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Eiserne Liebe

Roman von Leonline von Winterfeld-Platen

12

Nachdruck verboten.

Da trug Herr Romuald Frau Jadwtg zu den Ihren zurück. Als er wieder jenseits der Schlucht war, hieb Herr Ratimer selbst die Bohlen mit einem Beile durch, daß sie polternd in die Tiefe stürzten. Herr Romuald wandte sich um. Er hatte Frau Jadwig zu Boden gleiten lassen, wo der junge Duba ihr Wein einflößte.

„Ratimer vom Hockstein, was wollt Ihr noch länger trotzey? Ergebt Euch, Ihr schaffts nimmer lange."

Herr Ratimer neigte das Haupt.

„So sterbe ich auf dem Hockstein, Romuald Niemans, ich ergebe mich nicht."

Er schritt zurück und schloß das Tor hinter sich mit eisernem Riegel.

Nun war er ganz allein auf dem Hockstein. —

Es kam, wie es kommen mußte. Nach drei Tagen ver­suchte Herr Romuald abermals eine Brücke zu schlagen über die Schlucht. Niemand wehrte es ihm. Sie wunder­ten sich alle darüber. Mit großer Vorsicht und geheimer Scheu schlichen die Böhmen über die Bohlen und sprengten das Tor. Die ersten, die auf den Hof drangen, prallten entsetzt zurück. Tot lagen die Letzten vom Hockstein an der Ringmauer, teils in den Knien, teils vornüber auf dem Antlitz. Einige hielten noch Pfeil und Bogen in ihren starren Händen. Es kam sie alle ein Schaudern an, als sie das sahen. Aber wo war Herr Ratimer? Ueber die verschütteten, verkohlten Trümmer gingen suchend die Böhmen hin und her. Da entdeckte einer die steinernen Stufen, die zum Kellergewölbe führten. Der Burggraf und der junge Berka von der Duba stiegen zuerst hinab. Sie mußten eine Fackel entzünden, denn es war finster hier unten. Sie tasteten sich über Geröll und Asche vorwärts. Als sie in den großen Keller kamen, hob Herr Romuald sie Fackel, daß ein Funkenregen bis zur tiefgewölbten Decke stob. Es war jetzt hell ringsum, daß man bis in die dämmrigen Ecken schauen konnte. Die beiden Männer fuhren zusammen. Vor ihnen in einer Nische saß auf sein Schwert gestützt Herr Ratimer und schlief. Oder war er tot?

Herr Romuald trat auf ihn zu und senkte die Fackel. Dann legte er ihm die Hand auf die Schulter. Da fiel Herr Ratimer hinten über. Zu Boden Kirrte das Schwert. Sie hoben ihn auf und trugen ihn nach draußen in die frische Luft. Ueber die Boyen der Schlucht trugen ihn zwei Mannen und legten ihn auf den Waldgrund. Hier standen sie im Kreise um ihn herum, scheu flüsternd.

„Da liegt er, der unsere ganzen Gaue unsicher gemacht hat. Der immer wieder mit List seinen Feinden entwich!"

„Nun haben wir Ruhe vor ihm, denn er ist tot."

„Er ist nicht tot, ich fühle matt feinen Herzschlag. Er ist nur verschmachtet."

„So laß ihn hier verrecken wie einen Hund, er hat es nicht besser verdient."

Da trat Herr Romuald zu ihnen. Sein Gesicht war [in steiMßM>WWWMW«W»E»S»—

„Ich will es nicht, daß man Herrn Ratimer vom Hock- ’tein hier so am Wege verrecken läßt. Er hat gekämpft wie :in Mann, er soll auch sterben wie ein Mann. Gebt ihm ;u trinken."

Der junge Duba beugte sich vor.

„Und was wird dann mit ihm?"

„Er wird sein Urteil empfangen, wie er es verdi.nl hat nach seinen Taten."

Da flößten sie ihm Wein ein, daß die Erschlaffung vich und er wieder zu sich kam. Als es Abend wurde, machen die Böhmen das Lager ab und zogen elbaufwärts. Zn ihrer Mitte führten sie gebunden den schwankenden Ratimer.

Am Waldabhang wandte er sich und warf noch einen 6Iick zurück auf den Hockstein. Ein wilder TrümmeiU.,nspn und verkohlte Mauerreste deckten den Fels, der einst die stolzeste Burg getragen. Schwalben schössen an den leeren Fensterhöhlen vorüber. Im Abendwind rauschten die Tannen.

Herrn Ratimers Hände zitterten, daß ein Klirren durch seine' Ketten ging.

Da stießen sie ihn vorwärts.

In ihrem behaglich ausgestatteten Turmgemach auf dem Rathen, dessen hohe Bogenfenster auf die Elbe sahen, lag; Frau Jadwig müde auf ihrem Ruhebett. Hin und her ging die alte Trud, brächte ihr Wasser und rückte die Decken zurecht. Scheu sah sie von Zeit zu Zeit auf ihre Herrin, die regungslos mit großen, weitoffenen Augen lag Frau Jadwig hatte ihr Ruhebett so stellen lassen, daß sie den Himmel Und die Tannen sah.

Täglich kam Herr Romuald die steile Wendeltreppe he» auf und sah nach seinem Kind. Täglich brächte der junge Duba Wildrosen und Glockenblumen aus dem Walde. Denn draußen blühte der Sommer in seiner ganzen Pracht. Blaugolden glitzerten die Elbwellen, die plätschernd an die Mauern des Rathen schlugen. Es war ein Jubeln bei allen Mannen und dem Gesinde, daß das müßige Harren vor dem Hockstein nun endlich ein Ende hatte. Und daß ihre Herrin wieder unversehrt in ihrer Mitte war. Die von König Wenzel zu Hilfe gesandten Böhmen zogen lachend und singend wieder' ab, ein Schreiben des Romuald Nie­mans, Burggrafen vom Königstein, an ihren gestrengen Herrn und König mit sich führend, das ihm die frohe Bot­schaft überbrachte, daß die Feste Hockstein, so vom auf­rührerischen und raublustigen Ritter Ratimer hartnäckig mondelang verteidigt, nun dank der Tapferkeit der böhmi­schen Mannen, so täglich mit Lebensgefahr Feuer auf die Burg geschleudert, endlich gefallen und dem Erdboden gleich gemacht sei. Desgleichen der Aufrührer und Ruhe­störer selber Herrn Romualds Gefangener worden und als solcher im tiefsten Verlies der Burg Rathen seiner Ab­urteilung entgegensähe. Selbige müßte eine strenge und harte sein, allen böhmischen Untertanen zur löblichen War­nung,. dieweil er nicht allein dem König getrotzt und die Leimspflichten unterlassen, sondern auch des Burggrafen Tochter geraubt und in bitterer Haft gehalten. —

Murmelnd schlugen die Elbwasser an den weißen Sand. Wie Schaumflocken standen die weißen Wolken am rosa

Abendhimmel. Von den saftig grünen Hängen trieb der Hirte die Schafe herab zum Rathen. Kinder badeten unten am Ufer und kreischten vor Vergnügen, daß es Frau Jad­wtg oben am Fenster hörte. Die Elbe hinab glitt ein Boot. Herr Romuald kam vom Königstein zurück, wo er zu tun hatte.

Die alte Trud brächte Frau Jadwig die Abendsuppe. Vom Kloster klang das Ave-Läuten über das Wasser.

„Ihr seht noch bleich aus, Herrin. Ihr solltet mehr essen und schlafen. Die Gefangenschaft hat arg gezehrt an Euch. Wäret ja auch beinah verdurstet."

Voll Mitleid streiften die Augen der Alten ihre schwei­gende Herrin.

Dann ging sie hinaus, denn der Burggraf kam jetzt die Treppen hinauf.

Er setzte sich aus Fenster, seinem Kind gegenüber.

„Nun, Jadwig, immer noch so matt? Warst du nicht ein wenig draußen?"

Sie schüttelte den Kopf.

„Ich mochte nicht, Vater. Wie steht's auf dem König­stein?" -

Er mußte ihr von allem berichten, was er den Tag über getan. Dabei wurde sein Antlitz weicher und milder als sonst. Jetzt lehnte er sich zurück im Stuhl und furchte die Brauen.

„Und morgen halten wir Gericht über Ratimer."

Sie zuckte zusammen.

„Wo habt Ihr ihn hingebracht, Vater?"

„Hier unten ins Verlies. Ich war heute morgen bei ihm. Er ißt und trinkt und scheint guter Dinge, meint wohl gar, wir geben ihm seine Freiheit wieder. Da kann er lange warten."

Der Burggraf lachte und rieb sich die Hände.

„Nein, du schlauer Fuchs, nun wir dich einmal haben, lassen wir dich nicht wieder los. Sagtest du etwas, Kind?"

Frau Jadwig hatte sich aufgerichtet auf ihrem Ruhe­bett. Ihre Augen sahen ins Leere, um die blassen Lippen lag ein harter Zug.

„Ich will dabei sein, Vater, wenn Ihr Gericht haltet über Herrn Ratimer. Frau Jadwig vom Königstein will es mit ihren eigenen Augen sehen, wie ihr Vater die Ehre seiner Tochter rächt an Herrn Ratimer."

Der Alte nickte vor sich hin. •

„Du sollst mit mir zufrieden sein. Morgen zur Mit­tagstunde wird Herr Ratimer gerichtet."

Sie öffnete die Lippen, als wollte sie noch etwas sagen, aber sie schwieg.

Ihre Hände öffneten und schlössen sich mehrere Male. Dann stieß sie hervor: „Wird — wird er deS TodeS sterben?"

Herr Romuald stand auf.

„Nur mit Blut kann der sühnen, der meinem Kinde auch nur ein Haar gekrümmt. Das rächt Herr RomuaW heißer, als daß sich Herr Ratimer am Könige vergangen. Gute Nacht, Jadwiga."

Er strich ihr mit der Hand über das lose, schwarze Haar. Dann ging er hinaus.

Sie saß regungslos. Durch ihren Körper ging ein Schütteln, als fröre sie.

Und doch war die Sommernacht noch nie so warm gewesen, daß die Mannen und Mägde noch lange drau­ßen saßen am fließenden Elbwasser.

Mit heißen Köpfen und scheuen Blicken erzählte es einer dem andern, daß letzte Nacht in der Kapelle ein Stöhnen gewesen und die Fackeln der Wachen ein Wind­stoß gelöscht. Dann sei die Kapellentür aufgegangen und der Mann in Erz den Kreuzgang entlanggeschritten.

„Wie sah er denn aus?" fragte neugierig zitternd eine junge Magd.

Die gestrige Wache bekreuzigte sich.

„Vom Haupt bis zu den Füßen in eiserner Rüstung, das Visier geschlossen. In den Händen, so auf der Brust lagen, ein dreigeschliffenes Schwert."

Die Mädchen duckten sich ängstlich. Aber die anderen Mannen lachten laut aus.

„Der Bastion hat gestern nacht zuviel Wein ge- tr unken, so uns Herr Romuald aus Freude über den Fall des Hocksteins geschenkt. Da hat er Geister ge­sehen."

Wieder bekreuzigte sich Bastian.

„Gnad dir Gott, Michael, daß du ihm nimmer be­gegnest, so du morgen nacht Wache stehst vor Herrn i Ratimers Tür. Wer ihn einmal geschaut, vergißt ihn | nicht wieder — den Mann in Erz."

Gutmütig lachend schlug ihm Michael auf die Schulter.

„Du hast wohl noch nicht oft Herrn Romualds Wein getrunken, Kleiner? Aber gute Nacht, ich geh jetzt schlafen."

14. Kapitel.

Golden schien die Mittagssonne vom wolkenlosen Hinu mel. Auf der großen, grünen Halde am Felshang hinter dem Rathen stand eine uralte Linde. Der Volksmund erzählte, daß sie noch aus der Heidenzeit stamme. Heuer stand sie in Blüte, daß ein wundersames Duften über der ganzen Halde lag. Unzählige Bienen summten in ihren Zweigen. Auf den Wiesen war das Gras gemäht, das mischte sich süß mit dem Ltndenduft.

Ein purpurner Sessel stand unter der Linde. Da wollte 'Romuald Niemans, Burggraf vom Königstein, heute um die Mittagsstunde Gericht halten im Namen des Königs über Ratimer, den einstigen Herrn vom Rathen und Hockstein. Links vom Purpursessel war noch ein Gestühl gerückt. Hier ruhte, oas kranke Bein ein wenig erhöht, der alte Nikolaus Berke von der Duba. Lang hing ihm der große, graue Barst auf die mächtige, breite Brust. Neben seinem Stuhl stand sein Neffe, der junge Benesch. Rechts vom Sessel saß wie ein Marmorbild im lichtblauen Gewand Frau Jadwig. Regungslos lagen ihre weißen Hände auf den hohen Lehnen zu beiden Seiten. Hinter ihrem Stuhle stand Wratislaw, der Vogt. Dahinter die Mannen und das Gesinde vom Rathen und Königstein und viel Volks aus der Umgegend, das sich das große ^Schauspiel nicht nehmen lassen wollte, wie

der wilde Ratimer gerichtet würde. Jenseits aber hoben sich die trutzigen Zinnen des Rathen zum blauen Sommer­himmel. Vom fernen Kloster kam ein Läuten, oas be­deutete die zwölfte Stunde. Die Menge wurde unruhig, und das Murmeln ward stärker.

Da kam vom Rathen her der Burggraf geschritten. Sie kannten sie alle, die sehnige, untersetzte Gestalt mit dem raschen, festen Gang. Sein hartes kühles Auge flog über die Menge. Vor dem roten Sessel wandte er sich und zog einen Schlüssel aus dem Wams. Den gab er zwei Mannen, die mit gehobenen Lanzen bereitstanden.

„Geht und holt den Gefangenen."

Er sagte es kurz und hart, wie es seine Art war. Dann setzte er sich auf das rote Tuch zwischen Frau Jadwig und dem alten Duba. Die Menge war verstummt. Es lag ein gespanntes Warten über allen. Es war so still, daß man deutlich die Bienen summen hörte im Gezweig.

Da kam vom Rathen her ein feines, kaum hörbares Klirren. Es war die Kette des Gefangenen, mit der man seine Hände gebunden. Hundert Augen flogen hin­über zu Herrn Ratimer, dem Gefesselten. Er ging ein wenia schwankend, wie einer, der lange des Gebens ent- woynr. iBern Haupr trug er aufrecht und sah mit seinen klaren, stählernen Augen um sich. Tief eingefallen waren die Wangen, in Fetzen das verstaubte Gewarw. Aus bei­den Seiten ging ein Mann mit einem Speer und bloßem Schwert. So hatte es Herr Romuald angeordnet, denn - sie fürchteten auch den gefesselten Ratimer. Hart vor Herrn Romuald führten sie den Gefangenen. Herr R» muald hatte die Hände auf die Knie gestemmt und die Stirn gesucht. Sie sahen es alle, daß heute kein Erbarmen [ bet ihm war, und es ging ein Schauer durch die Menge. Der Burggraf hob die Hand, wie um Schweigen zu ge­bieten. Aber es war schon vorher alles still ringsum.

„Ratimer vom Hockstein, Ihr wißt, warum Ihr vor mir steht. Im Name» des Königs Wenzels von Böhmen spreche ich heute Gericht über Euch."

Die stählernen Augen des Herrn RatimerS schössen Hohn.

„Kein böhmisch Gericht erkenne ich an. Ich stehe unter dem Markgrafen von Meißen."

Es war eine Mhnhett, solches zu sagen in diesem Augenblick. Sie zuckten alle zusammen. Auf des Burg­grafen Stirn schwollen die Adern.

„Was unter Euern Vätern zu Meißen gehörte, gehört heute zu Böhmen, das wißt Ihr wohl. Aber Ihr habt Euch zu stetem Trotz aufgelehnt wider diesen Euern Lehns­herrn. Ihr wißt, was nach böhmischem Gesetze darauf steht."

Herr Ratimer schüttelte den. Kopf.

„Bin nimmer bewandert gewesen in böhmischen Ge­setzen, Herr Romuald."

"Der Burggraf sprang auf, seine Augen brannten vor Zorn.

„So künde ich es Euch heute. Wer als böhmischer Untertan zu fremdem Herrn hält und König Wenzel den Gehorsam verweigert, muß des Todes sterben."

Herr Ratimer zuckte mit keiner Wimper. Er sah dem andern voll ins Gesicht.

„Ich habe es mir wohl gedacht, weil Ihr so grimmig ausschaut, Herr Romuald. Ich fürchte auch den Tod nicht, denn es hat lichte Augenblicke in meinem Leben gegeben. Nur eine Bitte habe ich noch vorm Sterben."

Sein Auge flog hinüber zu Frau Jadwig, die regungs­los mit weißen Lippen aufrecht und stolz auf ihrem ■ Stuhle saß.

Der Burggraf hob spöttisch die Schultern.

„Ihr und bitten, Herr Ratimer? Das dünkt mich wundersam; aber redet."

Herr Ratimer atmete schwer, als kämpfe er mit sich selbst. Dann sagte er leise: „So ich doch sterben muß, so laßt es auf dem Hockstein sein, Herr Romuald." Der Burggraf fuhr mit der Hand durch die Luft. „Es gibt keine Burg Hockstein mehr."

Herrn Ratimers Lippen zitterten.

„Keine Burg mehr, Herr Romuald — aber der Fels, auf dem meine Burg gestanden. Der Fels, auf dem mich meine Mutter geboren, auf dem meine treuen Mannen alle .gestorben um mich. Und der Fels wird Hockstein heißen nach Jahrhunderten noch, wenn auch von den verkohlten Mauern nichts mehr blieb. Denn er ist der Fels der Treue, Herr Romuald."

Der Burggraf zog die Oberlippe schief.

„Genug des Schwätzens für einen Gefangenen. Ihr dürst weder Wunsch noch Willen mehr haben, Ihr —" Jäh unterbrach ihn Ratimer.

„Ihr seid hart, Herr Romuald; denn jeder Be» urteilte hat eine Gnade frei."

Herr Romuald kochte.

„Schweigt! Meine Langmut hat ein Ende. Doppelt vergangen habt Ihr Euch, am König und an meinem Kinde, Frau Jadwig vom Königstein. Doppelten Tod habt Ihr verdient. Keine Gnade gibt es für solchen, wie Ihr seid. Der Ihr Unruhe und Zwietracht in den Gau gebracht habt, seit man Euern Vater begrub. Fromme Christen sind wir Böhmen, wir halten, was heilig ist. Und heilig ist die Rache. Heute räche ich meinen König und mein Kind an Euch, Herr Ratimer."

Ratimer sagte kein Wort mehr. Er hatte die Lippen zusammengepreßt und sah gerade vor sich hin. Es lag wie Spott und Verachtung um seinen Mund.

Da wandte sich Romuald Niemans an feine Tochter. „Hast du noch eine Klage oder ein Entschuldigen für den Gefangenen, Jadwig? So sei dir das Recht un­benommen; denn du kennst ihn besser als wir und warst lange in seiner Haft."

Sie sahen jetzt alle auf Jadwig, nur Herr Ratimer nicht.

Sie war jäh zusammengefahren bei den Worten ihres, Vaters. Aber nur sekundenlang. Dann lagen ihre Hände . wieder kühl und weiß und regungslos wie zuvor. Z Kühl und weiß und regungslos war auch ihr An-^, gesicht. Wie auf den granitnen Grabsteinen unten in] der Kapelle.

, Fortsetzung folgt.