Allerlei Neuigkeiten
„Graf Zeppelin" wieder in Friedrichshafen. Das Luft- schiff „Graf Zeppelin" ist von seiner Englandfahrt wieder nach Friedrichshafen zurückgekehrt und am Montagmorgen glatt gelandet. An Bord befanden sich achtzehn Passagiere.
Zwei Motorradfahrer tödlich verunglückt. Kurz vor Colbitzow, Kreis Randow in Pommern, kamen zwei Ber- liner Motorradfahrer, die sehr scharfes Tempo gefahren halten, dadurch ums Leben, daß sie beim Ueberholen eines Personenkraftwagens zu weit auf die linke Straßenseite gerieten und gegen einen Baum fuhren. Der Anprall war so heftig gewesen, daß Teile des Motorrades sich tief in den Baum gebohrt hatten. Beide Fahrer fanden auf der Stell« den Tod.
Motorrad gegen Wohnwagen. Ein Schausteller aus Gelsenkirchen fuhr in der Nacht mit einer Zugmaschine, an die vier Wagen angehängt waren, auf der Straße von Neersen nach Krefeld. In der Nähe von Holterhof machte er halt, um ein Rad an seinem Wohnwagen in Ordnung zu bringen. Dabei fuhr ein Motorrad mit drei Insassen ohne Licht in übermäßiger Geschwindigkeit von hinten auf den Wohnwagen auf. Dieser wurde vollständig zertrümmert. Der Führer des Motorrades war sofort tot, die beiden Mitfahrer wurden schwer verletzt. Die Verunglückten sind bre; Arbeiter des Krefelder Telegraphenbauamtes.
Ein verhängnisvoller Irrtum. In der Nacht waren Einbrecher in ein Geschäft in Hamburg eingedrungen und hatten eine größere Partie Bekleidungsstücke zum Mitnehmen bereitgelegt. Der Einbruch war zur Anzeige gebracht worden; der Tatort wurde deshalb von Polizeibeamten bewacht. Als der Geschäftsinhaber abends seine Geschäftsräume aufsuchen wollte und die Eingangstür öffnete, vernahm'er ein Geräusch und rief: „Wer da?" Trotz des Zurufes „Polizei" glaubte der Geschäftsinhaber, Einbrecher vor sich zu haben, und gab mehrere Revolverschüsse ab. Hierbei erlitt ein Kriminalbeamter einen Hüftschuß. Der Beamte mußte in ein Krankenhaus geschafft und dort einer Operation unterzogen werden.
Die Räuber von holstenniendorf. Wie die Landeskriminalpolizeistelle über die Untersuchung des Ueberfalls auf die Spar- und Darlehnskasse Holstenniendorf in der Nacht zum 1. Juli mitteilt, konnten fünf männliche und eine weibliche Person als der Tat dringend verdächtig verhaftet werden. Der Sparkassenvorsteher und seine Frau,, ein allein wohnendes älteres Ehepaar, waren von maskierten Räubern mit vorgehaltener Schußwaffe gezwungen worden, die Gelder herauszugeben. Im Verlaufe der Untersuchungen wurden von den Beamten der Landeskriminalpolizei Zusammenhänge mit den verschiedenen Raubüberfällen und Einbruchsdiebstählen aufgedeckt, die in den letzten Wochen in Heide und Umgegend bei älteren Personen durch mehrere maskierte Räuber und unter Vorhaltung von Schußwaffen
Neuer Bulkanausbruch in Chile
Santiago de Lhile, 4. Juli. Der Vulkan Quizapu in Chile ist erneut in Tätigkeit getreten. Auch die Vulkane Descabezado, Grande und Blancoe sind in Tätigkeit. Die Rauchsäulen erreichten eine Höhe von mehr als 1000 Metern und verdunkelten den Himmel. In vielen Städten, darunter auch Santiago de Chile und Valparaiso, sind heiße Aschenregen niedergefallen. Ein weites Gebiet, das sich von San Fernando bis Talca erstreckt, ist von einer weißen Aschen- schichl bedeckt. Die Asche ist bedeutend gröber als die bei den letzten Vulkanausbrüchen im April und riecht stark nach Schwefel. Auch Malarques auf der argentinischen Seile der Anden wurde mit Asche überschüttet. Viele Städte, darunter einige von den Vulkangebieten weit entfernte wie die Küstenstadt San Antonio, mußten infolge der Verdunkelung des Himmels durch die Aschenwolken am Hellen Tage die elektrische Beleuchtung einschalten. Ein großer Teil der Bevölkerung ist aus dem vulkanischen Gebiet entflohen. Die Vulkanausbrüche haben plötzlich wieder aufgehört, nur aus dem Quizapu zeigt sich noch eine leichte Rauchwolke.
Aus dem GeriMssaal
Der Zulammeubruch der Evangl. Zentralbank
Vor der dritten Großen Strafkammer beim Landgericht I Berlin begann die mehrtägige Berufungsverhandlung gegen den Kaufmann Friedrich Paul Runck, der Vorstandsmitglied der Evangelischen Zentralbank war und gegen dessen Bruder, den Diplomkaufmann Adolf Runck. der als Bevollmächtigter für die Evangelische Zentralbank ätig gewesen war. Die beiden Brüder Runck werden be- chuldigt, das Vermögen der Inneren Mission bzw. des Deut- chen Reiches, und das Vermögen der Bau- und Bodenbank um eine Million Mark geschädigt und den Zusammenbruch der Evangelischen Vereinsbank herbeigeführt zu haben.
Friedrich Paul Runck wurde in erster Instanz wegen Depotverbrechens und Bilanzverschleierung zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis, Adolf Runck wegen Beihilfe zum Depotverbrechen und wegen Betruges zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Genen dieses Urteil ist sowohl von der Staatsanwaltschaft, die gegen Friedrich Paul Runck eine Zuchthausstrafe beantragt hatte, als auch von den beiden Verurteilten Berufung eingelegt worden.
ausgeführt wurden. Es ist der Polizei bekannt geworden, daß mehrere Einwohner von Lunden und Umgebung über das verbrecherische Treiben der festgenommenen Personen unterrichtet waren, aber aus Angst vor den Räubern keine Anzeige machten.
Doppeltes Todesurteil
Das Schwurgericht Hamburg verurteilte die Angeklagten Gerhardt und Gerner, die geständig waren, am 12. August vorigen Jahres den Kaufmann Ritze in seinem Kontor am Steindamm ermordet und beraubt zu haben, zum Tode.
Achtung, Sie hören: am Mittwoch, 6. Juli
Welle 1634,9 Königswusterhaufen (Deutschlandsender).
6.20: Frühkonzert. 11: Einweihungsfeier eines Ehren« mals. * " ...... '
’ machten ' ' mals. 12.05: Opernphantasien. 14: Italienische Instru«
flSchweiz) stürzten zwei Schwestern aus Luzern beim Blu-
mensuchen ab. Die Bergungsarbeiten hatten bis zur Stunde keinen Erfolg.
Schweres Verkehrsunglück. — Drei Tote. Ein Motorzug stieß heute vormittag auf der Strecke Ungvar—Banovce (Karpatho-Rußland) an einem ungeschützten Bahnübergang gegen ein Pferdegespann, das zehn Mitglieder einer Bauernfamilie zum Gottesdienst bringen sollte. Von den Insassen erlitten der 70jährige Bauer, seine Tochter und sein Enkelkind schwere Verletzungen, denen sie kurz nach ihrer Ein- lieferung ins Krankenhaus erlagen. Bei den übrigen Verletzten besteht keine Lebensgefahr. Die Pferde wurden getötet.
Volkswirtschaftsfunk. 20: Militarkonzert. 21.10: „Schr-
Herazade 1932", Hörspiel. 22.30: Tanzmusik.
Welle 283,5 Berlin II-Magdeburg-Stettin.
6.20, 11.30, 14, 15.20, 17.40 und 19.30: Konzert. 15.501 Kunstbetrachtung und Kunstgenuß. 16.30: Bündische Bücher. 16.50: Dichtungen. 20.30: „Dem Verklärten", hymnische Rhapsodie. 22.45: Tanzmusik.
Welle 259,3 Leipzig.
6.20, 12, 13.15 und 16.50: Konzert. 14: Erwerbs- loseufunk. 15: Funkbericht aus Schmiedefeld in Thüringen. 16: Für die Jugend: „Telegraphenstange 1003“, Spiel. 18.25: Deutscher Mensch und deutsches Volk.
iu.öu: Aus Operetten. 20.30: Erzählungen. 21.10: Aus dem Erzgebirge. 22.30: Unterhaltung und Tanz.
Welle 360,6 Mühlacker.
7.05, 10, 10.20, 12, 13 und 17: Konzert. 16: Kinder» und Jugendstunde. 18.50: Die schönsten deutschen Flußfahrten. 19.30: Deutsche Volksmusik. 21: Konzert. 22.45: Lustiger Gespensterspuk.
Welle 276,5 heilsberq.
6.30, 11,30, 13.30, 16.30, 17.30 und 18.25: Konzert.
15.30: Jugendbühne: „Das geheimnisvolle Notenbuch". 17315: Bücherstunde. 19.35: Schummerstunde. 20.10: Musik für Bratsche und Klavier. 21: Buntes. 22.30: Tanzmusik.
Volkswirtschaft
Berliner Effektenbörse.
Die Berliner Effektenbörse setzte in Haussestimmung ein. Als im Verlaus feste Tendenzmeldungen der ausländischen Börsen ein- iefen, konnten insbesondere die international gehandelten Papiere weitere beachtliche Kursverbesserungen erzielen, was auch auf die ruderen Märkte günstig einwirkte. Wesentliche Befestigungen waren am Kalimarkt festzustellen. Salzdetfurth lagen mit 165 um 5 Punkte ester. Kali Aschersleben stiegen um 3% Punkte auf 94 und Westsregeln um 1 Punkt auf 1000. Am Montanmarkt zogen Gel- enkirchen ebenfalls um 1 Punkt auf 33 an, Rheinstahl auf 48^ '-I- 4%). Rhein. Braunkohlen auf 175 (4- 6). Von Kunstseiden- -erten erhöhten sich Bemberg um 2 % Punkte auf 32%. I. G. Far- befestigten sich aus 91%. Chade hatten am Montanmarkt mit 183 die Führung Siemens stiegen um 2%. Schiffahrtswerte be- estigten sich um 1 Punkt.
Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas leichter; der Satz stellte» ich auf 5% % und darüber. Privatdiskont unverändert 4% %.
Am Devisenmarkt war das englische Pfund erneut etwas chwacher, zum Dollar mit 3,56,5 bis 3,56,75. Sämtliche euro- ülischen Devisen waren gegenüber dem Dollar etwas niedriger. Paris notierte 25,42, Zürich 5,12,12 und Amsterdam 2,47,45. Die Reichsmark im Auslande wenig verändert.
Berliner Produktenbörse.
An der Berliner Produktenbörse vom Montag hielten sich die Säufer sehr zurück. Für Brotgetreide war die Stimmung recht nait. Weizen alter Ernte ließ sich kaum unterbringen. Am Markt )er Zeitgeschäfte mußten die Preise um 1 bis 1,50 RM nachgeben, nährend Roggen seinen Preisstand behaupten konnte. Am Prompt- narkt lauteten die Kurse für beide Brotgetreidearten unverändert. Futtergetreide war fest. Mehl still.
Kotierungen vom 4. Juli 1932.
Weizen, mark. Roggen, mark. Braugerste Futtergerste Hafer, mark.
Für Weizenmehl Frimu^huhen
Für 1000 Kg.
237—239
186—188
100
162—172 157—161
Kg.
30,25—34,10
krdnußkuchenmehl lloggenmehl
10,60
11,00 25,60—27,40
Kl. Speiseerbsen Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken Lupinen, blau Lupinen, gelb Serradella Leinkuchen Trockenschnitzel Sopaschrot
21,00—24,00 15,00—19,00 16,00—18,00 15,00—17,00 16,00—18,00 10,00—11,00 14,50—16,00
10,30—10,60
8,70
Weizenkleie 10,10—10,50 ab Hamburg
Frankfurter Vithmarkt vom 4 _
Auftrieb des Haupt marktes bestaub aus 1090 Rindern, ^TattmTer^Tn V 3/8 KützeN/33?
10,20
Juli Der
Fäi sen, 555 Kälbern, 18 Schafen, 3059 Schweinen. Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Ueberstand, Kälber unb Schafe mittelmäßig, ausverkauft, Schweine mittelmäßig, Schluß stark abflauend. Verglichen mit Auftrieb des letzten Hariptniarktes waren 369 Rinder, 7 Schafe und 2547 Schweine und 121 Kälber weniger heute angetrieben Preise: Ochsen 33—36, 28—32, 24—27 Bullen 28—31, 23-27, Kühe 25—29, 20—24, 16-19, Färsen 33-36, 28-32, 24-27, Kälber 36 bis 39, 31—35,25—30, Schweine 43—46, 43—47,40—45, 37-42.
Nutz- u. Brennholzverkauf der Gberförsterel Heringen (Einschlag 1932) am N. Juli 1. bei Echtermeuer, Heimbolbshausen
a) ab 8 Ahr Nutzholz aus Fö. Stockig, Philippsthal, Herta, Bengendorf, Hönebach — Ei.: 3 fm Stä. Kl. 3, 6; Fi. Ki. Lä.: tb. 303 fm Bauh. la/4a, Fi. 44 Stang. 1./3'
b) etwa ab 9 Ahr Arennholz aus Fö. Stückig, Philipps- thal, Heimboldshausen — Bu.: 72 rm Derbh , 100 rm Reis 3., Radelh : 193 rm Derbh. (124 rm Ki. Roll.) 2. bei Gunkel, Heringen
a) etwa ab 12 Ahr Nutzholz (siehe la oben, soweit nicht verkauft)
b) etwa ab 13 Mr Nrenuholz aus Fö. Philippsthal, Hönebach, Hersa, Bengendorf — Bu.: 190 rm Derbh., 170 rm Reis 3., Nodklh.: 221 rm Derbh (33 rm Ki. Roll. 1,5 m lg.). Aenderungen vorbehalten. Zahlungs- möglichleitcu in beiden Terminen. Näheres siehe „Holz- madi" und Aushänge in den Gastwirtschaften.
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