DeutschlandsAuffaslung
zum franMchen Abrüftungsolan
Berlin, 16. November.
Nach Beurteilung der zuständigen deutschen Stellen charakterisiert sich der veröffentlichte französische Plan durch seinen Aufbau von vornherein nicht als ein Abrüstungsplan, sondern als ein Plan zur politischen Organisierung Europas nach den bekannten französischen Gesichtspunkten.
Es sind in neuer Form die alten Gedanken des Genfer Protokolls, die hier wieder aufgenommen werden, und die schließlich auf die Sicherung des territorialen Status quo hin» auslausen. Dabei enthält der Plan zwei wesentliche logische Konstruktionsfehler. Er verbindet einmal Maßnahmen, die sofort verwirklicht werden könnten und müßten, mit solchen, deren Durchführung lange Zeit erfordern würde. Ferner macht er Sicherheitsvorschläge, die eine bereits vollzogene allgemeine Abrüstung und einen gewissen Rüstungsausgleich zwischen allen Staaten zur Voraussetzung haben müßten.
Gleichberechtigung verschoben
Die Frage der deutschen Gleichberechtigung wird in dem französischen Plan vollständig offengelassen. Die Verwirklichung unserer Ansprüche wird in eine ungewisse Zukunft verschoben, wenn auch eine Art Rahmen dafür durch die Bestimmung geschaffen ist, daß in allen Staaten dieselbe Hee- resorganisakion zur Durchführung gelangen soll.
Soweit das Kapitel 1 des französischen Planes in Frage kommt, sind hier nach wie vor die in Anlage F zum Locarno- Vertrag festgelegten Vorbehalte von Bedeutung, die sich auf die besonders militärische und geographische Lage Deutschlands beziehen, und die sich in diesem Jahre viele Staaten zu eigen gemacht haben. Die vorauszusehende englische Ablehnung einer Erweiterung des Sanktionssystems hat die französische Regierung dazu geführt, zum Kernpunkte ihres Sicherheitssystems, den europäischen kontinentalen Nichtan- grifsspakt zu machen. Hier erheben sich alle die Bedenken, die deutscherseits seit Jahren gegen ein solches System geltend gemacht worden sind.
Völkerbund in Frankreichs Diensten
Die politische Hegemonie, begründet auf militärische Aeberlegenheit einzelner Staaten und Staatengruppen, wird hier verewigt. Das französische Bündnissystem wird in Volkerbundsform sanktioniert, wobei das ganze System von demjenigen Staat als bequemes Instrument gehandhabt werden kann, der sich mit seinen Trabanten im Völkerbundsrat eine einfache Mehrheit zu schaffen vermag. Besonders cha- rakteristisch für die französische Einstellung ist dabei die Ein- zelbestnnmung über bestehende besondere Vereinbarungen womit natürlich die Demilitarisierung des Rheinlandes gemeint ist, die mit allen sich daran knüpfenden militaristischen Konsequenzen In Geltung bleiben soll.
Die Vereinheitlichung oder Standardisierung der euro- parschen Festlandarmeen ist wohl der einzige aesunde Gedanke, den der französische Plan enthält. Deutscherseits be- siehe kein Grund, diesen Punkt und den damit verknüpften einer besonderen DölkerbuttVsürmtt
Und die Kolvniattruppen?
Sehr zweideutig sind die Ausführungen des französi- , ichen Planes über die Sonderrechte und Sonderstellung der Kolonialmächte, die anscheinend ihre Ko- lomalarmeen nicht oder nicht wesentlich abzurüsten brauchen. Der größte Teil der französischen Kolonialarmeen von
000 Mann langgedienter Truppen ist nur wenige Dampferstunden von dem französischen Mutterlande entfernt, zum Teil ist er sogar in Frankreich garnisoniert.
Völlig grotesk mutet der Vorschlag an, das den Milizarmeen zu entziehende schwere Material unter einer nominellen Völkerbundskontrolle in den einzelnen Ländern selbst zu lagern, und jedem Staat nach seinem Ermessen, falls er sich angegriffen fühlt, wieder zur Verfügung zu stellen. Daß auch andere angegriffene Staaten auf dieses Material zurück
greifen können, ist utopisch, da ja doch die Angehörigen einer Milizarmee mit schwerer Artillerie, an der sie nicht ausgebildet wurden, und mit Flugzeugen nichts anzufanaen wüßten.
MUMrische Aeberle^entzeit MrechSerhkilen
Auf diese Weise will Frankreich es vermeiden, seine ungeheuren Mengen schweren Maierials durch Zerstörung, die Deutschland hundertprozentig durchführen mußte, auch nur zu reduzieren. Es sichert sich damit eine Ae'ieriegenheit auf dem Gebiete der qualitativen Rüstungen, die dazu dienen muß, die Ungleichheit, die wir bekämpfen, zu verewigen.
Unklar formuliert ist die an sich durchaus begrüßenswerte Forderung nach einer internationalen Kontrolle der Massenfabrikation. Was die Kontrolle mit Jnvestigationsrecht anlangt, die der Plan fordert, so wird diese deutscherseits nicht grundsätzlich abgelehnt, wohl aber auch deutscherseits gefordert, daß eine solche Kontrolle gleiches Recht, gleiche Beschränkungen und gleiche Pflichten zur Voraussetzung hat.
Alle Gesichtspunkte einer durchgreifenden und radikalen Abrüstung fehlen völlig. Es ist keine Rede von einer Abschaffung der Schiffe über 10 000 Tonnen und der U-Boote. Zur Abrüstung der Luftstreitkräfte wird nur bekanntes wiederholt.
Mehr als bescheidene Fortschritte
Vus dem Gesagten ergibt sich, daß die Abrüstungswir- kung des französischen Planes, wenn er angewandt würde, recht geringfügig sein müßte. Die nächste Wirkung wäre jedenfalls eine Vertagung der effektiven Abrüstung auf längere Zeit.
Der Plan ist auch in seinem bescheidenen militärischen Teil vollkommen auf die französischen Bedürfnisse und die Entwicklung des französischen Heeres zugeschnitten, das auf dem Wege einer fortschreitenden Verkürzung der Dienstzeit nunmehr an der Milizgrenze angelangt ist. Der Plan sieht vor, daß andere Staaten dem französischen Beispiel folgen sollen, um den Abstand, der zwischen dem französischen und anderen Heeren besteht, aufrechtzuerhalten.
Tatsächliche Gleichberechtigung und die Sicherheit, die aus der allgemeinen Abrüstung entspringt, wird anderen Staaten nicht gewährt. Diese werden auf juristische Sicherungen verwiesen sowie aus den Schuh, den ihnen die fran- zösischen Armeen auf Grund des Artikels 16 zuteil werden lassen würden. Damit soll die politische Suprematie, wie sie sich auf der militärischen Wehrmacht ergibt, verewigt werden. Das Fehlen von konkreten Vorschlägen für die Verminderung der militärischen Kräfte muß auf das schwerste enttäuschen.
Es ist vorauszusehen, daß bei Befolgung des französi- schen Vorschlages eine fünfjährige Abrüstungskonferenz an Stelle einer fünfjährigen Abrüstungsetappe treten würde. In Paris hat man, offenbar im Gegensatz zu London, wo ein gewisses Verständnis für die Notwendigkeit zutage getreten ist, noch immer nicht Sinn und Zweck der Abrüstungskonferenz erkannt. ' •
Bedenkliche Erläuterungen
Gelegentlich der Veröffentlichung des französischen Memorandums veranftaltete die französische Delegation einen Presseempfang, bei dem der Delegierte Aubert den französi- schen Plan in großen Zügen zusammenfaßte. In seinen Slugfübnmg^frrtr^^H-^
Zösische Plan ein unteilbares Ganzes (!) bilde Er unterstrich dabei die im Schlußteil des Memorandums ent= l)altene Feststellung, daß der Plan, so weit er den technischmilitärischen Teil betreffe, nur stufenweise verwirklicht werden könne, und daß dabei die Erfahrungen, die hinsichtlich der loyalen Durchführung der fürs erste getroffenen Bestimmungen gemacht werden, zugrunde gelegt würden.
Bedenklich war auch an den Ausführungen des fran- zösischen Vertreters der allerdings auch schon in dem Memorandum enthaltene Hinweis, daß das dem Völkerbund zur Durchführung der gegenseitigen Hilfeleistung zur Verfügung gestellte Kriegsgerät in den einzelnen Staaten aufbewahrt werden soll. Dabei betonte Aubert ganz besonders, daß dies natürlich nur für solche Staaten in Betracht komme, die über solches Kriegsgerät verfügten!
* MMngton erwartet praktische Borschläge
^ Washington, 17. November.
Der französische Abrüstungsplan wird gegenwärtig in Washington geprüft. Der erste Eindruck ist der, daß der Plan „sehr kompliziert und in manchen Punkten bedenklich" erscheine. Die mitgeteilten Einzelheiten hält man für kaum durchführbar. Trotz der Bedenken will man aber den französischen Borschlag sorgfältig prüfen. Man hofft auf die allmähliche Entstehung eines praktischen Planes, wenn man auch den Enthusiasmus, der nach Zeitungsmeldungen bei der amerikanischen Delegation angeblich herrschen soll, diesmal nicht teilt.
Präsident H o o v » r ist nach Washington zurückgekehrt. Hoover nahm sofort das Schuldenproblem in Angriff, Pas nunmehr nochmals mit den Regierungsmitgliedern Hberprüst wird, 's
Bessere Aussichten
Reichsminister Dr. Warmbold vor dem Einzelhandel.
Berlin, 15. November.
Reichswirtschaftsminister Dr. Warmbold hielt vor der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels eine Rede, in der er u. a. ausführte: Ihre Tagung fällt in einen Zeitpunkt, in dem wir die ersten Anzeichen einer gewissen Besserung nach jahrelanger Krise beobachten können.
Man darf die berechtigte Hoffnung haben, daß diese Besserungszeichen auch in den nächsten Monaten anhalten werden, und daß, wenn keine besonderen Ereignisse eintre- ten, im kommenden Frühjahr ein noch deutlich sichtbarerer Umschwung in der Wirtschaftslage der wichtigsten Länder und auch Deutschlands einkreten wird.
Diese ersten Keime der Hoffnung müssen aber sehr pfleglich behandelt werden. Welche Anzeichen der Besserung können wir nun beobachten? Es ist keine Frage, daß auf dem Weltmärkte schon vor einigen Monaten die Rohstoffpreise eine Besserung erfuhren. Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß die Lagervorräte in der Welt nicht mehr ansteigen, sondern daß zum mindesten Erzeugung und Verbrauch zum Ausgleich gebracht sind, und daher die Lagervorräte das erreichte Niveau bewahren können.
Von nicht geringerer Bedeutung ist die außerordentliche Verflüssigung der Geldmärkte in den wichtigsten Wirtschaftsgebieten der Welt. Die Verflüssigung der Geldmärkte hat außerhalb unserer Grenzen bereits begonnen, auf die Kapitalmärkte Überzugreifen. Das muß als weiteres Zeichen der Besserung gewertet werden. Die Wirkung des niedrigen Reichsbankdiskonts auf den Kapitalmarkt hat sich auch in letzter Zeit bemerkbar gemacht. Die Kurse der festverzinslichen Papiere sind gestiegen, und das ist ja das erste Zeichen dafür, daß der Kapitalmarkt eine Belebung erfährt, die die Vorbereitung für den wirtschaftlichen Aufschwung darstellt.
Nach allen diesen Anzeichen dürfen wir auch für unser Land den Standpunkt vertreten, daß die Krise den Tiefpunkt erreicht hak, und daß wir erwarten dürfen, daß, wenn keine innerwirtschaftlichen Störungen den Verlauf der Dinge beeinträchtigen, in den kommenden Monaten eine langsame Besserung unserer Verhältnisse eintritt.
kommt alles darauf an, die bereits aus natürlichen , Gründen wirksamereKrLft*mnd di- StärhmtrrMr^'*^ | das Wlrtfchaftsprogramm erfahren haben, durch den Willen und den Entschluß gerade in den Kreisen der selbständigen I , unterstützen und zu fördern. Das ist das ' sicherste Mittel der Selbsthilfe, das in diesem Augenblick / wem einzelnen empfohlen werden kann.
Stammes-Kämpfe in Abellimen
London, 16. November.
Angehörige eines füdabessinischen Stammes haben bei einem Einfall in das Gebiet von kenya 150 Angehörige des dort ansässigen Galla-Stammes getötet, eine Anzahl Einwohner fortgeschleppt, Dörfer zerstört und Vieh geraubt.
Die Angreifer waren mit Gewehren ausgerüstet, ihre Opfer nur mit Speeren. Der Ueberfall hat sich östlich des Rudols-Sees abgespielt.
Zwei Schwestern werden glücklich
Roman von Helma von Hellermann
Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale)
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»Dies waren ihre Zimmer, in denen sie mit besonderer Vorliebe weilte. Von hier können wir gleich auf die Terrasse."
Barbara stieß einen leisen Ruf des Entzückens aus.
»Wie gut kann ich die Vorliebe Ihrer Frau Gemahlin für diese Zimmer begreifen, Exzellenz!"
Ein sehnsüchtiger Ausdruck war in den grauen Augen, Äs ihr Blick über die köstlichen, mattfarbenen Teppiche und die Einrichtung schweifte, die erlesenen künstlerischen Geschmack und hohen Wert verrieten.
Plessing machte eine einladende Bewegung nach der Terrasse hin, wo er ihr einen Korbsessel anbot; er schob sich einen zweiten heran.
»So viel ich über Ihre Tüchtigkeit im Beruf weiß, so wenig weiß ich über Ihr Privatleben, Fräulein Pohl", bemerkte er dann. »Wollen Sie mir nicht ein wenig von sich erzählen?"
Barbara lächelte. Aber um ihren Mund war auf einmal ein weher Zug.
»Es ist alles so alltäglich, Exzellenz — ich will Sie damit nicht langweilen! Viel Arbeit, viel Sorge — und Freude. Ein Tag reiht sich an den anderen..."
»So geht es uns allen, liebes Fräulein Pohl", erwiderte Plessing ruhig. „Nur das Gefäß ist verschieden, der Inhalt nie. Ich wüßte gern mehr von Ihnen!"
Und willenlos dem freundlich bittenden Klang der tiefen Männerstimme gehorchend, begann Barbara von ihrer Jugend zu erzählen. Von der Mutter Tod und des Vaters tragischem Ende — von der jungen Schwester, um deren Zukunft sie so bangte, und von eigener Arbeit, die sie nach harten, sorgenvollen Jahren endlich in eine gesicherte Stellung geführt.
„Soweit man heutzutage von .sicher' sprechen kann", endete sie, matt auflachend.
„Das lassen Sie meine Sorge sein, Fräulein Pohl." Plessing erhob sich. Autohupen kündete die Ankunft der erwarteten Herren. „Eine so wertvolle Kraft wie die Ihre muß unseren Werken erhalten bleiben — selbstverständlich unter günstigeren Bedingungen als bisher, damit kein Konkurrent Sie uns wegschnappt!"
Er hatte ein freudiges Dankeswort erwartet. Aber Barbara hob den Kopf, ihre grauen Augen sahen ihm ernst an:
„Wenn Sie mir die Freude an meiner Arbeit nicht rauben wollen, Exzellenz, dann bitte ich herzlich, alles beim alten zu belassen."
In des Mannes Zügen malte sich leichtes Staunen, dann eine tiefe Freude. Mit impulsiver Bewegung streckte er ihr die Hand hin.
„Ich bin beschämt — und freue mich dessen, liebes Fräulein Pohl. Sie haben recht: Es gibt Dienste, die man nicht bezahlen kann. Und nun entschuldigen Sie mich auf einige Minuten, ich muß die Herren begrüßen. Sobald alle versammelt sind, darf ich Sie herunterbitten lassen. Machen Sie sich's hier inzwischen bequem."
Ein freundschaftliches Zunicken, dann war Barbara allein. Von freudiger Unrast ergriffen, ging sie auf der Terrasse langsam hin und her, dann zurück in die beiden Zimmer, wanderte zwischen den zierlichen, köstlich geschnitzten Möbeln umher, diesen und jenen Gegenstand mit den Fingerspitzen zart berührend.
Hier hatte die Frau gehaust, die sie am Vorabend ihres Todes in den Armen gehalten... Schwebte nicht noch ein Hauch von ihr in diesen schönen Räumen? Das Porträt dort an der Wand mochte ein Kinderbildnis von ihr sein; Barbara vermeinte, die zarten Züge darin wieder- zuerkennen. Auf dem kleinen Damenschreibtisch standen zwei Photographien in silbernem Rahmen. Sie beugte sich herab — und fühlte plötzlich ein erneutes Aufschnellen ihres heute so unruhigen Herzschlags. Alexander Plessings Augen blickten sie an, hell, durchdringend auf dem einen,
jugendstolz und besitzesfroh auf dem anderen Bild. „Allezeit der Deine", stand darunter in der charakteristischen Handschrift, die Barbara so gut kannte.
Wieder trat sie auf die Terrasse, legte beide Hände auf die steinerne Brüstung und sah versonnen in die Weite. Eine leise, sehnsüchtige Traurigkeit beschwerte auf einmal ihr Herz. Es mußte etwas unsagbar Herrliches sein, fia; geliebt zu wissen...
* * *
Ein Diener erschien und bat sie hinunter. Er führte sie in ein holzgetäfeltes Zimmer mit hohen Bücherschränken. Als sie eintrat, löste sich Plessing aus der Gruppe der ihn umstehenden Herren und stellte ihr höflich die Herren vor, soweit sie ihr noch nicht bekannt waren. Dann setzte man sich um den Tisch, Barbara griff nach Heft und Füllfeder — die Konferenz begann. Es waren vertrauliche Besprechungen über die geplanten Aenderungen im Betrieb der vereinigten Werke.
Zwei Stunden arbeiteten sie. Dann hob der Hausherr mit kurzem Schlußwort die Sitzung auf und bat seine Gäste hinüber in das Eßzimmer, wo ein reichgedeckter Teetisch ihrer harrte. Bald füllte der Duft des aromatischen Getränks und feiner Zigaretten die Lust; lebhaft flog das Gespräch hin und her, mit Lachen und Anekdoten gemischt.
Barbara, die nur auf besonderen Wunsch des Generaldirektors geblieben war, kam zwischen diesen und Doktor Mertens, einem jovialen Fünfziger, als Direktor ihr wohlbekannt, zu sitzen.
Und Plessing freute sich insgeheim über die heitere, unbefangene Sicherheit, mit der sich das Mädchen in schlichtem, schwarzseidenem Kleide unter den Herren gab. Etwas von fraulicher Würde und Wärme ging von ihr aus. — Sie müßte heiraten, dachte er, ihre Hände betrachtend, die wie geschaffen schienen, ein Kind zu hegen. Ihnen war dieser sehnlichste Wunsch versagt geblieben, was Marion oft leidvoll empfunden. Ach, Marion, Marion — wie kalt war das Haus, wie leer das Leben ohne sie... (Fortsetzung folgt.)