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Allerlei Neuigkeiten

Aeuer im Berliner Staatlichen Schauspielhaus. Im Staatlichen Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Ber­lin entstand nachmittags in einem Raum der Chorsänger­garderobe aus noch nicht ermittelter Ursache ein Brand. Die Feuerwehr rückte mit drei Zügen an und konnte den Brand nach kurzer Zeit löschen. Ein Angestellter des Schauspiel­hauses hat bei Löschversuchen Brandwunden davongetragen. Der Sachschaden ist unbedeutend.

Brillantendiebstahl in der Berliner U-Bahn. In der Berliner Untergrundbahn wurde einer Dame eint Hand­tasche mit wertvollem Inhalt gestohlen. Die Tasche enthielt außer einer braunen Geldbörse mit 40 RM Bargeld Brillan­ten und Schmucksachen im Werte von ungefähr 10 000 RM. Für die Wiederherbeischaffung der gestohlenen Gegenstände ist von der Geschädigten eine hohe Belohnung ausgesetzt worden.

Vom Stiere auf die Hörner genommen. Im Stalle des Erziehungsheims Struveshof bei Berlin wurde ein Zögling von einem Stiere auf die Hörner genommen und in den Futtergang geworfen. Er erlitt so schwere Verletzungen am Unterleib und an den Oberschenkeln, daß er in ein Kran­kenhaus gebracht werden mußte.

5000 Zentner Getreide vernichtet. In der Nacht brach in dem Mühlengebäude der Mühle in Stuhm der An- und Verkaufs-Genossenschaft G. m. b. H. ein großes Schadenfeuer aus, dem 5000 Zentner Getreide zum Opfer fielen. Der Gesamtschaden dürfte sich auf 100 000 Mark belaufen und ist durch Versicherung gedeckt. Die Entstehungsursache ist bis­her noch nicht festgestellt, es wird jedoch Kurzschluß ange­nommen.

Mord in Braunschweig. In Braunschweig wurde aus der Oker die Leiche eines 50= bis 60jährigen Mannes, offen­bar eines Arbeiters, geborgen, die etwa ein Dutzend schwerer Schlagverletzungen aufwies. Soweit bisher ermittelt wurde, ist der Mann im Laufe der Nacht im Bürgerpark ermordet worden. Die Leiche wurde dann in die Oker geworfen. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur, und auch die Persönlich­keit des Toten ist bis jetzt noch nicht festgestellt.

' Aus Verzweiflung in den Tod. Der 44 Jahre alte Zi- garrenhändler Neffau erschoß in der Nacht in Aachen seine 68jährige Mutter und tötete sich dann durch einen Brustschuß. Aus hinterlassenen Briefen geht hervor, daß Neffau aus wirtschaftlicher Not gehandelt hat.

Schiffahrt auf dem Panama-Kanal eingestellt. Die Schiffahn auf dem Panama-Kanal mußte infolge Hoch­wassers eingestellt werden, das durch die großen Wassermen- gen des Chagres-Flüsses verursacht worden ist.

Eine Hinrichtung mit Lethalgas. Nach einem Tele­gramm aus Carson City im Staat Nevada werden dort Vorkehrungen getroffen, um einem zum Tode Verurteilten durch Lethalgas hinzurichten. Im Staat Nevada ist feit 1925 die Hinrichtung mittels Lethalgas eingeführt, die an­geblich den sofortigen Tod herbeiführt. Viele Vertreter der Wissenschaft sind der Ansicht, daß die Hinrichtung mit Lethal> gas die menschlichste Art der Hinrichtung sei.

Aus dem Gerichts^aal

BMMn-Nrozeb Urteilsverkündung am Sonnabend.

Im Vullerjahn-Prozeß suchte Reichsanwalt Dr. Nagel in seiner Replik die Schuld des Angeklagten nochmals zu begründen. Vor allem sei es sicher, daß bei der Waffen- suche in den Berlin-Karlsruher Industriewerken Verrat im Spiele gewesen sei. Für Verrat komme aber nach den ganzen Umständen nur der Oberlagerverwalter in Frage. Als Motiv Bullerjuhns müsse Rachsucht bezeichnet werden. Nichts sei in dem ganzen Prozeß im Dunkeln geblieben.

In seiner Duplik erklärte Rechtsanwalt Dr. Rosen- seid, die Ansfassung des Reichsanwalts, daß Verrat vor­liegen müsse, sei falsch. Es sei auch sinnlos, anzunehmen, daß sich Bullerjahn an dem Werke habe rächen wollen, da die Firma durch einen Verrat nicht aeschädiat werden konnte.

Sie habe vielmehr infolge des Entschädigungsanspruchs aus der Waffenbeschlagnahme sogar Gewinn gezogen

Nach einigen kurzen abschließenden Worten des Reichs­anwalts erhielt der Angeklagte Bullerjahn das Schlußwort: Er sagte. „Ich habe mit der mir zur Last gelegten Tat nie etwas zu tun gehabt, und heute wie damals, als ich zum ersten Male vor dem Reichsgericht stand, kann ich nur wie­derholen: Ich bin unschuldig!"

Die Urteilsverkündung wurde für Sonnabend, den 3. Dezember, mittags, angesetzt

Seifällig ausgenommenes TodesmLei?

Von den Präger Geschworenen wurde die 35jährige Briefträgerswitwe Anna V a l e k, die in der Osternacht die­ses Jahres ihren Gatten durch Würgen und Schläge über den Kopf betäubt und ihm dann die Halsschlagadern durch­schnitten hatte, des Verbrechens des Mordes einstimmig schuldig erkannt und zum T ode durch den Strang verur­teilt. Die Angeklagte hatte bis zuletzt ihre Schuld, für die keine direkten Beweise vorlagen, geleugnet. Der Verteidi­ger meldete gegen das Urteil die Nichtigkeitsbeschwerde an. Bei der Urteilsverkündung erfolgten Beifallskundgebungen im Publikum.

Verschiedenes

Die Kosten der Reichstagswahlen.

In der nächsten Reichsratssitzung dürfte sich das Inter­esse vor allem auf die Erörterung der Kosten der Reichs­tagswahlen konzentrieren. Nach den bestehenden Bestim­mungen haben das Reich vier Fünftel, die Gemeinden ein Fünftel der durch die Reichstagswahlen entstehenden Kosten zu übernehmen. Die Kosten für eine Reichstagswahl haben sich im Laufe der letzten Jahre vermehrte nicht zuletzt wegen der starken Zunahme der Zahl der Parteien. Gegenüber einem durchschnittlichen früheren Kostensatz von etwas über 3-Millionen, dürften bei den letzten beiden Reichstagswah- len die entstandenen Kosten je etwa 4 Millionen, zusammen also rund 8 Millionen betragen.

Das französische Kutturparadies.

Unter der Ueberschrift „Eine bedauerliche statistische Feststellung" berichtet Temps, daß von etwa 300 Rekruten, die in diesem Jahre der Garnison Beauvais zugeteilt wur­den, nicht weniger als 75, also der vierte Teil des Lesens oder Schreibens unkundig war, und von diesen wieder 24 MÄ>sr lesen noch schreiben konnten.

Turnen und Sport

Süddeukfchlands Mannschaft für den am Sonntag in Bari- fhi!|inbenben Repräsentativkumpf gegen die dortige Städteelf ha folgendes Aussehen: Köhl (Nürnberg): Huber (Karlsruhe), Muw kert (Nürnberg), Grämlich (Frankfurt) Kraus (Nürnberg). Maate (Frankfurt): Langendem (Mannheim) Fischer (Pforzheim), Pan Fr (Hof) Lindner (Frankfurt), Merz (Pforzheim). Also bei roel lem nicht die stärkste Mannschaft des Südens.

Englands Fußballelf für den in allen Fußballkreisen mit gröf}> ter Spannung erwarteten Kampf gegen Oesterreich am 7. Dezem^ der in London wurde wie folgt aufgestellt: Hibbs (Birmingham) Gvodall (Huddersfield), Blenkinsop (Sheffield Wednesday): Strang« (Sheffield Wedneysday), Hart (Löeds United), Campbell (Hudders> field); Crooks (Derby County), Jack (Arsenal), Hampson (Black- povl), Walker, Houghton (beide Aston Villa).

Volkswirtschaft

Deutsches ärastfahrweien. Trotz der schweren Wirtschoftskrije gibt es in Deutschland immer noch annähernd 1 500 000 Kraftfahr­zeuge, und zwar unge,ähr 800 WO! Motorräder. 500 000 Personen- mm>n und 200 000 Lastwagen. Die Tankstellen haben sich im Laufe der letzten Jahre erheblich vermehrt und betragen heute 46 000 mit 55 C-M) Pumpen ;

Die Fa. F. Wolfs & Sohn, die bekannte Karlsruher Parfü- "'>rie- und Toilettefeifenfabrik. -konnte in diesen Tagen ihr 75jäh- riges Jubiläum feiern. Die Firma gehört zu jenen deutschen Fa- miliengründungen, die aus kleinsten Anfängen hervorgingen unk

1 sich in zäher Aufbauarbeit zu führenden Weltfirmen entwickeln konnten. Der verdienstvolle Mitbegründer des Karlsruher Werkes der Geheime Kommerzienrat Dr. h. c. Friedrich Wolfs, starb im Jahre 1920. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, daß die Er- Zeugnisse dieses deutschen Unternehmens sich erfolgreich durchzu- setzen vermochten gegen jene französischen Produkte, die von bem bekannten Deutschenfresser Coty leider auch in Deutschland Eingang suchen konnten.

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Berliner Effektenbörse.

Ein gewisses Gefühl der linsicherhen herrschte an der Berliner Effektenbörse Dom Dienstag lind veranlaßte Gewinmmtnahmen der Spekulation. Infolge noch vorNZeuder Kaufaufträge des Pu­blikums wurde das herauskanunende Material glatt ausgenommen so daß die Kursembuben im allgemeinen 1 Prozent nicht über­schritten. Nur einzelne in letzter Zeit stärker begünstigte Papiere hatten größere Verluste aufzuweiien So gingen von Montanwer­ten Rheinstahl und Erdöl um 2 Prozent zurück und Horpeuer um 1% Prozent. Farben gaben etwa % Prozent nach. Kaliwerte blieben nahezu umsatzlos. Von den Elektrowerten waren Schuckert (— 2%) und Siemens (— 2) am stärksten gedruckt. Reichsbank- anteile wiesen zum ersten Kurs einen Abschlag von IM Prozent auf. Am Markt der heimischen Renten war die Tendenz verhält­nismäßig freundlich.

Am Geldmarkt hat die Nachfrage nach Tagesgeld erneut etwas zugenommen. Die Sätze waren dementsprechend mit 4,75-bzw. 4,62 Prozent und darüber fester. Monatsgeld 5—7 Prozent.

Am Devisenmarkt erreichte das englische Pfund einen neuen Tiefstand. London gegen Kabel notierte 3,185 — 3,1912 — 3,185 3.1712 - 3,155

Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Bries), engl. Pfund 13,33 13,37, Holt Gulden 169,33 169,67, Helga (Belgien) 58,27 58,39, ital. Lira 21.49 21,53, dän Krone 69,53 69,67, norm. Krone 68,98 69,12, franz. Franken 16,465 16,505, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 80,92 81,08, span. Peseta 34,40 34,46, schwed. Krone 72,98 73,12, österr. Schilling 51,95 52,05, nichtamt­lich Polen 47,15 47,35.

Berliner Produktenbörse.

Trotz geringen Brotgetreideangebots war an der Berliner Produktenbörse vom Dienstag infolge fehlender Kauflust der Müh­len die Stützungsstelle wieder genötigt, reichlich Material aufzu- nehmen. Der Roggenkurs hielt sich am Promptmarkt unverändert, während der Weizenpreis um 1 Mark anziehen konnte. Am Lie- ferungsmarkt gewann Weizen etwa 1,50 Mark, Roggen 0,50 bis 1 Mark. Das Mehlgeschäft war nach wie vor tot. Hafer blieb un­verändert ruhig. Am Gerstenmarkt waren keine Preisveränderun- gen festzustellen.

Notierungen vom

Für 1000 Kg.: Weizen, märk.

Roggen, mark. Braugerste Futtergerste

194—196

154—156

170-180

161—168

29. November 1932:

Roggenmehl Werzenklele Roggenkleie Viktoriaerbsen Kl. Speiseerbsen

19,75—22,10 9,45—9,75 8,75—9,10

21,00—26,00 20,00—23,00

Achtung, Sie hören:

am Donnerstag, 1. Dezember

Welle 1634,9 Königswusterhaufen (Deutschlandsender).

6.35, 12 und 14: Konzert. 15: Musikalische Kinder-- stunde. 16: Ballettmusik. 17.30: Deutschtum in Finnland. 18: Musikalischer Zeitspiegel. 19: Stunde des Landwirts. 19.20: Wegweiser durch die Zeit. 20: „Die Jagd nach dem Gold des. Kapitän^ Kid", eins abenteuerliche Geschichte.

21: W. A. Mozart. 21.40: Max Reger: Serenade. 23; Tanzmusik. ;

Welle 389,6 Leipzig.

eru

Cyoptn zSchanplakren). HH: yausmustr sSchall Plänen). 14: Filme der Woche. 14.30: Erwerbslosenfunk. Bericht aus dem evangelischen Arbeitslager Neuragoczy. 15: Be» schäftigungsslunde für die Jugend. Knifflige Denkaufgaben. 16: Konzert des Emde-Orchesters. 18: Ernste Gefahren der heutigen Frauenkleidung. 18.15: Steuerrundfunk. 18.30: Spanisch. 18.50: Wir geben Auskunft. 19: Weit und Umwelt des Arbeiters, Erwerbslosigkeit und Bewußt­seinsbildung. 19.30: Unterhaltungskonzert. 20.30: Lieder von Richard Strauß. 21: Nachrichtendienst. 21.10: „König. Nicolo" oder „So ist das Leben". Schauspiel von Frank Wedekind.

Welle 360,6 Mühlacker.

7.20, 10, 10.30, 12, 12.45, 13.30, 17 und 19.15: Kon­zert. 15.30: Stunde der Jugend. 20: „Die Jagd nach dem Gold des Kapitäns Kid", eine abenteuerliche Geschichte. 21: Italienische Volkslieder. 21.30: Walzerpotpourri.

BefWütW«K«88t» der StsdtbttzsrSeg.

Der Bürgermeister

als Ortspolizeibehörbe.

Brauchen Sie DrscKlachen?

Am Freitag, dem 2. Dezember 1032 wird der Eisenbahnübergang am Deterstor von 7 bis 16 Ahr

für den Verkehr gesperrt.

Aus die Bekanntmachung in der Hertfelder Zeitung vom Mittwoch, den 30. 11. 1932, betr. GbstbaumMlung wird Hingewiesen.

Der Magistrat.

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Fernsprecher 608 - Breitenstraße 40.

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Das Christliche rzilsswerk in rzers- seld hat neben der Volksküche noch eine Nähstube

für erwerbslose junge Mädchen ein­gerichtet, Es werden daselbst alle gespendeten Bekleidungsstücke und Wäsche instandgesetzt.

Unter Vesugnahme aus unseren Bus ruf wegen Vergabe von ge­brauchten Sachen weisen wir daraus hin, daß mit Rücksicht aus das Vor­handensein der Uähstube besonders auch defekte Sekleidungsstücke und Wäsche erwünscht sind.

wir bitten die Bevölkerung dringend, in möglichst großem Umfange der­artige Sachen in dem fluguste- Viktoria-Haus abzugeben.

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