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Memiichte Konlerem?

In Genf hat der Völkerbundsrat seine vor etwa vier Wochen abgebrochenen Verhandlungen wiederaufgenommen. Man wird sich mit zwei kritischen Fragen befassen, nämlich mit dem mandschurischen Konflikt, ferner mit den Vorberei­tungen für die Weltwirtschaftskonferenz. Die letztere Frage hat durch die Erklärung des amerikanischen Delegierten Nor- man Davis ein gewisses sensationelles Interesse gefunden, da Amerika offenbar willens ist, auch die politischen Schul­den mit in den Kreis der Schuldenaussprache einzubeziehen.

Von aktuellerer Bedeutung sind aber die Besprechungen, die außerprogrammäßig hinter den Kulissen zwischen den Hauptvertretern der Völkerbundsdelegationen über die Äbrüstungsfrage geführt werden. England wie Ita­lien, aber auch Frankreich haben ein starkes und durchaus begreifliches Interesse daran, Deutschland wieder offiziell an den Verhandlungstisch der Abrüstungskonferenz zu brin­gen. Das wird so lange nicht möglich sein, so ange nicht von französischer Seite die bindende und eindeutige Erklärung vorliegt, daß die deutsche Gleichberechtigungsforderung eine Selbstverständlichkeit sei, da nur gleichberechtigte Völker sich über das gleiche Thema erfolgreich unterhalten vermö­gen. Diese Erklärung steht zur Zeit noch aus. Es ist mög­lich, daß mit der Ankunft Herriots in Genf diese Grundfrage in ein entscheidendes Stadium tritt. Allerdings rechnet man in unterrichteten Völkerbundskreisen damit, daß das Pro­blem der Gleichberechtigung auch jetzt in Genf" noch keine Lösung finden kann, sondern in diplomatischen Verhandlun­gen zwischen den Hauptinteressierten weiter behandelt wer­den muß. Damit rückt der Gedanke einer Viermächte-Kon- Eerenz wieder in den Vordergrund, wenn man sich auch deut- einerseits sehr zu überlegen haben wird, ob eine solche Aktion >en deutschen Interessen gerecht werden kann.

Welche Bedeutung die Anerkennung der deutschen Gleichberechtigungsforderung'hak ergibt sich am deutlichsten, wenn man sich einmal den Gegensatz zwischen den Vertei­digungswaffen, die man uns zubilligt und jenen, die man auf der anderen Seite für notwendig hält, näher ansieht. Fangen wir bei den Franzosen an, deren letzte Manö­ver im Zeichen der Motorisierung der Armee standen. Die Franzosen verfügen heute über 53 größere Werke, die Kraft­wagen produzieren und deren größtes im Monat 10 000 Automobile herzustellen vermag. 25 andere Werke stellen Kraftschlepper her. die als-Zugmaschinen für Geschütze und Heeresgerät aller Art dienen. Neun Werke bauen lediglich Kampfwagen aller Größen und Klassen. Das ist nur ein wenn auch äußerst wichtiger Ausschnitt aus der französischen Rüstungsindustrie. Nicht viel anders sieht es bei den Tschechen aus, die-die französischen Bundesgenossen in Osteuropa und auf dem Balkan mit allem möglichen Kriegs­material versorgen. Die bedeutendsten Rüstungswerke in der Tschechoslowakei sind die Skoda-Werke, die heute unaus­gesetzt 36 000 Arbeiter mit der Fabrikation von Heeres­gerät beschäftigen. Neben Skoda gibt es aber in der Tsche­choslowakei noch 23 Unternehmungen für den Bau von Ge­schützen und Tanks Skoda fertigt außerdem Heeresflug­zeuge an. 1926 betrug die Jahresproduktion bereits fünf­hundert Flugmaschinen. Heute wird sich die Leistung ver­doppelt und verdreifacht haben.

Unaus­gesetzt wird an der Konstruktion besonders leistungsfähiger T a n k s gebaut. Die Amerikaner haben einen Springtank herausgesiracht. der außerdem waffer- und selbstverständlich auch gasdicht abgeschlossen ist und Flußläufe durchqueren kann. Dieser Tank, der mit einem 7,6-Zentimeter-Geschütz ausgerüstet ist und auf ebenem Gelände in der Stunde 160 Kilometer zurückzulegen vermag, hat bei den Versuchen Gräben in einer Breite von mehr als 10 Metern übersprun­gen. Auf höchste Geschwindigkeiten wird überhaupt beson­derer Wert gelegt. Franzosen, Engländer und Amerikaner haben heute Kampfwagen, die auf Raupen laufen, und sogar in schwierigem Gelände im Durchschnitt 40 bis 60 Ki­lometer zurücklegen. Sie sind außerdem mit mehreren Ma­schinengewehren und Geschützen ausgerüstet. Bei derartigen Geschwindigkeiten entstehen für die Abwehr der angreifen­den Tanks unerhörte Schwierigkeiten. Namentlich die Ar­tillerie kann die rasch fahrenden Tanks nicht wirkungsvoll genug unter Feuer nehmen. Damit aber aus der Luft her die Anwesenheit von Tanks nicht festgestellt werden kann, hat man jetzt Raupenketten geschaffen, die am Boden keine Spuren hinterlassen.

Auch auf dem Gebiete des G e s ch ü tz b a u e s herrscht überall fieberhafte Tätigkeit. Das Ideal bildet eine lei­stungsfähige Kanone, die gleichzeitig wie ein einfaches Ge- schütz funktioniert, dann aber ebenso leicht auch für die Tank- und Fliegerabwehr zu benutzen ist. Auch die Scho­nung des Materials spielt für die Konstrukteure eine nicht unbedeutende Rolle Heute ist fast überall ein Verfahren im Gang, das die Auswechselung von sogenannten Seelrohren mitten im Gefecht zuläßt Seelrohre sind weniger kostspie­lig; sind sie ausgeschofsen, dann werden sie ersetzt, ohne daß das Geschütz an Kampfwert verloren hat. Auch die Mündungsbremsen sollen bas Material vor einer zu starken Abnutzung schützen und vor allem den Rückstoß mildern. Die Spreizlafette findet sich ebenfalls bei den Versailler Mächten. Sie gestattet ein Schwenken des Geschützes nach allen Seiten und erhöht die Treffsicherheit, ohne daß sich die Lafette beim Schuß in den Boden einwüylt. Interes­sant ist ein Geschütz der Spanier, das gepanzerte Räder be­sitzt, die in der Feuerstellung zum Schutze der Bedienungs­mannschaft ausgeschwenkt werden können.

Viel Kopfzerbrechen verursacht nach wie vor die Moto­risierung. Eine übertriebene Verwendung des Motors stellt den Generalstäbler vor ernste Aufgaben. Dennoch wird kräftig daran gearbeitet, möglichst alle Geschütze mit Schlep­pern zu versehen oder auf Kraftwagen zu setzen. Die Ame­rikaner verfügen über ein 75-Milsimeter-Geschütz, das auf einem Kraftwagen ruht, der in unebenem Gelände 67 Kilo­meter zurucklegt. Sie versprechen sich von diesem Geschütz sehr viel. Kürzlich haben sie ein ganz schweres Ferngeschütz eingeführt, das natürlich motorisiert ist. Dieses Geschütz ist mit einer Flugabwehrkanone verbunden. Beide Kanonen können mit Leichtigkeit von einer Stellung in eine andere überführt werden.

Ein besonderes Kapitel ist das Kriegsgas, mit dessen Vervollkommnung sich alle Staaten, ausgenommen natürlich Deutschland, beschäftigen. Wir kennen die Kampf­gase der Versailler Mächte nicht, möchten aber annehmen, daß sie im wesentlichen die alten deutschen Kriegsgase, also Blau-, Gelb- und Grünkreuz, übernommen haben. Jeden­falls ist von neuen Entdeckungen bisher nichts bekanntge­worden. Dafür wissen wir aber, daß es überall eine hoch­

entwickelte Kampfgasindustrie gibt. Die Tschechoslowakei besitzt drei chemische Werke, die ausschließlich Gas produ­zieren und damit die Balkanstaaten und die übrigen Vasal­len Frankreichs ausrüsten. Frankreich verfügt über sechs staatliche und 24 Privatwerke.

So lassen sich zahllose Einzelheiten über die Rüstung der anderen aneinander reihen, wobei noch gar nicht die Neukonstruktionen auf dem Gebiete des F l u g w e s e n s berücksichtigt sind. Hier wollen mir nur an die Flugzeug­mutterschiffe, die schwimmenden Flughäfen, erinnern, die ständig verbessert werden. Das amerikanische Flugzeugmut­terschiffLexington" ist wohl das größte seiner' Art. Es kann 90 startbereite Bomben- und Kampfflieger an Bord führen und außerdem 45 abmontierte Maschinen, die jeder­zeit startbereit gemacht werden können. Diese Schiffe sind besonders gefährlich, weil sie bis in die nächste Nähe des anzugreifenden Objektes vorstoßen können und dann fort­laufend die zurückkehrenden Flieger mit neuen Kampfstof­fen versehen, zu denen auch die Elektronbomben gehören, Bomben, die mit einem nicht löschbaren metallischen Mag­nesium gefüllt sind. Daß mir uns gegen diese Angriffswaf­fen schützen wollen und darum die Gleichberechtigung ver­langen, können uns nur die verübeln, die diese Waffen gegen uns ins Feld führen wollen.

Aus her Heimat.

Beginn der Winterhilfe. Nach einer Mitteilung der Deutschen Liga der Freien Wohlfahrtspflege sind von Mitte September bis Ende Oktober d. I. insgesamt über 29,4 Mil­lionen Kilogramm oder rund 3000 Waggons Lebensmit­tel, Brennstoffe und Kleidungsstücke aus den verschiedenen Gebieten des. Reiches für die Winterhilfe von der Reichs­bahn frachtfrei befördert worden. Und zwar find 400 000 Zentner Kartoffeln und zusammen 43 000 Zentner Fleisch, Obst, Gemüse, Brotgetreide, Mischsendungen usw., ferner 90 000 Zentner Kohlen und Briketts und rund 55 000 Zent­ner Brennholz und Torf an die mit der Durchführung der Winterhilfe betrauten Organisationen zur Verteilung für die Winterhilfe gelangt.

* Einheitliche Regelung des Schuljahres. Nach einer neuen Verfügung der Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen, in Kassel, hat diese im Interesse der Einheitlichkeit unseres Bezirks den Schluß eines jeden Schuljahres auf den 31. März festgesetzt und den Beginn des neuen auf den L April. Wenn diese Termine in die Ofterferien fallen, findet die Ent­lassung der nicht mehr schulpflichtigen Kinder am Tage des Ferien beginnt, die Aufnahme der Schulneulinge und die Neubildung der Klassen am Tage des Unter­richtsbeginns statt.

Her- selb. (Ortsausschuß für dieN i o b e" Volksspende auch in Hersfeld). Wie bereits in zahlreichen Städten geschehen, wurde gestern abend auch hier ein Ortsausschuß für ireNiobo"-Volksspende gebildet Die Marinekameradschaft hatte Einladungen an die Behörden, Schulen, Handel, Industrie, Gewerbe sowie Vereine und Verbände zu einer Besprechung im JWjau^aaV eichen 1*1,

Bürkle, der Vorsitzende der Marinekameradschaft hieß die Erschienenen herzlich willkommen und dankte für das zahlreiche Erscheinen. Er kam dann kurz auf das furchtbare Unglück, das unsere Marine betroffen habe zu sprechen, bei dem 69 brave Seeleute ihr Leben lassen mußten, darunter auch ein Sohn unserer Stadt. Das deutsche Volk stehe trauernd hinter den Hinterbliebenen und der Marine. Trotz der wirtschaftlichen Not habe sich das deutsche Volk zu einer Notgemeinschaft zusammen- gefunden, um ein neues Schiff erstehen zu lassen. In vielen Städten seien Ortsausschüsse für eine ,Niobe"- Volksspende gebildet und die Hauptgeschäftsstelle Berlin habe sich auch an Hersfeld gewandt, mit der Bitte, diesem Beispiele zu folgen. Er bittet nun die An- wesenden sich zu diesem Gedanken zu äußern. Es ent­spann sich eine lebhafte Debatte und wurden von ver­schiedenen Seiten Anregungen gegeben, in welcher Weise die Sache unterstützt werden könne. Man war sich da­rüber einig, daß sich Hersfeld hierbei nicht ausschließen dürfe. Es wurde dann ein engerer Ausschuß gebildet, dem Vertreter der Marinekameradschaft, Militärvereine, und Schulen angehören, der die Vorschläge näher besprechen soll. Es wurde angeregt, einen Aufruf in der Presse zu erlassen, sowie eine Morgenfeier in den Lichtspielen zu verunstalten, bei der verschiedene Marincfilme gezeigt werden sollen, außerdem eine größere Veranstaltung in der Turnhalle, die in Gestalt eines bunten Abends gedacht ist. Auch in den Schulen soll noch besonders auf die Spende hingewiesen werden. Näheres wird in den nächsten Tagen in der Presse be- kanntgegeben. Nach Worten des Dankes schloß hierauf der Vorsitzende die Sitzung.

Her feld. Im Wege der Fürsorgearbeit wurden jetzt verschiedene Verbesserungen an den Wegen in dem neuerschlossenen Baugelände des Hasenwii.kels vorgenommen. Durch Arbeitsdienstwillige werden jetzt Verbesserungen an den bei der Verkoppelung i aufgeworfenen Wegen durchgeführt und ausgeschiedene Wege beseitigt.

Kassel. (Erd st ö ß e auch in Hesse n). Die heftigen Erdstöße, die in der Nacht zum Montag im Rheinland besonders heftig zu verspüren waren, haben auch in Kassel noch verhältnismäßig heftige Bodenbe- wegungen hervorgerufen. Häuser wurden erschüttert, und in den Wohnungen verschoben sich teilweise die Möbel. Auch in Frankenberg wurde ein schwacher Erdstoß verspürt. Schaden ist aber in keinem Falle angerichtet worden.

Kassel. Gestern morgen gegen 10.30 Uhr ereignete sich in der Kronprinzenstraße ein schwerer Unfall. Ein Klempner war mit Reparalmarbeiton an einem Hause beschäftigt. Infolge eines Fehltritts stürzte er aus einer Höhe von 2V2 Stockwerken in den vor dem Hause gelegenen Garten, wobei er auf Gebüsch und auf den Gartenzaun fiel. Außer einer Wunde am Auge hat er anscheinend innere Verletzungen erlitten. Die Ar-

bertersamariter sorgten für erste Hilfe und Ueberführung in ein Krankenhaus. Wegen Branntweinsteuerhinter- Ziehung verurteilte das Erweiterte Schöffengericht den Kornbrennereibesitzer Petri aus Marburg und den Arbeiter Gehls aus Schersede zu je zwei Monaten Gefängnis und 107 000 RM Geldstrafe und den Brennermeistkr Becker aus Schersede zu üns Monaten Gefängnis und 107 000 RM. Geldstrafe.

Kassel. Im Rahmen der Lustschutzübungen wurde am Dienstag in Kassel die gesamte'Stadtbe­leuchtung ausgeschaUet Die Dunkelheit wurde von den Kommunisten eifrig für Propagandazwecke ausgenutzt. Sprechchöre zogen unter fortgesetzten Nieder- und Anti. Kriegsrusen durch die Straßen. Ein großes Schupo­ausgebot sorgte aber überall für die Aufrechterhaltung der Ordnung.

Römhild. DaS dreijährige Töchterchen des Arbeiters Ernst Seeber verbrühte sich an einem Eimer heißen Wasser so schwer, daß eS nach furchtbaren Qualen verstarb.

Fürfteuwald (Bez. Kassel). Einbrecher stahlen nachtS einem Invaliden 26 Hühner und schlachteten sie an Ort und Stelle ab. Nach den polizeilichen Er­mittlungen scheinen die Täter aus Kassel gekommen zu sein.

Jmmiugerode. Auf dem Grundstück deS Land­wirts Karl Dtolte brach ein Feuer aus, das sich schnell ausbreitete, und durch das die mit Erntevorräten gefüllte Scheune und die Stallungen ein Opfer der Flammen wurden. Verbrannt sind auch eine Sau mit 11 Ferkeln sowie eine in der Scheune untergestellte Dreschmaschine- Von den erschienenen Wehren konnte daS Feuer auf seinen Herd beschränkt werden, sodaß bat Wohnhaus unversehrt blieb. Man vermutet, daß das Feuer ange­legt worden ist.

Frankfurt a. M. In Sachsenhausen versuchte eine 27jährige Frau falsche Fünfmarkstücke zu veraus­gaben. Sie wurde dabei festgenommen. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung fand man im Nähzeug versteckt weitere Falschstücke, die beschlagnahmt wurden. Unter dem Verdacht der Mittäterschaft wurde ihr 32= jähriger Bräutigam verhaftet. Er erklärte, mit der Sache nichts zu tun zu haben. Die Frau gestand, allein Falsifikate hergestellt zu haben Der Richter hat Haftbefehl gegen beide erlassen, da berde schon mehrfach vorbestraft sink

Marburg. Nach Abschluß des Staatsvertrags vom 23. März 1928 war es zwischen Preußen und Waldeck zu Streitigkeiten um Eigentumsrechte an Grund­stücken gekommen. Preußen hatte Bad Wildungen übernommen, aber 29 Einzelgrundstücke in den Ge­markungen Wildungen, Altwildungen, Kleinern und Geismar beanspruchte Waldeck für sich. Preußen beschritt im Frühjahr 1931 den Klageweg. DaS Gericht trat jetzt dem Kasseler Standpunkt bei und wies die Ansprüche des Gemeindezweckverbandes Waldeck zurück. Der St.rer.1- wert des Prozesses wurde auf 120 000 Mark festgesetzt. Von dieser Summe muß der Gemeindezweckverband Waldeck elf Zwölftel, Preußen ein Zwölftel bezahlen.

Eine Gattenmörderin

Darmstadt, 23. November. Das Schwurgericht ver­urteilte am Dienstag die Ehefrau Soest aus Niederste» bersbach im Odenwald wegen Totschlages an ihrem Manne zu acht Jahren Zuchthaus.

Frau Soest hatte, um einen jungen Mann heiraten zu können, ihren Mann auf den Speicher ihres Hauses gelockt, wo sie vorher einen richtigen Galgen errichtet hatte. Sie hatte dem ahnungslosen Manne im Verlaufe eines vom Zaun gebrochenen Streits plötzlich eine Schlinge um den Hals geworfen und zugezogen.

Raubübersail auf ein Psarrhaus

Boenninghardt (Kreis Moers), 23. November. Auf den katholischen Pfarrer Sanders wurde in der Nacht ein Raub­überfall verübt. Vier Banditen drangen in das Schlafzim- mer des Pfarrers ein und zwangen diesen mit vorgehaltenen Bevolvern, den Geldschrank zu öffnen, aus dem sie alles vorhan­dene Geld an sich nahmen. Sie forderten auch noch die Brieftasche des Pfarrers. Sodann schloffen die Verbrecher den Pfarrer in seinem Schlafzimmer ein. Einem Hund, der ihnen im Treppenhaus begegnete, schnitten sie den Hals durch. Die Täter, denen etwa 300 Mark in die Hände fie- en, konnten unerkannt entkommen.

Die Wetteraussichten.

Die Wetterbesserung, die am DienStag in West- deutschland eingetreten ist. wird schon im Laufe der Nacht zum Miltmoch kenbet sein. Der äußerst intensive Sturmwirbel bei ISland en wickelt einen krustigen Ausläufer über dem Kanal, der uns rasch Niederschläge bei stürmisch-auffrischenden Südwestwinden bringen wird. Am Mittwoch dürsten wir bereits an die Rückseite dieser Störung kommen, wo die Wolkendecke wieder ausreißt und der Regen mehr schauerartige Formen an nimmt Die Gesamtwetterlage wird äußerst unbeständig und zeigt bei stürmischer Lmtbewegung rasche Aenderungen.

Wittecungsaussichlln für Donckerstag: Weiter­hin rasch veränderliches Wetter bei lebhaften Südwest­winden und mehrfachen Niederschlägen.

Dom Büchermarkt.

Neuer Wunderglaube. Das außergewöhnliche Interesse, mit dem die große SondernummerWunder­glaube der Gegenwart" ausgenommen worden ist, ver­anlaßtDie Woche", dazu ein ErgänzungSheft herauS- zubringen: Nr. 48 mit dem TitelNeuer Wunderglaube". Gedankenübertragung, Schriftdeutung, Handlesekunst, Kartenlegen und Volksaberglaube sind diesmal die Hauptthemen. Die neueWoche" überall für 40 Psg.