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Bertram und Aaußmann gerettet

3m australischen Busch halbverhungert dufgefunben.

Berlin, 5. Juli. Nach einem Annkspruch aus Wyndham sind die beiden Flieger Bertram und Elaußmann, die seit dem 15. Mai vermißt wurden, von Eingeborenen unweit des Kaps Bernier lebend aufgefunden worden. Die beiden Ge­retteten befanden sich in vollkommen erschöpftem Zustande, Bei den Junkers-Werken in Dessau ist soeben folgendes Tele­gramm aus Wyndham (West-Australien) eingelaufen:Ge- fund, gerettet, Telegramm folgt. Bertram, Elaußmann, Flugzeug."

Bertram und Elaußmann.

Die deutschen Flieger wurden etwa 12 Meilen von der Stelle, wo sie ihr Flugzeug zurückgelassen hatten, aufgefun- den. Die Eingeborenen gaben ihnen Kängeruhfleisch zu essen, bis am 22. Juni weitere Eingeborene aus Drysdale kamen, die einen Läufer zu der Hilfserpedition des Polizei- kommissars Marshall schickten. Marshall suchte damals das Gelände in der Nähe des Flugzeuges ab. Er kam mit den Eingeborenen zurück und traf Bertram und Elaußmann am vergangenen Mittwoch. Bertram konnte kaum noch gehen. Als er den australischen Beamten sah, flüsterte erBrot. Brot". Mehr konnte er nicht herausbringen. Nachdem er etwas Nahrung zu sich genommen hatte, berichtete er kurz über sein Schicksal. Die Flieger hatten in einem schwe­ren Sturm über dem Ozean vollkommen die Orientierung verloren und waren am 15. Mai auf dem australischen Kon­tinent gelandet. Ihre ganzen Vorräte waren einige Pakete Zwieback und Obstkonserven. Nachdem diese Vorräte er­schöpft waren, lebten sie von Schnecken und von dem Wasser des Motorkühlers.

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gramm. er und Elaußmann seien in den letzten Tagen so schwach gewesen, daß sie täglich nur eine halbe Stunde Schnecken zur Nahrung suchen konnten. Am 25. 3uni fuhr ein Dampfer in einer Entfernung von etwa 2 Kilometern vorbei, ohne daß sich die Verunglückten bemerkbar machen konnten. Ebenso war es ihnen mit einem Flugzeug einige Tage vorher ergangen. Beim Landen sahen sie landein­wärts ein großes Feuer, das sich aber nur als Buschbrand herausstellte. Schließlich gewannen sie die Ueberzeugung, daß sie nicht auf einer Insel gelandet waren, sondern das australische Festland erreicht hatten. Sie versuchten, nach Wyndham, der nächsten Stadt, zu rudern, kamen aber nicht über ihr jetziges Lager hinaus. Am 2. Juni trafen sie einen Eingeborenen, der von Drysdale kam und ihnen einen gro­ßen Fisch gab. Später kamen weitere Eingeborene aus Drysdale mit Lebensrnitteln von der Missionsstation. Am 28. erhielten sie eine schriftliche Nachricht von der Hrlfsexpe- dition und am Tage darauf konnten sieihre Retter unter Freudentränen umarmen".

Zwischen Hoffnung und Zweifel

Bertram hatte am 14. Mai mit einem Junkers-Wasser- flugzeug Batavia verlassen und wollte nach Port Darwin stiegen. Als nach Tagen keine Nachricht eintraf, veranlaßten die e-mlstchen und holländischen Behörden umfangreiche Suckexpeditionen, die mit Flugzeugen und schnellen Zer­störern ausgesandt wurden. Alle Nachforschungen aber waren vergebens, und man rechnete selbst nach Auffindung leg Flugzeuges damit, daß Bertram und sein Begleiter, der Bordmonteur Elaußmann, entweder ertrunken oder in dem gefährlichen Küstengebiet Australiens umgekommen waren, zumal spanische Mönche auf einer Missionsfahrt durch das Wüstengebiet, in dem 1928 auch der berühmte australische Flieger Kingsford Smith fast schon ermordet worden wäre, »in Zigarettenetui und ein mit P-rtrams Monogramm be­sticktes'Taschentuch gefunden ha

FreWe im Mernhaus

Die Eltern Bertrams, eine Gastwirtsfamilie in Rem- fcheid, haben in den zwischen dem Start und heute liegenden Wochen seelisch schwer gelitten. Nur die 53jährige Mutter, eine strenggläubige Frau, hatte im Vertrauen auf Gott die Hoffnung auf eine Wiederkehr ihres Sohnes nicht aufge- gegeben. Sie ist allerdings in der Zwischenzeit völlig er­graut, nachdem sie vorher noch absolut schwarzes Haar hatte Der Vater, ein schwer herzleidender Mann, hat seit der Un­glücksbotschaft seine Fassung nicht wiedergewinnen können. Die 85jährige Großmutter Bertrams ist vor 14 Tagen ge- Horben.

Bertram setzt seinen Flug fort

wie verlautet, sind Verhandlungen im Gange, die er möglicken sollen, daß Bertram seinen Australienflug fort­sehen rann, und zwar mit der Junkers-MaschineAtlantis". M bis auf den einen Schwimmer nicht beschädigt ist

Südlich von Mukden haben chinesische Aufständische die südmanschurische Eisenbahnstrecke zerstört und mehrere> terzüge zum Entgleisen gebracht. Ein japanisches Bomben­geschwader stieg in Mukden auf und bombardierte die Auf­ständischen. Nach japanischen Meldungen wurden hierbei über 200 Chinesen getötet. Ein japanisches Flugzeug stürzte infolge eines Motordefekts ab. Die Insassen wurden getötet.

Aus der Heimat.

Erlaß von Rundfunkgebühren für Arbeitslose. Mit Wirkung vom 1. August 1932 können die Postämter die Rundfunkgebühren unter den bisherigen Bedingungen auj Antrag auch Arbeitslosen erlassen, denen die versicherungs- maßige Arbeitslosenunterstützung nach Ablauf von 36 Tagen (6 Wochen) wegen Hilfsbedürftigkeit weitergewährt wird. Ferner dürfen die Postämter Arbeitslosen, denen die Rund­funkgebühren nach den bestehenden Bestimmungen erlassen werden können, den Erlaß der Rundfunkgebühren auch dann gewähren, wenn die Arbeitslosen im freiwilligen Arbeits­dienst Verwendung finden und die Vergütung für diese Be­schäftigung nicht höher ist als die ihnen sonst aus der Ar­beitslosenfürsorge zustehende Unterstützung.

* Für Pilzsammler. Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird aus dem Ministerium für Volkswohl­fahrt geschrieben: In der Zeit der Pilzernte werden alljährlich zahlreiche schwere, zum Teil tödliche Er­krankungen durch den Genuß giftiger Pilze verursacht, die in den meisten Fällen selbst gesammelt sind. Da eS allgemeine ErkennungSmerkmale für die Giftigkeit von Pilzen nicht gibt, und gerade eine wirksame Be­handlung der Erkrankung infolge des Genusses des ge­fährlichen Pilzes (des Knollenblätterschwammes) bisher unbekannt ist, kann jedem Pilzsammler nicht dringend j genug empfohlen werden, zu Genußzwecken nur Pilz­arten zu verwenden, über deren Genießbarkeit und Un­schädlichkeit er nicht im Zweifel ist, denn nur genaue Kenntnis der Giftpilze schützt vor Vergiftungen. Ganz besonders ist zu warnen vor dem Knollenblätterpilz, der häufig mit dem Champignon verwechselt wird. Bei den Morchelarten ist das Kochwasser giftig und muß daher weggegoffen werden.

* Die große Gefährlichkeit der Insektenstiche, denen man zur jetzigen Jahreszeit wieder ausgesetzt ist, scheint trotz häufiger Hinweise immer noch nicht genügend bekannt zu sein. Die Insekten, die sich auf unsere Haut setzen, nähren sich nicht nur von den Säften lebender, sondern auch toter Tiere, saugen also soge­nanntes Leichengift. Durch die Insektenstiche kann derartiges Gift auf den Menschen übertragen werden, das oft den Tod zur Folge hat. Da hilft nur am besten Salmiakgeist, den man sofort in die Wunde reibt. Es empfiehlt sich daher, auf Spaziergängen stets ein Fläschchen Salmiakgeist bei sich zu haben.

Hersfeld. Ein V er k e h r s u wf a l l ereignete sich gestern Abend am Brink. Ein das Johannestor heraufkommendes Auto stieß dort mit einem Radfahrer zusammen. Hierbei wurde das Rad stark beschädigt, während der Fahrer mit dem Schrecken davonkom.

Hersfeld. (Vsm Rundfunk). Am nächsten Sonntag wird in der Stunde des Chorgesangs des südwestdeutschen Rundfunks der Hersfelder Männeger- sangvereinSängerchor" singen. U. a. werden auch einige pfälzische Volkslieder in der Vertonung des EmMchWM, s H!i M^prSe W»W ^"t "Mkfky7 vorgetragen. Das Programm lassen wir am Freitag folgen.

Kassel. Der für die Kunstakademie in Kassel ur­sprünglich vorgesehene Betrag von 57 480 Mark ist vom Preußischen S aatsministerium um 22 000 Mark gekürzt worden. Die vorgesehene Ausgabe von 75 000 Mark für die Erweiterung des Wilhelm-GymnasiumS in Kassel ist ebensfallS gestrichen worden.

Kassel. Der Kasseler Krimmalpolizei ist es gelungen, eine Bande von sieben Verbrechern, die in Kassel und Umgebung seit einiger Zeit wiederholt Raubüberfälle und verwegene Diebstähle ausgeführt haben, zu verhaften. Und zwar erfolgte die Festnahme der Burschen in einer Hühnerfarm in der Langenstraße in Wahlershausen, wo sie Unterschlupf gesucht und gefunden hatten. Die Burschen, meist jugendliche Erwerbslose, hatten sich zu einer Bande zusammengeschlossen, die den romantischen NamenKlub der schwarzenFreibünder" führte. Zu denZielen" diesesKlubs" gehörte es, sorgsam vor- beereitete Ueberfälle aus allein liegende Villen, Pensionen und auch Passanten, die einsame Wege gingen, zu unternehmen. Ein ganzes Magazin von Werkzeugen, Waffen und schwarzen Masken konnte in dieser Hühner­farm sichergestellt werden.

Kassel. Vor dem Schwurgericht hatte sich der 55 Jahre alte Maurer und Invalide Johann Georg Döhne aus Wenigenhasungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu verantworten. Er soll am letzten Pfingstsonntag um die Mittagsstunde sein Wohnhaus in Brand gesteckt haben. Die mit 17 Zeugen durchgeführte Beweisauf­nahme erbringt keine ausreichenden Beweise für die Schuld deS Angeklagten, weshalb das Schwurgericht auf Freisprechung erkennt. Auf Grund des Sachver­ständigengutachtens, daß keine andere EntstehungSursache deS Feuers als Brandstiftung angenommen werden könne, hatte der Staatsanwalt zwei Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust beantragt.

Wolfsanger. Montag morgen gegen 9 Uhr machte man an der hiesigen Schleuse einen rätselhaften L> ichen- sund. Als man einen Pappkarton. der auf dem Fulda- wasser schwamm, öffnete, fand man darin die Leiche eines neugeborenes Kindes. D'e polizeilichen Nach­forschungen nach der Mutter waren bisher erfolglos. Das Kind war erst ein paar Stunden alt.

Marburg. Einen originellen Einfall hatte der Landwirt Becker im Kreisort Elnhausen. Dieser ent­deckte vor einigen Wochen im Walde ein Habichtnest mit zwei Eiern, die allem Anschein nuch bebrütet wurden. Der Landwirt nahm nun die Habichteier fort und legte an deren Stelle zwei kleine Hühnereier. Nach seinen Beobachtungen setzten die ahnungslosen Habichte nach Rückkehr von ihrem Ausflug ruhig das Brutge- schäft fort. Als dieser Tage nach Berechnung des Land­wirts die Brutzeit vorüber sein mußte, ging er wieder zum Habichtnest und stellte zu seiner Freude zwei junge Kücken als Insassen fest, denen die Habichteltern eine tote Maus zum Fraße hingelegt hatten. Der Landwirt

nahm die Hühnchen mit nach Hause, wo sie nun unter anderen Kücken munter einherspazieren und von einer Glucke betreut werden.

Frankfurt a. M. Sonnabend morgen fand man auf der Bahnstrecke CronbergFrankfurt' am Biegwald die gräßlich verstümmelte Leiche eines etwa dreißig­jährigen Mannes. Da der Tote keine Legitimations- pap:ere bei sich trug, konnte die Identität des Mannes noch nicht festgestellt werden. Doch liegt zweifellos Selbstmord vor. - Der Artist Walter Dinkelspiel trat in Frankfurt unter dem NamenGras Nadolny" auf und verübte zahlreiche Schwindeleien. Nach seiner Festna! me haben sich bei der Polizei zahlreiche Personen gemeldet und Schmuckgegenstände vorgelegt, die ihnen Dinkelspiel geschenkt haben soll. Es handelt sich bestimmt um Gegenstände, die aus Diebstählen herrühren.

Hann. Münden. Auf der Straße nach Wilhelms­hausen ereignet? sich am Sonntag ein schwerer Zu­sammenstoß. Der 10jährige Sohn des Oberpostsekretärs K. fuhr in ein Motorrad, dessen Signal er überhört hatte. Die Beifahrerin kam, trotzdem sie über beide Verunglückte hinweg auf die Straße geschleudert wurde, ohne jede Verletzung davon. Der Motorradfahrer erlitt eine Verwundung am Knie und K. eine schwere Ober­schenkelverletzung. Ein von der Zielfahrt nach Kassel kommendes Eschweger Auto nahm sich der Verletzten an und brächte den Jungen nach Anlegen eines Not- verbandes in die elterliche Wohnung.

Göttingen Im Kreisort Jmbshausen entstand in einer Arbeiterwohnung auf dem Gut von Strahlen­heim auf noch ungeklärte Weise Feuer. Zwei Wohn­häuser und eine Scheune wurden stark beschädigt. Mit­verbrannt sind zahlreiche Möbelstücke. Der Feuerwehr gelang es nur mit vieler Mühe, ein weiteres Umsich­greifen deS Feuers zu verhindern.

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Turnen und Sport

Deutsche Olympia-Teilnehmer

Schwimmer und Leichtathleten haben nach Auskragung ihrer Meisterschaften folgende Kämpfer für Los Angeles genannt: Wasserballmannschaft: Erich und Joachim Rademacher, Cordes, Be- necke, Schultze, Gunst, Schwarz, Schumburg, Eckstein und Pohl; Küppers 100 Meter Rücken, Sietas Brustschwimmen, Esser und Frl. Jordan Kunstspringen. Leichtathletik: Sprintstrecken und 4 mal 100 Meter Ionath, Borchmeyer, Körnig, Geerling, Hendrix, 400 Meter und 4 mal 400 Meter Metzner, Dr. Peltzer (auch 800 Meter), Büchner und Nehb, Hirschfeld (Kugel und Diskus), Sie- vert (Kugel, Diskus und Zehnkampf), Weimann (Speerwerfen), de Bruyn (Marathon), Syring (5 und 10 Kilometer), Hähnel und Sie- vert (50 Kilometer-Gehen), Frl. Heublein, Frl. Fleischer und Frl. E. Braumüller (Diskus und Speer), Frl. Rotte (Hochsprung) und Frl. Dollinger (100 Meter). Bei den Schwimmern hätte man gern achteten außerdem den neuen Zehnkampfmeister Eberle.

Einen schönen deutschen Radsahrsieg gab es in Paris im Gro­ßen Preis der Amateure durch den Kölner Richter, der im Endlauf den Franzosen Rampelberg mit einer Radlänge schlug. Im Tan- demfahren wurden Engel-Omszella Zweite, in einem 25 Kilometer- Fähren belegte der Breslauer Siegel den dritten Platz. Den End­lauf des Großen Preises für Berufsfahrer gewann Michard gegen Geradin.

Wieder siegte Lewy-Dresden, der schon das Lückendorfer Berg­rennen gewonnen hatte, auch im Würgauer Bergrennen vom ADAC. 10 000 Zuschauer waren Zeugen heftiger Kämpfe, bei denen Lewy auf seinem Bugatti-Rennwagen, Stuck in der Klasse der Spon- und Tourenwagen und der Nürnberger Ley auf Triumph bei den Motorrädern die schnellsten waren. Ley erzielte mit 2 :58,1 gleich 101 Kilometerstunden die überhaupt beste Zeit des Tages.

Die Deutschen Junioren-Tennis-Meisterschaften in Weimar er­gaben folgende Sieger: Im Herreneinzel Henkel-Berlin, im Damen­einzel Frl. Ullstein-Leipzig, im Herrendoppel Henkel-Wilhelmi-Ber- lin, im Damendoppel Ullstein-Frl. Breitfeld-Leipzig.

Das Warseiller Sechstagerennen wurde beendet. Ban Kempen Blanchonnet siegten mit 471 P. und legten insgesamt (in 146% Std.) 2530,560 Kilometer zurück. Wambst-Broccardo wurden mit 185 P. Zweite. Das übrige Feld lag 1 bis 16 Runden zurück. Dorn-Miethe kamen 4 Runden zurück an 8. Stelle an.

Ein neuer deutscher Rekord im Hochsprung aus dem Stand wurde von Koch-Kaiserslautern in Trier mit 1,535 Metern aus­gestellt. Die alte Bestleistung stand auf 1,51 Meter und war erst vor zwei Wochen von Zillich-Aachen geschaffen worden.

Schmeliug wieder daheim.

Max Schmelina ist wieder nach Berlin gekommen. Wenn er auch ohne Meisterschaftsgürtel zurückkehrte, so war der Emp- fang doch »j-ht mutiger herzlich. Sieben ihm sieht man (eine

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elteraussichte«.

Ueber Mitteleuropa befindet sich immer noch ein kräftiges Hochdruckgebiet. Da der Luftdruck von Westen her weiter ansteigt, ist damit zu rechnen, daß das heitere und warme Wetter weiterhin erhalten bleibt.

WitterungsauSsichten für Mittwoch: Fortdauer des im ganzen heiteren und trockenen Wetters.