Allerlei Neuigkeiten
Kultusminister a. D. Dr. Becker verunglückt. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Lastauto wurde in Berlin der frühere preußische Kultusminister Dr. Becker im Gesicht leicht verletzt. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde er in feine Wohnung gebracht.
Autodiebe überfallen einen Arzt. Auf den Berliner praktischen Arzt Dr. Leo Hirsch wurde ein verwegener Raubüberfall verübt. Spät abends wurde der Arzt von Verbrechern durch Telephonanruf zu einer angeblich verunglückten Frau in eine Laubenkolonie in Lichtenberg gelockt, dort auf einsamem Gelände überfallen und schwer verletzt. Die Banditen, die es auf den Raub seines Autos abgesehen hatten, wurden im letzten Augenblick durch Laubenkolonisten verscheucht und entkamen zunächst in der Dunkelheit. Die Kriminalpolizei konnte inzwischen zwei der mutmaßlichen Täter festnehmen. Der Ueberfallene wird mehrere Wochen das Bett hüten müssen.
Selbstmord wegen tausend Mark. Der 31 Jahre alte Reichsbankbeamte Lothar Knapke hat sich in Berlin erschossen. Der bedauernswerte Mann hatte Ende September, als er auf kurze Zeit den Kassierer vertreten mußte, einem Boten 1000 Mark zuviel herausgegeben. Alle amtlichen und privaten Ermittlungen verliefen ergebnislos. Obwohl dem Betroffenen das verlorene Geld nur in ganz kleinen Monatsraten vom Gehalt abgezogen wurde, nahm er sich den Vorgang so zu Herzen. daß er ihn nicht überleben wollte.
Der Nachfolger des Commodore Johnson. Zum Nachfolger des verstorbenen Führers des Schnelldampfers „Europa" Commodore Johnson wurde Kapitän Oskar Scharf, der bisherige Führer des Lloyddampfers „Stuttgart", ernannt. Kapitän Scharf steht bereits seit 1907 im Dienste des Norddeutschen Lloyd und wird das Kommando der „Europa" am Mittwoch in Bremerhaven übernehmen.
Wächter von Einbrechern erschossen. In der Nacht fanden Polizeibeamte in dem Garten einer Villa in Altona einen Beamten des Ueberwachungs- und Sicherheitsdienstes schwerverletzt auf, der kurz darauf starb. Der Wächter hat offenbar Einbrecher überrascht, von denen er niedergeschossen wurde.
Raubüberfall. Auf den Kaufmann Julius Bierbaum aus Frankfurt a. M. wurde ein Raubüberfall verübt. Als er sich mit seiner Ehefrau im Vorgarten seiner Wohnung befand, traten ihm plötzlich zwei maskierte Männer mit vorgehaltenen Pistolen entgegen, entrissen ihm, ehe er sich zur Wehr setzen konnte, seine Aktentasche, die die Tageseinnahmen der von ihm verwalteten Kinos in Höhe von 800 Mark enthielt, und flüchteten.
Amtliche Bekanntmachungen.
Bekanntmachung.
Der Fußpfad, welcher über das Grundstück Karten- 9700 blatt Nr. 2, Parz. Nr. des Heinrich Hildebrand führt, soll eiugezogeu werden.
Einsprüche hiergegen sind gemäß § 57 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 binnen 4 Wochen, bei Vermeidung des Ausschlusses, bei der unterzeichneten Wegepolizeibehörde geltend zu machen.
Rohrbach, den 12. Dezember 1932.
Die Wegepolizeibehörde
Will, Bürgermeister.
5taatL Kreisjugendpslegeausschuh.
Morgen, Mittwoch, den 14. Dermbr. aoends 8 Uyr
in der Aula des Gymnasiums
Dortrag
„Luftfahrt tut not“ mit Lichtbildern.
Redner: Herr GewerbeoberlehrerDepenbrock
Freier Eintritt f.Erwachsene u Jugendliche.
Weihnachten in Vethel,
Große Freude brächte die Weihnachtsbotschaft der auf den Heiland wartenden Welt; denn in Jesus wurde die Liebe des Vaters offenbar. Mitten hinein ’ in alle Not der Erde soll auch in diesem Jahre durch das Kind von Bethlehem große Freude kommen. Auch in den Häusern von Bethel hebt jetzt von Tag zu Tag immer stärker das Weihnachtsklingen an. Elende Leuten sind die Sänger: kranke Kinder, Fallsüchtige, Gemütsund Nervenkranke. Aber sie alle rüsten sich auf die Feier des Festes, das von der großen Freude redet. Zu diesen etwa 3000 Kranken kommt noch das große Heer der Heimatlosen und Wanderer in unseren Zweiganstalten, so daß insgesamt ungefähr 7000 Hilfsbedürftige aller Art bei uns auf eine kleine Weihnachtsgabe warten. Darum fragen wir bittend: Wer hilft uns, den Kranken, Kleinen und Heimatlosen von Bethel ein wenig Weihnachtsfreude zu bringen? Alles nimmt unser „Weihnachtshaus" (Anschrift: Weihnachtshaus Bethet b. Bielefeld, Bahnstation Brackwede) dankbar an, besonders Lebens,nittel, Kleidungsstücke, Strickwolle, Schuhe, Spiele, Bücher usw. Je eher das uns Zugedachte gesandt wird, desto besser können wir verteilen Ebenso willkommen ist uns jedes Geldgeschenk. (Postscheckkonto 1904 Hannover).
Mit herzlichem Weihnachtsgruß an alte und neue Freunde von Bethel
f. v. Sodetschwingh, Pastor
Bethel b. Bielefeld, im Advent 1932.
Elbkahn mit 4000 Zentnern Zucker gesunken. Bei Ho° henwarthe fuhr auf der Elbe ein Motordampfer einem im Schlepptau des Dampfers „Deutschland II" befindlichen Lastkahn, der 4000 Zentner Zucker für Hamburg, geladen hatte, in die Flanke. Der Lastkah'n wurde so schwer beschädigt, daß er in kurzer Zeit sank. Die gesamte Ladung Zucke . ist vernichtet. Personen kamen nicht zu Schaden.
Explosionsutsache in Vremnitz noch unklar
Rathenow, 12. Dezember. In Premnitz wurde der Schauplatz der Explosionskatastrophe von einer Sachverständigenkommission einer Untersuchung unterzogen. Bisher gehen die Ansichten der Sachverständigen, auch im Hinblick auf die an den Leichen getroffenen Feststellungen, noch starl auseinander, so daß immer noch die Frage offenbleibt, ok hier ein Gas oder ein fester Körper explodiert ist, und. wenn der erste Fall zutreffen sollte, ob es sich um ein Raumgas oder um Gasgemische, die aus Röhren oder Behältern stammten, gehandelt hat. Die Opfer der Katastrophe sind sämtlich identifiziert.
Raubmord in Plauen
Blauen (Vogtland), 13. Dezember. Die 61 Jahre alle Ehefrau des Lebensmittelhändlers Maximilian Höfer wurde in ihrer Wohnung in der Ostvorstadt ermordet ausgefunden. Die Leiche wies mehrere Messerstiche am Halse auf. Die Täter haben etwa 10 RM aus der Ladenkasse geraubt. Im Schlafzimmer und Badezimmer durchwühlten sie sämtliche Behältnisse und fanden weitere 90 RM.
Gehöft Überfällen — Drei Todesonfer
Tilsit, 13. Dezember. In Vomeyken im Kreise Skallu- pönen wurde von unbekannten Tätern ein schwerer Ueber- fall auf das allein liegende Gehöft küch ausgeführt. Die 50 Jahre alte Tochter wurde im Stall beim Viehfüttern von den Banditen überrascht und durch mehrere Schüsse getötet. Die Burschen drangen dann in das Wohnhaus ein und töte- ten dort durch einen Kopfschuß den Greis küch, der sich gerade ankleiden wollte. Die Ehefrau Küch, die zu entkommen versuchte, wurde ebenfalls erschossen. Sämtliche Behältnisse in der Wohnung sind durchwühlt worden. Ein litauischer Arbeiter, der geflüchtet ist, steht unter dem Verdacht, an der furchtbaren Bluttat beteiligt zu fein.
Vier Kinder ertrunken
Memel, 13. Dezember. Auf dem Dorfteich in Loralisch- ken, Kreis Memel, brachen sechs Kinder durch die dünne Eis- decke. Vier Kinder ertranken, die übrigen beiden konnten mit Mühe gerettet werden.
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Korinthen
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Pfund *.58, *48
Pfund 1.70, 1.60, 1.20
geschält und geraspelt Pfund 1.70
Haselnußkerne
Pfund -.68
Kokosraspel
Pfund -.34
Zitronat
Pfund 1.-
Orangeat
Pfund -.88
Kokosfett
Pfund -.30
Margarine
Pfund -.30
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Liter -.46
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Berliner Effektenbörse.
Von der Berliner Effektenbörse wurde der Abschluß des Genfer Abkommens über die Gleichberechtigung Deutschlands allge- mein mit Befriedigung ausgenommen. Von Beginn des amtlichen Verkehrs an schritt die Berliner Effektenbörse am Montag zu Mei- nungskäufen auf allen Gebieten. Zunehmendes Interesse zeigte sich besonders für die Aktienwerte mit sicheren Renten. Die Kurse stiegen um durchschnittlich 2 Prozent. An der Spitze stehen Siemens, die bis auf 126% anzogen und damit einen Gewinn von mehr als 5 Prozent aufzuweisen hatten In Montanwerken war das Geschäft ziemlich lebhaft. Harpener erhöhten sich um 2% und Dt. Erdöl um 2 Prozent. Die übrigen Werte waren durchschnittlich um 1 Prozent gebessert. Bei I. G. Farben schwankte der Gewinn zwischen 1%—2 Prozent. Am Elektromarkt erhöhten sich Chade um 3% Mark, Schuckert um 2% Prozent und AEG um 1 Prozent. Reichsbankanteile zogen um % Prozent an. Kunstseidenwerte freundlich.
Am Geldmarkt machten sich die Nachwirkungen des Steuertermins etwas bemerkbar. Hinzu kommt, daß bereits Vorsorge für den Medio getroffen wird. Man nannte für Tagesgeld Sätze von 4,37 bzw. 4,25 Prozent und darüber. Am Privatdiskontmarkt kam einiges Angebot heraus. Monatsgeld unverändert 5—7 Prozent.
Am Devisenmarkt ist die weitere Befestigung des englischen Pfundes bemerkenswert, gegen Kabel wurde London mit 3,26 gehandelt. Sonst traten Veränderungen von Belang nicht ein.
Devisenkurse. Dollar' 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 13,74 13,78, Holl. Gulden 169,23 169,57, Belga (Belgien) 58,28 58,40, itai. Lira 21,55 21,59, dän. Krone 71,23 71,37, norm. Krone 70(78 70,92, franz. Franken 16,43 16,47, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 80,92 81,08, span. Peseta 34,39 34,45, schwed. Krone 74,88 75,02, österr. Schilling 51,95 52,05, nichtamtlich Polen 47,15 47,35. _____ _____ u.
Berliner Produktenbörse.
Die Haltung an der Berliner Produktenbörse vom Montag war ruhig. Für den laufenden Monat machte sich Deckungsbedürf- ms bemerkbar, so daß am Markt der Zeitgeschäfte die Anfangs- .urse für Weizen und Roggen um 1 Mark höher lagen. Später gingen die anfänglichen Gewinne jedoch wieder verloren. Die Fruhjahrsaussichten lagen für beide Brotgetreidearten um %—1 Mark niedriger. Hafer stetig. Am Gerstenmarkt zeigte sich nur für feinste Brauqualitäten Interesse.
Notierungen vom
12. Dezember 1932:
Für 1000
Kg.:
Viktoriaerbsen
21,00—26,00
Weizen, märk.
190—192
Kl. Speiseerbsea
20,00—22,00
Roggen, märt.
153-155
Futtererbsen
14,00—16,00
Braugerste
169—179
Peluschken
13,00—15,00
Futtergerste
160—167
Äckerbohnen
13,50—15,50
Hafer, mark.,
Wicken
14,00—16,00
neue Ernte
119—124
Lupinen, blaue
9,00—11,00
Für 100 Kg.:
Lupinen, gelbe
12,00—13,50
Weizenmehl
24,00—26,70
Serradella
18,00—25,00
Erdnußkuchen
10,60
Leinkuchen
10,00-10,10
Erdnußkuchenmehl
10,80
Trockenschnitzel
8,80
Roggenmehl
19,60-21,80
Sojabohnenschrot
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