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vefterreich und Lanfanne

Protokoll vom Hauplausschutz angenommen.

Wien, 5. August.

Der Haupkausschuß des österreichischen Natsonalrates hat nach längerer Aussprache das Lausanner Protokoll mit elf gegen zehn Stimmen angenommen.

Durch einen Antrag des Landbundes werden hierbei die Bestimmungen des Protokolls so ausgelegt, däA auch weiterhin für Beschlüsse des Völkerbundsrats Einstimmigkeit gelte, wenn sie sich auf Bestimmungen beziehen, die sich aus der Uebernahme des Genfer Protokolls vom Jahre 1922 ergeben. Die Befugnisse des Kontrollausschusses, die Be­dingungen für die vorzeitige Rückzahlung der Anleihe im Jahre 1942 festzusetzen, sollen sich nur auf oi« technisch-finan­ziellen Bedingungen beziehen.

Ker»vrsblem bleibt «aberiibrt!

Mageres Programm der Weltwirkfchastskonferenz.

Berlin, 5. August.

Reparationen, Schulden und Zollsätze sind, wie in : London offiziell bestätigt wird, von den Erörterungen der kommenden Weltmirischaftskonferenz ausgeschlossen. Dir Einladung an die Vereinigten Staaten stellte ausdrücklich fest, datz diese Fragen außerhalb des Aufgabenkreises der Konferenz liegen würden, datz aber die Frage des Silbers einbeschlossen werden sollte.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte ihre Be­reitwilligkeit ausgedrückt, an der Konferenz sowie an den vorbereitenden Zusammenkünften zur Vereinbarung von Tag und Ort der Versammlung teilzunehmen. Nach wie vor wird vermutet, daß als Tagungsort der Konferenz Lon­don in Betracht kommt.

AnmzMemiW oder BMrstt"

In einer Rede in Minneapolis erklärte Senator Borah,daß sede Wirkschafkskonferenz vergeblich sein müsse, wenn sich die Rationen nicht zugleich auf eine Lösung der Reparations-, Kriegsschulden- und Abrüstungsprobleme einigen könnten.

Die Vereinigten Staaten, so erklärte er weiter, müßten die Initiative dazu ergreifen, da sie selbst nur dann einen Ausweg aus der augenblicklichen industriellen und landwirt­schaftlichen Notlage finden könnten, wenn sie mit den an­deren Nationen zusammenarbeiteten. In dem Augenblick, in dem Europa endgültig die Reparations- und Abrüstungs- frage geregelt haben werde, würden die Vereinigten Staaten freudig bereit sein, die Kriegsschulden zu annullieren, um so eine dauernde Prosperität anzubahnen.

Zur Begründung seiner Forderungen nach einer endgül­tigen Lösung der Reparations- und Abrüstungsfrage ge­brauchte Borah ein besonders eindringliches Argument. Er sagte:

Man behaupte! öfters, wenn wir die Kriegsschulden annullieren würden, so würden wir cs sein, die für die Kosten des Krieges zu zahlen feiten. Allein wir zahlen doch jetzt schon die Kriegskosten und werden sie so lange zu zah­len haben, bis den gereinigten Staaten nichts anderes übrig- . bleibt, als Bankrott zu erklären.

MiWe Läse m SWemerila

Bolivien will handeln.

La Paz, 5. August.

Die bolivianische Regierung hat auf den Appell des Völkerbundes geantwortet, Bolivien lehne es nicht ab, den Streit mit Paraguay durch friedliche Mittel zu einer Lö­sung zu bringen. Die bolivianische Regierung gibt in ihrer Antwort eine Darstellung des Streitfalles von ihrem Stand­punkt aus und schließt:

Diese Tatsachen stellen Paraguay außerhalb der Ge- setze und zwingen uns, uns selbst energisch zu verteidigen." Die Banken haben der Regierung eine größereKriegsan- leihe" zur Verfügung gestellt.

Die bolivianische Gesandtschaft in London veröffentlicht eine Erklärung, in der gesagt wird, die gegenwärtig« Lage sei infolge des Abbruchs der Washingtoner Ausgleichsver­handlungen durch Paraguay und infolge des paraguayani-

schen Angriffes auf die bolivianischen Häfen Santa Cruz und Florida im Gran Chaco entstanden. Die Bolivianer hätten die paraguayanischen Forts Corrales. Toledo und Bougue- ron als Vergeltungsmaßnahmen besetzt.

Die Regierung in Asuncion versieht die Bevölkerung mit Gasmasken, da sie im Fall der Kriegserklärung einen bolivianischen Luftangriff befürchtet. Außerdem wurden Maßnahmen zur Streckung der Lebensmittelvorräte ge. troffen.

Die Washingtoner Regierung und eine Reihe südameri- konischer Staaten richteten scharfe Noten an Paraguay und Bolivien, in denen verlangt wird, den Frieden aufrechtzuer­halten.

ArtiNerlelamps

an der Grenze von Paraguay und Bolivien.

Buenos AireZ, 5: August.

Die ZeitungLa Nacion" veröffentlicht ein amtliches bolivianisches Kommunique, wonach im Pilcomatzo-Ab- schnitt in der Gegend des Gran Chaco ein starkes Artil- leriebombardement eingesetzt hatte.

ülmMirettor GlUel zurüügetteLen

Berlin. Direktor Ernst ©lässet ist auf seinen Wunsch von seinem Amt als Vorstandsmitglied des Norddeutschen Lloyd entbunden worden. Zum stellvertre­tenden Vorstandsmitglied und Leiter der Frachtabteilung des Norddeutschen Llods ist Direktor B r ö t j e ernannt worden.

Direktor Brötje ist 1871 in Brake an der Weser ge­boren. Er ist durch seine mehr als 40jährige Tätigkeit beim Norddeutschen Lloyd und auch durch seine Mitwirkung an den internationalen Frachtkonserenzen eine interna­tional bekannte Persönlichkeit, auf deren sachverständiges Urteil in allen einschlägigen Fragen der größte Wert gelegt wird.

Aus der Heim st.

Hefsen-Waldeckifther SMLMg

Protest gegen die Abtrennung der Kreise Scha ura und Schmalkalden.

Der Vorstand des Hessen-Waldeckilcben Städtetages beschloß in einer Sitzung in Kassel, g^en die Abtren­nung der Kreise Grafschaft Schaums- ^ h Schmal kalben bom Bezirksverband ohne ausreichende Enc'chädigung te­legraphisch Verwahrunng einzulegen mit dem Hinweis, daß dadurch die Lebensfähigkeit des kleinen u tb ohnedies nnanjten geschwächten kurhessischen Bezirksvc bandes ge­fährdet werde.

Weiterhin verlangte der Vorstand des Hessen-Wald- eckischen Städtetages bei der Neuregelung der Kreiseintei­lung eine ausreichende Berücksichtigung der Interessen der ihm angeschlossenen Kreis st ädte.

Im Anschluß an die Vorstandssitzung befaßte sich der Verwaltungsrat der überörtlichen R e v i s i o n s st e l l e des Hessen-Waldeckischen Städtetages eingehend mit den Er­gebnissen der bisher durchgeführten Revisionen und be­schloß den weiteren Ausbau der Revisionsstelle und die verstärkte Durchführung der Revisionen in allen kurhessi- i Städten,

* Besichtigung der gekündigten Wohnung. Ueber diese Frage bestehen im Publikum häufig irrtümliche Ansichten. Für die Besichtigung der gekündigten Wohnung sind zunächst die Bestimmungen im Mietsvertrag maß­gebend, auch wenn dieser noch aus der Vorkriegszeit stammt. Ist darin über die Besichtigungszeiten nichts gesagt, so sind nach kammergerichtlicher Rechtsprechung die Zeiten von 11 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 Uhr, Sonntags von 11 bis 1 Uhr als regelmäßig anzusehen Besondere Umstände können allerdings mitunter eine anderweitige Zeitbestimmung rechtfertigen.

Hersfeld. (Sonntag Flügsport-Werbe- t a g). Das Programm des Flugsportwerbetages ist außerordentlich groß, um so die Vielseitigkeit des Flug­sportes zu demonstrieren. Es sollte st^ auch aus der Umgegend niemand die Gelegenheit des Besuches ent­gehen lassen. Derartige Veranstaltungen sind heute immer noch sehr selten.

Kassel. In der Nacht zum Mittwoch wurde gegen V2I2 Uhr die 58jährige Witwe H., die Inhaberin ) eines Speditionsbetriebes, in ihrer in der Breithaupt- J straße befindlichen Parterrewohnung durch Klirren von entzweigeschlagenen Fensterscheiben munter. Jin selben Augenblick sah sie auch zwei Männer vor ihrem Bett stehen, die sie mit einer Taschenlaterne blendeten, die Frau durch Kiffen am Schreien hindern wollten und sie blutig schlugen. Auf das Hinzueilen der im Neben­zimmer schlafenden erwachsenen Tochter hin, flüchteten die Täter über den Rothenditmolder Friedhof, wurden aber durch ein Uebersallkommando mit Hunden in einem hinter dem Friedhof befindlichen Schuppen ge­stellt und verhaftet. Es handelt sich um drei junge Arbeitslose aus der Nachbarschaft. Während die Ueber' fallene, die einen schweren Nervenschock erlitten hat, von den Tätern gegebenen Aussage, wonach es um einen dem Sohn geltenden Racheakt handelt.

Fulda. In letzter Zeit sind im Kreise Hünfeld und im Landkreise Fulda verschiedentlich Einbrüche in Gastwirtschaften und Kolonialwarengeschäften erfolgt wobei in der Regel Tabakwaren und Spiritussen-«w- wendet worden sind. Den gemeinsamen Bemühungen der Fuldaer Kriminalpolizei und den zuständigen Land-, jägereibeamten gelang es nunmehr, die Einbrecher fest- zustellen und zu überführen. Als Haupttäter kommt der Arbeiter Albert Baus aus Hofaschenbach in Frage, der sich zusammen mit einem Komplizen, dem Arbeiter Alois Hack aus Neuhof, bereits in Untersuchungshaft befindet. Ein dritter Mittäter, der wiederholt vorbestrafte Schlosser K. K. von hier, hatte sich zunächst verborgen gehalten, konnte aber abends vor einem Kino in der Rhabanusstraße festgenommen werden. Bei den Haus­suchungen in Hofaschenbach und Fulda wurde Diebesgut aus verschiedenen Einbrüchen vorgefunden. Bei der gestrigen Festnahme des K. hatte dieser ein Päckchen Sprengstoff, drei Sprengkapseln und eine Zündschnur sowie eine große Menge Briefmarken verschiedener Werte und Taufscheinformulare auS dem evangelischenPfarrhaus in Gersfeld bei sich. Den Sprengstoff hat K. aus einem Steinbruch bei Gersfeld entwendet. K. wurde in das Fuldaer Gerichtsgefängnis eingeliefert.

Kassel. Eine 17jährige Hausangestellte brach auf dem Friedrich-Platz plötzlich bewußtlos zusammen. Im Karlshispital, wohin man sie brächte, ergab sich, daß sie aus Lebensüberdruß Gift genommen hatte. Lebensge­fahr besteht nicht mehr.

Bebra. Dem Reichsbahnzugführer Buschbeck von hier wurde gestern in Frankfurt a. M. auf dem Eil« güterbahnhos der rechte Fuß abgefahren. Er wurde sofort in das dortige Krankenhaus überführt, wo eine Amputation vorgenommen werden mußte.

Sarlshafeu. Abends brach kurz nach 7 Uhr in dem Hause des Einwohners Wiemer zu Herstelle Feuer aus, das in kürzester Zeit auch auf die unmittelbar angrenzenden zwei Nachbarhäuser Übergriff. Alle drei Wohnhäuser brannten vollständig nieder, da bei der Lage dieser Häuser am Berge nur schwerlich Wasser dorthin geschafft werden konnte und es an einer Wasserleitung fehlt. Das von der Weser in Fässern herbeigeholte Wasser reichte gerade noch aus, die noch im Gefahrenbereich liegenden weiteren Gebäude vor dem Ueberspringen der Flammen zu schützen. Ein Teil des Inventars konnte gerettet werden, anderes fiel dem Feuer zum Opfer. Ueber die Entstehungsursache des Brandes ist genaues nicht bekannt; es wird Kurzschluß in der Lichtleitung vermutet.

Landwehrhagen. Während die meisten Ein­wohner auf dem Felde beschäftigt waren, ertönte plötz­lich Feueralarm. Das historische hannoversche Zollhaus

am Südausgang des Ortes, das dem Invaliden Heinrich Kiel gehört, brannte lichterloh. In kurzer Zeit war der Dachstuhl eingeäschert, die Decken eingeäschert, so daß von dem alten wertvollen Fachwerkhaus nicht viel übrig blieb. Die Entstehungsu sache des Brandes ist noch unbekannt.

Frankfurt a. M. Ein schweres Bauunglück er­eignete sich in der Heimstättensiedlung der Nassauischen Heimstätten-Gesellschaft in Goldstein. Eine über einem Kellergeschoß sertiggestellte Decke war mit allerlei Bau­gerät zu schwer belastet worden und brach schließlich, da sie noch nicht recht trocken war, in sich zusammen. Drei Arbeiter, die sich gerade auf der Decke befanden, wurden mit in den Keller gerissen, und zwei andere Arbeiter, die ihren Kollegen zu Hilfe kommen wollten, erfuhren das gleiche Schicksal. Ein Arbeiter wurde so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus geschafft werden mußte, die anderen vier wurden leichter verletzt.

Wöttingen. Der Förster Hemers aus Holzerode wurde bei Hünstollen von dem Auto einer Göttinger Firma überfahren. Der Förster, der auf seinem Rade fuhr, hatte in letzter Minute noch versucht, sich zur Seite zu werfen, kam aber gerade unter die Räder des Kraftwagens. Der Verunglückte ist 24 Stunden später seinen Verletzungen erlegen. Die Schuldfrage muß noch geklärt werden.

Turnen und Sport

Dieweil! 1932

Ein schwarzer Tag für Deutschland.

Sonate wurde im 200-Meter-Endlauf vierter hinter dem 100- Meker-Lieger Tolan-ASA, der mit 21,2 Set. einen neuen olymp. Rekord aufstellte, Simpson-USA. und Melcalfe-ASA. Ionalh hatte Außenbahn und lag im Ziel nur Bruffbreite hinter Melcalfe. Auch unsere Geher vermochten sich nicht so durchzusehen, wie man es er- Hoffk hatte

Ueber 50 Km. siegte der Engländer Green in 4 :50:10, 2. wurde Dahlin-Lettland, 3. Frigerio-Italien, bann folgte Höhnet An 6. Stelle kam Sieoert - Deutschland ein. Foeldeak. der sich in seiner Gewichtsklasse im Freistilringen zuerst gut hielt, konnte im Gesamtklassement nur einen 4. Platzerringen". Die Ameri­kaner kamen in diesem Wettbewerb allein zu drei Siegen Auch sonst stand der Donnerstag ganz im Zeichen von USA 3m Stab­hochsprung siegte Miller-USA. mit 4,315 Meter (Olymp. Rekord) vor Nishida-Iapan (4,30 Meter), das Diskuswerfen gewann der Amerikaner Anderjon mit 49,49 Meter (Olymp Rekord) vor La- borde-USA und Winter-Frankreich. Ueber 110-Meler-Hürden mußte Saling-USA. 14,6 Sek. laufen, um die Goldmedaille zu er- Halten Der Deutsche Welscher kam schlecht ab und endete als Letzter auf dem 6. Platz, wurde später aber disqualifiz.ert, da er 4 Hürden gerissen hatte. Die Amerikanerin Dibritfon lief bereits im Vorlauf zu den 80 Meter Hürden mit 11,8 Sek. eine neue Welt­rekordzeit: sie wird mit diesem Wettbewerb wohl die zweite Gold­medaille gewinnen. Im Mannschaftsflorettfechten siegte Frankreich vor Italien und USA. Im Diskuswerfen der Herren erlebten die Deutschen eine weitere Enttäuschung: Sievert und Hirsch- feld konnten sich nicht für den Endkampf qualifizieren. Die erste Goldmedaille für Holland brächte das Malfahren, das van Egmond gewann, im Zeitfahren siegte Gray-Australien und im Tan- demfahren die französische Mannschaft P-rrm-Lbaillot.

Die WettermsMea.

Ueber West- und Mitteleuropa liegt ein Ausläufer des Azorenhochs. Demgegenüber erstreckt sich von Island bis zu den Ostseeländern eine Tiefdruckrinne. Bei westlicher Luftzufuhr herrscht bei uns immer noch be­wölktes Wetter mit vereinzelten kurzen Störungen. Doch ist durch den anhaltenden Druckanstieg über dem Kontinent mit einer weiteren Besserung des Wetters zu rechnen.

Witterungsaussichten für S a m s t a g: Vorwiegend heiter, weitere Würmezunahme, doch ist mit dem Auf­treten gewittriger Störungen zu rechnen.

Bom Büchermarkt.

Wie der Faschismus regiert.Die Woche" die große illustrierte deutsche Zeitschrift, hat ihr neuestes Heft dem faschistischen Staatswesen und dem Königreich Italien gewidmet. In dem gerade jetzt hochaktuellen Heft schildern die besten Kenner die dramatische Geschichte der faschistischen Bewegung, die Persönlichkeit des Duce und das neue Gesicht des Landes. Das wertvolle Heft mit vielen Bildern ist überall für 40 Pfg. zu haben.