Allerlei Neuigkeiten
Geldschrankknacker in der Berliner Philharmonie. Auf die Direktionsräume der Berliner Philharmonie und des Sternschen Konservatoriums hatten es Geldschrankknacker abgesehen Den Schränk in der Philharmonie schweißten sie auf und fanden darin über 1500 M. bares Geld. Den Schränk im Konservatorium erbrachen sie ebenfalls. Wieviel sie hier erbeuteten, steht noch nicht fest, die Summe dürfte aber der in den Nachbarräumen erbeuteten nicht nachstehen, denn am Ersten des Monats waren die Gelder der Schüler eingegangen. Die Einbrecher konnten sich mit ihrer Beute ungesehen entfernen.
Ein Räuber erschossen, ein Kriminalbeamter verletzt. In Halle a. S. war ein Ueberfall auf eine Zweigstelle der Butterhandlung F. H. Krause geplant. Die Kriminalpolizei hatte aber rechtzeitig Kenntnis davon erhalten und erwartete die Räuber im Geschäftslokal. Ein Kriminalassisteni kam mit einem der Räuber ins Handgemenge. Darauf zog dieser einen Trommelrevolver. Der Beamte machte darauj von seiner Schußwaffe Gebrauch, wobei einer der Räuber getötet wurde. Ein Kriminalassistent wurde durch einen Streifschuß am Arm verletzt, doch ist nicht bekannt, von welcher Seite aus der Schuß abgegeben wurde.
Großer Iuwelendiebstahl in Chemnitz. In der Nacht ist in Chemnitz das im Erdgeschoß des Grundstücks Markt 1 befindliche Goldwarengeschäft von Otto Knorr von Einbrechern heimgesucht worden. Soweit sich bis jetzt feststellen läßt, sind dem Täter fünf einsteinige Brillantringe mit Platinfassung, 10 Brillantringe, 24 Taschenuhren aus Silber K und Nickel, 17 goldplatierte Herrenuhren, etwa fünf goldene 1 Herrenuhren mit Sprungdeckel, 40 Damenarmbänder aus Gold, Silber und anderem Metall in die Hände gefallen. Die Uhren tragen zumeist das Zeichen „Alpina" und „Signal de Geneve", außerdem ist im Uhrendeckel der Buchstabe Z unb die Lagernummer eingeritzt. Für die Ermittlung des Täters sind 200 Reichsmark und für die Herbeischaffung der gestohlenen Sachen 5 Prozent des Wertes der wiedererlang- ten Sachen als Pelohnung ausgesetzt.
Zwei Raubüberfälle in Hamburg. In der Wohnung des 79jährigen Hausbesitzers Block erschienen drei Männer unter dem Borwande einer Mietangelegenheit und erzwängen mit vorgehaltenen Schußwaffen die Herausgabe des in der Wob- uung vorhandenen Bargeldes in Höhe von 3000 Mark. Die Räuber entfernten sich, nachdem sie dem alten Block, seiner Frau, einer etwa 20jährigen Verwandten sowie einem Schul- kinde die Beine zusammengebunden hatten. — Ein zweiter Raubüberfall wurde an einem 18jährigen Geschäftsboten verübb Der Bote, der Gelder seines Arbeitgebers in Höhe von 1700 Mark zur Post bringen sollte, wurde von einem etwa 30jährigen Manne überfallen und des Geldes beraubt.
Verhängnisvolle Auswirkung eines Gasselbsimordes. Der 35jährige Tischler Paul Polita hat sich in Gelsenkirchen m't Leuchtgas vergiftet. Polita, dessen gegen seine Kündigung vor dem Arbeitsgericht erhobene Klage abgewiesen worden war, hat in der Tischlerwerkstatt, in der er beschäftigt war,
den Tod gesucht. Als der Maler Walter Schneider abends beim Betreten der Werkstatt das elektrische Licht einschalten wollte, explodierte das in dein Raum angesammelte Gas. Schneider erlitt schwere Brandverletzungen.
Word an einem Unbekannten. Im Englischen ©arten in München wurde die Leiche eines in den fünfziger Jähren stehenden unbekannten Mannes gefunden, der offenbar erschlagen und beraubt worden ist. Nach den Spuren am Tatort muß sich ein schw- rer Kannst abgespielt haben.
Der angebliche Mörder des Lindberghkindes ist, w« sich bei den Verhören in Trentschin-Teplicz herausstellte, ein Mann namens Klimetschka aus der Umgegend von Preß- burg. Er wollte ohne Geld nach Amerika gelangen und erfand deshalb das Märchen. Seine Erzählungen Wer Einzelheiten seiner angeblichen Tat sind plumpe Erfindungen.
Rückkehr Elli Beinhorns nach Deutschland. Wie Associated Preß aus Buenos Aires meldet, reist die Flieger!« Elli Boinhorn mit dem Dampfer „Cap Norte" nach Deutsch land zurück, da der Regen die Fortsetzung ihres Südamerika- Fluges unmöglich macht.
Unwetkerfchäden in Japan. Nach Meldungen aus Toku wurde Japan von schweren Stürmen, verbunden mit heftigen Regengüssen, heimgesucht. Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Bei Mikimachi ereignete sich ein Dammbruch. Angeblich sind 30 Todesopfer zu verzeichnen.
Schweres Faltbootungkülk
Waldshut, 3. Juli. Zwischen Laibstadt und Schwaden loch, auf schweizerischem Gebiet, ereignete sich auf dem Rhein ein schweres Faltbootunglück. Vom Ufer aus sah man mit- ten im Rhein ein gekenlertes Faltboot treiben, an dem sich drei junge Männer fesihielken, die schließlich in den Fluten versanken. Hilfeleistung war unmöglich. Man muß an- nehmen, daß die drei Insassen ertrunken sind. Ihre Jdenki- tat steht noch nicht fest.
260 000 Mark unterschlagen
Königsberg, 3. Juli. Laut Mitteilung der Kriminalpolizei hat der seit dem 30. Juni flüchtige Kaufmann Dölcker im Laufe der letzten Wochen Unterschlagungen in Höhe von 260 000 Mark begangen und dadurch verschiedene hiesige und auch auswärtige Firmen geschädigt. Hauptsächlich handelt es sich um Schiebungen in Zucker.
Folgenschwere Verhetzung polnischer Bauern
Warschau, 3. Juli. 3m Bezirk Lisko in Klein-Polen ist es infolge der aufhetzenden Propaganda radikaler Elemente zu blutigen Ausichreitungen gekommen. Unter dem Einfluß von Gerüchten über die angeblich bevorstehende Wiedereinführung des Frondienstes, die von Agitatoren in der letzten Zeit unter der Landbevölkerung verbreitet wurden, kam es in der Nähe von Lisko zu blutigen Unruhen unter den Bauern, in deren Verlauf sechs Personen getötet und acht verletzt wurden, darunter zwei Polizisten.
Volkswirtschaft
Berliner Effektenbörse.
Die Berliner Effektenbörse stand am Sonnabend unter dem Emdruck einet Anzahl anregender Faktoren. Das anhaltende An- MSebeoiirfnis am Rentenmarkt führte teilweise beträchtliche neue Kurssteigerungen herbei. Später trat an den Aktienmärkten ein aewisser Rückschlag ein. Farben, die 1 Prozent fester eingesetzt hatten, gingen im Verlauf wieder auf den Vortagsstand zurück. Siemens wenig verändert. Chade erhöhten sich um 5% Mark. RWE. um 3 Prozent, Kaliwerte lagen zu Anfang 2 Prozent höher, später aber wieder etwas nachgebend. Von Montanwerten lagen Gelsenkirchen fester, auch Rheinstahl stiegen bis um 1*4 Prozent. , Am Geldmarkt war Tagesgeld zum erstenmal nach dem Ultimo eine Kleinigkeit niedriger mit^5,87 Prozent und darüber.
Am Devisenmarkt fiel die feste Haltung von Paris auf, Kabel geg«, Paris notierte 25,39, das Pfund 90,75. Das Pfund zeigte «Zauber dem Dollar mit 3,575 eine kleine Abschwächung. Auch «e Reichsmark war im Auslande eine Kleinigkeit niedriger.
Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund W 15,10, Holl. Gulden 170,28 170,62, Belga (Belgien) 58,56 58,68, ital. Lira 21,50 21,54, dän. Krone 82,02 82,18, norm, firone 74,28 74,42, franz. Franken 16,55 16,59, tschech. Krone 12,465 12,485, schweig. Franken 82,17 82,33, span. Peseta 34,67 34,73, schwed. Krone 77,12 77,28, öfterr. Schilling 51,95 52,05.
Berliner Produktenbörse.
Mir Brotgetreide war die Stimmung an der Berliner Pro- Baftenborfe vom Sonnabend freundlicher. Am Markt der Zeitgeschäfte stiegen die Preise für Weizen um 1% Mark. In Roggen kamen nur die vorderen Monate zur Notiz. Am Promptmarkt war das Geschäft weiter sehr ruhig. Die Roggennotiz ermäßigte sich um 2 Mark. Weizen, der in den letzten Tagen nicht mehr notiert wer- «n konnte, erhielt eine neue Notiz, die um 10 Mark niedriger als die letzte lautete. Mehlgeschäft ruhig. Hafer still.
Kotierungen vom 2. Juli 1932:
_ Für 1000 Kg.: Weizen, märk.
237—239
186—188
Roggen, märk. Braugerste
162—172
156—160
Für 100 Kg.: Weizenmehl 30,25—34,25
Erdnußkuchen 10,60
Erdnußkuchemnehl 11,00 Roggenmehl 25,60—27,40
Weizenkleie 10,00—10,50
Roggenklei« 10,00—10,50
Viktoriaerbsen Kl. Speiseerbsen Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken
17,00—23,00 21,00—24,00 15,00—19,00 16,00—18,00 15,00—17,00 16,00—18,00 10,00—11,00 14,50—16,00
10,30—10,60
8,70
10,20—10,30 11,10—11,20
Lupinen, blaue Lupinen, gelbe Leinkuchen Trockenschnitzel Sojabohnenschrot ab Hamburg ab Stettin
Die Großhandels-Jn-exziffer.
Die vom Statistischen Reichsamt für den 29. Juni berechnete Grüßhandelsindexzisfer ist mit 95,9 gegenüber der Vorwoche um 0,8 v. H. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 92,0 (minus 0,4 v. H.), Kolonialwaren 84,8 (minus 0,5 o. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 86,9 (minus 0,1 v. H.) und industrielle Fertigwaren 117,2 (minus 0,3 v. H.).
Amtliche Bekanntmachungen.
Wir benötigen
An die Herren Bürgermeister in den Landgemeinden des Kreises.
Betrifft: Reichst«,swahl am 31. Juli 1932.
Die Wahlkarteien und Wählerverzeichnisse müssen in der Zeit vom 10, bis 17* lull 1^32 je einfdiließ= lidl zur allgemeinen Einsicht öffentlich ausgelegt werden. Ich weise ausdrücklich aus die Verpflichtung der Gemeindebehörden hin, vor der Auslegung in ortsüblicher Weise bekannt zu geben, wo, wie lange und zu welchen Tagesstunden die Karteien oder Listen zu jedermanns Einsicht ausgelegt werden, sowie in welcher Zeit und in welcher Weise Einsprüche gegen sie erhoben werden können. (§ 18 Abs. 2 der Reichsstimmordnung vom 14. 3. 1924, RGBl. S. 173). Im allgemeinen sind die Karteien oder Listen mindestens während der üblichenDienststunden auszu« legen; Sonntags muß dafür ein besonderer Dienst eingerichtet werden. Im übrigen ist hinsichtlich der Auslegungsstunden auf die örtlichen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen.
Ich weise nochmals auf meine Verfügung vom 10. 6. 1932, Kreisblatt No. 135 betr. die Vervollständigung der Wahltarteien bezw. Wählerlisten hin. Sofern noch nicht geschehen, ist die Vervollständigung sofort vorzunehmen. Aus jeden Fall muß bei Beginn der Auslegungssrist die Wahlkartei bezw. Wählerliste in Ordnung sein und alle bis zum 31. 7. 1932 wahlberechtigten Personen enthalten, (siehe § 4 der Reichsstimmordnung).
Hersfeld, den 1. Juli 1932 Der Landrat.
Detrisst: feiten der ländlichen Volksschulen mit fiusaaHme der israelitischen.
Für die diesjährigen Sommer- und Herbstferien stehen insgesamt 42 Tage zur Verfügung. Hiervon entfallen auf die Sommerferien 21 Tage^und auf die Herbstferien ebenfalls 21 Tage. Die Sommerferien beginnen am 18. Juli (letzter Schullag 16. Juli) und endigen am 7. August. (1. Schultag 8. August). Die Herbstferien nehmen am 26. September ihren Anfang (letzter Schultag 24. September) und dauern bis zum 16. Oktober 1932 einschließlich. Wiederbeginn des Unterrichts am 17. Oktober 1932.
Sollten die Schulvorstände aus irgendwelchen besonderen Gründen eine Abweichung von dieser Ferien- ordnung wünschen, so ersuche ich um selbständige anderweite Regelung im Benehmen mit dem Herrn Schulrat. Hersfeld, den 30. Juni 1932. Der Landrat.
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