Konflikt mit Italien
Avwehrmatznahmen gegen die italienisch Devisenneuregelung
Berlin, 4. Oktober.
Die italienische Regierung hat eine neue Devisenregelung in Kraft gesetzt, die als gegen Deutschland gerichtet angesehen werden muß. Die Bestimmungen der neuen italienischen Devisenverordnung sind bedeutend ungünstiger für Deutschland als die, die Deutschland für seinen Devisenver- kehr mit anderen Ländern getroffen hat. Deutscherseits werden Gegenmaßnahmen erfolgen.
Nach der ganzen devisen- und wirtschaftspolitischen Situation ist es für Deutschland nicht möglich, die Devisenregelung von der Frage abhängig machen, ob mir mit diesem oder jenem Lande freundschaftlich stehen. Für Deutschland ist nur eine einheitliche Regelung allen Staaten gegenüber denkbar.
Ein Kompromiß mit einem einzelnen Staat würde dadurch sofort illusorisch gemacht werden, daß dann alle anderen Länder die gleichen Bedingungen für sich in Anspruch nehmen würden. Von unterrichteter Seite wird in diesem Zusammenhänge erklärt, daß die Frage der Devisenregelung mit den augenblicklich im Gange befindlichen Kontingents- oerhandlungen Deutschlands nichts zu tun habe.
In den nächsten Tagen wird sich eine Sonderkommis- sion nach Rom begeben, um mit der italienischen Regierung wegen des Devisenkonflikts zu verhandeln. Diese Kommission ist nicht mit der Kontingentierungsdelegation zu verwechseln, die vom Haag direkt nach Rom fährt, so daß also die Verhandlungen in Paris und Kopenhagen erst später angeschlossen werden. Die Devisenkommission besteht aus je einem Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Reichswirtschaftsministeriums und der Reichsbank.
Die Reichsregierung bat sich bereits mit dem Konflikt beschäftigt. Dabei ist bereits volle Einigkeit über die Gegenmaßnahmen erzielt worden.
Die KontingentsoerhaMungen
Das deutsch-belgische Abkommen.
Brüssel, 4. Oktober.
Die Verhandlungen zwischen Vertretern der deutschen und der belgischen Regierung über die Kohleneinfuhr haben zu einem Abkommen auf folgenden Grundlagen geführt. Im Monat Oktober wird die Einfuhr auf 47 Prozent der während der Vergleichszeit im Monatsdurchschnitt eingeführten Menge herabgesetzt. Wenn jedoch in diesem gleichen Monat X der Lieferungen aus Hausbrandkohle besteht, so wird das Kontingent auf 50,5 Prozent erhöht. Deutschland erhält als Kompensation Aufträge der belgischen Staatsbahngesellschaft.
Die deutsch-holländischen Besprechungen über die Durchführung der geplanten Kontingentierungsmaßnahmen haben im Haag begönnen.
Zehn Jahre Faschismus Der Große Rat huldigt Mussolini.
Rom, 4. Oktober.
Der Große Faschistische Rat hat eine Tagesordnung angenommen, in der dem Duce die Dankbarkeit der Schwarzhemden zum Ausdruck gebracht wird. Nach zehn Jahren der Revolution halten, so heißt es in der Erklärung u. a., die Schwarzhemden einen Augenblick auf ihrem Marsche an, um freudigen Blickes sich bewußt zu werden, welche gewaltigen Leistungen in der Zwischenzeit vollbracht worden sind, und wie diese Arbeiten das Aeußere und den Geist des Vaterlandes gewandelt haben. Nach Annahme dieser Tagesordnung wurden die weiteren Beratungen auf den 5. November vertagt.
Der Duce zeigte sich dann den auf dem Platz vor dem Palais versammelten faschistischen Bataillonen auf dem Balkon. Er wurde mit Begeisterung begrüßt. Der Generalsekretär der Partei brächte die eben angenommene Tagesordnung zur Verlesung. Mussolini richtete an die Versammelten eine kurze Ansprache, in der er feststellte, daß der Schwung der faschistischen Bewegung um nichts nachgelassen habe; er sei immer noch derselbe wie am ersten Tag. Um unsere Fahnen, so schloß Mussolini, schart sich in musterhafter Disziplin das italienische Volk in seiner Gesamtheit.
Ihr Mütter glaubt immer, einen ewigen Rechtsanspruch auf eure Kinder zu haben. Nora und ich werden sehr bald heiraten — in aller Stille, ohne Hochzeit und Aufsehen. Es kommt nur darauf an, ob du dir die Freude machst, an unserem Leben teilzunehmen oder ob du sie dir raubst."
„Rom ist noch nicht Majoren«. Ich werde ihre Mutter bestimme«.. .*
„Es kann sich nur noch um Monate handeln, daß sie mündig wird, Mutter."
Frau Barbaras Geduld war zu Ende. In den heftigsten Worten erging sie sich, um die Undankbarkeit des Sohnes und die Hinterlist der „aus Barmherzigkeit angenommenen Nichte" zu tadeln. Beherrscht, wie sie im Grunde genommen war, konnte sie doch, verlor sie einmal die Faffung, wenn nicht sehr heftig, so doch sehr bitter und ungerecht werden.
Sie stand an einen Sessel gelehnt, während ihr Sohn ruhig im Zimmer auf und ab schritt und ihre bösen Worte gelassen hinnahm. Sie würde sich so am besten in die neue Situation finden, überlegte er.
Seine Gedanken waren bei Nora. Das Kind würde sich ängstigen. Die Unterredung dauerte lange, viel länger, als er vorausgesetzt. Dennoch wollte er seine Mutter jetzt nicht dadurch verletzen, daß er Ungeduld und somit Geringschätzung für ihre Gedanken und Empfindungen verriet. Er zwang sich zur Geduld.
„Jedenfalls verläßt Nora noch heute mein Haus", entschied Frau Barbara hart, „und zwar, um es nie wieder zu betreten!"
„Das kann ich nicht hindern, Mutter", erwiderte Hell so, als handle es sich um die allergermgfügMe Angelegenheit.
Der KoMM Mgiermg-Meichstsg Neurath erscheint nicht vor dem Auswärtigen Ausschuß.
Berlin, 4. Oktober.
Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages ist von seinem Vorsitzenden, dem Abgeordneten Dr. Frick (NS.) für Dienstag, den 11. Oktober, einberufen worden. Auf der Tagesordnung steht ein Bericht über die Lausanner Verhandlungen.
Vor der Einberufung des Auswärtigen Ausschusses hat ein Briefwechsel zwischen dem Ausschußvorsitzenden Dr. Frick und dem Reichsaußenminister stattgefunden. Dr. Frick hat dem Minister seine Absicht mitgeteilt, den Ausschuß für den 11. Oktober einzuberufen und gefragt, ob der Minister bereit sei, in der Ausschußsitzung zu 'erscheinen. Er hat hinzugefügt, er könne sich Dorfteilen, daß die Reichsregierung selbst im Hinblick auf die schmierige außenpolitische Lage des Reiches Wert darauf lege, mit dem Auswärtigen Ausschuß in Fühlung zu treten, um womöglich eine Stütze für ihre Politik zu finden. Reichsaußenminister Freiherr von Neurath hat darauf mit einem Schreiben geantwortet, in dem es heißt:
„Den Nutzen eines politischen Gedankenaustausches zwischen der Reichsregierung und dem Auswärtigen Ausschuß will ich keineswegs in Abrede stellen. Zu meinem Bedauern bin ich jedoch nicht in der Lage, vor dem Auswärtigen Ausschuß zu erscheinen, solange nicht die Ihnen bekannte Frage der Teilnahme der Reichsregierung an den Ausschüssen des Reichstags geregelt ist. Was den von Ihnen in Aussicht genommenen Termin betrifft, so dars ich ergebenst darauf Hinweisen, daß die Völkerbundsversammlung voraussichtlich am 11. Oktober noch nicht abgeschlossen ist, so daß, vorausgesetzt, daß die prinzipielle Frage geregelt wird, die Hinausschiebung des Termins zu empfehlen wäre." Dr. Frick hat daraufhin den Ausschuh trotzdem für den 11. Oktober einberufen.
AurMis der Reichsbant Notendeckung 24,7 Prozent.
Berlin, 4. Oktober.
Nach dem neuen Ausweis der Reichsbank hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 479,7 Millionen RM. auf 3834,2 Millionen RM. erhöht.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 1,4 Millionen RM. aus 929,2 Millionen RM. erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 14,7 Millionen RM. auf 795,3 Millionen RM. zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 13,3 Millionen RM. auf 132,9 Millionen RM. abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am Ultimo 24,7 Prozent gegen 26,5 Prozent am 23. September dieses Jahres. , SkichskWimms M WiMe
3m Augenblick keine besonderen Maßnahmen.
Berlin, 4. Oktober.
In der Öffentlichkeit sind Gerüchte verbreitet, wonach der Arbeitsminister beabsichtigen soll, der Streikbewegung durch eine gemeinsame Konferenz mit den Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer entgegenzuwirken. Wie" von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist eine besondere Aktion nicht geplant. Selbstverständlich hat der Reichsar- beitsminister der Entwicklung bisher nicht einfach zugesehen. Es haben vielmehr gerade in der letzten Woche zahlreiche Besprechungen mit Vertretern sowohl der Unternehmer als auch der Gewerkschaften stattgefunden. Einige Gewerkschaftsvertreter sind auch vom Reichskanzler empfangen worden. Bei den Gewerkschaften selbst ist die Rechtsauffassung keinesweg einheitlich. Während die freien Gewerkschaften die Rechtsgültigkeit der Notverordnung anzweifeln, vertreten die Christlichen Gewerkschaften bisher den Standpunkt, daß sie sachlich zwar gegen die Notverordnung seien. Nachdem sie aber einmal vorliege, müsse sie ordnungsmäßig durchgeführt werden.
Bisher hat man in juristischen Kreisen den Eindruck, daß keine Partei große Neigung hatte, das Arbeitsgericht anzurufen. Es ist über möglich, daß eine solche gerichtliche Klärung nun doch in der nächsten Zeit erfolgt.
„Ich habe auch in gewissem Sinne nichts dagegen. — Jedoch: ich werde sie natürlich begleiten und mir dein Haus so lange versagen, wie du es ihr verbietest."
In diesem Augenblick überwog der Trotz in Frau Barbaras Herzen jede andere Empfindung.
„Wie du willst", sagte sie hart und verachtend »Lebe also wohl!"
„Mutter!" mahnte Hell bittend.
Sie stand schon an der Tür.
„Ich verliere meinen letzten Sohn; dann bleibt mir eben nur eins: die Arbeit für die Fabrik."
„Wird sie, die leblose Sache, dir den Menschen ersetzen können?" fragte Hell noch einmal. Es lag ein Flehen in seiner Stimme.
Frau Barbara lachte höhnisch auf.
„Was bist du mir denn schon gewesen, seit du erwachsen bist?"
Die Tür schloß sich hinter ihr.
Einen Augenblick stand Hell wie versteinert da.
Mutter, dachte er, Mutter, so hart kannst du sein?
Sie hat es schwer gehabt all die Jahre — so jung Witwe, die Leitung der Fabrik, die Enttäuschungen in ihren sozialen Ideen, Plänen, der Krieg und der Tod Der Brüder, die schweren Nachkriegsjahre — und ich? Gott, sie hat ja nur die Wahrheit gesagt. Ein erbärmlicher Wicht bin ich gewesen, um dieses Mädchens willen. Ich darf ihr nicht zürnen! Kleine Noral Nun aber: zu dir!
Ein warmes Gefühl durchströmte sein Herz.
Er mußte nach ihr sehen, sie in die Sachlage einweihen.
Nora hatte angstvoll gewartet — und flog Hell erregt entgegen.
„Hell, was sagt sie?"
„Noch ist sie böse; aber sie wird sich besinnen. Heute abend fahren wir zusammen zu Deiner Mutter."
„Zusammen? Hell, wie himmlisch!" jauchzte Nora auf; dann plötzlich besann sie sich: „Das heißt aber doch, daß deine Mutter mir sehr zürnt?"
„Tröste dich — laß ihr Zeit! Sie wird nicht lange unversöhnlich bleiben. Ich zerstöre alle ihre Pläne. Erst sollte
144000 Urin ie
Während die Zahl der Arbeitsdienstwilligen, mit kürzlich berichtet, am 1. September 1931 erst 106 betrug dann am 1. Januar d. J. auf noch nicht siebentausend gestiegen war, wurden am 1. September schon mehr als 144 000 Beschäftigte gezählt. Der Arbeitsdienst wendet sich überwiegend an die Altersklassen von 18 bis 25 Jahren Der Personenkreis dieser Alterklassen umfaßt reichlich vier Millionen junger Männer. Unter diesen wiederum erfährt die arbeitslose Jugend eine besondere Berücksichtigung. Eim Sondererhebung der Reichsanstalt von Ende Juli ergab daß die Zahl der männlichen jugendlichen Arbeitslosen mehr als eine Million, also ein Viertel der Gesermtzahl der Jugendlichen beträgt. Der größte Anteil entfällt auf dar' Rheinland mit mehr als 142 000. Dann folgen Sachsen mii 131 000, Brandenburg mit 126 000, Westfalen mit 105 00( und Mitteldeutschland mit 99 000. Hieraus ergeben sich Fingerzeige, in welchen Bezirken der Arbeitsdienst besonder- starker Förderung bedarf. Von den 5282 Arbeiten, die im Rahmen des Arbeitsdienstes am 8. September im Gange waren, entfallen denn auch 857 mit mehr als 23 000 Beschäftigten auf das Rheinland. In Hessen waren 809 Arbeiten mit 18 000 Beschäftigten, in Westfalen 693 Arbeiter mit 20 000 Beschäftigten, in Mitteldeutschland 488 Arbeiter mit 16 000 Beschäftigten im Gange. In Sachsen beträgt die Zahl der Arbeiten 388 mit rund 10 000 Beschäftigten Am geringsten ist die Zahl der Arbeiten in Ostpreußen (5£ mit etwa 3500). In den übrigen Landesarbeitsamtsbezirken liegt die Zahl der Arbeiten zwischen 250 und 370. Vor den im Gange befindlichen Arbeiten entfielen auf Boden- verbesserungen und Wasserregulierungen 1205 mit 38 00C Beschäftigten, auf Verkehrsverbesserungen 1021 mit 24 000. auf Wald- und Forstarbeiten 502 mit rund 15 000 und auf Siedlungen und Kleingartengelände 255 mit 16 000 Beschäftigten.
Der Schwerpunkt der Finanzierung des Arbeitsdienstes liegt in der Förderung durch öffentliche Mittel. Sie kann in einer Höhe bis zu 2 Mark für jeden Arbeitsdienstwilligen und Werktag gewährt werden, richtet sich im übrigen nach der wirtschaftlichen Bedeutung der Arbeit, nach der Höhe der Lebenshaltungskosten am Arbeitsort usw. Die Aufbringung der Restkosten, für Materialbeschaffung, Arbeitsgeräte usw. erfolgt durch den Bauherrn. Man rechnet damit, daß noch in diesem Kalenderjahr die Höchstbe- schäftigung von 200 000 Arbeitsdienstwilligen erreicht wird, der insgesamt 200 Millionen Kosten erfordern würde.
Aedttims zmÄMvdimMIcht?
Btklin, 4. Oltob«. Als Abschluß ton« Mihr«,aM«z beranstaltete der Reichsbund für Arbeitsdienst eine Kundgebung, zu der Vertreter des Reichsarbeits- und Reichs» Wehrministeriums und Vertreter der Landes- und Kom» munalbehörden erschienen waren. Der 1. Vorsitzende des Vundes forderte in seiner Rede den allmählichen Aeber- ^an^ von dem freiwilligen Arbeitsdienst zur Arbeits-
Gelamtaussperrung im Buchbindergewerbe?
Leipzig, 4. Oktober. Für das gesamte Leipziger Groß» buchbindereigewerbe ist die Aussperrung beschlossen und bei bnm Gefamtvrrband^vle GesamtcruMMUM^fur chas Reich beantragt worden.
Anlaß dazu gab ein Streik bei einer Leipziger Firma, die weiter 48 Stunden in der Woche arbeiten läßt, im Hinblick auf die Neueinstellungen aber nach der Vorschrift den Lohn für die 31. bis 40. Wochenstunde gekürzt aus- gezahlt hatte.
Die Bergarbeiter wTÄW
Scharfe Kritik am sozialpolitischen Teil der Notverordnung.
Bochum, 4. Oktober. Die Reichskonferenz des Berg- bauindustriearbeiterverbandes beschäftigte sich am Montag mit dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung. Das Mitglied des Hauptvorstandes, Martmöller, wandte sich mit aller Schärfe gegen den sozialpolitischen Seil- der Verordnung und gab zu bedenken, daß der Plan der Regierung mißlingen müsse, wenn die allmähliche Besserung der Wirtschaftslage, mit der die Regierung rechne, nicht eintrete.
ich Alice heiraten, um Die Familieubande zwischen Wolts und uns ganz eng zu knüpfen — und nun heirate ich dich, Die sie zu Demselben Zweck für Hermann bestimmt hatte."
„Für Hermann?"
„Ja, deshalb der Adoptionsplan! Du wirst ganz rot, Nora! Hättest du Hermann lieber gehabt? Noch ist es Zeit, Kind!"
5>elll"
Nora nahm die Hand des Vetters und zog sie an ihre Wange.
„Hermann", sagte sie, „ist mir wie ein Bruder!"
„Und ich?"
„Wie ein Vetter", blitzte ihn das junge Mädchen an, das bei ihm die hohe Schule des Reckens durchgemacht und sie gut absolviert hatte. Und sie lachten beide, trotz ihrer inneren Bedrücktheit.
„Pack nur Die nötigsten Sachen, Nora!" ordnete Hell an. „Ich glaube, Mutter wird uns sehr bald heimrufen. Ich muß sowieso nach Berlin Ich werde versuchen, dort ein Konzert zu geben. Da ich Den nötigen Mammon habe, die Maschine zu ölen, wird alles schon glatt gehen. Die ganze Sache ist zuerst eine Kapitalanlage"
„Und wenn Deine Mutter unversöhnlich bleibt?"
„Damit rechne ich nicht, Nora - ich kenne sie zu gut! Sie ist im Grunde genommen so unendlich gütig."
Es war Abend geworden, ehe man sich versah.
Nora freilich, nie an Tätigkeit gewöhnt war, fand, daß di/ Stunden unendlich dahinschlichen. Sie hätte so gern Drüben in Der Fabrik von diesem und jenem Abschied genommen. Von Den Brüdern Wolt. Und sie lächelte bei Den Gedanken, Daß Die Tante Daran gedacht, sie Hermann zu vermählen - von Happel, Den sie Hermann Wolt noch gern aus Herz gelegt, ihn und seine Familie. Frau Happel mußte in das Genesungsheim der Firma, und wenn er auch wirklich noch nicht Die zwei Jahre in der Fabrik arbeitete, Die eigentlich Voraussetzung Dafür waren Aber ihre Furcht vor Der Tante war zu groß. Sie wagte nicht, ihr Zimmer zu verlassen. Zum Abendessen holte Hell sie indessen hinunter. (Fortsetzung folgt.)