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Vertagung?

Bisher keine Einigung auf der Donaukonferenz.

London, 8. April.

Reuter meldet: Auf der Donnerstag-Sitzung der Lon­doner Donaukonferenz wurde ein Einvernehmen nicht er­zielt. In den Einzelbefprechungen sind Probleme aufge. taucht, zu deren genaueren Prüfung einige der Regierungen mehr Zeit zu haben wünschen, ehe sie sich endgültig festlegen können. Wie Reuter weiter erfährt, wird die Konferenz heute vielleicht vertagt werden, falls sich das als die zweck­mäßigste Methode erweisen sollte.

Der deutsche Vorschlag

In der am Vormittag abgehaltenen Sitzung der vier Delegationsführer hat Statssekretär von B ü l o w die deut­sche Auffassung von den zur Erörterung stehenden Problemen ausführlich dargelegt. Die Punkte, in denen nach der bis­herigen Aussprache Uebereinstimmung herrscht, sind:

1. Der durch die Friedensverträge geschaffene Zustand gewisser Donaustaaten gewährleistet weder wirtschaftliche noch finanzielle Lebensmöglichkeiten.

2. Sicherung der wirtschaftlichen und finanziellen Exi­stenz der lebensunfähigen Länder durch eine gemeinsame Aktion.

3. Das Gelingen der Aktion liegt im unmittelbaren Interesse der beteiligten Großmächte und ganz Europas.

4. Die Sanierungsaftion für den Donauraum soll nur eine Vorbereitung und Mne Anfangsstufe für eine rationel­lere Gestaltung der gesamten europäischen Wirtschaft bilden.

Staatssekretär v o n B ü l o w ging auf den französischen Vorschlag ein, der darauf hinauslaufe, daß die vier hilfs­bedürftigen Donau-staaten mit einem fünften Staat wirt­schaftlich zusammengekoppelt werden sollen, der nach den eigenen Erklärungen seines Außenministers sich nicht in einer akuten Notlage befindet und auch als Abnehmerstaat nicht annähernd zur wirtschaftlichen Konsolidierung im Donauraum ausreicht. Nach deutscher Ansicht sei die Wirt­schaftlage so, daß ein derartiges Opfer der deutschen Indu­strie und Wirtschaft nicht zugemutet werden könne. Dem­gegenüber versuche der deutsche Vorschlag, den Kern des Uebels zu erfassen. Es handele sich dabei in allen Fällen 1 einzig um die Steigerung -der Ausfuhr und die Hebung der Kaufkraft.

Die Ausfuhrsteigerung sei aber nur zu erreichen durch die Oeffnung der großen Absatzmärkte und nicht durch gegenseitige Riederlegung der Zollschranken innerhalb kleiner oder gleichgearteter Wirtschaftsgebiete.

Eine solche Unterbindung des deutschen Exports in die Do- naustaaten hätte zur notwendigen Folge, daß der deutsche Export in die übrige Welt — insbesondere namentlich in die noch entwicklungsfähigen überseeischen Länder — abgedrängt werde. Dies aber hätte wiederum die Folge, daß Deutsch­land seinen Bedarf an Agrarerzeugnissen von dort beziehen müßt« und deshalb nicht ihren Bezug aus den Donaustaa­ten durch Präferenzen erleichtern könnten.

Der deutsche Vorschlag habe dagegen nachweisbar den großen Vorteil, daß er sofort durchführbar sei.

Flandin nicht befriedigt

Finanzminister Flandin wurde von einem Vertreter der Preß Association gefragt, ob die Donnerstag-Verhand- ta lungen befriedigend —^" ^— r-'— —“

st ragt, ob bie Don Laufen feien. Er

Flandin hatte abends eine lange Besprechung mit Mac Donald. Dem Vertreter des Reuter-Büros erklärte Flan­din, das einzige, was man hinsichtlich der Konferenz tun könne, sei, sie zu vertagen, bis von Deutschland und Italien neue Informationen zu erlangen seien über die Lösungs- möglichkeiten, die sie für eine Besserung der Lage Mittel­europas vorschlügen.

Stimfons Europa-Reife

— keine Konzessionen in der Abrüstungsfrage.

Washington, 8. April.

Der Staatssekretär des Auswärtigen, Stimson, ver­ließ am Donnerstag Washington, um am Freitag von New D o r k nach Europa zu reifen. Pressevertretern gegenüber dementierte Stimson Gerüchte, wonach er beabsichtige, Konzessionen in der Abrüstungsfrage zu machen, falls der Völkerbund sich dafür zu einem energischeren Vorgehen im Fernen Osten verpflichten werde.

Japans Vorgehen habe nichts an der Ueberzeugung Amerikas ändern können, daß starke Rüstungen ein

Faktor sei, der zum Kriege treibe.

Stimson hat seinen Paß für Frankreich, England, Bel­gien und die Schweiz visieren lassen, erklärt« jedoch, die Visen für England und Belgien habe er sich nur „für alle Fälle" besorgt. I

Flottenmanöver in der Ostsee

Wilhelmshaven, 8. April

Rackdem fast alle Schiffe der Reichsmarine nach der Ostsee abgegangen und dort versammelt sind, beginnen in der nächsten Zeit die Frühjahrsverbandsübungen der Flotte, die vom 11. bis 22. April andauern.

Daran nehmen teil: das Flottenschlacktschiff „Schleswig- Holstein", die Linienschiffe „Hessen^ und „Schlesien" und als Führerschiff der Aufklärungsstreitkrätte der Kreuzer „Königsberg" neben dem Kreuzer „Emden, der vorher noch Einzelübungen erledigt. Von den Torpedobooten üben im Rahmen der Flottenverbandsübungen die erste und vierte Halbflottille. Kreuzer „Köln" ist seit dem 1. April der Bil- dungsinspektion zu Versuchszwecken zugeteilt worden. Das Panzerschiff „Deutschland", das erst im nächsten Sommer in den Dienst gestellt werden wird, geht auf der Deutschen Werft in Kiel der Fertigstellung weiter entgegen.

Reichskanzler Dr. Brüning spricht in Hamburg.

Hamburg, 8. April.

In Hamburg fand der Wahlkampf am Donnerstag seit nen Höhepunkt mit zwei stimmungs- und zahlenmäßig impo­santen Riesenkundgebungen, in denen der Reichskanzler Dr. Brüning vor annähernd 20 000 Menschen sprach.

Man hat mir, so führte der Kanzler aus, auch in Ham­burg den Vorwurf gemacht, ich solle lieber nach London gehen. Dieser Vorwurf ist naiv. Es wird in London nichts verdorben werden. Ich habe vor diesem zweiten Wahlgang gewarnt, denn was in dieser Zeit verloren wird, das ist tat­sächlich in mancher Beziehung verloren. Aber mein Platz ist in diesen Tagen aus meiner Befehlsstelle hier im Lande. Das ist wichtiger.

Dr. Brüning beschäftigt« sich dann eingehend mit dem maßlosen Agitationsfeldzug der Nationalsozialisten. Auch auf das Knickerbocker-Jnterview Hitlers kam der Kanzler zu sprechen. Einen Augenblick lang habe damals Hitler einen „staatsmännischen Anflug" gehabt. Dieser Augenblick hätte eigentlich für seine ganze Gefolgschaft genügen müssen, den Spuk mit einem Male verschwinden zu lassen.

Die heutige Rot ist unabhängig von politischen Konstel­lationen. Die allgemeine Rot in der Welt zeugt nur für die Tatsache, daß es in der Weltwirtschaft seit einem Jahrzehnt kein System gegeben hat.

An Notverordnungen fit sicherlich im einzelnen vieles zu tadeln; aber die Opfer, Me gebracht werden, sind Opfer ' zur Rettung des Volkes. ,

Ohne die wunderbare Haltung des deutschen Volkes hätten wir den Winter nicht überwunden. •

Das agitatorische Treiben der Nationalsozialisten ist heute bereits ein sehr bedenkliches „System". Man kann nicht ewig eine verantwortungsbewußte Mehrheit des Vol­kes begeifern und treten.

Ulan wird einmal auch uns zwingen, mit Enthüllungen aufzuwarlen, dann aber mit Enthüllungen, die belegt sind, und dann wird man das „national“ der National­sozialisten nur noch mit Gänsefüßchen schreiben können.

Hätten Hitler und Hugenberg seinerzeit die Entwicklung der Singe vorausgesehen, so würden sie zwei

e

r unterscheiden lernen, was Politik und was Geschwätz

and muffe wie-

sei. Die Parole müsse lauten: Hinweg mit Illusionen, vor allem in der Außenpolitik! Deutschland wählt Hindenburg und sichert sich damit das Ziel: Glück und Freiheit für sich und für die kommenden Generationen!

Die NSDAP. und das Ausland

Wahlrede des braunschweigischen Innenministers Klagges.

Halle a. d. S. In einer Wahlkundgebung der NSDAP. sprach am Donnerstag hier der braunschweigische Innen­minister Klagges. Der Redner wandte sich u. a. gegen die Behauptung, daß mit einem Siege Hitlers eine politische Isolierung Deutschlands eintrete. Die Isolierung bestehe schon seit 13 Jahren. Deutschland sei nicht bündnisfähig, so lange es sich freiwillig feindlichen Diktaten unterwerfe und seine Waffen und Wehr zerbreche. Dem Einwurf, daß mit einm Siege Hitlers der Bürgerkrieg da wäre, glaubte der Redner damit 'begegnen zu müssen, daß der Bürgerkrieg schon seit langem latent vorhanden sei. Die Voraussetzung für seine Beendigung sei die Beseitigung des herrschenden kapitalistischen Unrechts und der kapitalistischen Unordnung. Nationale Vernunft und soziale Gerechtigkeit mühten wie­der Platz greifen. Ferner müsse die andere W zel der Krise ausgerüstet werden, die bisherige Reparation-politik.

Schwedens König bei Hindenburg

Berlin, 8. April.

Reichspräsident von Hindenburg empfing den inoffiziel- len Besuch des Königs von Schweden, der sich auf der Rück­reise aus dem Süden einen Tag in Berlin aufhielt. Vor dem Reichspräsidentenpalais erwies eine Ehrenwache dem König die militärischen Ehrenbezeugungen. An eine etwa halb­stündige private Unterhaltung der beiden Staatsober­häupter schloß sich ein Frühstück, an dem der schwedische Ge­sandte in Berlin af Wirstn, Reichsminister Groener, der Chef der Heeresleitung Freiherr von Hammerstein, Konter­admiral Dr. h. c. G r o s, Botschafter Nadolny und Vertre­ter des Auswärtigen Amtes teilnahmen.

Regierungsbildung in Melllenburg-Strelitz

Schwerin, 7. April.

Die Fraktionen der DNVP. und der NSDAP. teilen mit: In einer Verhandlung der Fraktionen der DNVP. und der NSDAP ist die Regierungskoalition und die Regie­rungsbildung in Mecklenburg-Strelitz vollzogen worden. Vereinbart wurde folgendes:

1. Die beiden Parteien schließen sich zu einer Zusam­menarbeit im Interesse des vom Marxismus völlig zu reini­genden Staates zusammen.

2. Staatsminister Dr. von Michael wird in seinem Amt ohne Reuwahl bestätigt.

3. Abgeordneter Dr. Skichtenoth tritt als Staatsrat in öle Regierung ein mit einer vereinbarten, die nationale Zusammenarbeit gewährleistenden Geschäftsordnung.

Abgeordneter Stichtenoth ist Mitglied der national­sozialistischen Fraktion.

Der polnisch-danziger Zollstreit

Abberufung des polnischen Sachverständigen.

Warschau, 8. April.

Polen hak seinen Vertreter von den Beratungen des polnisch-danziger Sachverständigenausschusses über die Zoll- frage zurückgezogen. Die polnische Regierung vertritt den Standpunkt, daß der Sachverständigenausfchuß bei seiner Behandlung einer bloß formalen Seite der Frage des Ver- edelungsverkehrs, der nur einen Bruchteil der Gesamtheit des polnisch-danziger Zollproblems bildet, eine Entscheidung gefällt bat, die die Gesamtheit der Zollbeziehungen zwischen den beiden Staaten präjudiziert, über die die Feststellungen bisher noch nicht endgültig abgeschlossen sind.

Militärrevolte in Ecuador

Auch die „Flotte" ist abgedampft.

Guayaquil, 8. April.

Die Besatzungen der beiden Kanonenboote „Tarqui" und „Cotopaxi" — übrigens die einzigen Kriegsfahrzeuge der Republik Ecuador — meutern. Sie dampften aus dem Hafen. Auch die Garnison des Forts Punta Piedra rebellierte. Die ganze Bewegung scheint ein Versuch zu sein, eine Landung des ehemaligen Präsidenten Plaza Gutierrez zu verhindern. Die Regierung entsandte sofort den Dampfer

ÄOti um den Aufstand niederzuwerfen.

Invalidenversicherung wieder Klar

Berlin. In der letzten Woche ist es der Invalidenver­sicherung gelungen, aus ihrem Vermögen Wertpapiere an die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte zu verkaufen und mit dem Erlös Aufwendungen zu erstatten, die der Reichspost durch Zahlung von Renten aus der Invaliden- Versicherung entstanden sind. Damit ist, wenigstens für den Notstand, der Ende März hervorgetreten war, die einmütig gefaßte Entschließung des Sozialpolitischen Ausschusses im Reichstage erfüllt, in der Maßnahmen zur Ueberwindung der Zahlungsverlegenheit in der Invalidenversicherung ver­langt waren.

Rekordfahrt des Zepp

Friedrichshafen—Pernambuco in 61 Stunden.

am die von

Pernambuco. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" erreichte Donnerstag, gegen 19.30 Uhr Pernambuco. Damit ist zweite diesjährige Südamerikafahrt in der Rekordzeit etwa 61 Stunden durchgeführt worden. Dies ist haupt­sächlich dem nördlichen bzw. nordöstlichen Wind zu verdan­ken, der der Endgeschwindigkeit des Luftschiffes rund 30 Kilo­

meter hinzufügte.

Recife. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist um 5.14 Uhr (Ortszeit)-glatt gelandet. An Bord ist alles wohl.

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««

Wer schirmte den Osten mit starker Hand?

Wer

Wer

Wer

Wer

Wer

Wen

Wie

bewahrte die Heimat vor Kriegesbrand?

fand das Vertrauen, als alles schwand? rettete damals das Vaterland?

lebte dem Grundsatz mehr sein, als es scheint? findet Ehrfurcht bei Freund und Feind?

sieht die Welt, wenn sie Deutschland meint? heißt das Wort, das uns alle vereint?

Hindenburg! Hindenburg! Hindenburg! Hindenburg! Hindenburg! Hindenburg! Hindenburg! Hindenburg!

Wer

Vor

Wer

Wer

Wer

Wer

Der

Der

war niemals Diener einer Partei? Hindenburg!

wem schweigt das politische Marktgeschrei? Hindenburg!

stellt die Tat über die Vielrederei? Hindenburg!

war im Entschluß stets vom Massenwahn frei? Hindenburg!

ist Deutschlands schlicht-größte Gestalt? bietet im Dunkel der Zukunft uns Halt?

Hindenburg!

Hindenburg!

Hader verstummt, wenn das Schicksal spricht: Hindenburg!

Deutsche kennt heute nur eine Pflicht:

Hinden-ur-!

Es kommt nicht nur darauf an, daß

Hindenburg gewählt wird,

es kommt darauf an, wie er gewählt wird! Der zweite Wahlgang muß die größte Vertrauenskundgebung werden, die das deutsche Volk jemals einem Führer dargebracht hat! Deshalb: die letzte Stimmer

Für Hindenburg