, die das Feuer erwiderten. Einer der Beamten erhielt einen Schultcrschusz. Die Einbrecher entkamen unter Zurücklaffung ihres Werkzeuges in einem Auto in Richtung Berlin.
Der Mörder von Romeyren verhaftet
Tilsit, 14. Dezember. Als Mörder des greifen Ehepaares Küch und seiner Tochter in Romeyken bei Eydtkuhnen wurde der 33 Jahre alte Melker Karl Wistat ermittelt. Der Verbrecher, ein geborener Russe, wurde in dem jetzt zu Litauen gehörenden Tauroggen verhaftet. Ein des Mordes gleichfalls verdächtiges Ehepaar Kummetat hat inzwischen eingc- standen, die Bluttat gemeinsam mit Wistat vorbereitet "zu haben, bestreiiet aber, selbst beteiligt gewesen zu sein. Die Auslieferungsverhandlungen mit Litauen sind eingeleitel.
Allerlei Neuigkeit-«
Professor Hetz von Mchdorff f. Bei einer Veranstaltung des Vereins der Thüringer n Berlin ist der ehemalig vreußisHe Landesgeologe Prof. Dr. Hans E. Hetz von Wich dorff plötzlich einem Herzfchlaa erlegen. Der Verstorbene ist in Fachkreisen durch eine Reihe geologischer Abhandlungen und Entdeckungen bekannt. Besondere Verdienste erwach er sich auf dem Gebiete des deutschen Bergbaues und b« Höhlenforschung. So entdeckte er im Jahre 1910 die bekannten Feengrotten bei Saalfeld. Der Gelehrte, der ein Alter von 55 Jahren erreichte, war ein hervorragender Kenner der Mittel- und niederdeutschen Geologie der Eiszeit.
Greises Ehepaar begeht Selbstmord. Ein 74jähvtaer Rentner und seine 72 Jahre alte Frau haben sich in Berlin mit Gas vergiftet. Sie lebten in schwerer wirtschaftlicher Not, und die Frau war seit langem krank.
Selbstmord eines SA-Mannes. Die amtlichen Ermittlungen über den Tod des SA.-Mannes Groll in Rehna haben einwandfrei ergeben, daß es sich bei dem tot aufge- fundenen SA.-Truppenführer Groll um einen Selbstmord handelt. Ein Verbrechen liegt auch nach den von der Gauleitung der NSDAP. angestellten Nachforschungen nicht vor.
Schornsteinfegers Tod. Beim Reinigen des Schornsteins in der Volksbadeanstalt Ritterstraße in Braunschweig ist der Schornsteinfeger Alfred Kaiser in seinem Berufe zu Tode gekommen. Er war durch einen Gang in den Schornstein eingestiegen, in dem die Kessel angeheizt waren und Rauch emporstieg. Da der Mann länger ausblieb, wurde nachgeforscht. Man entdeckte ihn auf dem Grunde des Schornsteins liegend. Er war offenbar, durch die Kohlen- zase betäubt, im Innern ab gestürzt. Die sofort Herbeigeru- sene Feuerwehr brächte den Verunglückten zutage, jedoch blieben Wiederbelebungsversuche erfolglos. Der Tod war bereits eingetreten.
Dammbruch bei einem Elektrizitätswerk. Am Stauwehr Des Elektrizitätswerkes in Fröndenberg (Westfalen) ist ein Damm in einer Ausdehnung von 15 Metern gebrochen. Die Waffermaffen ergossen sich direkt in die Ruhr, so daß wei- erer Schaden nicht eintrat. Das Werk kann zwar weiter- irbeiten, aber mit verringerter Kapazität. Die Verwaltung )offt, den Schaden in drei Wochen beseitigen zu können. Rad) Ansicht der Verwaltung scheint ein Sabotageakt vor- piliegen.
Turnen und Sport
Zur Zweierbob-Weltmeisterschaft, die am 11. und 12. Februar ; in Schreiberhau zum Austrag kommt, haben bisher zehn von den j 16 dem Internationalen Bob-Verband angeschlossenen Nationen gemeldet.
Das Silberschild-Endspiel zwischen den Hockeymannschaften Norddeutschlands und Brandenburgs wird am 12. März 1933 in Hamburg durchgeführt.
Kölns Schwimmer konnten auch am zweiten Tage des Brüsseler internationalen Festes siegreich bleiben, allerdings belegte nur der Krauler Haas über 100 Meter in 1:02 vor dem Belgier Cop- pieters (1 :02,1) einen ersten Platz. In zwei Staffeln reicht« e» für die Kölner nur zu zweiten Plätzen. — Deutschland wird im Juni oder Juli 1933 einen Länderkampf gegen die Tschechoslowakei in Prag austragen, der sich aus der Kraulstaffel und einem Waf- serballspiel zusammensetzt.
Fritz Duboi», einer der Pioniere des deutschen Faustkampfe», ist In Brasiliens Hauptstadt Sao Paulo tödlich verunglückt. Der Essener gewann u. a. 1920 gegen Adolf Wiegert die deutsch« Mittelgewichtsmeisterschaft.
Hans Müller-Köln konnte in den Bereinigten Staaten einen neuen Sieg feiern und den Amerikaner George Cherabini in her fünften Runde k. o. schlagen.
EiiendahnuAgiüü im Tunnel
Bern, 14 Dezember. 3m Gütsch-Tunnel bei Luzern 'tiefe der Personenzug Luzern—Bellinzona mit dem Ettzug Zürich—Luzern zusammen. Der Zusammenprall war aufeer- ordentlich heftig. Mehrere Personen wurden verletzt. Wahr- icheinlich sind auch Tote zu beklagen. Die beiden Gleise sind vorläufig gesperrt. Der Materialschaden ist beträchtlich. Die Ursache des Unglücks liegt darin, daß der Eilzug das Haltesignal Überfuhr, die für die Fahrt des Personenzuges gestellte Weiche aufschlitzte und in den Personenzug hinein- raste.
Zehn Todesosser des Ersenbatznunglüüs
Bern, 14. Dezember Ais Opfer des Zugzusammenstoßes im Gütsch-Tunnel bei Luzern sind inzwischen sechs Tote geborgen worden. Vier Personen werden vermißt. Verletzte wurden 15 geborgen.
Bomben in Lodz
Warschau, 14. Dezember.
Vor dem Woywodschaftsgebäude in Lodz explodierte Dienstag vormittag eine Bombe, die eine Frau buchstäblich in Stücke riß. Eine zweite Bombe, die vor dem Rathaus gefunden wurde, konnte noch rechtzeitig unschädlich gemacht werden. Kommunisten sollen die Bomben gelegt haben.
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Einsturz eines spanischen Bischofspalastes. Aus Tuy wird gemeldet, daß dort ein alter Bischofspalast eingestürzt ei. Ein benachbartes Haus soll mit eingestürzt und die dort Lohnende Familie umgekommen sein
Bertrams Flugzeug beschädigt. Als der deutsche Flieger Bertram in Surabaja (Java) zum Weiterfluge zu starten versuchte, gelang es ihm nicht, das schwerbeladene Flugzeug zochzubringen. Das Flugzeug rannte in einen Graben am Tnde des Flugfeldes. Das Untergestell und der Propeller zerbrachen. Bertram und sein Mechaniker Allen blieben inoerio^t
Deutsche Weltumsegler in Nordbrasitten. Aus San Luiz de Maranhao kommt die Nachricht, daß der deutsche Segel- kutter „Hummel" mit den Sportsleuten Wilhelm Lots, Heinrich Heilmann und Ernst Eberhard an Bord, nach einet Ueberquerung des Südatlantik dort eingelaufen ist. Der Kutter, der nur eine Länge von 9% Metern hat, ist auf einer Weltumseglung begriffen und kommt von Free-Town in Britisch-Liberia. Als brasilianischer Anlaufshafen mai eigentlich Recife das Reiseziel, doch wurden die Segler durch schwere Stürme auf ihrer wochenlangen Fahrt von der Westküste Afrikas nach Südamerika in nördlicher Richtung abgetrieben und mußten daher in San Luiz landen.
Chicago---. In der Nacht zum Dienstag wurden in Chicago insgesamt acht Personen erschossen. Man glaubt, daß dieses Vorgehen der Banditen als Rache für den von Bürgermeister Cermak der Polizei gegebenen Befehl anzusehen ist, die Stadt von unerwünschten Elementen zu säubern.
Eigene Werkstätten!
Volkswirtschaft
Berliner Effektenbörse.
An der Berliner Effektenbörse war das Geschäft am Dienstag wesentlich ruhiger. Das herauskommende Material fand ziemlich glatte Aufnahme Die anfänglichen Kursrückgänge hielten sich in engen Grenzen, da die Festigkeit deutscher Dollarbonds in den Vereinigten Staaten und die Hausse in Dawes- und Vounganleihe der Börse eine Stütze boten. In der zweiten Börsenstunde setzten größere Käufe in Hoesch-Köln-Neuesfen ein Der Hoesch-Kurs erhöhte sich um 2 auf 52%. Gelsenkirchen und Vereinigte Stahlwerke überschritten den Vortagsschlußkurs. während Phönix und Mannesmann etwas schwächer lagen. I. G Farben gaben um 1 % Prozent nach Von Elektrowerten verloren Chade 4 Mark. Reichsbank und Schifsahrtswerte blieben gut behauptet.
Der Geldmarkt war unverändert, Tagesgeld 4,37 bzw. 4,25 Prozent und darüber. Monatsgeld 5—7 Prozent
Am Devisenmarkt war das englische Pfund nicht ganz behauptet, London gegen Kabel wurde mit 3,2562 gehandelt. Etwas fester war Paris, gegen Kabel 25.615, der Schweizer Frank abgeschwächt, gegen Kabel 5,2006
Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 13,69 13,73, Holl. Gulden 169,23 169,57, Belga (Belgien) 58,27 ; 58,39, ital. Lira 21,55 21,59, dän. Krone 70.93 71,07. norm. Krone 70,53 70,67, franz Franken 16,43 16,47, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 80,92 81,08, fpan. Peseta 34,37, 34,43, schwed. Krone 74,88 75,02. österr. Schilling 51,95 52,05, nichtamtlich Polen 47,15 47,35.
Berliner Produktenbörse.
An der Berliner Produktenbörse vom Dienstag war das Weizen- und Roggenangebot sehr stark. Die Stützunasstellen mußten erneut scharf eingreisen, da die Ausnahmefähigkeit Der Mühlen und des Handels diesem plötzlichen Ansturm nicht gewachsen war. Am Markt der Zeitgeschäfte verloren die Frühjahrsstchten für Weizen und Roggen 1 % Mark Die übrigen Sichten beider Brotgetreide schwächten sich in gleichem Umfange ab Am Promptmarkt ging der Weizenkurs um 2 Mark zurück, der Roggenkurs um 1 Mark. Das Mehlgeschäft war weiter leblos. Hafer verlor 1—2 M. Gerste fand wenig Interesse.
21,00-26,00 20,00-22,00 14,00—16,00 13,00-15,00 13,50—15,50 14,00-16,00 9,00—11,00 12,00—13,50 18,00—^-24,00 10,00-10,10 8,80
Weizen, märt. Roggen, märk. B.augerste Futtergerste Hafer- märk., ieue Ernte
Kotierungen vom 43. Dezember 1932:
Für 1000 Kg.: — ’
188—190 ' 152—154 168—178 159—166
Für Weizenmehl Erdnußkuchen
100
118—123
23,90—26,60
10,60
Erdnußkuchenmehl 10,80
1 Roggenmehl
19,50—21,70
Liktorwerbsen Kl Speiseerbsen Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken
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