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Selbstmord einer jeltzstopsigen Familie

Roskilde (Dänemark), 4. Oktober. Ein furchtbares Fa- miliendrama wurde hier entdeckt. Man fand den 48 Jahre alten Rechtsanwalt Lonradfen, feine 47 Jahre alte Frau, die drei Töchter im Alter von 17, 14 und 10 Jahren dnb den 15jährigen Sohn durch Gas vergiftet tot auf. Auf dem Tisch lag ein von dem Rechtsanwalt und feiner Frau unter­schriebener Zettel, in dem sie um Verbrennung der Leichen baten. Der Grund für den Verzweiflungsschritt ist in wirt­schaftlichen Schwierigkeiten zu suchen.

Mit der Regimentslasse verschwunden

Paris, 5 Oktober. Der Gehilfe des Zahlmeisters des 878. Infanterie-Regiments in Remiremont ist mit der Regi­mentskasse, die 250 000 Francs enthielt, verschwunden. Nach dem Flüchtigen, der noch sechs Monate Dienstzeit vor sich hat, und der, wie man annimmt, nach Paris unterwegs ist, wird eifrigst gefahndet.

Ueber hundert Todesopfer eines Wollenbruchs

New Dock, 5. Oktober. Bei Tehachapi Canon (Kalifor­nien) find 80 Leichen von Menschen aufgefunden worden, die bei einem Wolkenbruch ertrunken sind. 13 andere Per­sonen werden noch vermißt und gelten als verloren. Die Leiche einer Frau wurde 30 Kilometer von ihrer Wohnung entfernt geborgen. Man befürchtet, daß außerdem noch 20 Wanderburschen von den Fluten überrascht wurden und ums Leben gekommen sind.

Allerlei Neuigkeiten

Adlon klagt gegen seinen Sohn. Der Hotelier Louis Adlon klagte vor dem Berliner Arbeitsgericht gegen feinen 25jährigen Sohn Karl, der in einem seiner Betriebe als Empfangschef angestellt war, und gekündigt wurde, nach­dem er sich mit der Tochter eines Chikagoer Hoteliers ver­heiratet hatte. Kar! Adlon hat sich geweigert, die Kündigung anzunehmen und die Wohnung in dem Hotel zu räumen.

Folgenschwerer Ausgang einer Schlägerei. In der Nacht kam es in Cuxhaven zu einer Schlägerei, die derart ausartete, daß die Polizei eingreifen mußte. Bei der Ver­folgung einiger Beteiligter erhielt ein Polizeibeamter einen S lag mit einem harten Gegenstand gegen den Kopf. Der Beamte machte von seiner Schußwaffe Gebrauch. Der 22= jährige Netzmacher Beckmann wurde mit einem Bauchschuß ins Krankenhaus eingeliefert, wo er seiner Verletzung erlag.

Ein schwerer Motorradunfall, dem zwei Menschen zum Opfer sielen, ereignete sich in der Nähe der mecklenburgi­schen Ortschaft Lübbersdorf. Ein Motorradfahrer mit So- zius fuhr in rasender Geschwindigkeit gegen einen Straßen- baum und stürzte. Während der eine der Motorradfahrer sofort tot war, starb der andere unter den Händen des Hebeigerufenen Arztes. Der Unfall ist auf reichlichen Al­koholgenuß zurückzuführen.

24 Leichtverletzte bei einem Zugzusammenstoß. In der Nähe von Stanislau in Südostgalizien ist infolge falscher Weichenstellung ein Personenzug in einen stehenden Güter­zug hineingefahren. 24 Personen wurden leicht verletzt.

Neun Schiffbrüchige gerettet. Ein frwi[^ boot hat neun Mann der Besatzung des dänischen Schiffes „Nordborg" nach Boulogne-sur-Mer gebracht. Das franzö­sische Boot hat die Mannschaft als Schiffbrüchige an Bord genommen. Der dänische Dampfer „Nordborg" wurde am Sonntag von einem großen Dampfer unbekannter Natio­nalität gestreift. Der unbekannte Dampfer setzte seinen Weg fort, ohne sich um die Notsignale des dänischen Schiffes zu kümmern. Dieses sank bald; die Besatzung hatte sich in Rettungsboote begeben, aus denen sie erst jetzt von dem französischen Fischerboot an Bord genommen wurde.

Freiwilliger Arbeitsdienst

Förderung durch die Deutsche Turnerschaft.

Der Vorstand der Deutschen Turnerschaft veröffentlich einen Aufruf, der sich mit der Förderung des Freiwilliger Arbeitsdienstes befaßt. Die Deutsche Turnerschaft hat be­reits viel auf diesem Gebiet getan und Vorbildliches ge­leistet und anderen Verbänden Wege gewiesen, und als erster Verband den Arbeitsdienst praktisch erprobt. Si« begann ihre Arbeit mit der Veröffentlichung eines Preis- ausschreibens, das dazu dienen sollte, daß die Vereine sich der Pflege des Freiwilligen Arbeitsdienstes annahmen. Die­ses Preisausschreiben wurde dann von 6000 Mark aus 22 000 Mark erhöht.

Dafür wurde von den Vereinen, die auch noch von der Turnkreisen Unterstützungen erhielten, eine gewaltige Arbeii geleistet. 270182 Tagewerke konnten durchgeführt werden, damit wurden fünf Turnhallen errichtet, vier Turnhallen ausgebaut, fünf Turnerheime erbaut, drei Umkleidehäuser, drei Bootshäuser und sieben Schwimmanlagen. 35 Turn- und Sportplätze wurden neu angelegt und 50 Turn- unk Sportplätze ausgebaut, also insgesamt 111 Uebungsplätz« entweder neu hergestellt oder ausgebaut. Auf diesem Weg« sind Arbeiten geschaffen worden mit einem Gesamtkosten betrag von 626 000 Mark in der Zeit vom 1. April 1932 bis 1. Juli 1532. Es wurden dadurch 2091 erwerbslos« Turner beschäftigt.

Da nunmehr von Reichs wegen geplant ist, dem Ar­beitsdienst eine andere Grundlage zu geben, ihn wesentlich auszudehnen, ihn einer einheitlichen Leitung zu unterstellen und von ihm nur volkswirtschaftlich wichtige Arbeiten aus­führen zu lassen, so wird die Deutsche Turnerschaft nicht ab­seits stehen sondern sich ebenfalls wieder mit ihren Mitglie­dern in den Dienst dieser Arbeiten stellen. Der Aufruf der Deutschen Turnerschaft weist die Leitung der Kreise, Gaue und Vereine darauf hin, daß sie sich bei den zuständigen Landesarbeitsämtern, bei den Forstverwaltungen, Landes­kulturämtern, Gemeindeämtern erkundigen, welche Bauvor­haben von diesen Behörden im Freiwilligen Arbeitsdienst demnächst ausgeführt werden sollen, damit die Vereine der DT. ihren arbeitslosen Mitgliedern rechtzeitig Nachricht zu­kommen lassen können, wenn sie sich um eine solche Betäti- gung bewerben wollen.

Turnen und Sport

König SuW

Der Deutsche Fußball-Bund hat in seinem Jahresbericht inter- essante Zahlen vom deutschen Fußball bekanntgegeben. Danach ist ein Mitgliederzuwachs von rund 40 000 zu verzeichnen gewesen und auch die Zahl der Vereine hat sich um rund 650 ganz be­trächtlich erhöht.

Dem DFV. gehören 1 025 3?6 Nilglieder aus 8602 vereinen an.

Auch der Kassenbericht zeugt von gesunder Wirtschaft, 188 558 Mk. wurden im Laufe eines Jahres eingenommen, der größte Teil hiervon mit 125 562 Mark sind Spieleinnahmen. In 700 000 Spielen waren rund 35 000 Mannschaften mit etwa 450 000 Ak­tiven beschäftigt und 700 Turnermannschaften beteiligten sich an den Meisterschaftsspielen.

Die DRU.-Saalsporl-Nnflerschaften in Magdeburg brachten den Teilnehmern aus Hannover große Erfolge. Nur der Titel im Einer-Kunstfahren fiel an den Rheinländer Beschoten, alle anderen Meisterschaften werden m... ----- ' ^<^„„,r„. I,^ Zweier- und Dreierradvall siegte jedesmal Taube Hannover, im Sechser-Schul- und Kunstreigen wurde Hawa-Göricke Hannover Meister und im Zweier-Kunstfahren triumphierten mit Vogler. Schestack ebenfalls Vertreter aus der Leinestadt.

o Welle 259,3 Leipzig.

Mi.den Hannoveranern gewonnen- Im - 12 und 13.15: Konzert. 14: FiltNL der Woche.

14.30: Kleinsiedlung. 15: Physikalische Bastelstunde. 16: Konzert. 18: Richtiges Wandern. 19: Chorkonzert. 19.30: W. Vespers zum 60. Geburtstag. 20: „Horrido". Text- folge mit Musik.

Gegen Mitteldeutschland hat der Süddeutsche Fußball-Ver- band für das Vorrundenspiel um den Bundespokal am Sonntag in Leipzig eine nicht sonderlich starke Elf aufgestellt und wird mll folgender Mannschaft antreten: Jakob-Regensburg; Eichhammer, Eckl, beide Regensburg; Hildebrandt-Ulm, Tiefel-Frankfurt, Graf- Böckingen; Fischer-Pforzheim, Strauß-Stuttgart, Vollweiler-Ulm. Münstermann-Aschaffenburg und Merz-Pforzheim.

Berliner Effektenbörse.

An der Berliner Effektenbörse roar am Dienstag eine wesent­liche Beruhigung festzustellen. Der Siemenskurs konnte sich sogar um \'/i Prozent erholen Auf Abgaben in Montanaktien und Farben machte sich bald eine stärkere Verstimmung bemerkbar. 3m Verlauf der zweiten Börsenstunde trat aber ein Umschwung ein, indem die Banken mit Interventionen vorgingen. Das Ge­schäft blieb allerdings ruhig, da das Publikum sich vollkommen zuruckhielt. J. G. Farben hatten anfänglich etwa 2 Prozent ein­gebüßt, konnten sich aber später auf fast 95 erholen.

Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas leichter 4,87 Prozent und darüber, Monatsgeld 5—7 Prozent.

Am Privatdiskontmarkt blieben die Notierungen unverändert 3,87 Prozent

Der Devisenmarkt zeigte kaum Veränderungen Pfunde wur­den gegen Kabel, New Uork mit 3,4537 gehandelt.

Devisenkurse. Dollai 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 14,53 14,57, Holl. Gulden 169,18 169,52, Belga (Belgien) 58,37 58,49, ital. Lira 21,58 21,62, dän. Krone 75,37 75,53, norm. Krone 73,18 73,32, franz Franken 16,48 16,52, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 81,10 81,26, span. Peseta 34,39 34,45, schwed. Krone 74,58 74,72, österr. Schilling 51,95 52,05.

Berliner Produktenbörse.

Das Angebot an Brotgetreide beider Arten ist an der Ber­liner Produktenbörse vom Dienstag wieder größer geworden. Die Mühlen hielten jedoch mit ihren Anschaffungen zurück, so daß Weizen und Roggen nur zu nachgebenden Preisen unterzubringen waren. Am Promptmarkt blieb Weizen unverändert, während Roggen 2 Mark verlor. Am Markt der Zeitgeschäfte verloren Wei­zen und Roggen ^—1 Mark. Mehl still Hafer gefragt.

Kotierungen vom

4. Oktober 1932:

Für 1000

Kg.:

Weizenkleie

9,50-9,90

Weizen, inürk.

203—205

Roggenklele

8,40—8,80

Roggen, märk.

156—158

Viktoriabersen

22,00—25,00

Braugerste

174—184

Futiererbsen

14,00—17,00

Futtergerfte

167-173

Ackerbohnen

—

Hafer, märk.

Wicken

17,00—20,00

neue Ernte

135—140

Leinkuchen

10,30—10,50

Für 100

Kg.: .

Trockenfchnitze!

9,20—9,50

Weizenmehl

25,25—29,00

Sojabohnenschrot

Erdnußkuchen

ab Hamburg

10,50

Erdnußkuchenmehl

11,80

ab S-eilin

11,40

Roggenmehl

20,40—22,90

Kartoffelfinden

—

P ' M T ■

v 7 f

Achtung, Sie hören:

am Donnerstag, 6. Moder

Welle 1634,9 Königswusterhausen (Deutschlandsender).

6.30, 12.13 und 14: Konzert. 15: Musikalische Kinder­stunde. 15.45: Frauenstunde. 16.30: Konzert. 18: Mu­sikalischer Zeitspiegel. 19: Stunde des Landwirts. 19.25: Für und Wider. Wegweiser durch die Zeit. 20: „Hor­rido". Textfolge mit Musik. 22.20: Lehar-Abend.

Welle 283,5 Berlin II—Magdeburg—Stettin.

6.35, 11.30 und 14: Konzert. 15.20: Die neue türkische Frau. 15.40: Goethe in Böhmen. 16.05: Altrussische Iko­nenmalerei. 16.30, 17, 18.15 und 19.10: Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17,50: Vom Blutdruck. 19.30: Die schwarze Völkerwanderung. 20: Komponierende Dirigenten. 21: „1 Stimme von Tausend". Funkdichtung. 22.25: Tanz­musik. 24: Konzert.

Welle 360,6 Mühlacker.

7.05, 10, 10.30, 12, 13.30 und 17: Konzert. 15.30: Stunde der Jugend. 18.25: Der Vitalismus. 18.50: Die Jugend im deutschen Daseinskampf. 19.30: Volkslieder. 20: Konzert. 21: Stunde der Aktuellen Abteilung. 22: Beethoven.

Amtliche Bekanntmachungen

Betr. Reichstagswahl am 6. November 1932.

Die Stimmkarteien bezw. Stimmlisten für die Reichs- tagSmaht am 6. 11. 1932 müssen in der Zeit vom 16.-23. Oktober 1^32 öffentlich ausgelegt werden. Ich ersuche die Herren Bürgermeister, die Karteien bezw. Listen jetzt schon durch die Aufnahme aller Personen, die bis zum Wahltage (einschließlich) 20 Jahre alt werden und nicht vom Stimmrecht aus­geschlossen sind (§ 4 der Reichsstimmordnung v. 14. 3 1924, RGBl. S. 173) und der Zugänge durch Zuzug zu veivollständigen. Ferner weise ich ausdrücklich auf die Verpflichtung der Gemeindebehörden hin, vor der Auslegung in ortsüblicher Weise bekannt zu geben, wo, wie lange und zu welchen Tagesstunden die Karteien bezw. Listen zu jedermanns Einsicht ausgelegt werden, sowie in welcher Zeit und in welcher Weise Einsprüche gegen sie erhoben werden können (§ 18, Abs. 2 der Reichsstimmordnung»

Hersseld, den 3, Oktober 1932. Der Landrat.

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