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Allerlei Neuigkeiten

Bankier wegen Vergehens gegen das Devifengefetz ver­haftet. Der Bankier Herbert Frank von der Frankfurter Bankfirma B. Michael Frank ist wegen Vergehens gegen das Devifengefetz verhaftet worden. Der Haftbefehl wurde vom Amtsgericht bestätigt. Es handelt sich um Devisenschie- bungen großen Umfanges. Frank soll JG.-Farben- und andere inländische Aktien und Wertpapiere, die im Aus­lande waren, nach dem Inland« geschafft, hier verkauft und den Erlös wieder in das Ausland gebracht haben.

Festnahme eines Darlehnsfchwindlers. Die Kriminal­polizei hat in Düsseldorf einen Schwindler festgenommen, der es verstanden hat, über ein Jahr lang leichgläubige Geld­geber um hohe Beträge zu schädigen. Es handelt sich um einen belgischen Kaufmann Louis van de Putte, der Düssel­dorfer und auswärtige Personen zur Hergabe von Bargeld in Einzelbeträgen von 4000 bis 30 000 RM. zu überreden gewußt hat. Als glücklicher Besitzer verschiedener Kisten, in denen sich angeblich wertvolle und gesuchte Arzeneien be- finden sollten, redete er seinen Opfern vor, daß er diese Medikamente für einen hohen Preis an Pariser Interessen­ten verkaufen könne. Er benötigte jedoch vorher einen grö­ßeren Geldbetrag, um die Vermittler des Geschäfts zu „schmieren". Nach den bisherigen Feststellungen hat van de Putte auf die geschilderte Weise den Betrag von 51 000 RM ergaunert.

Drei Brüder begehen Selbstmord. Zu Beginn diese, Woche hatte ein Arbeiter in Bergedorf im Alter von 2k Jahren aus Wirtschaftsnot Selbstmord begangen. Am Tag« nach seiner Beerdigung erhängte sich sein Bruder. Auch hier dürfte das Motiv in Nahrungssorgen zu suchen sein. Diesen schweren Schicksalsschlag nahm sich ein dritter Sohn der Familie so sehr zu Herzen, daß er sich jetzt mit Leucht­gas vergiftete.

Militärlastkraftwagen in Marokko verunglückt. In Fez Überfuhr ein von einem eingeborenen Soldaten gesteuerter schwerer Militärlastkraftwagen ein achtjähriges Kind und einen Eingeborenen, wobei das Kind getötet wurde. Er stürzte dann bei Baftuf in eine Schlucht; dabei wurden von den fünf Insassen des Autos vier verletzt, darunter zwei schwer.

Mit Fallschirm aus brennendem Flugzeug gelandet. Bei Rottendorf stürzte ein Flugzeug der hiesigen Fliegerschule infolge Vergaserbrandes aus 1000 Meter Höhe brennend ab. Der Pilot, ein Kunstflugschüler, sprang mit dem Fall­schirm ab. Er trug bei der Landung geringe Hautabschür­fungen im Gesicht davon. Das Flugzeug fiel in ein Feld, ein Teil der Maschine in den Hof eines landwirtschaftlichen Anwesens.

Selbstmord eines Berliner Postbeamten in Allenstein. In den Anlagen des Kriegerdenkmals in Allenstein in Ost­preußen erschoß sich der Postbeamte Hans Geserich aus Ber­lin. Die Gründe zu der Tat sind noch nicht bekannt.

Die Zurechnungsfähigkeit Matuschkas festgestellt. Die psychiatrische Untersuchung des Eisenbahnfrevlers Matuschka hat dessen vollkommene Zurechnungsfähigkeit ergeben. Es wird aber auf Antrag der Verteidigung noch ein Fakultäts- gutachten eingeholt werden.

Tödlicher Absturz am Monte Rosa. Von drei jungen Leuten aus Grenoble bzw. Paris, die den Monte Rola be- --------------------—

Amtliche Bekanntmachungen.

Betrifft: Landtagswahlam 24. April 1932.

Die Wahlscheininhaber werden darauf hingewiesen, daß sie sich über ihre Person dem Wahlvorsteher gegen­über ausweisen müssen und es ist deshalb ratsam, Ausweispapiere bei sich zu führen, die auf Verlangen dem Wahlvorsteher vorzuzeigen sind. Die Herren Wahl­vorsteher werden ersucht, darauf zu achten, daß Wahl­scheine nicht unberechtigter Weise benutzt werden.

Hersfeld, den 21. April 1932. Der Landrat.

In einer am 19. April 1932 erschienenen Sonder­nummer 16 a des Regierungsamtsblattes ist eine Be­kanntmachung des Kreiswahlleiters mit ben Krdewabl- vorfcblägen zur preu^. Landtags wähl am 24. Hpril 1932 veröffentlicht. Die Stimmberechtigten können diese Wahlvorschläge bei allen Bürgermeistern der Land­gemeinden, auf dem Rathaus in Hersfeld und dem Landratsamt einsehen.

Hersfeld, ben 21. April 1932.

Der Landrat.

An die Herren Bürgermeister als OPB. und Landjägerbeamten

Für den Bereich des Regierungsbezirks Kassel ist das nachstehend bezeichnete Flugblatt und plahat zur Verbreitung zügelnsten worden:

1. Flugblatt „Hessische Volksmacht" 3. Jahrg. Nr. 75 v 19. 4. 32.

2. Plakat „Evang. Männer und Frauen" verantmortl. Dr. K. Muster, Kassel. Druck: Thiele und Schwarz. Hersfeld, den 21. April 1932. Der Landrat.

Bekanntmachung.

Am 1. Mai 1932 tritt ein neuer Tarif der Hers­felder Kreisbahn in Kraft.

In demselben wird die Geltungsdauer der Sonn­tagsrückfahrkarten im allgemeinen den Bestimmungen der Reichsbahn angepaßt. Neu eingesührt werden Teil­monatskarten, Arbeiterrückfahrkarten und Kurzarbeiter­wochenkarten.

Für die in dem seitherigen Ausnahmetarif 2 zu­sammengefaßten Güter (Kalk), ist der Ausnahmetarif 2 (Düngekalk) und der Ausnahmetarif 3 (Baukalk) eingeführt.

Nähere Auskunft erteilen die Betriebsleitung und Abfertigungsstellen der Hersselder Kreisbahn.

Hersfeld, den 20. April 1932.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

Afiltt1ttflfiPiliP für die Landtagswahl vUMMMMr ß. Funks Buchdruckerei

stiegen hatten, stürzte «fMr M -M SM Mekör tiefe Fels- 1 palte. Seinen Kameraden gelang es nicht, ihm Hilfe zu bringen, und als eine Hilfsexpedition aus dem nächstgele- genen Ort an der Unfallstelle eintraf, war der Verunglückte seinen Verletzungen schon erlegen.

Höchstleistung der französischen Kapstadk-Flieger. Die beiden französischen Flieger Goulette und Salel sind in Kapstadt eingetroffen und haben damit die von dem eng­lischen Flieger Molisson aufgestellte Höchstleistung weit über- boten. Die fast 11 000 Km. lange Strecke, die Paris von der sudspitze Afrikas trennt, ist in genau drei Tagen 18% Stun­den Zurückgelegt worden, während Molisson für die Strecke London—Kapstadt nicht weniger als vier Tage 17 Stunden benötigte.

Schiffszusammenstoß bei Gibraltar. Bei englischen Flottenübungen hat sich ein Zusammenstoß zwischen dem rzuhrerschiff des Geschwaders „Douglas" und dem Untersee­boot „Regent" ereignet. Es ist kein Opfer zu beklagen. Der schaden ist unbedeutend.

Ende eines EArkuchtsdraMas

Die Bluktat in der Berliner Motzstraße.

Berlin, 22. April. Das Schwurgericht Charloktenburz verurteilte den 22jährigen Artisten Alexander Arba, der in der Nacht zum 18. Januar in Notwehr den 34jährigen Kauf­mann Josef Gerl in der Blotzstraße erschoß, wegen unbefug­ten Waffenbesitzes und Bedrohung zu sieben Monaten Ge­fängnis.

dann verfolgt, und st Gerl wollte Arba mit

Diese Vluttat spielte sich nachts gegen 2.30 Uhr an einer der belebtesten Ecken des Westens von Berlin, an der Stra­ßenkreuzung Luther- und Motzstr. ab. Kaufmann Gerl, ein berüchtigter internationaler Taschendieb, hatte Arba beim Verlassen eines Lokals in der Lutherstraße aufgelauert, dann verfolgt, und schließlich waren sie zusammengestoßen. Gerl wollte Arba mit einem Dolch niederstoßen, so daß Arba in Notwehr die Schüsse abgab. Die Bedrohung Arbas wurde darin gesehen, daß er einen Pagen, der sich ihm ent- gegenstellte, mit der Pistole bedrohte. Ursprünglich war Arba des Totschlags beschuldigt worden, die Notwehrhand­lung konnte ihm aber nicht widerlegt werden, so daß die Staatsanwaltschaft selbst lediglich Anklage wegen unbefugten Waffenbesitzes und Bedrohung erhob.

Der Bergrutsch bei Cochem

Lochem, 22. April. Zur Besichtigung des Bergsturzes weilte hier der Regierungspräsident von Koblenz mit ver- chiedenen Sachverständigen

Es wird erwogen, auf der Höhe des Berges 80 000 bis 100 000 Kubikmeter abzutragen, um damit den Berg zu beruhigen. Die Kosten der Abtragungs- und Aufräu- mungsarbeiten werden auf rund eine Million RM. geschäht.

Nach, den von der Preußischen Geologischen Landesanstalt angestellten Messungen und vorsichtigen Schätzungen sind in Bewegung rund 800 000 bis 900 000 Kubikmeter Bergmasse. Mit weiteren Abstürzen ist zu rechnen.

I Tatsachen

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Beckmann

Kniest

Dr. Rosa Kemps

Es gibt im Deutschen Reich noch 18 Länder mit 60 Ministern und über 2000 Abgeordneten. Das kostet dem deutschen Volk jährlich über 100 Millionen Mark. Die einzige Partei, die für den Einheitsstaat kämpft, ist die Deutsche Staatspartei!

„Die preußische Landtagsfraktion erblickt in der als« baldigen entschlossenen Durchführung der Reichsreform eine der dringendsten Aufgaben der, Gegenwart." (Landtagsfraktion der Staatspartei September 1931.)

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Aus dem Gerichtssaal

Todesurteil rechtskräftig. Vom zweiten Strafsenat des Reichsgerichts ist die Revision des Händlers Johannes Ka- belitz aus Berlin-Steglitz als unbegründet verworfen wor­den. Damit hat das wegen Mordes auf Todesstrafe lau­tende Urteil des Schwurgerichts Potsdam vom 9. Dezember 1931 Rechtskraft erlangt. Der 23jährige Mörder hatte in den Nachtstunden des 24. Januar 1931 den Fuhrunterneh­mer Ponick, in der Absicht, ihn zu berauben, zu einer Fahrt nach Ferch veranlaßt und dort in einer einsamen Wald­lichtung hinterrücks mit drei Revolverschüffen getötet.

Volkswirtschaft

Berliner Effektenbörse.

ler Momente maß-

Die Berliner Effektenbörse eröffnete am Donnerstag etwas lebhafter, und die Stimmung war fühlbar gebessert. Hierfür war eine Reihe stimmunasmäßiger und börsentechnischer Momente maß­gebend. Im Verlauf der Börse blieb die Stimmung zuversichtlich. Die Kurse konnten ihren Stand behaupten. Am J. G. Farben- markt waren wieder lebhafte Umsätze zu verzeichnen. Sie stiegen auf 90%. Berliner Licht und Kraft erreichten einen Kurs von 89. Am Elektromarkt lagen Chade mit 197% um 6 Mark über dem Vortagskurs. Siemens zogen auf 98% an. AEG. erhöhten sich auf 26% und Schuckert auf 42. Der Kalimarkt war unheitlich.

Der Geldmarkt war völlig unverändert 5,37 bis 5,50 Prozent und darüber für Tagesgeld und 7 Prozent und darüber für Mo­natsgeld. Die Privatdiskontierungen blieben unverändert 5 Pro­zent im Mittel.

Am Devisenmarkt war das englische Pfund nur wenig schwä­cher, 3,77 gegen Kabel. Oslo und Stockholm etwas erholt, gegen London 20,55 bezw. 20,30. Fest war auch Kopenhagen gegen Lon­don 18,28. Der Dollar lag in Paris und in der Schweiz fester.

Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 Brief), engl. Pfund 15,86 15,90, Holl. Gulden 170,68 171,02, Belga (Belgien) 58,97 59,09, ital. Lira 21,62 21, 66, dän Krone 86,61 86,99, norm. Krone 77,22 77,38, franz. Franken 16,60 16,64, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 81,77 81,93, span. Peseta 33,07 33,13, schwed. Krone 78,07 78,23, österr. Schilling 51,45 51,55.

Berliner Produktenbörse.

Die Stimmung war an der Berliner Produktenbörse vom Donnerstag für Weizen unverändert schwach. Am Markt der Zeit­geschäfte ergaben sich zunächst Abschwächungen von 1 bis 2 RM. Gegen Börsenschluß trat eine Erholung ein. Die Notierungen konn­ten für prompten Weizen um 1 RM anziehen. Auch am Markt der Zeitgeschäfte konnten die anfänglichen Verluste zum Teil wie­der aufgeholt werden. Roggen still.

Notierungen vom 21. April 1932.

Für 1000 Kg.:

Kl. Speiseerbsen Futtererbsen

21,00—24,00 15,00—17,00

Weizen, märk.

261—263

Roggen, märk.

198—200

Peluschken

16,50—18,50

Braugerste 4

190-195

Ackerbohnen

15,00—17,00

Futtergerste

180-190

Wicken

16,00—18,50

Hafer, märk.

160—165

Lupinen, blau

10,00—11,75

Für 100 Kg.:

Lupinen, gelb

14,00—15,50

Werzenmehl

31,75—35,50

Serradella

30,00—36,00

Erdnußkuchen

12,40

Leinkuchen

11,00

Erdnußkuchenmehl

12,20—12,40

Trockenschnitzel

9,40

Roggenmehl Weizenkleie

26,25—27,75

11,60—11,85

Sojabohnenschrot ab Hamburg

/ 12,30

Roggenkleie

10,25—10,50

ab Stettin

’ 12,70

Viktoriaerbsen

18,00—24,00

Kartoffelflocken

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