Allerlei Neuigkeiten
Fabrikbrand im Körben Berlins. Aus bisher noch ungeklärter Ursache brach im Norden Berlins in der Brunnenstraße in einer Polstermöbelfabrik Feuer aus, das etwa sechshundert Quadratmeter der Dachkonstruktion vernichtete. Während der überaus schwierigen Loescharbeiten stürzte ein Fahrstuhl vom vierten Stockwerk in die Tiefe. Personen kamen nicht zu Schaden.
Automarder erwischt. Kriminalbeamte verhafteten in Hamburg einen aus Berlin stammenden 20jährigen Kaufmann, der geständig ist, seit Mitte Februar in Berlin sechs Kraftwagen gestohlen zu haben. Er brächte die Wagen zumeist nach Hamburg und verstand es, mit gefälschten Verträgen und geänderten Nummern Käufer zu finden. Fünj der Wagen konnten beschlagnahmt werden.
70 000 Menschen besichtigten den Walfisch. Der bei Cuxhaven gefangene Walfisch bildete über Ostern im Hamburger Fischmarkt, wo er von dem Taucher Sievers ausgestellt worden war, eine Sensation, die insgesamt an 70 000 Menschen anlockte. Sogar aus Berlin fanden sich Schaulustige ein, um den Meeresriesen zu bestaunen. Das Tier ist inzwischen derart präpariert worden, daß Verwesung zunächst nicht eintritt. Wahrscheinlich wird der Wal demnächst auch in anderen Städten gezeigt werden. Mit Firmen in Bremen, Lübeck und Kiel soll bereits verhandelt werden.
Zwei Kinder im brennenden Schlafzimmer getötet. Von einem furchtbaren Schicksalsschlag wurde die Familie Söl- brand in Ganderkesee bei Bremen betroffen. In Abwesenheit der Eltern spielten die beiden Kinder im Alter von drei und vier Jahren im Bett mit Streichhölzern. Als die Eltern zurückkehrten, bot sich ihnen ein entsetzlicher Anblick. Das ganze Zimmer stand in Hellen Flammen. Die beiden Kinder, ein Junge und ein Mädchen, waren bereits tot.
Ein dreister Raubüberfall wurde auf die Stationskasse Freschluneberg auf der Strecke Bremen—Wesermünde ausgeführt. Drei maskierte Räuber drangen in den Kafsen- raum ein, fesselten die beiden Beamten und bemächtigten sich der Kasse, die jedoch nur 36 Mark enthielt. Die Tat wurde dadurch entdeckt, daß der fällige D-Zug kein Durch- fahrtssignal erhielt und die Zugbeamten sich zur Station begaben, um die Ursache der Störung festzustellen. Sie befreiten die gefesselten Beamten und benachrichtigten die Polizei, die einen jungen Burschen festnahm, der allem Anschein nach an dem Ueberfall beteiligt war.
Ein Schmuggler erschossen. Als bei Strälen (Reg.-Bez Düsseldorf) ein verdächtiges Schmugglerauto trotz verschie- ( dener Haltesignale der Zollbeamten die Fahrt fortsetzte, wurde es von diesen beschossen. Die Beamten setzten dann dem Auto auf Rädern nach und fanden es etwa einen Kilometer entfernt haltend. Vor dem Auto lag ein junger Mann tot, durchbohrt von den Kugeln der Gendarmen. Der zweite Fahrer hatte sich daoongemacht. Im Wagen wurden etwa zehn Zentner aus Holland eingeschmuggelter Kaffee und Tabak gefunden.
Bekanntmachungen
SttMntaaAmen der Stadtdehörden
entenroa
detr. Erstattung der Unfallanzeigen an die Hessen-Nassauische landwirtschaftliche Derufs-
Geuosseuschaft.
Nach dem von der Genossenschastsversammlung am 16. Dezember 1931 beschlossenen Nachtrag zur Satzung geht die Zuständigkeit für die Entschädigungsfeststellung vom 1. April 1932 ab auf den Genossenschaftsvorstand über, dessen Geschäfte bei mir verwaltet werden. Die Unfallanzeigen (§ 1552 der Reichsversicherungs- ordnru.g) sind infolgedessen von jetzt ab nicht mehr an den Sektionsvorstand, sondern au die Anschrift „Landeshauptmann der Provinz Hessen-Nassau (Hesseu-Nassauische laudwirtschaftliche Serufs- geuosfeuschaft) Kassel, Wolfsschlucht 7 ?" emzu- reichen und zwar in doppelter Ausfertigung.
Nach § 1552 der Reichsversicherungsordnung hat der Betriebsunternehmer jeden Unfall in seinem Betriebe anzuzeigen, wenn durch den Unfall ein im Betriebe Beschäftigter getötet oder so verletzt ist, daß er stirbt oder für mehr als 3 Tage völlig oder teilweise arbeitsunfähig wird Der Unfall ist umgehend, spätestens binnen 3 Tagen anzuzeigen, nachdem der Betriebsunternehmer ihn erfahren hat. Bei schweren Unfällen empfiehlt sich fernmündliche Anzeige (Fernsprech-Anschluß der Bermsgenossenschaft Kassel No. 7358).
Die bei der Sektion Hersfeld — Kreisausschuß — laufenden Entschädigungssachen gehen von dem oben genannten Zeitpunkt (1. 4. 1932) ab ebenfalls auf den Genossenschaftsvorstand in Kassel über
Kassel, den 18. März 1932.
Für den Vorstand der Hessen-Nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft: Der Landeshauptmann der Provinz Hessen-Nassau: gez. von Pappenheim.
Bullenversteigerungen.
Die nächsten Bullenversteigerungen des Verbandes Kurhessischer Fleckviehzüchter finden am Mittwoch, den 6. April in Treysa, am Donnerstag, den 7. April in Fulda und Freitag, den 8. April in H e r 8 s e l d vormittags statt.
Es sind insgesamt etwa 150 Bullen mit Ab- stammungs- und Milchkontrollnachweis angemeldet.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich um ortsübliche Bekanntgabe.
Hersfeld, den 29 März 1932.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
Anstelle des verstorbenen Professors Dr. Schaefer ist der Direktor des Städt. Botanischen Gartens Hermann Schulz in Kassel zum Kommissar für Naturdenk- malspflege im Regierungsbezirk bestellt worden.
Hersfeld, den 23. 3. 1932. Der Landrat.
Großbrände in Recklinghausen. In Recklinghausen und Umgebung kam es zu einer Reihe von Großbränden. Im Ortsteil Suderwich brannte das Anwesen des Landwirts Michels vollständig nieder. Der Sachschaden beträgt etwa 40 000 RM. Auch im Walde kam es an verschiedenen Stellen, wahrscheinlich durch Fahrlässigkeit von Spaziergängern, zu größeren Bränden, dem eine große Anzahl von Kiefern- bestünden zum Opfer fiel. Im Westerholter Wald wurden durch Brand fünf Hektar Buchen vernichtet. Der Sachschaden beträgt etwa 60 000 Mark.
Vom Tanz in den Tod. Als die Polizei in dem Eifel- dors Steinigen eine nicht genehmigte Tanzveranstaltung auflösen wollte, wurde sie von den Teilnehmern mit Flaschen und Steinen beworfen. Da die Haltung der Teilnehmer immer drohender wurde, schoß ein Polizeibeamter auf die Angreifer. Die an den Angriffen unbeteiligte 26jährige Helene Schäfer wurde durch einen Schuß so schwer getroffen, daß sie bald ihrer Verletzung erlag. Ein anderer Teilnehmer wurde durch einen Armschuß schwer verletzt.
Den Ehemann erschlagen. Der 30 Jahre alte Hüttenarbeiter Peter Linz aus Ommersheim (Saargebiet) wurde mit zertrümmertem Schädel in seiner Wohnung tot aufgefunden. Unter dem dringenden Verdacht der Täterschaft sind die Ehefrau des Erschlagenen und ein gewisser 27 Jahre alter Josef Klein aus Ommersheim verhaftet worden, deren Beziehungen zueinander schon häufig zu Auseinandersetzungen zwischen dem Ehepaar Anlaß gegeben hatten.
Ein Prinz erschießt seine Geliebte und sich. In dem südfranzösischen Badeort Cap d'Ail bei Monte Carlo hat der tunesische Prinz Ben Agat die Gattin eines früheren Attaches der finnischen Gesandschaft in Paris, zu der er in Beziehungen stand, erschossen und sich selbst eine schwere Schußverletzung beigebracht. Aus einem hinterlassenen Brief geht hervor, daß die beiden freiwillig aus dem Leben scheiden wollten. Man vermutet, daß' der Vater des Prinzen die Verbindung seines Sohnes nicht billigte uno sie zu verhindern suchte.
Volkswirtschaft
Devisenhöchskbeträge für April.
Der Reichswirtschaftsminister hat angeordnet, daß die Importeure für den Monat April 1932 den Höchstbetrag ihrer allgemeinen Genehmigungen nur bis zur Höhe von 55 Prozent in Anspruch nehmen dürfen. Für die diesen Betrag übersteigenden Zah- lungsverbindlichkeiten werden die Firmen auf die Inanspruchnahme von Lieferantenkrediten und die Ausnutzung der Kreditlinien des Stillhalteabkommens verwiesen.
Berliner Effektenbörse.
Die Berliner Effektenbörse stand am Dienstag unter beni Eindruck der pessimistischen Kreuger-Erklärung, was sich vor allem in einer Schwäche aller Auslandspapiere ausdrückte Svensko verloren erneut 5 M., Chade wurden zeitweise bis zu 8 M. schwächer gehandelt. I. G. Farben sanken um 3 Prozent. Die Kurse bröckelten bei kleinstem Geschäft fast durchweg um 1—2 Prozent ab. Nur Mansfeld Bemannen 1 Prozent und beuffcher Eisenhandel
In Ergänzung der Bekanntmachung vom 26. März 1932, betr. Auslegung der Stimmkartei für die Reichspräsidentenwahl am 10. April 1932 und die Wahl des Pr. Landtages am 24. April 1932 wird darauf hingewiesen, daß die in der Stimmkartei enthaltenen, mit dem Vermerk „am 10. April 1932 noch nicht wahlberechtigt" gekennzeichneten Personen zur Reichspräsidentenwahl noch nicht zugelassen werden.
Der Magistrat.
Brennholz- u. Nutzholz-Verlauf
Gberförsteret Rotenburg Ost am Donnerstag, den 7. April 1932 in Bebra , Gasthaus R ö s e.
Brennholz und Reis nach Bedarf aus den Förstereien Lüdersdors, Dieberg und Atzelrode.
Nutzhol) aus allen Förstereien.
Die Herren Bürgermeister werden gebeten, den Verkauf im Interesse der Gemeindemitglieder kostenlos bekanntzugeben.
Gtimmscheine
)M Relchsprästbentenwahl
11. Wahlgang (rotes Papier) hält vorrätig
ß. Funks Buchdruckerei
L FUHIS BUCHORUCKEREI
Breitenstr. Nr. 40 ^ Fernsprecher Nr. 608
Bf Prozent. Von Montanwerten lagen Gelsenkirchen 2 i)arpener 1 Prozent niedriger. Kaliwerte konnten sich verhältnismäßig gut halten. Am Elektromarkt verloren Siemens 2, Schürfers unb «. 1 Prozent. Am Rentenmarkt war die Haltung nicht einheitlich.
Am Geldmarkt war die Nachfrage ziemlich lebhaft. Tagesgeld wurde mit 6,5 Prozent und darüber genannt. Privatdiskonte angeboten.
Am Devisenmarkt ist die außerordentlich feste Haltung des englischen Pfundes besonders bemerkenswert. Es wurde gegen Kabel New York mit 3,78—80 gehandelt. Der Dollar wurde in varts mit 25,38, in der Schweiz mit 5,165 und in Holland mit 2,5770 notiert.
^°?A!?"kurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 15,89 15,93 holl. Gulden 170,08 170,42, Belga (Belgien) 58,66 58,78, ital. Lira 21,79 21,83, dän. Krone 87,61 87,79, norm. Krone 84'12 84,28, franz. Franken 16,57 16,61, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 81,52 81,68, span. Peseta 31,97 32,03, schweb. Krone 85,31 85,49, österr. Schilling 49,95 50,05.
Berliner Produktenbörse.
D^ Berliner Produktenbörse vom Dienstag eröffnete in recht ^aftun9- Prompter Roggen und Weizen wurden wenig auf den Markt gebracht. Nach Inlandsroggen zeigte sich verstärkte Nach- srage. Es wurden um etwa 3 Mark höhere Preise erzielt. Effek- twer Weizen konnte seinen Preisstand um 2 Mark erhöhen. Am » . Zeitgeschäfte gewannen die vorderen Sichten für Weizen 2 Mark. Roggen und Weizen zur Herbstlieferung waren wenig verändert.
Kotierungen vom 29. März.
_ Für 1000 Kg.: Weizen, märk. 253—255 Roggen, märk. 197—199 Braugerste 183—190 Futtergerste 170—179 Hafer, märk. 159—166
Für 100 Kg.: Weizenmehl 31,00—34,60 Erdnußkuchen 13,10—13,30 Erdnußkuchermehl 13,00 Roggenmehl 26,75—27,90 Weizenkleie 1 ^ 10,80—11,10
Kl. Speiseerbsen Futtererbsen Peluschken Ackerbohnen Wicken Lupinen, blaue Lupinen, gelbe Serradella Leinkuchen Trockenschnitzel Sojabohnenschrot ab Hamburg
21,00—24,00 15,00—17,00 16,50—18,50 15,00—17,00 16,00—19,50 11,00—12,00 15,00—17,00 32,00—38,00 11,80—12,00 9,00—9,20
12,00
Frankfurter Viehmarkt vom 29. März Der Auftrieb des, Hauptmarktes bestand aus 981 Rindern, darunter 220 Ochsen, 60 Bullen, 368 Kühen, 275 Färsen, ferner 417 Kälbern, 62 Schafen und 3845 Schweinen. Verglichen mit dem Austrieb des letzten Hauplmmkietz waren 611 Rinder, 2741 Schweine, 660 Kälber weniger angetrieben, dagegen standen 27 Schafe mehr zum Verkauf. Notiert wurden: Ochsen: 30—34 25—29, 20-24, Bullen : 25 -30, 20-24, Kühe: 24 bis 26, 50—23, 15—19, Färsen: 30-35, 25—29, 20—24, Kälber: 42-46, 36-41, 32—35, Schale: 30—35 25 bis 29, Schweine -. 40—43, 38-41, 36-40. 32—36. Verglichen mit den Preisen des letzten Hauptmarktes lagen Rinder ziemlich unverändert, während Kälber und Schweine um 1—2 M. anzogen. Marktverkauf: Rinder ruhig, ausverkauft, Kälber und Schale mittelmäßig, geräumt, Schweine ruhig geringer Ueberstand.
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