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Furchtbarer Explosionsunglutk

Neun Todesopfer in Rathenow.

Rathenow, 7. Dezember. Bei Bauarbeiten im Prem- nitzer Werk der JG.-Farben, die von einer Rathenower Bau­firma ausgeführt werden, ereignete sich ein schweres Ex- plosionsunglück. Beim Schweißen explodierte eine Wasser­stofflasche und zerriß eine Gruppe von acht bis neun Arbei­tern vollkommen. Einige der Verunglückten wurden bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, so daß zunächst nicht feskgestellt werden konnte, um wen es sich bei den Toten handelt. Der größte Teil der Arbeiter darunter drei Lehrlinge flammt aus Rathenow. Die Unfallstelle macht den Eindruck j schwerster Verwüstung. Dächer und Fensterscheiben im wei- kesten Umkreise sind demoliert.

Nach einer Mitteilung der JG.-Farben ereignete sich das schreckliche Unglück bei Umänderungen an einem Bau, wo Schlosser damit beschäftigt waren, einen Träger mit Schneidebrennern zu durchschneiden. Die Ursache der Ex- ßion der Gasflasche konnte noch nicht geklärt w den.

en den Todesopfern sind vier Verletzte zu beklagen Der stillgelegte Betrieb soll alsbald wieder eröffnet werden. Das Werk beschäftigt 1850 Arbeiter.

Der Kapitän derEuropa" gestorben

New Park, 7. Dezember. Der Kapitän des Lloyd Damp- ' fersEuropa", Kommodore Johnson, ist an Herz- i schwäche gestorben. Johnson, der dienstälteste Offizier des ; Norddeutschen Lloyd, war bereits auf der Ueberfahrt an ; Blinddarm operiert worden und hatte sich dann im Kran­kenhaus einer zweiten Operation unterzogen, die jedoch die fortschreitende Bauchfellvereiterung nicht aufhalten konnte.

Lustmord an einem Knaben

Rasienburg (Ostpreußen), 8. Dezember. Der seit Diens­tag vermißte achtjährige Benno Hafke wurde mit durch­schnittener Kehle auf einem von der Ludwig-Diehl- Straße nach der Siedlung Holz führenden Weg ermordet aufgefun­den. Der Knabe ist der Sohn des Schlossers hafke. Die um- ' gehend an den Tatort geeilte Mordkommission stellte fest, daß an dem Knaben in der bestialischsten Art ein Lustmord begangen worden ist. Der Schneefall, der bei dieser gelinden Witterung den Boden aufweichte und dazu alles zudeckte, hat sämtliche Spuren, die zur Ermittlung des Täters führen könnten, verwischt.

Fahrbootsunglüst Elf Todesopfer

Belgrad, 8. Dezember. Auf der Neretva ist eine Fähre, die den Verkehr zwischen der Eisenbahnstation Buna südlich

von Mostar und der am anderen User des Flusses gelegenen Stadt Buna vermittelte, gesunken. Elf Passagiere ertran­ken, nur einer konnte sich retten.

Schiffsungma bei Labrador

St. Johns (Neufundland), 8. Dezember. Wie gemeldet wird, ist der New Porter Schlepper Sandbeach, der in der Höhe von Labrador am Wrack des englischen Kreuzers Raleigh arbeitete, bei einem heftigen Sturm gesunken. Man befürchtet, daß die neunzehn Mann starke Besatzung ums Leben gekommen ist. Zwei Leichen sind bereits geborgen worden.

Aburteilung Genfer Soldaten

Lausanne, 8. Dezember. Das Militärgericht verurteilte vier Soldaten zu 45 bis 90 Tagen Gefängnis. Die Ver­teilten, Angehörige des Genfer Regiments, das im Zu­sammenhang mit den Unruhen vom 9. November mobi­lisiert worden war, hatten sich bei der Eidesleistung schwere Disziplinarverstöße zuschulden kommen lassen.

Allerlei Neuigkeiten

Ein sensationeller Diebstahl vor der Aufklärung? Wie dasGöttinger Tageblatt" erfährt, sind die Behörden der Ueberzeugung, daß die bei Trier festgenommene Diebes­bande, die die kostbaren Kirchengeräte aus dem Münster in Säckingen gestohlen hat, vermutlich auch den Diebstahl des hawaiischen Federmantels und Federhelms aus dem Göttinger Anthropologischen Institut verübt hat. Die Er­mittlungen in dieser Richtung sind in die Wege geleitet.

Der Wahrendorfer Mord. Als des Mordes in Wahren- dorf dringend verdächtig wurden der 22jährige Gärtner Rommel aus Augsburg in Bayern und die Wirtschaftsgehil- fin Johanna Degen aus Mainz festgestellt. Beide wohnten bis zum 15. November bei dem ermordeten Moeller und sind kurz nach der Tat von Wahrendorf angeblich nach Augsburg abgereist. Sie konnten dort bisher nicht ermittelt werden.

In einem Wasserloch tot aufgefunden. In einem Was­serloch in Wahrendorf unweit Lensahn bei Hamburg wurde die Leiche des seit einigen Wochen vermißten Siedlers Möl­ler aufgefunden. Sie war in Sackleinen verschnürt. Nach dem Befund liegt Mord vor. Wie verlautet, sollte Möller vor vier Wochen in einem Strafprozeß als Belastungszeuge auftreten.

Tot geborgen. Die Leiche des Schleppers Grodon, einer der am 24. November bei einem Gebirgsschlage auf den Del- brückschächten verunglückten vier Bergleute, ist geborgen worden.

Volkswirtschaft

Berliner Effektenbörse.

Der ruhige Verlaus der Reichstagseröffuung hat auf die Ber­liner Effektenbörse oom Mittwoch günstig gewirkt, so daß man annimmt, daß das neue Kabinett Ruhe erhält und das geplante große Wirtschaftsprogramm auf dem Gebiet der Arbeitsbeschaf- fung durchführen wird Die berufsmäßige Spekulation war dem­zufolge geneigt, Rückkäufe vorzunehmen. Hierzu gesellten sich auch neue Käufe des Publikums. Am Markt der festverzinslichen Werte war die Tendenz nicht ganz einheitlich, recht fest dagegen lagen Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahnvorzugsaktien. Etwas Interesse zeigte sich für Anleihebesitz. Pfandbriefe und Kommunal- obligationen waren teilweise geringfügig abgeschwächt. Gesucht wurden Vereinigte Stahl und Mittelstahl. Größeres Interesse zeigte sich für Schiffahrtsaktien Am Montanmarkt hatten Vereinigte Stahl das Hauptgeschäft. Harpener stiegen um 2,5 Prozent. Ka­liaktien waren bis zu 2 Prozent höher. Die Farbenaktien gewan­nen etwa 1,5 Prozent. Sehr fest waren Rütgers, deren' Kurs­steigerung 5 Prozent ausmachte. Am Elektromarkt standen Ber­liner Kraft und Licht, RWE, Gesfürel und Betten im Vordergrund. Recht fest waren ferner Kunstseidenwerte, ferner Conti Gummi, Deutsche Atlanten. Bauwerte.

Am Devisenmarkt heben sich zwei Bewegungen hervor, näm­lich einmal die Besserung des Pfundkurses, London gegen Kabel wurde mit etwa 3,2175 genannt. Bemerkenswert ist sodann die Schwäche des französischen Frank, der gegen Kabel New Port mit 25,61 gehandelt wurde.

I Der Geldmarkt ist weiter se,hr flüssig. Tagesgeld wurde mit i 4,37 und herunter^ bis 4,12 Prozent genannt. Das sind felbftver- stündlich nur die Sätze für erste Adressen, die Sätze für die übrigen i Geldnehmer liegen nach wie vor darüber. Monatsgeld 57 Proz.

Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 13,51 13,55, Holl. Gulden 169,28 169,62, Belga (Belgien) 58,29 I 58,41, ital. Lira 21,38 21,42, dän. Krone 70,33 70,47, norm. Krone I 69,43 69,57, franz. Franken 16,44 16,48, tschech. Krone 12,465 I 12,485, schweiz Franken 80,92 81,08, span. Peseta 34,38 38,44 I schwed Krone 73 98 74,12, österr Schilling 51,95 52,05, nichtamt- ' sich Polen 47,15 47.35.

Berliner Produktenbörse.

Der Berliner Produktenbörse vom Mittwoch lag wieder recht umfangreiches Angebot an Brotgetreide vor. Die' Kauflust der Mühlen und des Handels hielt sich jedoch in sehr engen Grenzen, so daß ein abermaliges starkes Gingreifen der Stützungsstelle not­wendig war. } Durch diese Aktion erfuhren die Kurse am Markte der Zeitgeschäfte nur geringfügige Abschwächungen. Die Preis- i Verluste betrugen im Durchschnitt etwa % RM Am Lokomarkt ; wurde Roggen unverändert notiert, während Weizen um 2 RM - niedriger angeboten wurde. Der Mehlmarkt blieb vollkommen geschäftslos. Biese Mühlen hatten ihre Forderungen um 25 Pfg. zurückgesetzt, jedoch ohne irgendeine Geschäftsbelebung zu erreichen. Hafer war nur schwach gefragt. Im Gerstengeschäft machte sich dringendes Angebot in mittleren Brauqualitäten bemerkbar, wel­ches schwer unterzubringen war. Erste Qualität fand zum Teil zu gedrückten Preisen Aufnahme. Auch für Jndustrieware war einiges Kaufinteresse vorhanden.

Die von dem Herrn Oberpräsidenten in Kassel unterm 19. Oktober 1932, O. P. Nr. 9748, genehmigte neue Sagung her Kreissnarbnsse Herrfeld liegt im Kassenraum derselben zur Einsichtnahme aus.

Herrfeld, den 7. Dezember 1932,

~lter SfrorfHjenfre des Vorstandes der Kreissparttafse Hersseld.

Herbftgeneralversammlung des Gchentlengsfelber Darlehnskassen-Dereln e. G. m. u. H. in Gchenklengsfelh.

Am ©onntao, den 18. Dezember 1932, nach­mittags 2 Uhr, findet im Saal der Gastwirtschaft Wilhelm Steinhauer in Schenklengsfeld die diesjährige Herbstgeneralversammlung statt.

Tagesordnung:

1. Eröffnung durch den Vereinsvorsteher.

2. Bericht über den Stand des Vereins.

3. Bericht über Steuergutscheine.

4. Bericht über die Gesellschasterversammlung der An- und Verkaufsgesellschaft Heffenland.

5. Wahl eines Mitglieds zum Aussichtsrat.

6. Verschiedenes.

Schenklengsseld, den 5. Dezember 1932.

Der Vereinsvorsteher

Heimeroth. ..............- ---------------

Weihnachten in Bethet.

Große Freude brächte die Weihnachtsbotschaft der auf den Heiland wartenden Welt; denn in Jesus wurde die Liebe des Vaters offenbar. Mitten hinein in alle Not der Erde soll auch in diesem Jahre durch das Kind von Bethlehem große Freude kommen. Auch in den Häusern von Bethel hebt jetzt von Tag zu Tag immer stärker das Weihnachtsklingen an. Elende Leute sind die Sänger: kranke Kinder, Fallsüchtige, Gemüts­und Nervenkranke Aber sie alle rüsten sich auf die Feier des Festes, das von der großen Freude redet. Zu diesen etwa 3000 Kranken kommt noch das große Heer! der Heimatlosen und Wanderer in unseren Zweiganstalten,' so daß insgesamt ungefähr 7000 Hilfsbedürftige aller Art! bei uns auf eine k eine Weihnachtsgabe warten. Darum ! fragen wir bittend: Wer hilft uns, den Kranken, Kleinen: und Heimatlosen von Bethet ein wenig Weihnachtssreude zu bringen? Alles nimmt unserWeihnachtshaus" (An­schrift: Weihnachtshaus Bethet b. Bielefeld, Bahnstation Brackwede) dankbar an, besonders Lebensrnittel, Kleidungs­stücke, Strickwolle, Schuhe, Spiele, Bücher usw. Je eher das uns Zugedachte gesandt wird, desto besser können wir verteilen. Ebenso willkommen ist uns jedes Geld­geschenk. (Postscheckkonto 1904 Hannover).

Mit herzlichem Weihnachtsgruß an alte und neue Freunde von Bethel

f. v. So-elschrviugh, Pastor

Bethel b. Bielefeld, im Advent 1932.

Sonntag, den 11. Dezember 1932

fndet, wie alljährlich, im Auguste Viktoria-Haus VON 11 Uhr vormittags ab, eine

Ausstellung von weibl. Handarbeiten

statt.

Außerdem werden noch in einem besonderen Raum Handarbeiten und Porzellane aus GroBmutterszeiten gezeigt.

Eine Verlosung, die immer großen Anklang fand, ist auch wieder dabei. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen, Der Erlös dient zur Auffüllung unserer Kasse, an die gerade zu Weihnachten große Anforderungen gestellt werden. Darum kommen auch Sie bitte zu der Veranstaltung. Wir verschaffen Ihnen ein paar anregende Stunden und Sie werden das Bewußtsein haben, etwas zur Linderung der Not unserer Vaterstadt getan zu haben.

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In Verwaltung der Stadt Kassel.

Freitag, 9. Dez. Doktor u. Apotheker.

Sonnabend, 10. Dez. Die Fledermaus.

Sonntag, 11. Dezbr. Der fliegende Holländer.

Montag, 12. Dez. Doktor und Apotheker.

Dienstag, 13. Okt. Hanneles Himmelfahrt.

Mittwoch, 14. Dez. Jphigenie in Aulis.

Donnerstag. 15. Dez. Doktor und Apolheker.

Freitag, 16. Dez. Heimge­funden.

Sonnabend, 17. Dez. Doktor und Apotheker.

Sonntag, 18. Dez. Königs­kinder.

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