Kleines Revirement
Wettere Veränderungen im diplomatischen Dienst.
Berlin, 3. November.
Reichspräsident von Hindenburg hat ernanni^ Den Generalkonsul Dr. Areiherrn von Grunau zum Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt; den Vortragenden Legatwns- rak Dr. Graf Adelmann von Adelmannsfelden zum Generalkonsul in Kattowitz; den Ministerialdirektor i D. Dr. Zechlin zum Gesandten in Mexiko; den Gesandten ;. D. Dk Freylag zum Gesandten in Lissabon; den Gesandten Dr. Schmidt- Elskop-Montevideo zum Gesandten in Rio öe 3aneiro, t’ß« Gesandten von Bülow-Asuncion zum G^ieralkonsu in Kalkutta; den Gesandten ;. v. Weiß zum Gesandten in Asun- cion; den Vortragenden Legationsrat Dr. Grobba zum Gesandten in Bagdad; den bisherigen Untergeneralsekretar des Völkerbundes Freiherr Dufour-Feronce zum Gesandten in Belgrad; den Gesandt,chastsrat Dr. V'stor zum Gesandten in Quito; den Genero-lv ;ul in Jerusalem Dr. ^lord zum Gesandten in Bangkok.
Burgfrieden nach der Wahl
Versammlungsverbok vom 6.-19. November.
Berlin, 4. November.
Der Reichspräsident hat durch eine auf Grund des Artikels 48 Absatz n der Reichsverfassung erlassene Verordnung ein mit dem Wahltage in Kraft tretendes Verbot aller öffent- lichen politischen Versammlungen, also auch solcher in ge- schlossenen Räumen, erlassen, das zu dem in Kraft bleibenden Demonstrotionsverbot Hinzukritk. Das Verbot aller öffentlichen Versammlungen ist auf die Tage voM 6. bis 19. November 1932 befristet.
Zweck dieses Verbotes ist es, daß nach Abschluß des Wahlkampfes eine Entspannung der durch ihn hervorgerufenen starken politischen Erregung eintritt, und daß den Polizeibeamten, an deren Dienst die letzten Wochen erhöhte Ansprüche gestellt haben. eine Ruhe- und Erholungspause gegönnt wird
Um Sie Durchführung in Sachsen
Die sächsische Regierung ist im Hinblick auf das Verbot aller öffentlichen politischen Versammlungen mit Rücksicht darauf, daß am 13. November in Sachsen Gemeindewahlen stattfinden, sofort beim Reichsministerium des Innern wegen einer Ausnahmebewilligung für Sachsen für die Zeit vom 6.—13. November vorstellig geworden.
Kalte Dusche für herriot Rückreise nach Frankreich.
Madrid, 4. November.
Ministerpräsident Herriot und sein Gefolge haben Madrid verlassen, um nach Frankreich zurückzukehren.
Die Erregung der Presse über die Zwischenfälle, die Herriots Spanienreise begleiteten, hat sich noch nicht gelegt. „Republique" fordert Neubesetzung verschiedener diplomatischer Posten. Die Reise Herriots nach Madrid sei vom französischen Botschafter in Spanien ungenügend vorbereitet worden. Frankreich brauche Botschafter wie in Washington, in Nam—in Moskau, .in-..SSrüffaG in Modrid.—Seit Jahren wisse man im Ausland, wie unzulänglich die französische Propaganda sei. Das müsse aufhören. „Victoire", das Blatt Hervös, spricht von einer kalten Dusche, die Herriot in Madrid erhalten habe, geht aber als einziges Blatt den Dingen auf den Grund. Auch in Spanien sei man. sich darüber klar, daß ohne eine deutsch-französische Annäherung eine wirtschaftliche und finanzielle Wiederbelebung der Welt nicht möglich sei. Kein vernünftiger Mensch in irgendeinem Lande der Welt könne annehmen, daß der wirtschaftliche und finanzielle Verfall aufhören werde, solange die Aussicht auf einen deutschfranzösischen Konflikt bestehe und solange der Bolschewismus in Rußland nicht zurückgehe. Den Bolschewismus in Rußland eindämmen zu wollen, solange Deutschland sich im Zustande der Erregung gegen Frankreich befinde, sei einfach Wahnsinn.
. Es gebe aber keine Beruhigung und keine Entspannung in Deutschland, solange gewisse Unaueaealickenbeiten des
uetjatuer Vertrages nicht revidiert seien. Von allen großen Siegernationen sträube sich heute nur noch Frankreich gegen die Revision. Darin müsse man die Erklärung für die Madrider Kundgebung gegen Frankreich suchen.
Schlechte AurMen Hoosers Das Endergebnis einer Probeabstimmung.
New Pork, 4. November.
Die Wochenschrift „Literary Digest" gab das Schluß- ergebnis ihrer im ganzen Lande mehrere Wochen hindurch veranstalteten Probeabstimmungen bekannt.
Danach führt Roosevelt in einundvierzig Bundesstaaten mit einer Stimmenzahl von etwa 3 : 2. Insgesamt abgegeben wurden 3 064 497 Stimmen. Davon erhielt Roosevelt 1 715 789 Stimmen oder 55,99 Prozent; Hoover 1 150 398 oder 37,53 Prozent; der sozialistische Kandidat Thomas 148 079 Stimmen oder 4,84 Prozent. Hoover führt nur in Maine, Vermont, Newhampshire, Massachusetts, Rhodsis- land, Eonncecticut und Newjersey. Roosevelt besame danach 474 und hoover 57 Wahlmänner Stimmen.
_ -Ste onr-uieiL^ahmiii^ ProhLabstimmung des „Literary Digest" kam dem wirklichen Wahlergebnis bis zu gut 95 Prozent nahe. „Literary Digest" weist jedoch darauf hin, daß einige wichtige Staaten heiß umstritten sind, und daß die Republikaner auf Grund der kürzlichen Intensiven Wahlkampagne Hoovers darauf rechnen, diese Staaten zu gewinnen.
Berlin im Aerlehrsftreil
U-Bahn, Straßenbahn und Autobus stillgelegt.
Berlin, 4. November.
Das gesamte Personal der Berliner Verkehrsgesellschaft ist in den Streik getreten, so daß ganz unerwartet — die Abstimmung unter dem Personal hatte die erforderliche Mehrheit für den Streik nicht ergeben — weder Straßenbahn noch U-Bahn noch Autobus verkehren. Einige Arbeitswillige versuchten, auf einzelnen Linien den Straßenbahnverkehr in Gang zu bringen; doch mußten sie wieder davon abstehen, da die Wagen von Streikenden demoliert und die Fensterscheiben durch Steinwürfe zertrümmert wurden.
Die Mannschaftswagen, die in der dritten und vierten Morgenstunde das Personal zu den Betriebsbahnhöfen bringen sollten kehrten mit fast teeren Wagen zurück da sich nur ein geringer Teil Arbeitswilliger emgefunöen hatte. An den Betriebsbahnhöfen der B V.G waren noch in der Nacht uniformierte Strsikjwst-.n aufgestellt worden, die allen Arbeitswilligen den Zutritt zu den Wagenhallen verweigerten. An' verschiedenen Stellen kam es zwischen Streikposten und Arbeitswilligen zu Reibereien, die jedoch von der Polizei im Keime erstickt werden konnten Die Polizei hat bereits Sicherungsmaßnahinen getroffen und befindet sich in erhöhter DienstKrestuhaft So sind besonders Streifenwagen eingesetzt und die Straßenposten verdoppelt worden.
Vor den einzelnen Straßenbahndepots sind zahlreiche Streikposten ausgestellt.
Verhandlungen zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Bürgermeister Dr. Elsas, Sem- Vorstand der BVG. und den Gewerkschaften lind er^ebnisias verla aßen, Der Vorstand, der VVGTyäPHraufhin den Schlichtüngsausschuß Berlin angerufen.
Zwischen der Leitung der BVG. und den Arbeiterver- kretungen finden Verhandlungen statt, die zum Ziel haben, > den Streik so schnell wie möglich zu beenden. Seit dem 30. August herrscht bei der BVG. ein tarifloser Zustand, der dadurch verursacht wurde, daß eine Einigung über die von der Gesellschaft vorgeschlagene Stundenlohnsenkung um 2 Pf. nicht erzielt werden konnte. Man muß nun abwar- ten, wie die Verhandlungen zwischen den beiden Parteien ausgehen. Sollten sie scheitern, so ist anzunehmen, daß der Reichsarbeitsminister mit einem Schlichtungsverfahren ein- greift. Zunächst hängt das aber von der weiteren'Entwicklung ab, die um so zweifelhafter ist, als der Streik — von den Gewerkschaften abgelehnt — stark politischen Charakter hat.
Der nationalsozialistische „Angriff" veröffentlicht zu dem
Verceyrsstrelk einen Ausruf. Es heißt Darin: „Der Ursprung dieses neuen wirtschaftlichen Kampfes von 20 000 Arbeitnehmern der B.V.G. ist in jahrelanger sozialdemokratischer Korruptionspolitik und in der Notverordnung des Herrn von Papen zu suchen. Auch dieser neue wirtschaftliche Kampf wird die Nationalsozialisten wie immer in vorderster Front für die Rechte der Arbeitnehmerschaft sehen.
Die Berliner warteten frühmorgens zu Tausenden an den Haltestellen auf ihr gewohntes Verkehrsmittel. Erst als sie durch Flugblätter über den Streik bei der B.V.G. unterrichtet wurden, setzten sich die Massen in Bewegung, um zu Fuß an ihre Arbeitsstätten zu gelangen.
Bereits in der 6. Morgenstunde hatten die Taxi ein Geschäft, wie sie es seit Jahren nicht beobachten konnten,
An vielen Füllen wurde sogar um die Kraftdroschke ge- kämpft. Kaum, daß auf der einen Seite der Passagier ausgestiegen war, wurde die Taxe schon von der anderen Seite wieder besetzt. In den Außenbezirken hatten die Angestellten und Arbeiter, als sie von dem Streik erfuhren, die Räder vom Boden und aus dem Keller geholt, um auf diese Weise in die Stadt zu gelangen
Zahlreiche Berhaltungen — Schiedsspruch gelallt
Die Politische Polizei hat im Laufe des Donnerstag- | nachmittag in den Verkehrsstreik eingegriffen und weit über 50 Streikposten festgenommen. Die Polizei entschloß sich zu dem Vorgehen, weil sie der Ansicht ist, daß die Hintergründe der Bewegung mehr auf politischem als auf wirtschaftlichem Gebiet zu suchen seien.
Mittlerweile hat der Schlichtungsausschuß folgenden Schiedsspruch verkündet: Der Manteltarif wird bis zum 31. März 1933 verlängert. Er gilt auf ein weiteres Jahr, wenn er nicht sechs Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Das zurzeit geltende Lohnabkommen wird verlängert mit der Maßnahme, daß ab 1. November bei den Löhnen sämtlicher Gruppen, mit Ausnahme der Fahrkartenausgeberinnen eine Kürzung um 2 Pf. pro Stunde eintritt. Das Lohnabkommen ist mit monatlicher Frist kündbar.
Die Gewerkschaften haben den Schiedsspruch abgelehnt, die Vertreter der BVG. dagegen sich zur Annahme bereit- erklärt. Gleichzeitig haben sie die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches beantragt.
Verschärfung des Berliner Berlehrsstreiks?
Ultimatum an die Ausständifchem / Massenberhastungen RGO. organisiert Sympathiestreiks.
Berlin, 4. November. Der von den Arbeitgebern am gerufene Schlichter hat den Schiedsspruch für verbindlt^ erklärt, die im Schiedsspruch vorgeschlagene Regelung bei gerechter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile bet Billigkeit entspreche. Die BVG. will auf Grund der Verbindlichkeitserklärung alle Hebel in Bewegung setzen, um den Verkehr heute aus sämtlichen Verkehrsmitteln — U-Bahn, Straßenbahn, Autobus — wieder aufnehmen zu können.
Die Arbeitnehmer, die bis 14 Uhr sich auf ihren Dienststellen nicht eingefunden haben, sollen fristlos entlassen werden.
Von einer Stelle, die sich als zentrale Streikleitung
i der Verlehrsarbeiter bezeichnet, wurde gegen Mitternacht
■ den Redaktionen eine Erklärung zugeleitet, wonach an den Beschlüssen der Streikleitung durch die Verbindlich- keitserktürung des «Schiedsspruches nichts "geändert werde; der Streik werde fortgeführt.
Im Zusammenhang mit dem wilden Streik bei der BVG. nahm die Polizei am Donnerstag abend die Berliner Bezirksleitung der AGO. (Industriegruppe Gemeinde und Verkehr) fest. Die Mitglieder dieser Gruppe befanden sich in einer Versammlung, die den Zweck hatte, einen Sympathiestreik der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke anzuzetteln. Insgesamt wurden 52 Funktionäre festgenommen.
Gestern nachmittag und am frühen Abend sind 105 Streikposten sistiert worden. Die kommunistische „Welt am Abend" ist vom Polizeipräsidenten wegen ihrer Stellungnahme zum Streik bis zum 12. November verboten worden. Auch die „Rote Fahne" ist wegen „Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und wegen vorbereitender Handlung zum Hochverrat" bis zum 12. November verboten worden.
CT»WM,m«m«»TO3«»«m»—»««u.iiMwamiw^«MdaL»W»»ML-M^^^^
Zwei Schwestern Werden glücklich
Roman von Helma von Hellermann
Copyright jy Martin Feuchtwanger, Hall» (Saale)
[8
„Gut, daß du da bist, Barbara, ich bin so müde... Nimm doch bitte den einen Koffer! Doktor Buchmann war so freundlich, mich im Auto heimzufahren — er ist noch in Loschwitz eingeladen.-
Gott sei Dank, daß sie nicht log!
„Wo wart ihr denn so lange? Es ist gleich halb zehn-, erwiderte Barbara mit leisem Vorwurf. „Ich habe mich sehr geängstigt.-
Brigitte hing Hut und Jacke an den Kleiderständer und fuhr glättend über ihr Haar.
„Das tut mir wirklich leid, Bärbel. Ich wußte nicht, daß es schon so spät ist! Wir waren in einer Konditorei, haben dort den Regen abgewartet und dabei anscheinend die Zeit verplaudert."
Die zarte Stimme klang ruhig.
„Hast du schon gegessen? Ach so, ich hatte ja alles mit. Das tut mir wirklich schrecklich leid, Bärbel! Aber ich hatte ja auch keine Ahnung, wie lange dein Samariterdienst dich aufhalten würde! Was habt ihr denn mit der kranken Dame gemacht? Brr — wie der das Blut über die Lippen floß - gräßlich!-
Sie schauderte zusammen. Half dann der kurz berichtenden Schwester das Abendbrot bereiten.
Sehr schweigsam verlief das klei-ne Mahl, denn jede war mit ihren Gedanken beschäftigt. Dann wurde schnell ausgepackt, alles für den kommenden Morgen gerichtet.
„Ach, ich bin müde-, klagte Brigitte, den Wecker auf. ziehend. „Wenn Meyers nur auch zu Bett gingen! Ehe über uns nicht Ruhe ist, kann ich nun mal nicht ein« schlafen.-
„Sie werden schon-, tröstete Barbara, mit liebevollem Blick die schlanke Mädchengestalt im weißen Nachthemd
umfassend. Weich wellte sich das schöne kastanienbraune Haar um den feinen Kopf. Brigitte saß auf Dem Bettrand und baumelte mit den nackten Füßen.
Als sie dem Blick der Schwester begegnete, nickte sie ihr zu und streckte — einem plötzlichen Impuls nachgebend — beide Arme nach ihr aus mit einer ihrer reizenden, zärtlichen Gebärden, denen gegenüber Barbara nie hart bleiben konnte.
Mit weichen Händen zog sie die Schwester an sich und küßte das Köpfchen, das sich so schmeichelnd und vertrauend an ihre Brust schmiegte.
„Ich war sehr garstig heute, Bärbelchen — verzeih! Es soll nie wieder vorkommen."
Barbara lächelte, nachsichtig und ein wenig gutmütig spottend. Nicht zum ersten Male hörte sie diese Versicherung.
„Laß nur, Kleines. Vorübergehende Launen darf man nicht tragisch nehmen, aber gib ihnen nicht .nach — zuletzi hinterlassen sie doch einen bitteren Nachgeschmack, auch bei dir. Schlaf nur recht schön! Behüt dich Gott, Gittalein."
„Behüt dich Gott, mein liebes gutes Bärbelchen!"
Stille herrschte in der schmalen Kammer, in der beide Mädchen noch lange wachten mit ihren Gedanken Vorübergehende Laune, hatte Barbara gesagt. Wie wenig wußte sie von dem, was die Seele der Schwester sei! Jahren bewegte, wie wenig von ihren Zukunftsplänen .. Von der Einladung zum Rennen hatte Brigitte geschwiegen. Sie hatte es gelernt, für außergewöhnliche Wünsche die richtige Stunde abzuwarten — eine Lebensweisheit, die sie schon früh erworben.
Barbara sann noch über die beiden Fremden nach, denen sie geholfen. Ob die Kranke wohl schlief — und genas? Brigittes spätes Nachhausekommen hatte sich gottlob harmlos aufgeklärt. Vielleicht hatte die Kleine recht, sie war wohl ein wenig zu ängstlich um sie besorgt! Ach, man hütete so gern, was man liebte!
Sie dachte an den morgigen Tag. Ob Doktor Unruh mit ihrer Vertreterin gut ausgekommen war? Wahrhaftig, sie freute sich aus morgen!
Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen schlief sü ein. Lautlos löschte die Nacht die letzten Geräusche, du ihren Frieden störten.
* * *
„— — therapeutischen Hilfsmittel zur Genüge aus probiert — — aus—pro—biert — — — wäre es eim immerhin nicht von der Hand zu weisende Möglichkeit - zu wei—sen—de Mög—lich—keit — — Donnerwetter passen Sie doch auf! Ich diktiere ja schon im Begräbnis tempo! Wenn Sie da nicht mitkönnen, würde ich liebet privatisieren und nir machen. Soll auch ’ne ganz an genehme Tätigkeit sein. Und die können Sie wenigstem richtig."
Erregte Schritte hin und her.
„Wo sind denn meine Notizen über die neuen Salizyl Präparate hin? Ich hatte sie doch hier in die Mappe - weg — natürlich verkramt. Da soll doch gleich..."
Schubladen wurden heftig aufgerissen und zugestoßen ein Stuhl fiel um.
„So, jetzt können wir überhaupt nicht weiterarbeiter — schöne Bescherung, das! — Nein! Hier hatte ich fit hineingelegt. Ich werde doch wohl wissen, wo... — Ick glaube, ich dachte - wenn Sie sich bloß das Glauben uni Denken abgewöhnen wollten, überlassen Sie das ruhic denen, die was davon verstehen! Und lassen Sie Ihr« Finger von meinem Schreibtisch!! Jetzt finde ich über Haupt schon gar nichts mehr! Himmelkreuzdonnerschock schwerenot — und dabei soll der Mensch seine Ruhe be halten!"
Der umgefallene Stuhl kriegte anscheinend einen Fnß tritt und polterte weiter Da hielt Barbara, die leift lachend vor der Tür gelauscht, ihren Eintritt für geboten
„Guten Morgen, Herr Doktor!"
Beim Klang der freundlichen Stimme fuhr der klein« Herr, der hochroten Kopfes mit beiden Händen im papiernen Chaos auf dem großen Schreibtisch wühlte, wi« der Blitz herum. Auf feinen verärgerten Zügen wuchs ein ungläubiges Schmunzeln. (Fortsetzung folgt.)