Allerlei Neuigkeiten
Eisenbahnfähren über den Aermelkanal. Nach der englischen Presse hat die Southern Railway beschlossen, einen Eisenbahnfährdienst zwischen Dover und einem französischen Hafen, wahrscheinlich Dünkirchen, einzurichten. Mit der . Fähre sollen hauptsächlich Güterzüge befördert werden, um das zeitraubende und kostspielige zweimalige Umtoben von Waren zu vermeiden. Die Führboote, von denen drei gebaut werden sollen, werden aber auch imstande sein. Fahrgäste zu befördern. Der neue Dienst soll im Sommer 1934 beginnen.
Rieseneinbruch in Berlin. Unerkannt entkommene Täter verschafften sich auf recht schwierigem Wege Zugang zu den Pelzlagerräumen der Firma Herpich und Söhne in der Leipziger Straße in Berlin. Die Täter erbeuteten einen großen Posten unfertiger Edelpelze, die einen Gesamtwert von über 50 000 RM darstellen. Um in die Lager zu kommen, verschafften sich die Einbrecher zunächst Eingang in die Geschäftsräume der Firma Wertheim. Von hier aus durchbrachen sie eine 75 Zentimeter starke Wand und gelangten in die leerstehenden Räume der Firma Brühl. Noch einmal mußten sie mit Hammer und Meißel an eine ebenfalls sehr starke Wand heran, bis sie in die Lagerräume der Firma Herpich eindringen konnten. Der Einbruch scheint von langer Hand vorbereitet zu sein, zumal die Täter allein mit dem Durchstemmen der Wände mehrere Stunden zu tun hatten.
Folgenschwere Brandstiftung. In Einzingen bei All- stedt brach nachts im Anwesen des Landwirts Oßka Feuer aus. Die Scheune brannte vollständig nieder. Etwa 400 Zentner Hafer, 100 Zentner Gerste, 120 Zentner Kunstdünger, eine große Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen und Wagen sowie 192 tragende Mutterschafe, die ebenfalls in der Scheune untergebracht waren, kamen in den Flammen um. Es gelang trotz der Anstrengung der Wehren nicht, die Tiere zu retten. Man vermutet Brandstiftung.
Zwei Reichswehrsoldaten schwer verunglückt. In der Nacht fand auf der Straße Herborn-Wetzlar ein Motorradfahrer im Graben zwei Reichswehrsoldaten bewußtlos auf Daneben lag das zertrümmerte Motorrad. Beide hatten, wie sich später herausstellte, schwere Verletzungen an Kops und Beinen. Ihr Zustand ist lebensgefährlich Auf welche Weise sich der Unfall zugetragen hat, konnte, da die Soldaten noch nicht vernehmungsfähig sind, noch nicht ermittelt werden.
Schweres Motorradunglück. Auf der Landstraße nahe bei Soest ereignete sich ein schwerer Motorradunfall, dem zwei Menschen zum Opfer fielen. Der Motorradfahrer Sieren streifte im scharfen Tempo die Angestellte Schneider, die neben ihrem Bräutigam ging. Der Fahrer und Frl. Schneider kamen zu Fall und trugen so schwere Verletzungen davon, daß sie bald darauf starben.
Raubüberfall auf eine Essener Lonfumanstalt. In die Konsumanstcilt der Firma Krupp in Essen-West drangen drei junge Burschen ein und raubten unter Vorhaltung von Revolvern aus dem Geldschrank 614 Mark. Während einer der Burschen an der Türe mit dem Revolver stehenblieb und die Verkäuferinnen sowie die Kundinnen in Schach hielt, sprangen die beiden anderen über die Theke und raubten das Geld Ein vierter Bursche stand auf der Straße Schmiere Alle vier Verbrecher sind unerkannt entkommen.
Unvorsichtigkeit mit der Schußwaffe. Ein Reichswehrsoldat, der in Düsseldorf auf Urlaub weilt, führte auf einer Straßenbahnfahrt einem Begleiter eine Pistole vor. Plötzlich ging ein Schuß los. Der Begleiter mürbe in der Magengegend verletzt. Der Reichswehrsoldat versuchte, die Waffe I gegen sich selbst gu richten, wurde jedoch daran gehindert. 1
Anschlag auf Bahnanlagen. Die Reichsbahndirektion Ludwigshafen teilt mit: In der Nähe des Bahnhofes Lin- genfeld wurde die Drahtleitung eines Ausfahrtssignales von der Rolle abgeworfen, so daß das Signal nicht mehr bedien- bar war Eine Bude, in der Signailaternen ausbewahrt waren, wurde erbrochen die Glasscheiben an den Laternen wurden zertrümmert Außerdem wurden an einem Vorsignal die Lichtblenden durch Steinwürfe zertrümmert Die Täter konnten trotz sofort ausgenommener Ermittlungen bis jetzt nicht festgestellt werden
Neues Todesopfer des Schwebebahnunglücks. Der bei dem Unfall auf der Seilschwebebahn auf den Schauinsland am Sonnabend schwer verletzte britische Staatsangehörige Willi Kühlental aus London ist gestorben. Er stand im 70 Lebensjahr.
Selbstmörderin verschuldet Tod eines Kindes. In der Maximilianstraße in München verübte nachts die Hausangestellte eines Professors Selbstmord mit Leuchtgas. Da die Tür zum Nebenzimmer, wo der 13jährige Sohn des Professors schlief, nicht geschlossen war, ist das Gas auch in den Nebenraum gedrungen und hat den Tod des Kindes herbeigeführt.
Von einer Lawine verschüttet. Am 24 November sind, wie jetzt erst aus Innsbruck gemeldet wird bei Haggen im Sellrain der Sohn des Hüttenwächters der Pfeishütte, Neu- reuter, und sein Kollege Hiebl, die eine Skitour unternahmen, unterhalb der Pforzheimer Hütte von einer Lawine verschüttet worden. Hiebl konnte sich herausarbeiten, erlitt aber Erfrierungen an den Füßen. Neureuter fand den Tod.
Auf Grund gelaufen. Der 7000-Tonnen-Expreß-Passa- gierdampfer des Lloyd Triestino „Heluan" ist auf dem Wege von Stambul nach Trieft an der europäischen Küste der Dardanellen auf Grund gelaufen. Alle Bemühungen, das Schiff flottzumachen, waren bisher vergeblich. Der Dampfer „Brasil" derselben Linie wurde an die Stelle entsandt, um die Passagiere zu übernehmen.
Henry Ford operiert. Henry Ford hat sich in Detroit wegen eines Bruchleidens einer Operation unterziehen müssen. Sie ist gut verlaufen.
Aus dem Gerichtssaal
Todesurteil in Alton«
Das Schwurgericht Altona verurteilte nach mehrtägiger
Verhandlung den Elmshorner Kaufmann Schwitz Mordes zum Tode.
wegen
Verschiedenes
Blinder Eifer.
In nicht geringe Aufregung wurden die Bewohner des französischen Dorfes Avillers in der Nähe von Epinal versetzt, als der Gemeindediener mit der Trommel durch die Straßen zog und mit dem gebührenden Patos verkündete, daß alle wehrfähigen Männer sich unverzüglich zum zuständigen Bezirkskommando zu verfügen hätten, da Krieg ausgebrochen sei. Gegen wen losgeschlagen werden sollte, war leider nicht zu erfahren. Pflichtschuldigst zog jedenfalls die streitbare Jugend nach Mirecourt, wo man indessen sehr erstaunt über das Anrücken der kriegswütigen Bauern war, und zuerst nicht recht wußte, was man mit ihnen anfangen sollte. Bald jedoch klärte sich der Vorfall auf. Der Inhaber einer Fernsprechstelle hatte ein vertrauliches Schreiben erhalten, das bestimmte Anweisungen für den Fall von Unruhen enthielt. In seiner Aufregung hatte er geglaubt, daß es sich um nichts weniger als um eine Mobilmachungsorder handele, und war mit der Schreckensnachricht zum Bürgermeister gestürzt, der sofort als guter Patriot seine Pflicht tat und die Sturmglocken läuten ließ.
„Spiegelpanzer- zur Unsichtbarmachung.
Der Madrider „Heraldo"! berichtet über die Erfindung eines spanischen Ingenieurs namens Omedes, durch die die „Unsichtbarmachung" von Truppen und Geschützen ermöglicht werden soll. Es handele.sich um eine Art Spiegelpanzer, der in einem bestimmten Winkel zum Erdboden derart eingestellt werden könne, daß. die vor ihm liegende Fläche wiedergespiegelt werde, während alles, was sich hinter ihm befinde, infolge der Undurchsichtigkeit dieses Spiegel-,.Panzers" verdeckt würde. Diese Erfindung könne jedem einzelnen Soldaten zugute kommen, und ein hinter dem Spiegelpanzer verborgenes Geschütz beispielsweise sei auf wenigstens 250 Meter unsichtbar. „Heraldo" kündigt an. daß diese Erfindung offiziell geprüft werden würde.
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Volkswirtschaft
Berliner Effektenbörse.
Die Berliner Esfektenbörse vom Montag eröffnete in freundlicher Haltung. Die Spekulation nahm aus allen Marktgebieten Deckungen und Meinungskäufe vor, und auch seitens des Publikums lagen wieder Orders vor. Die Kurse konnten daraufhin um durchschnittlich 1 bis 1^ Prozent anziehen Besonderes Interesse war wieder für Montanwerte vorhanden, von denen Dt. Erdöl ■ um 2 Prozent anziehen konnten Ferner erhöhten sich Gelsen- kirchen um 1% Rheinstahl um 1K Prozent sowie Mannesmann und Sind* um 1 ^ Prozent Bei Farben bewegte sich der Gewinn zwischen '/> und 1 Prozent Kaliwerte zogen bis zu 2 Prozent an Am Elektromarkt besserten sich Siemens um etwa % und AEG um 1 Prozent Bei der Tarnwsrien lagen die Erholungen zwischen 1 und 1% Prozent Rsichsbankanteile gingen bei lebhaftem Gsbbwt I Bw'ent m die Höhe. Kunstseidenaktien lagen ruhig.
Am Geldmarkt war lagesgeld tm Zusammenhang mit dem bevorstehenden Ultimo etwas stärker gesucht. Es wurde mit 4,5 Prozent bzw 4,37 Prozent und darüber genannt. Monatsgeld unverändert 5 -7 Dozent
Am Devisenmarkt hat tue Erholung des englischen Pfundes nicht lange oorgehaMu 3m Verlauf der Börse wurde ein neuer Tiefstand erreicht. Man. handelte London gegen Kabel mit 3,20. Dieser Kurs entspricht einer Reichsmarkparität von 13,50.
Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 13,46 13,50, holl Gulden 169,33 169,67, Belga (Belgien) 58,27 58,39, ital. Lira 21,51 21,55, dän. Krone 70,23 70,37, norm. Krone 69,38 69,52, franz. Franken 16,47 16,51, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz Franken 80,92 81,08, span. Peseta 34,40 34,46, schwed. Krone 72,98 73,12, österr. Schilling 51,95 52,05, nichtamtlich Polen 47.15 47,35.
Berliner Produktenbörse.
Auf Grund von Stützungskäufen war die Tendenz an der Berliner Produktenbörse vom Montag fester. Am Zeitgeschäftemarkt zeigten sich Kursbesserungen für Roggen und Weizen von etwa 1% bis 2 Mark Im Prompthandel blieben die Notierungen unverändert. Der Mehlmarkt wies wiederum nur kleines Bedarfsgeschäft auf. Hafer war gehalten, Gerste ruhig.
Notierungen vom 28. November 1932:
Weizen, mark.
Roggen, mark. Braugerste Futtergerste Hafer, mark., neue Ernte
Für 1000 Ko.:
193—195
154-156
170-11 161—H
124-129
Für 100 Kg,: Weizenmehl 24,10—27,10 Erdnußkuchen 10,70 Erdnußkuchenmehl 11,00
Roagenmehl Weizenkleie
19,75—22,10
9,40—9,75
8,60—9,00
80 PIktoriaerbsen 31,00—26,00
.68 Kl. Speiseerbsen 20,00—23,00
Futtererbsen ^,00—l$,O0
Leinkuchen Trockenschnitzrl Sosabohnenschrot ab Hamburg ab Stettin
W
Achtung, Sie hören: am Mittwoch, 30. November
Welle 1634,9 Königswusterhausen (Deutsclsiandsender).
6.35, 12 und 14: Konzert. 14.45: „Der Himmelsschnei-- der", Ein Märchenspiel. 15.45: Landfrau, hilf dir selbst! 16.30: Konzert. 17.30: Bücherstunde. 18: Die bürgerliche Singspielbewegung 1720—1820. 18.30: Volk und Rasse. 20: Bunter Abend. 21.10: Volksschicksale im Südosten. 22.30: Von London: Blaskonzert. 23: Nachtkonzert.
Welle 389,6 Leipzig.
6.35: Frühkonzert. 10.10: Schulfunk: Deutsch und fremde Sprachen. 10.15: Dienst der Hausfrau: Vom SKtE 12T MlliMoWrlHMMMffuU^Der Weg zur Bilanzsicherheit. 15.35: Wirtschaftsnachrichten. 16: Für die Jugend: 1. „Texasliese", Hörspiels 2. Zeitgenössische Schulmüsiks 3. „Das Märchen vom Schweinehirten" von Andersen. 18.35: Italienisch. 18.50: Interview mit der Fliegerin Marga von Etzdorf. 19.05: Aufgaben und Organisationsfragen des Einzelhandels. 19.30: Werke von Daniel Francois Auber. 21: Blick in die Zeit. 21,10: Paul Keller-Gedächtuisstunde. Vorspruch und Tert- auswahl: Hans Christoph Kaergel. 21.10: Ludwig van Beethoven: Violinsonate (G-Dur): Werk 96. 22.25: Nachtmusik aus München.
Welle 360,6 Mühlacker.
7.20, 10, 10.30, 12, 13.30 und 17: Konzert. 16: Kinderstunde. 18.5Ö: Die Hypnose der Not. 20: „Der tapfere Soldat". Operette von Oskar Strauß. 22: Autorenstunde. 22,45: Schallplatten-Rätsel.
MNießs Lekannimackungen
Mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten in Kassel gebe ich in diesem Jahre für die Stadt Hersfeld und die Gemeinde Niederaula von den Sonntagen im Dezember den 4,, H, und 18, Dezember ds. ^s. und zwar den 4, Dezember für die Stunden von 13 bis 18 Uhr, der 11. und 18. Dezember je bis zu acht Stunden — in keinem Falle jedoch über 18 Uhr hinaus — unter Ausschluß der Zeit des Hauptgottesdienstes, für den Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen frei. Für die gleiche Zeit ist die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern zugelassen.
Für die übrigen Gemeinden des Kreises sind nur zwei Sonntage, und zwar der 11. und 18 Dezember ds. Js. in dem vorstehend angegebenen Umfange frei-
gegeben.
He-sfeld, den 25. 11. 1932.
Der Landrat.
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$0. Ab. We»er, Aktiengesellschaft, HerSfelb ist am 24. November 1932 folgendes eingetragen:
Nach Beschlußder Generalversammlung vom 22. Oktober 1932 ist das Grundkapital in erleichterter Form d'urch Einziehung und Vernichtung der für kraftlos erklärten Aktien Nr. 271 bis 320 um 50 000 auf 300 000 RM. herabgesetzt worden. — Durch die Generalversammlung vom 22. Oktober 1932 sind § 3 des Gesell- schastsvertrages (Grundkapital) geändert und die §§ 10—15 (Aussichtsrat) neu beschlossen worden.
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