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Auß Gersten sied ich gutes Bier/ Feißl vnd Süß/auch bi tter monier/ In ein Breuwkestel trat vnd groß/ Darein ich denn den Hopsten stoß/ Laß den inBrennten külen baß/ Damit füll ich darnach die Faß Wol gebunden vnd wolgebicht/ Senn giert er vndistjugericht.
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Gott gebe Glück unA Segen darein!
„Einen schönen Gruß vom letzten Meister und Gesellen! Mit Gunst und Erlaubnis spricht ein fremder Brauer den ehrbaren Meister um Arbeit an." Dies war der althergebrachte Gruß des wandernden Brauerburschen, wenn er in der Fremde bei einem Meister eintrat. Nachdem er dann Platz genommen und ihm Bier vorgesetzt war, wurde er gefragt: „Wo kommst du her? Wo hast du zugesprochen auf der Wanderschaft?" Darauf der Brauerbursche: „Helf Gott, Herr Meister! Helf Gott alle zusammen" und dann kam sein Bericht und Anliegen
Gab es keine Arbeit Tür ihn, zog er weiter zur nächsten „Penne" oder Brauerherberge, wo er vom „Pennerbas", dem Herbergsvater empfangen wurde. Daselbst fand er vielleicht Kollegen vor, mit denen vereint dann gern zum „Zapfenfechten" gegangen wurde, d. h. man besuchte nach Feierabend seine Berufskollegen im sogenannten Schalander, ihrem in der Brauerei gelegenen Unterkunftsraum.
Schwer war es oft für den fremden Gesellen, sich als Zunftmeister in einem fremden Orte niederzulassen; da waren Meistersöhne besser daran, denn sie fanden in der Zunft, welcher ihr Vater angehörte, ohne weiteres Aufnahme. Über die Zulassung des fremden Brauers wurde aber erst in verschiedenen Morgensprachen verhandelt, und er wurde auf Herz und Nieren ob seiner Würdigkeit geprüft, bis er dann endlich Gnade fand. Die Morgensprachen der Zunftmeister wurden im alten Berlin nur etwa viermal im Jahre gehalten, und erst nach der vierten wurde er dann in die Innung eingewiesen. Fast überall wurde eine vierjährige Lehrzeit und zweijährige Knechtzeit bei einem zünftig zugelassenen Meister zur Vorbedingung gemacht. An die Zunft selbst war ein ziemlich beträchtliches Meistergeld bei der Aufnahme zu zahlen und noch ein Festessen zu spendieren, Collation oder auch Gaffelkost benannt. Bisweilen wurde auch eine Zulassung zur Zunft ermöglicht, wenn der Fremde eine ehrsame Meisters-Wittib ehelichte, was aber schließlich nicht jedermanns Fall gewesen sein soll.
Einmal in der Gilde bzw. Zunft ausgenommen, mußte der junge Meister teilnehmen an all den Aufgaben und Pflichten, denen im damaligen Lebenskreise eine große Bedeutung zukam. Denn besonders die alten Zünfte waren nicht bloß Berufsorganisationen, sondern sie hatten auch beträchtlichen politischen Einfluß; oft nahmen sie Anteil an der Regierung in ihren Gemeinwesen, wie es der Brauerzunft als angesehenster beisp. in Hamburg, Danzig und anderen Städten zukam. Bei den beliebten Aufzügen der Zünfte anläßlich von kirchlichen oder weltlichen Festen, Besuchen von Fürstlichkeiten usw. beteiligten sich natürlich auch die Brauer, und hier galt es nun, sich dem staunenden Volke möglichst prächtig zu zeigen. Aber auch wenn Feinde die Stadt bedrohten, mußte der Brauer bei der Verteidigung seinen Mann stellen, wir finden besonders im Köln des 17. und 18. Jahrhunderts eine gutorganisierte Bürgerwehr von den Zünften gebildet.
Bei Feuersgefahr mußte jeder Zunftgenosse ebenfalls zur Stelle sein; welche große Bedeutung der Feuersnot früherschon beigemessen wurde, erhellt auch daraus, daß beim Meistergeld oft ein Betrag für Löscheimer und Löschgeräte bezahlt werden mußte, desgl. bei Straf- zahlungen in die Zunft-Lade wurden solche Einnahmen auch für die Beschaffung von Feuereimern und dergl. verwendet.
Um allen Zunftmitgliedern eine auskömmliche Nahruug zu geben, beschränkte man gern die Zahl der Meister. Z. B. wurde in Köln die Zahl der Zunftmeister lange Zeit auf 123 gehalten, die sich infolge ihrer guten Lebensverhältnisse auch einer hohen sozialen Stellung erfreuten. 3u Berlin gab es zur Zeit Friedrichs des Großen, der das Brauwesen sehr unterstützte, 163 Meister und 302 Gesellen.
Der Schutzpatron der alten Brauerzünfte war fast allenthalben der heilige Florian; da er vor Feuersnot schützte, so brauchte ihn der Bierbrauer wegen seiner Kesselfeuer ganz besonders. Nur in Köln hatte man den heiligen Peter von Mailand zum Schutzheiligen.
Als die Zünfte zu Anfang des vorigen Jahrhunderts teilweise aufgehoben wurden, ging damit ein gutes Stück mittelalterlicher Romantik verloren; aber andrerseits wurde durch die neue, freiheitlichere Regelung der Gewerbe erst der Grund gelegt, auf welchem sich im vorigen Jahrhundert das uralte Brauwesen zur modernen Industrie entwickeln konnte. Manche alten Gebräuche und auch Ausdrücke haben sich indessen in die Jetztzeit hinübergerettet, u. a. der eingangs genannte alte Brauerspruch, den man am Tor oder Sudhaus mancher modernen Großbrauerei lesen kann.
Im Sudhaus einer modernen Großbrauerei.
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