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Allerlei Neuigkeiten

Ein 105jähriges Mitglied der Deutschen Turnerschaft.

In dem Westerwalddörfchen Baumbach beging am Donners­tag der Landwirt Peter Schupp seinen 105. Geburtstag. Schupp ist das älteste Mitglied der Deutschen Turnerschaft. Schon als er seinen 100. Geburtstag feierte, wurden ihm vom Reichspräsidenten, der Reichsregierung und zahlreichen Vereinen und Verbänden Glückwünsche dargebracht. Schupp erfreut sich guter Gesundheit.

500 000 Francs aus dem Postwagen geraubt. Bei der Ankunft des Berliner Schnellzuges in Paris stellten die Post­beamten am Nordbahnhof fest, daß einer der Postsäcke im Postwagen des Zuges geöffnet worden war, wobei 500 000 Francs in Scheinen gestohlen worden find. Bisher hat man noch keine Anhaltspunkte für den mutmaßlichen Täter.

Ein 22facher Brandstifter. Die Staatsanwaltschaft in Kottbus hat gegen den Landwirtssohn Friedrich Neumann aus Werben Anklage wegen fortgesetzter Brandstiftung er­hoben. Dem Angeschuldigten wird zur Last gelegt, in den Jahren 1928 bis 1932 in den Dörfern Werben, Rüben, Guh- row und Müschen in 22 Fällen Scheunen in Brand gesteckt zu haben. Neumann befindet sich in Untersuchungshaft.

Raubmord in Blankenese? In ihrer Wohnung am Mühlenberg in Blankenese wurde die Frau eines Kapitäns tot aufgefunden. Nach dem Befund soll Raubmord vorlie­gen. Die Tote, die eines der kleinen alten strohgedeckten , Blankeneser Häuser bewohnte, galt als wohlhabend.

Eine Hamburger Falschmünzerbande festgenommen. In einem in Barmbeck gelegenen Geschäft bezahlten zwei Männer Waren mit 50-Pfennig-Stücken, die dem Verkäu­fer nicht echt erschienen. Er benachrichtigte die Polizei, die die beiden Leute festnahm. Beamte des hiesigen Falschgeld­kommandos konnten dann eine in Mona in der Hafenstraße gelegene Falschmünzerwerkstatt ermitteln, wo noch drei Mittäter festgenommen werden konnten. In der Wohnung eines der Festgenommen wurden 1100 fertige und etwa 1000 unfertige 50-Pfennig-Stücke beschlagnahmt. Die Fest­nahme weiterer Helfershelfer dürfte bevorstehen.

Sittlichkeitsverbrechen und Mord. Die 13jährige Schü­lerin Magdalene Krügel, die vom Zeitungsaustragen nicht zurückgekehrt war, wurde auf einen Waldgrundstück bei Oberheinsdorf i. Vogtl. tot aufgefunden. Die Polizei ver­haftete einen 27 Jahre alten Handlungsgehilfen aus Rei­chenbach, der gestand, an der Schülerin ein Sittlichkeitsver­brechen verübt und sie dann durch einen Schlag an die Stirn getötet zu haben.

Wieder ein Zirkusunfall in Belgien. Der in Brüssel i gastierende Zirkus Gleich ist durch einen Eisenbahnunfall schwer geschädigt worden. Der Zirkus wollte sich zu einem ' Gastspiel nach Charleroi begeben. Die Abfahrt des Tier­transportes (eines Güterzuges von 16 Wagen) erfolgte vom Brüsseler Westbahnhof. Aus noch ungeklärter Ursache ent­gleisten auf einer Weiche die letzten vier Wagen des Trans­portzuges, in denen sich Pferde, Elefanten, Büffel usw. be­fanden. Ein Wagen stürzte um, die drei anderen sprangen aus den Schienen und wurden zertrümmert. Der Sach­schaden ist sehr groß.

Todesopfer in England.

London, 12. Februar. Nach dem bisher mildesten Win­ter, den England feit 33 Jahren erlebt hat, haben jetzt plötzlick scharfe Kälte und Schneefall eingesetzt. Zwei Erwachsene und ein Junge sind bereits als Todesopfer des Winters zu verzeichnen Zahlreiche Kraftwagen-Unfälle haben sich aus den Zufahrtstraßen nach London ereignet. Aus allen Tei­len Englands werden mehr oder weniger ernste Verkehrs­unfälle gemeldet.

Furchtbares Bauerndrama in Frankreich

Paris, 12. Februar. Auf einem kleinen Bauernhof in der Nähe von Agen hat sich ein furchtbares Drama abge­spielt, dem sechs Mitglieder einer Familie zum Opfer fie­len. Die Opfer des Massenmordes sind ein 77jähriger Ver­wandter der Familie, die 52jährige Besitzerin des Gehöftes ihre 29jährige Schwägerin und deren beide Kinder im Alle« von 8 Jahren und 4 Monaten sowie ein 70jähriger Ver­wandter. Sämtliche Opfer wurden in ihren Betten mit eine« Axt ermordet. Eigentümlicherweise befand sich der Ehemann der jungen Frau und Vater der beiden Kinder zur Zeii des Dramas nicht im Hause, sondern war zwei Tage vorhe« zu einem Schwager in einen Rachbarort gereist. Er kehrt« erst am Mordtage zurück und wurde sofort vernommen. Man betont in diesem Zusammenhang, daß er noch nie so lang« vom Gehöft abwesend gewesen sei und daß er mit seine, Frau auf denkbar schlechtem Fuß stand. Da außerdem Raub nachweislich nicht der Grund zum Massenmord gewesen ist hält man es nicht für ausgeschlossen, daß er irgendwie in die Angelegenheit verwickelt ist und sich durch seine Ab­wesenheit vielleicht nur ein Alibi verschaffen wollte.

Sllarel-Brozetz

Der verschwenderische Aufwand der Gebrüder.

In der Donnerstagssitzung im Sklarekprozeß beschäf­tigte man sich mit der Frage des übermäßigen Aufwandes, Den die Sklareks getrieb"- haben. Willy und Leo Sklarek haben für Hausumoau i Einrichtung von 1925 bis 1929 je etwa 150 000 Mark ausgegeben. Allein die Marmorein- cichtung des Badezimmers hat fünftausend Mark gekostet Der Staatsanwalt hielt den Sklareks dann verschiedene andere Ausgaben vor: Zwölf Hemden nach Maß für 544 Mark, zwei seidene Garnituren für 190 Mark, drei seidene Leinkleider für 150 Mark. In fünf Monaten wurden 5000 Mark für Delikatessen ausgegeben, für Weine in zwei Jahren dreißigtausend Mark. Bei der Einsegnung des Soh­nes von Leo Sklarek wurde für dreitausend Mark Wein zetrunken. Vom 1. bis 7. September 1929 hat Leo Sklarek viereinhalb Pfund Kaviar zu je 70 Mark das Pfund oer- vraucht, Zigarren kosteten bei den Gesellschaften das Stück eine Mark bis 3,50 Mark. Bei Horcher wurden einmal Zigarren das Stück zu zehn Mark geraucht. Leo Sklarek taufte von 1924 bis 1926 außerdem Schmucksachen im Werte von 60 000 Mark und zahlte in St. Moritz 270 Franken Pension pro Tag. Das Gestüt brächte den Sklareks einen Verlust von 600 000 Mark.

Abschließend stellte der Vorsitzende fest, daß die Sklareks n sechs Jahren 11,1 Millionen Bankeinnahmen und 2,5 Millionen Ueberschüfse aus ihren Geschäften, also insgesamt 13,5 Millionen entnommen haben, so daß auf jeden der >rei Brüder 700 000 Mark pro Jahr kommen.

Turnen und Sport

Die Winterolympiade

Achtung, Sie hören: am Sonnabend, 13. Februar.

Welle 1634,9 Königswusterhausen.

6.50, 14 u. 16.30: Konzert. 9.30: Stunde der Unter­haltung. 12.05: Schulfunk. Jos. Haydn. 14.50: Bastelstunde. 16: Das fernöstliche Theater (II). 18.05: Deutsch für Deutsche. 18.30: Die geistigen Grundlagen des neuen Nationalis­mus (I). 19.30: Radikalismus oder Resignation? 20: Lusti­ger Abend. 22.20: Tanzmusik.

Welle 283,5 Berlin IIMag deburgS te11in.

6.50, 11.15, 14 u. 16.05: Konzert. 15.40: Die Jagd einst und heute. 19.10: Orchesterkonzert. 20.30: Großes Kabarett. 22.20: Tanzmusik.

Welle 259,3 Leipzig.

6.50, 12.10 u. 17: Konzert, dazwischen 12.25: Erlebnis­stunde am Wochenende.Mit dem Zeppelin nach dem Nord­pol". 14.30: Bastelstunde. 16: Praktische Rechtskunde. Ehe­scheidung. 18:30: Deutsch. 19: F. Draeseke und seine Sym- phonia tragica. 19.30: Georg Göhlerstunde. 20.15: Heiterer Abend.

Welle 360,6 Mühlacker.

10,11,12.35 u. 13.30: Konzert. 11.35: Erd- und Völker­kunde. 16.20: Jos, Frhr. v. Eichendorff. 16.50: Unterhal­tungskonzert. 18.40: Die Mandschurei. 19.45: Die Opti­misten. 20.30: Großes Kabarett. 22.35: Tanzmusik.

Welle 276,5 heilsberg.

7, 11.40, 13.05: Konzert. 11.15: Landwirtschaftsfunk. 16.15: Nachmittagskonzert. 17.50: Die Schweiz. 19.10: Kon­zert. 20.30: Großes Kabarett. 22.20: Tanzmusik.

Leipziger Großsender lm Juni fertig.

Die vorbereitenden Arbeiten für den Leipziger Groß­sender in Wiederau sind soweit gediehen, daß man damit rechnen kann, daß der Sender im Juni dem Betrieb über­geben werden kann.

Volkswirtschaft

Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl Pfund 14,3914,43, holl. Gulden 169,73 170,07, Belga (Belgien) 58,69 58,81, ital. Lira 21,83 21,87, dän. Krone 79,32 79,48, norm. Krone 78,32 78,48, franz. Franken 16,57 16,61, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 82,11 82,27, span. Peseta 33,47 33,53, schweb Krone 81,07 81,23, österr. Schilling 49,95 50,05.

Berliner Produktenbörse.

An der Berliner Produktenbörse vom Donnerstag war die Stimmung ruhig Das Weizenangebot blieb weiter sehr knapp, und die Notiz wurde für prompte Ware um 2 Mark heraufgesetzt. Auch Roggen wurde knapp angeboten. Hier stiegen die Preise um 1 Mark. Am Markt der Zeitgeschäfte erhöhten sich die Weizenpreise um 1 Mark, während Roggen wenig verändert war. Der Mehl- markt war sehr schleppend. Für Hafer konnten höhere Preise er­zielt werden.

Und wieder Sonja Henie.

Das Kunstlaufen der Damen im Rahmen der Olympischen Vinterspiele in Lake Placid wurde im überfüllten Eispalast mit »em Kürlaufen beende« und PnliAwb Da» Vreisaerirb» vermin- | 'ele den Sieg der norwegischen Titelverteidigerin Sonja henie, er allerdings die Wienerin Frihi Bürger nicht viel nachstand. Dritte wurde Binson-Amerika vor Samuel-Kanada und Hüllen Schweden.

Das Eishockeyspiel USA.Deutschland endete mit dem über egenen Siege der Amerikaner, die in den beiden ersten Dritteln e 2 Tore und im letzten gar 4 schössen. Die Abwehrarbeit ßfin= oebers, der in überragender Form spielte, rief bei den Zuschauern türmischen Beifall hervor: er konnte die 8 Tore aber nicht ver­ändern. Es gelang den Deutschen nicht, die vozügliche Winter nannschast des Gegners zu überrumpeln, um wenigstens das khrentor zu erzielen.

Rotierungen vom 11. Februar:

Für 1000 Kg.: Weizen, mark. 244246

Lupinen, blaue

Lupinen, gelbe

10,0012,00

14,5016,00 j

Braugerste

160168

Ackerbohnen

14,0016,00

Futtergerste

153157

Wicken

16,0019,00

Hafer, märk.

140148

Erdnußkuchen

12,40

Für 100

Kg.:

Erdnußkuchenmehl

12,2012,30

Weizenmehl

29,0033,00

Leinkuchen

11,20

Roggenmehl

27,1529,15

Trockenschnitzel

7,808,00

Weizenkleie

Roggenkl. fr. Bln.

9,50-9,90

9,509,90

Sojabohnenschrot ab Hamburg

10,50-10,60

Viktoriaerbsen

21,0027,50

ab Stettin

11,30

Futtererbsen

15,0017,00

Kartoffelflocken

12,5012,60

Besuchen Sie die Wanderausstellung

vom 13. Februar bis 15. Februar 1932 täglich von 10Uhr vorm. bis 6 Uhr nachm geöffnet.

Eröffnung Sonnabend, den 13 Februar nachm. 3 Uhr.

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Hersfeld, Breitenstraße 40

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