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. FrelMtger Arbeitsdienst

? Staatssekretär Dr. _ ' . lm Rundfunk.

Berlin, 9. August.

Staatssekretär Dr. Orlefer hielt einen Rundfunk- vortrag über die Durchführung des Freiwilligen Arbeit«- dienstes. Der Redner führte u. a. aus, es sei das gute Recht der Unternehmervereinigungen und der Gewerkschaften, dar- über zu wachen, daß durch den Freiwilligen Arbeitsdienst weder der freie Arbeitsmarkt noch das natürliche Gebiet der Notstandsarbeiten eingeschränkt und das überhaupt noch erreichbare Produktions- und Lohnvolumen nicht noch künst­lichabgenagt" werde.

1 Für die Unterbringung der Dienstwilligen kämen so­wohl die gemeinsame Unterkunft in einem regelrechten La­ger als auch die Unterkunft von einzelnen oder von Gruppen in Privatquartieren in Betracht.

Der Freiwillige Arbeitsdienst habe neben dem einen Ziel, nämlich der Arbeit, aber auch andere Aufgaben. Er müsse den jungen Arbeitswilligen Dauerwerte fürs Leben mitgeben. Die Arbeitszeit solle nicht weniger als 36 und nicht mehr als 40 Stunden in der Woche dauern. Innerhalb dieser Zeit müsse aber tüchtig gearbeitet werden. Dafür habe der Arbeitswillige Anspruch auf eine nahrhafte und tadellos zubereitete Verpflegung und auf eine angemessene Unterkunft. Allerdings könne die Vergütung zwei Reichs­mark für den Tag nicht übersteigen. Davon rechne man 1 bis 1,20 Reichsmark auf Verpflegung und Unterkunft, 0,50 Reichsmark für Taschengeld und den Rest für sonstige Be­dürfnisse.

Si«Se»llÄI>«tr Treue «»«sudelbar

Saarkundgebung der mittekrheinischen Turner.

Trier, 9. August.

Im Rahmen des 35. Mittelrheinischen Kreisturnfestes in Trier, zu dem etwa 10 000 Saarturner und Saarlän­der erschienen waren, fand im Stadion eine große Kund­gebung für die Befreiung des Saargebietes und die Rück­kehr zum deutschen Mutterlande statt. Wohl 15 000 Men­schen füllten die Kampfbahn. Im Mittelpunkt der Kund­gebung stand die Festrede von Kommerzienrat Röchling, der u. a. betonte, daß in dem Kampf der Saar um ihr Deutsch­tum die Turner immer in vorderster Linie gestanden hätten.

Hur noch 2& Jahre trennten die Saarländer von dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Volksabstimmung über die politische Zukunft der Saarheimat. Wenn die stümperhaf­ten Baumeister des Versailler Vertrages sich eingebildet hät­ten, in 15 Jahren das Saarvolk so verderben und herunler- wirtschaften zu können, daß es die Treue zum Vaterlande vergesse, so müsse man sich über solche Weltfremdheit nur wundern.Wir stehen", so führte der Redner u. a. aus, vor der Tür des Vaterhauses und wollen hinein, gleich­gültig, welche Hausordnung gerade in ihm gilt. Niemand in Stadt und Land wird zurückbleiben, sowohl mit dem Stimmzettel als auch in der Öffentlichkeit unseren Willen, zum Valerlande zurückzukehren, kundzutun."

Mit einem begeistert aufgenommenen hoch auf das deutsche Saarland schloß der Redner seine Ausführungen Zum Schluß sprach noch d^r Vertreter der deutschen Turner- schaft, Dr. Neuendorf, der die Tausende aufforderte, die Hand zum Treuschwur zu Deutschland und der Saar zu erheben. ...... ......... - ..........

Anti-Kriegskede Stimkons

New Pork, 9. August.

Als Gast des Council of Foreign Relations sprach am Montag Staatssekretär S t i m s o n über die Entwicklung der internationalen Politik der letzten drei Jahre unter dem Einfluß des Kellogg-Paktes. Der Friedenswille, der Welt, wie ihn der K e l l o g g -P a k t verkörpere, sehe einen Meinungsaustausch zwischen den Unterzeichnern im Falle einer drohenden Verletzung stillschweigend vor. Die ein­zige Ausnahme von der bindenden Verpflichtung, keinen Krieg zu führen, sei das Recht der Selb st Verteidi­gung.

Ein Staat, der unter dem Deckmantel der, Verteidi­gung seiner Staatsangehörigen imperialistische Poli­tik zu treiben versuchen würde, wäre bald entlarvt.

Er könnte nicht lange hoffen, die öffentliche Meinung irrezuführen. Wenn die Völker der Welt den Vertrag wirksam machen wollten, so werde er unwiderstehlich sein. Amerika sei entschlossen, die neue Ordnung, die dieser große Vertrag darstelle, nicht zuschanden werden zu lassen. Das ganze amerikanische Volk sei sich bewußt, so schloß Stimson seine Rede, daß die Lehren des großen Krieges nicht vergessen werden dürfen, und daß die aus jener Ka­tastrophe hervorgegangene Entschlossenheit zur Abschaf­fung des Krieges nicht erlahmen darf.

Verworrene Lage in Veling

Peking. Nunmehr hat auch Tschangtsüliang durch Zirkulartelegramm seine Demission bekanntge­geben. Die Lage in Peking wird als verworren bezeichnet.

Selbstschutz in »rauuschweig

An Stelle der geplanten Hilfspolizei.

Braunschweig, 9. August.

In der Frage der geplanten braunschweigischen Hilfs­polizei hat eine Besprechung des Fraktionsvorstandes der bürgerlichen Einheitsliste bei Minister Klagges stattgefun- den. Es wurde auf beiden Seiten volles Einverständnis über die zu unternehmenden Schritte erzielt und die Ergrei­fung der notwendigen Maßnahmen in die Hände des Ge- famtkabinetts gelegt, um auch nur den Anschein einer ein­seitig parteimäßigen Bindung zu vermeiden.

Die Angelegenheit wird von maßgeblicher Seite lediglich als eine Schutzmaßnahme gegen Terror in Stadt und Land betrachtet. Es soll sich jetzt um die Schaffung von Selbst- ichuhorganisationen handeln, über deren Verwendung nahen Bestimmungen °om Staatsministerium erlassen werden.

Der neue schwedische Ministerpräsident Hamvin erklärt« in einer Rede in Jönköping, er sei der Ansicht, daß keinerlei j Verbindung zwischen den Kreugerzuwendungen und dem Rücktrittsentschluß des Ministerpräsidenten Ekman bestehe. Bei allen übrigen Kabinettsmitgliedern sei dies sowieso un­möglich, da sie ja von nicht» gewußt hätten.

Aus der Heimat.

Segen die neue Sreiseinteilung

Der Arbeitsausschuß Hessen-Kassel hat an den Reichs­kanzler als kommissarischen Ministerpräsidenten in Preu­ßen, an den kommissarischen preußischen Innenminister und an den Reichsinnenminister folgendes Brieftelegramm gesandt:

Im Bestreben, für das Kurhessisch-Waldeckische Ge­biet im Hinblick auf die kommende Reichsreform zweck­mäßige NeugNederungsvorschläge vorzubereiten, müssen wir die Lostrennung des Kreises Herrschaft Schmalkal- d e n vom Bezirlsverband Kassel auf das entschiedenste ab­lehnen, weil sie die Reform im hessisch-thüringischen Raume wesentlich erschwert. Wir bitten vor Ausführung der beabsichtigten Maßnahmen, unsere Vorschläge darlegen und begründen zu dürfen."

Der Protest ist unterzeichnet von der Landwirtschafts- kammer im Regierungsbezirk Kassel, der Handwerkskam­mer, der Industrie- und Handelskammer Kassel-Mühl- hausen, dem Landeshauptmann in Hessen, von Pappen- Heim, dem Kurhessischen Verband ländlicher Genossenschaf­ten, Raiffeisen e. P., dem Kasseler Oberbürgermeister und dem Universitätsprofessor Dr. Stengel Marburg.

Das endgültige Wahlergebnis

Der Kreiswahlleiter für den Wahlkreis 19 (tzessen- Nassau) gibt folgendes endgültiges Resultat der Reichs­tagswahlen vom 31. Juli bekannt:

Wahlberechtigte: 1687 672 Personen, gültige Stim­men: 1481350,

SPD. 330 853: NSDAP. 645 394; KPD. 155 033; Zentrum 222 580; DNVP. 59171;; Radikaler Mittelstand 1390; DVP. 23 573; Wirtschaftspartei 4818; Deutsche gtaatspartei 10 287; Deutsches Landvolk 4105; Christs.- oz. Volksdienst 18 489; Sozialistische Arbeiterpartei 2925.

Hersfeld. (Schulbeginn). Vier goldene Ferienwochen unserer Kinder sind beendet. Eine köst­liche Zeit! Sie brächte Ruhe, Spiel, Wanderungen, Reisen: Erholung und Freude. Heute ruft die Schul- glocke wieder zur Pflicht. Die Schularbeit beginnt wieder und verlangt Fleiß, Gewissenhaftigkeit und Treue. Nach der erholungsreichen Ferienzeit werden unsere Kinder den Anforderungen der Schule leichter nachkommen können. Schon steht mahnend Michaelis in der Ferne, da die Herbstzeugniffe den Rechenschaftsbericht des ersten Schulhalbjahres geben werden. Bis dahin läßt sich noch Versäumtes nachholen, vieles verbessern.

Hersfeld. (Persönliches). Steuersekretär Fischer-Penzel, Hersfeld wurde zum Obersteuersekretär, Steuerbetriebsassistent Fischer, Hersfeld zum Steuer­assistenten ernannt

Hersfeld. In das hiesige Amtsgerichts­gefängnis wurden gestern Vormittag vier Zigeuner eingeliefert, welche beim Betteln in der Umgegend betroffen worden waren und sich gegen die betreffenden Landjäger wiedersetzt hatten. Sie er­hielten wegen Ruhestörung 3 Tage Haft.

Hersfeld. Am vergangenen Sonntag .fand feierliche Einweihung der vom Männergesangverein Liederkranz" zu Ehren seines verstorbenen langjährigen Dirigenten Löwer errichteten Gedenkstätte auf dem Wehneberg statt. Hierzu hatten sich die Mitglieder des Vereins, die Angehörigen des Verstorbenen, Bürger­meister Schafft mit Mitgliedern der Städtischen Be­hörden und Körperschaften, sowie eine Anzahl geladener Gäste eingesunden. Der Vorsitzende des Liederkranz begrüßte die Erschienenen und Schneidermeister Bätz hielt die Gedenkrede, in welcher er die Verdienste des Verstorbenen feierte. Nach der Enthüllung des Gedenk­steines übergab Bätz die Gedenkstätte dem Verschönerungs­verein. Dann sprach noch Bürgermeister Schafft ehrende Worte und feierte den Verstorbenen als hochverdienten Mann um das städtische Berufsschulwesen.

Hersfeld. In einer der letzten Nächte wurde in das Lagerhaus der Edeka eingebrochen. Hierbei fielen den Dieben Lebensmittel, Rauchwaren, Wem, Sprituosen, Kaffee, Tee und dergl. im Werte von mehreren hundert Mark in die Hände. Die Ermittlung nach den Tätern, die vermutlich mit einem Auto von auswärts kamen, sind eifrig im Gange.

Harleohausen bei Kassel. In der Angelegenheit des Raubüberfalls auf die Ehefrau des Gastwirts Trinkaus wurde als der mutmaßliche Täter der 20= jährige Zimmermann F. aus Harleshausen festgenommen und ins Gerichtsgefängnis in Kassel eingeliesert. F war bereits in der Tatnacht von einemPolizeihund aufgespürt worden. Aber erst nach vielen Zeugenvernehmungen und Gegenüberstellungen hatte man genügend belastendes Material, um zu seiner Festnahme schreiten zu können.

Fulda. Sonntag morgen fuhr ein Motorrad, welches mit zwei Personen besetzt war, einem die Straße über­querenden Milchwagen in die Flanke. Durch den starken Anprall erlitten die Fahrer schwere Schädelbrüche. Sie wurden in bedenklichem Zustande dem Landeskranken­haus zugeführt.

Flieden. In dem neuen Schlüchterner Tunnel wurde der 40jährige Streckenwärter Linck aus Wallrod von einem Zuge überfahren und auf der Stelle getötet. Er hatte gegen Vsl2 Uhr seinen Streckendienst im Tunnel angetreten. Als er nach einigen Stunden nicht zurückkam, wurde nach ihm gesucht. Man fand ihn völlig zerstückelt. Er hinterläßt außer seiner Frau mehrere unversorgte Kinder.

Marburg. Aus Eetatea Alba in Bessarabien wird g meldet: Der aus Marburg a d. L. stammende Kaufmann Adam Fleig, der sich auf einer Geschäftsreise in Rumänien befand, fuhr von hier mit einem landes­üblichen Fuhrwerk in eine benachbarte Gemeinde Unterwegs brach ein Unwetter los, so daß der Kauf­mann sich in ein benachbartes Gehöft flüchten mußte. Die Gewalt des Orkans war jedoch so groß, daß das leichtgezimmerte Anwesen einstürzte. Fleig wurde am anderen Tag entseelt unter den Trümmern gefunden.

Frankfurt a. M. Ein tolles Mißgeschick passierte der Fabrikfeuerwehr eines großen Werkes im Frankfurter Gebiet. Den Feuerwehrbeamten war der Auftrag erteilt worden, eine größere Menge Natrium zu vernichten. Natrium darf bekanntlich nicht mit Wasser zusammen­gebracht werden. Sei es nun, daß die Wehrmänner über den Inhalt der verschmutzten Masse in den ange­fahrenen Kippwagen nicht genügend unterrichtet waren, sei es, daß den Beamten die nötigen chemischen Kennt­nisse mangelten, kurz, die ahnungslose Feuerwehr rollte die Wägelchen an das Ufer des Mains, um den ominösen Inhalt den Fluten zu übergeben. Kaum war aber die ansehnliche Ladung ins Wasser geschüttet, als das wütende Element zu brausen begann. Es siedete und zischte, schleuderte kochende Fontänen in die Luft, daß die Wehrmänner glaubten, die Hölle habe sich aufgetan. Der ganze Main geriet in wallende Erregung, und. einige herbeigeströmte Neugierige riefen schon:Feuer der Maa brennt!" Nach zehnminutenlanger unvorher' gesehener Schaustellung zeigte sich der Schlußeffekt des Spektakels in Gestalt zahlreicher toter Fische, die auf der Wasseroberfläche herumschwammen. Die Wehrleute aber brauchten für ergiebigen Spott nicht zu sorgen.

Frankfurt a. M In den Friedberger Anlagen wurde ein 10jähriger Junge von einem Lastkraftwagen überfahren und auf der Stelle getötet.

Frankfurt a. M. Der ehemalige Fürsorgezögling Weber stellte an das Leben höhere Ansprüche, war aber in der Auswahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug ge­wesen. Er legte sich deshalb den Titel eines Grafen Hohenberg zu und ging dann auf Betrügereien aus. Namentlich suchte er unter der hohen Weiblichkeit seine Opfer, auf die der stolze Grafentitel eine besonders große Anziehungskraft auSübte. Einer Frau lockte er DollarS im Werte von 300 Mark und außerdem 800 Mark in deutschem Gelde ab, einer anderen 400 Mark usw. Aber auch das starke Geschlecht ging auf den Leim des Pseudografen ein. So war ein Mann dumm ge­nug, dem Betrüger 180 Mar' zur angeblichen Gründung einer Zeitschrift anzuvertrauen, die aber nie das Licht der Welt erblickte. Die Polizei hat den sauberen Burschen jetzt festgenommen, der sich demnächst vor dem Richter zu verantworten hat.

Offenbach a. M. Sonntag Nachmittag kurz nach 1 Uhr stießen an der Kreuzung der Babenhausener- und der Sprendlinger Landstraße zwei Privatkraftwagen mit voller Wucht zusammen. In den beiden Wagen be­fanden sich zusammen acht Personen, die zu größten Teil auf die Landstraße geschleudert wurden. Der recht gefährlich auksehende Zusammenprall ist aber verhältnis­mäßig glimpflich ausgefallen, denn außer einem Schwer­verletzten, der ins Offenbarer Krankenhaus geschafft wurde, erlitten alle andere 7 beteiligten Personen nur leichtere Verletzungen. Nähere Einzelheiten über die Ursache des Zusammenpralls und über die Schuldfrage sind bisher noch nicht zu erlangen gewesen.

Vlymoia 1932

Ausgezeichnete Leistungen unserer Ringer.

In Los Angeles wurden die leichtathlelischen Wellkämpse be­endet. USA. gewann alle Staffeln in neuen Weltrekordzeiten. Ueber 4 mal 100 Meter wurde Deutschland Zweiter, über 4 mal 400 Meter Vierter.

In der 4mal-100-Meter-Staffel der Frauen wurde Deutschland Letzter, allerdings lief unsere Mannschaft mit Frl. Heublein und Frl. Braumüller, die beide keine Kurzstreckenläuferinnen sind. Der Hochsprung der Frauen wurde von Frl. Shiley-USA. mit 1,67 Meter (Weltrekord) gewonnen. Frl. Rotte-Deutschland übersprang nur 1,55 Meter.

Den Marathonlauf gewann in Abwesenheit Rurmis der Ar­gentinier Zabala in 2:31:36 (Olympia-Rekord) vor dem Engländer Ferris und Toivonen-Finnland. Deutschlands Marathonmeister de Vruyn kam erst an 15. Stelle ein. Eine Goldmedaille für uns gab es im Vantamgewichts-Ringen durch den Nürnberger Brendel. Sperling im Leichtgewicht und Ehrt im Federgewicht errangen silberne Medaillen.

Im Segeln ist der Hamburger Behr weiter nach vorne ge­kommen. Deutschland liegt im Gesamtklassement nach vier Fahrten an dritter Stelle hinter Holland und England. Es folgen Spanien, Frankreich, USA., Schweden usw. Im Schwimm-Stadion gab es die lOO-Meter-Kraul-Entscheiduna, die der Japaner Myasaki in 58,2 gegen seinen Landsmann Kawaishi gewann. Alle Teilnehmer des Endlaufs schwammen unter einer Minute! ' *