Eis Toderopser in PremM
Berlin, 9. Dezember. In Premnitz sind, wie von der Pressestelle der J.-G.-Farben mitgeteill wird, drei weitere Leichen geborgen worden. Ls handelt sich offenbar um drei der vier vermitzten Personen, so daß setzt zehn Tote geborgen sind. Die Gesamtzahl der Toten dürfte elf betragen.
Von der Verwaltung der J. G. Farben-Industrie wird mitgeteilt, daß bisher sieben Tote identifiziert sind. Es handelt sich um folgende Personen: Arbeiter Stephan (I. G. Werk), Arbeiter Tank (J. G. Werk), Arbeiter Schönfeld (I. G. Werk), Arbeiter Vode (I. G. Werk), Meister Winkes (I. G. Werk), Kalkulator Dittmar (I. G. Werk), Gustav Thie (Firma Thie, Rathenow). Tot sind weitere vier Personen, und zwar der Arbeiter Müller (Firma Höfer,Rathenow), die Lehrlinge Pab, Hisse und Nikolaus (Firma Thie).
Die Untersuchungen über die Ursache des Unglücks werden im Zusammenhang mit den Aufräumungsarbeiten beschleunigt weitergeführt.
Gescheiterte Bergung
London, 9. Dezember. Die seit neun Monaten unternommenen Versuche, das in der West Bay gesunkene „M. 2" zu heben, sind endgültig gescheitert und werden wahrscheinlich nicht wieder ausgenommen werden. Es gelang, das in 40 Meter Tiefe liegende Wrack soweit zu heben, daß es sich nur noch wenige Meter von der Oberfläche befand; aber dann sank es mit dem Bug abwärts, und alle Versuche, es wieder ins Gleichgewicht zu bringen, blieben vergeblich. Die häufig wiederholten Bergungsversuche waren durch schlechtes Wetter und starke Meeresströmungen behindert, die das Niedergehen von Tauchern schwierig und oft unmöglich machten. 26 Taucher der britischen Marine sind insgesamt mehr als 1500mal in die Tiefe gegangen, um die Hebung vorzubereiten.
New Borl am Rande der Bleite
New Zork, 8. Dezember. Fast wäre es zur Einstellung des gesamten Schuldendienstes der Stadt New Pork gekom- inen, die sich in einer sehr prekären Finanzlage befindet. Am Mittwoch haben nämlich Verhandlungen stattgefunden, । die der Herbeischaffung der für die am Mittwoch fälligen Schulden notwendigen Mittel dienten. Die Großbanken zeigten sich in dieser Sitzung sehr hartnäckig. Es spielten sich erregte Szenen ab. „5 Minuten vor 12" hat sich endlich die Budgetkommission bereitgefunden, die Bedingungen der Großbanken zu akzeptieren und Abstriche im New Parker Etat in der Höhe von nicht weniger als 131 Millionen Bob Jar zuzusichern. Die Stadt erhielt darauf eine Anleihe von *10 Millionen Dollar.
Allerlei Neuigkeiten
Langgesuchter Einbrecher festgenommen. Im Norden Berlins wurde der bereits langgesuchte Fritz Müller festgenommen, der der Polizei kürzlich telefonisch seine Absicht zum Selbstmord ankündigte. Wie die Polizei ermittelt hat, gehörte er zum Kreis der Freunde des kürzlich ermordeten Generalagenten Bessert. Er wurde daher sofort der Mordkommission zugeführt. Dort bestritt Müller aber, von der Mordtat etwas zu wissen.
Selbstmord eines Liebespaares. Auf der Bahnstrecke Oppeln—Neiße verübte ein' Liebespaar Selbstmord, indem es sich von einem Zuge überfahren ließ Die Personalier der Toten stehen noch md)t fest.
Aufgeklärter Raubüberfall. Die beiden Räuber, die am 31. Oktober zwei Kassenboten eines Wohlfahrtsamtes in München niedergeschlagen und ihnen 7000 Mark entrissen haben, sind nunmehr ermittelt worden. Es handelt sich um einen Schreiner und einen Installateur. Beide sind flüchtig und konnten noch nicht verhaftet werden.
Volkswirtschaft
Berliner Effektenbörse.
Das Geschäft an der Berliner Effektenbörse vom Donnerstag war sehr still, weil das Rheinland und die übrigen Gegenden mit vorwiegend katholischer Bevölkerung des Feiertages wegen ausfielen. Die Börse eröffnete aber recht freundlich. Gesucht wurden wieder in erster Linie Montanwerte. Im Verlauf der Börse kam es aber zu Abschwächungen, die eine Glattstellung seitens der Spekulation zur Folge hatten. Etwas größeres Angebot kam in I. G. Farben heraus. Am Markt der festverzinslichen Werte war die Tendenz sehr freundlich. Pfandbriefe waren jedoch nicht einheitlich, Kommunalobligationen lagen durchweg etwas höher Gesucht waren u. a. Schatzanweisungen der Stadt Berlin. Schiff» fahrtsaktien waren auf die bekannten Hoffnungen auf Freigabe der amerikanischen Gelder hin wieder fest. Im Freiverkehr waren Wintershall über 2 Prozent rückgängig, auch Burbach notierten ziemlich schwach. Die notierten Kaliaktien lagen zu Beginn um 1,5 Prozent höher. Am Elektromarkt war die schwache Haltung von Chade besonders bemerkenswert. Rückgängig waren auch Lah- meyer. Siemens und Gesfürel, während RWE. im Verlaufe der Börse ziemlich freundlich lagen. Kunstfeideaktien waren wenig verändert. Etwas Nachfrage zeigte sich nach Bayerischen Motoren und nach einigen Industriepapieren.
Am Devisenmarkt setzte sich die Besserung des Pfundkurses weiter fort. London gegen Kabel wurde mit 3,25 gehandelt. Dis Marktparität beträgt 13,675 Paris war dagegen weiter schwach, gegen Kabel 25,62 Das Pfund war weiter gebessert, es wurde gegen Kabel mit 3.255 gehandelt.
Am Geldmarkt war Tagesgeld weiter ziemlich leicht. Es wurde mit 4,37 bis 4.12 Prozent und darüber genannt. Monats- göld 5—7 Prozent
Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 13,67 13,71, Holl. Gulden 169,23 169,57, Belga (Belgien) 58 29 58,41, ita! Lira 21,48 21,52, dän. Krone 70,83 70,97, norm Krone 70,18 70,32, frans. Franken 16,43 16,47, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 80,92 81,08, span. Peseta 34,37 34 43 schmed. Krone 74,53 74,67, ssterr. Schilling 51,95 52,05, nichtamtlich Polen 47,15 47,35.
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am Sonnabend, den 17. Dezember 1932 nachmittags 3 Uhr auf das Kassengeschäftszimmer in Hersfeld, Reichsbankstraße 7 ergebenst eingeladen.
Tagesordnung:
1) Annahme der Rechnungslegung 1931.
2) Wahl des Rechnungsausschusses für 1932.
3. Voranschlag für 1933.
4) Aenderung der Satzung.
5) Aenderung der Dienstordnung.
6) Verschiedenes. .
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zum Mitglied der Industrie- und Handelskammer Kassel/Mühlhausen, Sitz Kassel, gewählt worden. Einsprüche gegen die Wahl sind innerhalb zweier Wochen bei der Industrie- und Handelskammer Kassel/Mühlhausen, Sitz Kassel, anzubringen.
Kassel, den 7. Dezember 1932.
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