Einzelbild herunterladen
 

Aus der Heimat.

Das Kasseler Schnellschössengericht in Hersfeld.

Der tragische Verkehrsunfall, der am 8. d. M. in der Klausstraße ein junges Menschenleben forderte, fand am Donnerstag im HerSfelder AmtSge- richtsgebäude sein gerichtliches Nachspiel. Wie bekannt, war damals der 17jährige Schüler E. von dem Liefer­wagen des Kaufmanns T. überfahren und tödlich ver­letzt worden. Der Unfall ereignete sich in der Klaus­straße auf der Strecke zwischen Breitenstraße und Stammengasse, und zwar geriet der von dem Aushilfs« chauffeur ^ gesteuerte Lastkraftwagen nach dem Nehmen der Kurve auf zunächst nicht zu erklärende Weise auf den Bürgersteig und erfaßte den E.

Das Gericht, unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Funk, hatte sich nach diesem Sachverhalt mit der Frage zu befassen, ob der Tod des jungen Mannes durch ein Verschulden des M. verursacht war. Die Anklage, ver­treten durch Gerichtsossessor Dr. Barthel, lautete gegen den Chauffeur W. als Führer und den Kaufmann T. als Halter des Unglücksfahrzeugs auf fahrlässige Tötung ; außerdem wurde den Angeklagten die Uebertretung einiger Bestimmungen der Kraftsahrzeugverordnung zur Last gelegt. In mehr als fünfstündiger Verhandlung suchte das Gericht die Schuldsrage zu klären. Eine Reihe Zeugen, die den Unfall beobachtet hatten, konnte vernommen werden, und durch einige wurde die Schutz­behauptung des Angeklagten, er habe einem entgegen­kommenden Fahrzeug ausweichen müssen, bestätigt. War hiernach schon eine Erklärung des plötzlichen Rechtssteuerns des Angeklagten W. gegeben, so stellte sich bei der vom Gericht vorgenommenen Ortsbesichtigung heraus, daß der Rand des Bürgersteiges ziemlich schad- l aft war, sodaß ein Hinaufgleiten der Räder als mög­lich erschien. Zudem war die Straße am Unglückstage schlüpfrig und deswegen schlecht befahrbar. So konnte nur noch von einer Mitschuld des Angeklagten W. die Rede sein. Das Gericht sah diese darin, daß der Chauffeur W, der keinen Führerschein für derartig schwere Wagen besitzt, gleichwohl den Lastkraftwagen gefahren hat. Es nahm an, daß der Angeklagte W. im Augenblick des Unfalls nicht die volle Gewalt über sein Fahrzeug besessen habe und rechnete ihm dies als Fährlässigkeit an. W. wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen verurteilt, für die ihm jedoch Strafaufschub be­willigt wurde. Außerdem erhielt er wegen FührenS eines Kraftfahrzeugs ohne den erforderlichen Führer­schein eine Geldstrafe von 20 RM. Der Staatsanwalt hatte wegen der fährlässiger Tötung 3 Monate Gesäng- niS beantragt.

Der Mitangeklagte Kaufmann T. mußte aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden, da nicht festgestellt tragt hatte, den Wagen zu führen. Da schon der Staalsanwalt sein Mitverschulden an dem Tod des jungen E verneint hatte, bedurfte es für seine beiden Verteidiger keiner großen Mühe, einen Freispruch zu erzielen.

Die geringe Höhe des Strafmaßes mag manchen der zahlreichen Zuhörer überrascht haben. Die Ver­handlung hat jedoch, soweit überhaupt Klärung möglich war, ergeben, daß eine unglückselige Verkettung von Zufällen den so bedauerlichen Unglücksfall mitherbeige- führt hat, neben denen die zweifellos vorhandene Schuld des Angeklagten W. in milderem Lichte erscheinen mußte.

Hersfeld. Das Osterprogramm der Hersfelder Lichtspiele bringt am Sonnabend und Sonntag das entzückende LustspielWer nimmt die Liebe ernst ? Hier handelt es sich um einen der lustigsten deutschen Filme, ein famoser Einfall folgt dem anderen, so daß das Publikum zwei Stunden lang nicht aus dem Lachen heraus kommt. Am Ostermontag und am Dienstag folgt dann Henny Porten in ihrem neuesten TonfilmKohlhiesels Töchter". Henny Porten spielt, spricht, singt und tanzt in ihrer berühmten Doppelrolle. Ihr Hauptpartner ist der prachtvolle einfach einfältige Fritz Kampers, der das Publikum durch seine hervorragende Darstellung immer wieder begeistert. Näheres besagt die heutige Anzeige.

Hersfeld. Auf die heutige Bekanntmachung der Städt. Hautzhaltungsschule weisen ivir noch besonders hin. Letzter Tag zur Anmeldung für den Anfang April beginnenden Jahres- oder HaldjahreckursuS ist der 31. März.

Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Das Hochdruckgebiet liegt noch mit seinem Kern über Mtttel- europa. Sehr lebhafter Lustdruckiall über England leitet eine Periode verstärkter Wirbelläiigkeit im nörd­lichen Mitteleuropa ein, wodur h das Hochdruckgebiet nach Süden abgedrängt wird. Die erste Tiesdruckstörung wird bei uns voraussichtlich nur stärkere Bewölkung, aber noch keine Niederschläge bringen, jedoch ist späterhin bei aufkommenden westlichen Winden mit veränderlichem Wetter und auch Niederschlägen zu rechnen. Vorher­sage bis Sonntag Abend: Bei nach West drehenden Winden stärkere Bewölkung und Neigung zu Nieder- schlägen, ausgeglichenere im ganzen milde Temperaturen.

Niederaula. (Vorsichtbeidenjetzlhüufig vor sprechenden jungen Bettlern) Am 8. März d. Js. kamen 2 junge Burschen von Hersfeld zu einem hiesigen Arzt und baten um Lebensmittel. Als ihnen diese in das Wartezimmer gereicht wurden, nutzten sie die Gelegenheit aus und stahlen aus einer Handtasche, die einer Frau im Sprechzimmer gehörte, eine goldene Halskette. Da anscheinend der Kaffee, den sie bekamen, noch heiß war und der Boden ihnen auch

heiß unter den Füßen wurde, schütteten die Täter den » Kaffee in eine an der Tür hängende Manteltasche und verschwanden. Die von dem Oberlandjäger in Ver­bindung mit der Krim.-Polizei in Hersfeld sofort ange­stellten Ermittlungen führten zur Ueberführung der Täter. Die Kette wurde stchergestellt und der Ge­schädigten zur Verfügung gestellt.

Erdhaufen. Mittwoch gegen 19 ,Uhr>erunglückte der Maurermeister Georg Eckhardt aus^Bernterode zwischen Wisenfeld und Sickerode mit seinem Motorrad. Der Verunglückte wurde in schwerverletztem Zustand von vorübergehenden aufgefunden und in sdas hiesige KrankenhauS'gebracht, wo er jedoch noch im Laufe der Nacht starb. sWie sich der Unfall,'zugetragenhat, konnte noch nicht festgestellt werden, da der,Verstorbene nicht mehr vernommen werden konnte.

Frankfurt a. M. An der Ecke Arnsburger- und Höhenstraße geriet ein Radfahrer unter den Anhänger eines beladenen Kohlenlastwagens. Die Räder des schweren Wagens gingen dem Unglücklichen über die Brust, so daß der Tod auf der Stelle eintrat.

Frankfurt a. M. Ein Dachdecker spielte, mit einem Trommelrevoloer, wobei sich ein Schuß löste, der einen im Zimmer anwesenden Arbeiter ins Gesicht traf. Zeugen des Vorgangs alarmierten das Ueberfall- kommando, worauf der unglücklicheISchütze den Kopf verlor, alles im Stich ließ und davonrannte. Er fist bis jetzt noch nicht gefunden worden. ,De<Verletzte.kam inS Krankenhaus.

Gilserbsrg. Das 5-jährige Töchterchen des Gast­wirts L. von hier spielte am Herd. Infolge Funken­flugs standen die Kleidchen des Kindes im Nuin Flammen. Nur die Geistesgegenwart des Dienstmädchens rettete das Kind, indem es seine Kleider um das Kind herum schlug. Das Kind kam gut davon, während das Mädchen erhebliche Brandwunden an den Armen da­von trug.

Göttingeu. Der im April 1931 vom Schwurge­richt Göttingen' zum Tode verurteilte Bäckermeister Dettmar aus Bovenden ist heute vom Staatsministerium zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Dettmar hatte das Kind seiner Hausangestellten, dessen Vater er war, durch Beibringung von Gift getötet, weil ihm das Kind unbequem war und er Schwierigkeiten mit seiner Frau befürchtete, die sich allerdings des Kindes und der Kindesmutter mit großer Sorgfalt angenommen hatte.

Jena. Jn^einem'Hause in der Westendstraße hat sich in der Nacht zum Karfreitrag ein Famil endrama zugetragen, das sieben Menschen das Leben gekostet hat. Der dort wohnende Oberlandesgerichtsrat Dr. Wilhelm Meurer, der mit seiner Frau in Scheidung lebte, hat die Frau, seine beiden noch nicht schulpflichtigen Kinder, seine bei ihm wohnenden^Eltern, eine in der Wohnung anwesende Bekannte und sich selbst erschossen. Sechs Personen waren sofort tot, die siebente starb im Laufe der Nacht. Unglückliche Familiennerhältniffe und die

wird, der Grund der schrecklichen Tat

Limburg. Der 17jährige Obersekundaner Schranim, Sohn eines Ingenieurs, der sich zur Zeit auf einer Auslandreise befindet, hat sich erschossen. Der Junge erhielt am Dienstag die Mitteilung von seiner Nicht Versetzung. Aus Verzweiflung darüber griff er zur Waffe. Man fand ihn noch lebend, er starb aber bald darauf im Krankenhaus.

Raubmord an einer Greisin

Ratibor. Die 70 Jahre alte unverehelichte früher« Köchin Josepha T r u l l e y wurde in ihrer Wohnung in Ra­tibor erwürgt aufgefunden. Sämtliche Behältnisse in der Wohnstube waren erbrochen. Das Sparkassenbuch über 3000 Mark fehlte. Die Tat muß bereits vor etwa 14 Tagen ver­übt worden sein. Von den Tätern felfit bis jetzt jede Spur.

Der Tod vom Grotzglockner

Salzburg. Das Touristenunglück am Großglockner, bei dem zwei Herren aus München bzw. Trauenstein und eine Dame, die bisher noch nicht agnosziert werden konnte, ums Leben kamen, hat ein weiteres Todesopfer gefor­dert. Ein Justizangestellter aus Traunstein ist seinen starken Erfrierungen erlegen. Ein fünfter Tourist konnt« aus her Gletscherspalte, in der er 45 Stunden gefangen war, be­freit werden. Er ist nur leicht verletzt und bereits wieder in seiner Heimat Traunstein,

Wahnsinnstat einer Schwangeren

Sie tötet ihre drei Kinder und sich selbst.

Berlin. Eine grauenhafte Bluttat wurde am Sarfrei- tag morgen im Norden Berlins entdeckt. Die 33jährige un- verheiratete Klara Engwicht und ihre drei Kinder im Alter von zwei bis sieben Zähren wurden an den Pfosten ihrer Betten erhängt aufgefunden.

Wie die Mordkommission feststellte, hat Klara Engwicht, die im achten Monat schwanger war, die Tat offenbar in einem Anfall seelischer Niedergeschlagenheit begangen. Bis vor kurzem war sie Reinemachfrau bei einer Möbelfirma ge­wesen. Sie mußte diese Stellung aber wegen ihrer Schwan­gerschaft a u f geben und bezog seitdem Wohlfahrtsunter- stützung für sich und ihre drei Kinder.

Schwere Kesselexplofion

VerNn, 25. März. 3n der Gasapparatefabrik Mar Dessin u. Eo. im Nordosten Berlins explodierte ein Luft­behälter, der zur Prüfung von Gasdruckreglern dienen sollte. Der 37jährige Sohn des Inhabers der Fabrik wurde von j dem herausgeschleuderten Boden des Behälters tödlich ge- j troffen. Ein gleichfalls in dem Raum anwesender Schlos- serlehrling erlitt schwere innere Verletzungen, und ein sie­benjähriger Lehrling trug schwere Kopfverletzungen davon.

Neun Obdachlose in einer Scheune verbrannt

Reval, 25. März. Beim Brand einer Scheune, die von Obdachlosen als Nachtquartier benutzt wurde, kamen neun Menschen in den Flammen um. n

Als Josef Garbäty vor mehr als 50 Jahren anfing,

war sein Geschäft ein kleiner, bescheidener Raum, indem er selbst mit wenigen Gehilfen

* Cigaretten arbeitete: ,, Königin von Saba "

Cigaretten. Heute geht er als Seniorchef durch eine riesige Fabrik mit Hunderten von Arbeitern, die täglich Millionen Cigaretten herstellen: Königin von Saba 4

Cigaretten.

Die Zeit verging; aber der Mann blieb derselbe und die Cigarette blieb dieselbe:

die unerreichtetechte