Eiserne Liebe
Roman von Leontine von Wi nterfeld-Platen
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Nachdruck verboten.
Herr Ratimer war blaß geworden.
„Frau Jadwig bleibt hier und kommt nicht auf die Mauer, solange ich Herr vom Hockstein bin. Wo Männer kämpfen, braucht es keiner Frau."
Er stampfte die Treppe herunter.
Der alte Bartus knirschte mit den Zähmn.
„Nun muß um Herrn Ratimers Stolz der Hockstein fallen. Fluch über Frau Jadwig, die ihn in Zauber schlug."
Auf dem Hockstein fielen zischend die Pfeile mit d'm brennenden Stroh.
Frau Jadwig rührte sich nicht.
12. Kapitel.
Es war zwei Tage später.
Die auf dem Hockstein hatten Tag und Nacht kein Auge zugetan. Denn wenn sie nicht achtgaben, zuckten heimlicb an zehn, zwanzig Stellen zugleich lodernde Flämmchen aus den Dächern empor. Ja,, die hölzernen Schindeln vom Roßstall waren schon schwarz gesenkt von den brennenden Pechbränden, die man von jenseits, der Schlucht in immer größeren Mengen herüberschleuderte. Und sobald ein Flämmchen auszuckte, mußte ein Hocksteiner Mann hinaus unb es löschen. Das war lebensgefährlich, denn er war sofort zur Zielscheibe von über hundert verborgenen Pfeilen. Sie mußten die letzten Nächte wieder manchen toten Mann die Mauer hinablassen in den Abgrund. Mcht an der Dürre starken sie jetzt, sondern an den spitzen, heimtückischen Pfeilen des Feindes, der wohl verdeckt aus selbstgebautem Hinterhalt schoß.
Es war viel Wasser in der Regenzeit gesammelt worden, und doch wurde es bei dem steten Löschen immer knapper und knapper. Noch gab der Brunnen Wasser, aber wie
. lange? Noch gab es mutige Männer, die, sorgsam mit dem Schilde sich deckend, auf die Dächer und Türme klommen, die roten Flammenzungen zu ersticken. Aber immer mehr schmolz ihr Häuflein zusammen. Das konnte Herr Ratimer nicht mehr mit ansehen.
Zwölf Männer waren sie nur noch auf dem Hockstein. Da gab Herr Ratimer Befehl, die Dächer und Stallun- gen nicht mehr zu schützen. Es war ja doch kein Vieh mehr darin. Und alles, was aus Holz war, brennen zu lassen. Weil sie das immer spärlicher werdende Wasser jetzt nötiger zum Leben brauchten, als zum Löschen. In die steinge- mauerten Kellergewölbe wollten sie sich bergen vor den Flammen. Dahinein konnte das Feuer nicht kommen. Mochten oben die Dächer und Dielen verkohlen und stürzen, die steinernen Grundmauern hielten fest. Sie schleppten alles, was sie nötig hatten an Waffen, Essen und Trinken, in die Kellergewölbe. Die waren tief und kühl und weit hineingehauen in den Fels. Hier wollten die zwölf Letzten vom Hockstein dem Feinde trotzen und ihr Ende erharren. Hier ließ Herr Ratimer auch Frau Jadwig hinabbringen, denn ihr Leben war oben im Turmgemach von den Flammen gefährdet. — Wieder senkte sich eine traumhaft süße, lichte Juninacht auf den Hockstein. Im tiefsten und weit^ gehauenen Keller saßen die beiden Frauen. Ueber ihnen schlugen die Flammen des Hocksteins zum Nachthimmel. Hart mit ihren Leibern an die Innenwand der steinernen Ringmauer gepreßt, so daß das Feuer und die Pfeile der Böhmen im Bogen über sie dahinflogen, standen die zwölf Männer.
Sie standen hier, um den Uebergang von jenseits zum Hockstein zu schützen. Herr Romuald wußte, daß nur noch wenige von ihnen am Leben sein konnten, denn er ließ von seinen Mannen den Versuch machen, Bohlen über die Schlucht zu schlagen. Aber es war nichts zu machen. Sobald einer sich dem Hockstein näherte und sich eine Blöße gab, zischte ein Pfeil durch die Mauerscharten und traf ihn so wohlgezielt, daß er lautlos hintenüber sank. Und wenn die übrigen mit lauten Verwünschungen den suchten, der mit sicherer Hand aus sicherem Versteck in ihre Reihen zielte, so starrte ihnen nur die hohe Ringmauer des Hocksteins entgegen, hinter der die zwölf Männer standen.
Da gebot der Burggraf, das Bohlenschlagen einstweilen noch zu lassen, da es zwecklos sei und ihm nur Blut kostete.
„Es ist noch nicht so weit, Kinder, noch nicht. Es wird nicht mehr lange dauern, dann gibt es nichts mehr zu essen und zu trinken auf dem Hockstein. Dann wird die da drüben auch die Kraft v Nassen, die Schlucht zu verteidigen. Solange schleicht euch wohlverdeckt heran und werft Feuer hinüber. Es wird wieder trocken. Das hilft uns. Anders ist ihnen jetzt nicht beizukommen."
Aber der junge Duba schimpfte Tod und Teufel.
„Es ist eine Schmach und Schande, Ohm, daß wir solange hier vor dem Hockstein liegen müssen. Der Ratimer lacht sich ja ins Fäustchen. Und wenn er jetzt mit den Seinen verbrennt da drinnen, so ist es doch noch lange nicht Strafe genug für ihn, der Frau Jadwig raubte, daß sie vor Gram in den Tod ging."
Der Burggraf nickte grimmig und strich sich den grauen Bart.
„ES darf Herr Ratimer Ächt verbrennen oder einer ihn im Kampfe erschlagen. Ich muß ihn lebendig haben. Furchtbar will ich mein Kind rächen an ihm."
Der junge Duba warf die Würfel auf daS Kalbfell. Sie vertrieben sich jnit Spiel und Trunk die lange Zeit des Wartens vor dem Hockstein.
„Ohm, Ihr wißt ja gar Ächt, ob 8er Ratimer nocb lebt. Man soll die letzten Nächte Ä)te htnabgelassen habe» auf der andern Seite. Die Wachen haben eS erzählt."
Die eisengrauen Brauen bei Burggrafen zogen sich eng zusammen.
„Wohl lebt der Ratimer. Mehrst Vq, sie hielten sonst noch den Hockstein?"
Auf und ab ging 8er Alte vkrrter 8em schützend?» Walt. An die hirschledernen Stiefel schlug bei jedem Schilt' klirrend das Schwert. Er wischt» mit einem Tuch de» Schweiß von der Stirn.
^Gib mir zu trinken, Benesch, « ist heiß."
Der junge Duba füllte zum vierten Male den Humpen und reichte ihn dem Alten. Dabei sah er ihm iauernb ins Gesicht. _
„Was werdet Ihr mit dem Ratimer tun, Ohm, wenn Ihr ihn lebendig fängt?"
In einem langen Zuge hatte Herr Romuald den Krug geleert ohne abzusetzen.
„Wir Böhmen rächen uns heiß unb blutig. — Du wirst es sehen."
Dann setzte er sich auf einen gefällten Tannenstamm und starrte auf den Hockstein. Dabei ballte sich lang'am seine Rechte zur Faust.
Der junge Duba reckte die Glieder «Ä> gähnte.
„Es ist heiß und öde hier, wie die ganzen zwei Monde schon, seit wir untätig hier liegen müssen. Sie w" jn Durst bekommen da drüben jenseits der Mauer. An oen endlichen Sturz des Hocksteins, Herr Ratimer!"
Er hob den Humpen und lachte.
Der Burggraf sagte nichts. In die Flammen starr*? ’r, die wie zwei rieselnde, gelbrote Bänder sich vom ^an l- himmel abhoben. Von Zeit zu Zeit klang ein Krachen her- über von stürzenden berstenden Balken unb nUenfren Steinen. Dann tprübte es aui me goldener Funkenregen, ! der in zischendem Geknatter jäh wieder in sich zusammen- , sank. —
Wieder waren ein Tag und ein' Nacht über den Hockstein gegangen. Zehn Mann waren vor Ermattung unter der Ringmauer eing.i türren. Nur verr Ratimer und der alte Bartus standen noch aufrecht. Sie ließen die andern ruhig schlafen, daß sie frisch wären, wenn die Not kam. Des Bartus Frau trug tiefgebückt und mit dem Schilde sich schützend den Männern an der Mauer Essen zu. So rannen die Stunden und Tage in steter Gleichheit. Jeden Morgen trat hart an die Schlucht ein Manne des Burggrafen mit i einem weißem Tuch in der Hand. Der forderte die Hock- steiner auf, die Burg zu übergeben, und kündete allen Freiheit und Leben, so sie Herrn Ratimer lebendig aus- lieferten. Ein wildes, verweigerndes Brüllen war allemal die Antwort, daß die Böhmen selbst meinten, es seien noch an die hundert Mann auf dem Hockstein. Dabei standen die zwölf mit versengtem Haar und ruhigem Antlitz re- gungslos auf ihre Schwerter gestützt, denn sie konnten nicht mehr allein stehen, und hinter ihnen ein schwelender, rauchender Trümmerhaufen, die Burg, deren schwarze, kahle Mauern Nagend in die blühende Junipracht ragten.
Die Hitze war unerträglich geworden. Es brannte die . Sonne vom Himmel und die Flamme im Rücken. Des Pförtners Weib schleppte mit grauem Gesicht, wie ein Gerippe abgemagert, den Wasserkrug hin und her. Bis sie ihnen mit dörrenden Lippen entgegenstammelte: „Es gibt kein Wasser mehr."
Dann sank sie lautlos zusammen.
Es gab kein Wasser und auch kein Brot auf dem Hockstein. Denselben Tag noch starben drei Mann. Der alte Bartus hatte nicht mehr die Kraft, die Toten die Mauer hrnabzülassem Da tat es Herr Ratimer, denn er war der einzige, der noch aufrecht schreiten konnte. Dann suchte er unter dem rauchenden Trümmerhaufen die steinernen Stufen, die hinabführten ins Kellergewölbe. Schutt und verkohlte Balken sperrten ihm den Weg. Er tastete fi* mühsam die Treppe hinab. Im Dümmer des Gewölbes saß in einer steinernen Nische Frau Jadwig. Sie saß aufrecht und sah ihn aus großen, tief umrandeten Augen an wie ein Bild aus Fels. Es war, als schrecke sie zusammen, als er nun vor ihr stand.
Sie erkannte ihn nicht wieder. Ruß und Staub hatten sein hageres, scharfes Antlitz geschwärzt, daß nur das Weiße der Augen deutlich zu sehen war, in Fetzen hing ihm das Gewand vom Leibe, der so mager war, daß man die Knochen unter der Haut sah. Blutig war sein Hemd vorne auf der Brust und sein offenes Wams. Staub und Blut klebte in seinem blonden Haar.
Er trat vor sie hin und stützte sich auf sein Schwert. Aber nicht, als ob er matt sei, sondern weil er diese Stellung stets innegehabt, wenn er mit einem redete.
„Ihr müßt fort von hier, Frau Jadwig. Jetzt werdet Ihr es wohl endlich selber einsehen. Wir haben kein Brot und kein Wasser mehr. Es acht KU End« mit dem Hockstein!"
„Ja, es geht zu Ende. Ich hab« «S lange gewußt. Aber meinet nicht, Herr Ratimer, daß ich noch in der Todesstunde ein Geschenk von Tuch wM. So wie Ihr, weiß auch ich zu sterben. Und ich fterije ögttL denn der Hockstein
Er stand unbeweglich. 7
„Ihr seid stolz, Frau, so tote 1$ Wie eine Frau zuvor gesehen. Seht, ich will Euch ja nichts schenken Ihr könnt tun und lassen, was Ihr wollt. Ihr konnt an die f- Mn r gehen und Eurem Vater zuruferh daß er Euch holen fort. Wir werden es nicht wehren"
Sie schüttelte das hantle Haupt.
Es lag wie ein Schleier über ihrer tiefen Stimme
„Spart Euch Eure Worte, Herr Ratimer. Sie sind umsonst. Frau JadwigS Wille ist von Eisen Meine Seele schreit danach, bei den Meinen zu sein, um Euren Untergang mit anzusehen, um zu sehen, wie 8er Hockstein brennt und zerfällt. Nun ich eS nicht mit diesen Augen schauen kann, träume ich davon Tag und Nacht."
Er lachte. Das klang, als wenn Schwerter auf Felsen zersplittern.
„Wahnwitziges Weib! Ist dein Stolz so groß? Aber Ratimer will, daß du lebst. Und auch sein Wille ist von Eisen."
Er tat sein Schwert inS Gehenk, daß es klirrte, und trat einen Schritt näher zu ihr.
„Frau Jadwig, es ist der Hockstein worden eine Stätte des Todes und der Verwüstung. Euer Wunsch ist erfüllt. Man nimmt die letzte Heimat dem Ratimer. Er llagt darob nicht. Hehres Mannesschicksal ist es, im Kampf zu fallen auf dem Boden seiner Väter. Mein Tod wird ein jauchzen- des Lachen sein, weil ich sterben kann, wo meine Mutter mich gebar. Daß ich den Hockstein tränken darf mit meinem Herzblut. Ihr wollet mich fleht und bittend sehen. So seht Ihr Herrn Ratimer nie, Frau Jadwig."
Ihre Finger waren wie Eis. Sie hob sich aus der Nische und stand vor ihm, hoch und stolz wie er selbst.
„Herr Ratimer, noch kann der Hockstein Euer bleiben.
'Noch kann Euer bleiben das Leben und die letzten Mannen Frau Jadwig will Euch alles, alles schenken — um einen Preis."
Es war, als wollten Herrn Ratimers Augen aus 8er Höhlen treten. Weit vorwärts streckte er sein Haupt, aß lausche er einem süßen, fernen Sang. Schwer ging seit Atem wie fallender Urwaldtannen knarrendes Aechzen.
„Spielt nicht mit mir, Frau Jadwig — o spielt nich mit mir. Ihr wißt, daß ant Hockstein meine Seele hängt Um ihn zu retten — ich weiß nimmer, was ich täte."
In ihrem weißen Gesicht standen die Augen roh zehrende Glut.
„Es ist nur ein Kleines, was ich von Euch fordere, Herr Ratimer. Dann gehe ich zu meinem Vater und bitte ihn um Euer Leben und um den Hockstein."
Er biß die Zähne zusammen, daß es knirschte.
„Ouält mich nicht so lange, Frau. Was soll ich tun?''
Sie rührte sich nicht. Kaum, daß sie ihre Lippen be. wegte, als sie jetzt sagte:. „Kniet vor mir nieder, Herr Ratimer, und bittet mich um den Hockstein."
Er starrte sie an. Wie im Krampf schlössen sich seine mächtigen, sehnigen Fäuste, als wollten sie etwas um- krallen. Dann warf er das Haupt empor und trat einen Schritt zurück.
„Ihr wißt es wohl, Frau Jadwig, daß ich noch nie vor Menschen gekniet. Das hieße den Stolz meiner Seele verkaufen. Und Herr Ratimer verkauft seine Seele nicht — auch nicht um den Hockstein."
Jetzt beugte sie sich vor. Ihre Stimme war heiser.
„Niemand sieht es hier, Herr Ratimer, niemand. Und ich schwöre es bet Gott, daß ich es niemand verraten will, daß Herr Ratimer vor mir gekniet."
Er sah sie an.
„Eure Worte sind süß und lockend, Frau Jadwig. Aber Herrn Ratimers Stolz und Ehre soll rein und makkellos bleiben vor ihm selber. Was schiert es mich, ob andere es sehen oder nicht. Herr Ratimer hat noch nie gebettelt. Gehabt Euch wohl!"
Im dämmrigen Kellergewölbe des brennenden Hock- steins ging er von ihr, die steinernen Stufen hinaus.
Frau Jadwig starrte ihm nach. Wie gemeißelt das starre, totengleiche Antlitz.
13. Kapitel.
Allein unter Toten stand Herr Ratimer.
Als die Sterne am Himmel gingen und der Mond über Schutt und Trümmer sein bleiches Licht warf, band Herr Ratimer ein weißes Tuch an sein Schwert und hielt eS über die Mauer.
Jenseits hub ein Frohlocken an.
„Sie wollen sich ergeben! Nun wird der Hockstein
„Noch bin ich Herr auf dem Hockstein, und ich ergebe mich nicht. Ruft den Burggrafen Romuald Niemans, daß ich ihn spreche."
Da taten sie, wie er ihnen geheißen.
Auf jeder Seite der Schlucht standen sich die beiden Feinde Auge in Auge gegenüber.
Schwer und breitspurig stand Herr Romuald, behäbiges Abwarten im schlaftrunkenen Antlitz.
Vor das Tor deS Hocksteins war Herr Ratimer ge- treten, hart an den Abgrund, der zwischen ihnen klaffte. Es sah fast auS, als stiege im Mondlicht ein Geist aus den rauchenden Trümmern. Er stand auf sein Schwert gestützt, wie es seine Art war. Sein verstaubtes, rauchgeschwärztes Antlitz war hohl. Hohl und dumpf seine Stimme, mit der er jetzt zu sprechen anhub: „Romuald Niemans, Burggraf vom Königstein, lasset Bohlen schlagen über die Schlucht und sendet einen Mann — nicht mehr! —, daß er Eure Tochter hole, ehe sie stirbt."
Herr Romuald fuhr auf.
„Wollt Ihr mich narren, Ratimer? Mein Kind ist nicht mehr am Leben. Sie wollte selber in den Tod gehen, daß ich Feuer auf den Hockstein werfen könnte."
Herr Ratimer stützte sich schwer aus seine Waffe.
„Ich sagte Euch schon einmal, Herr Romuald, daß Euer Kind lebt. Aber nicht lange mehr. Laßt sie bald holen."
Da trat der junge Duba zum Ohm.
„Er will uns in eine Falle locken, Ohm, und dann ,'rschlagen."
Da lachte Herr Ratimer Das Hang so voll Spott und >)ohn, daß es den anderen vrs Blut in die Schläfen trieb.
Herr Romuald hob d? and.
„M5tr werden die Be schlage«, Ratimer, und Frau Jadwig holen, wenn sie » ■ lebt. Ich selber komme hin- iber."
Herr Ratimer stieß ur inem Schwert auf den Fels.
„Ja, Herr Romuald, i lerher kommt Ihr, aber nicht veiter. Euer Wort dara 'iS Jkw allein kommt und daß Ihr keinen Versuch macht, durchs Tor auf den Hof zu jchauen, wo meine Mannen hinter der Ringnrauer stehen/ Herr Romuald hob die Schwurfinger. i
„Mein Wort, Ratimer vom Hockstein."
Da ging Herr Ratimer auf den Hof zurück und schloß das Tor, daß es krachte. Die Böhmen bauten die ganz« Nacht an einer Brücke über die Schlucht. Es störte sie seit Pfeil mehr dabei. Als die Sonne aufging, war die Brücki fertig. In einer langen kkette standen die böhmischen Schützen am Abhang, als ihr Herr über die Bohlen ging Wie Herr Romuald das Hocksteiner Felsplateau erreichte, öffnete sich das gewaltige Tor, das bisher noch vom Feuer verschont geblieben, da es rings mit Eisen beschlagen.
Heraus trat Herr Ratimer, in seinem Arm hielt er Frau Jadwig. Die schien nicht mehr am Leben, so weiß war ihr Gesicht und so schlaff die stolzen Glieder. Weit hintenüber lag ihr Haupt mit den langen, schwarzen Haaren. Me Augen waren fest geschlossen. Es kam Herrn Romuald ein Zittern an, als et sein Kind so sah.
Herr Ratimer legte sie in seine Arme.
„Sie ist nur ohnmächtig, Burggraf. Flößt ihr gleich Wein ein und ein wenig zü essen, dann wird's besser mit ihr" ~ ä
Fortsetzung folgt.