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Aus der Heimat.

Das Hersfelder Bahnübergangs-Unglück vor der Großen Strafkammer in Kassel.

In der Nacht zum 13. August 1931 ereignete sich bekanntlich an der Kreuzung der Hersfeld-Fuldaer Bahn­strecke und der Breitenstraße ein folgenschweres Unglück. Aus dem Bahnkörper wurde der Personenkraftwagen eines Studenten aus Hannover von einem Eilgüterzug erfaßt, vollständig zertrümmert und eine Person getötet.

Das erste gerichtliche Nachspiel fand am 16. Nov. 1931 in einer in Hersfeld abgehaltenen Verhandlung des erweiterten Schöffengerichts Kassel statt. Der An­geklagte 40jährige Oberbahnwärter Goßmann aus Fried­los wurde durch das ergangene Urteil wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit fahrlässiger Transportgefährdung zu der harten Strafe von 1 Jahr Gefängnis verurteilt.

Auf die Berufung des Angeklagten hin wurde der Fall nun noch einmal vor der Großen Strafkammer aufgerollt. Die Tatumstände wurden in der gleichen Weise wie in der ersten Verhandlung festgestellt: der Angeklagte hatte unterlassen, die Schranke zu schließen, und bei der Eigenart des Bahnübergangs konnten sowohl der Führer des Autos als auch der Lokomotivführer die gegenseitige Annäherung, die dann zu dem furcht­baren Zusammenstoß führte, nicht beobachten. Das Gericht prüfte eingehend die von dem Angeklagten vorgebrachten Entlastungsgründe. In erster Linie seine Behauptung, daß das die Annäherung des Zuges meldende Läutesignal ausgeblieben war. Das Nieder- laffen der Schranke erfolgte gewöhnlich auf ein weiteres Läutesignal, das durch einen Schienenstromschließer ausgelöst wird. Diese Meldeanlage ist dem Bahnwärter gewiffermaßen nur als weiteres Kontrollorgan beige- geben. In erster Linie sei aber für ihn, wie der Sach­verständige der Reichsbahn in der Verhandlung ausführte, die fahrplanmäßige Durchgangszeit des Zuges maßgebend gewesen. Nachdem der Zug in Oberhaun abgeläutet worden war und der Angeklagte seine Stieckenfreigäbe- meldung an daS Stellwerk abgegeben hatte, durste er sich nicht allein auf das Läutesignal verlassen, sondern hätte sich vor dem Bahnwärterhäuschen so aushalten müssen, daß er den herankommenden Zug durch eigenen Augenschein wahrgenommen Hütte. Im übiigen glaubte der Sachverständige nicht an ein Versagen der Läute- anlage.

In der Beweisaufnahme wurde auch die dienstliche Inanspruchnahme des Angeklagten und sein Verhalten nach dem Unfall erörtert. Hinsichtlich des ersten Punktes ergab sich, daß der Angeklagte in der Zeit vom 6. bis 13. August die Nachtschicht versehen hatte, die von 18 bis 6 Uhr dauerte. Nach einer Zahlung passieren im Laufe von 24 Stunden rund 120 Züge den Bahnüber­gang, also durchschnittlich alle 12 Minuten ein 9ku venrommene Zeugen bekundeten, daß der Angeklagte sofort nach dem Zusammenstoß an der Unglücksstelle gewesen sei. Er sei maßlos aufgeregt gewesen und habe laut geschrien, er nerde sich unter den nächsten Zug werfen. Der Aufgeregte wurde von einem Polizeibe- amten in Schutzhaft genommen und ein Arzt hatte Stunden hindurch zu tun, um den völlig zusammenge­brochenen Mann zu beruhigen.

Während die Verteidiger des Angeklagten in erster Linie die Freisprechung, in zweiter aber eine weit mildere Strafe forderten, hielt der Vertreter der An­klage die Schuld des Angeklagten für erwiesen. Aber auch er trat für eine Milderung der Strafe auf 9 Monate Gefängnis ein.

Die Strafkammer erkannte indes lediglich auf ein Monat Gefängnis, für den dem Angeklagten auch noch ohne Bedingungen eine dreijährige Bewährungsfrist bewilligt wurde Der Angeklagte nahm dies Urteil sofort an, während sich der Staatsanwalt eine Erklärung vorbehielt.

* Umbau der Briefma- kenautomaten. In­folge des neuen Posttarifs werden im Reich insgesamt etwa 11 000 Briefmarkenautomaten so eingerichtet, daß sie mit 12-Pfg.-Entwurf reagieren. Man bekommt also in Zukunft für 12 Pfg. zwei Briefmarken zu 6 Pfg. oder zwei Postkarten zu 6 Pfg. oder eine I2Pfg.- Briefmarke. Einzuwerfen sind ein lO-Pfg.-Stück und ein 2-Pfg.Stück.

Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Der Abbau des äußerst stabilen europäischen Hochdruckgebietes macht besonders im Osten rasche Fortschritte. Da gleich­zeitig über England-Island der Luftdruck ansteigt, wird begünstigt durch einen kräftigen Tiefdruckwirbel über S andinavien nuhr und mehr Westlust nach Deutschland verfrachtet. Dabei wird die bei uns am Boden liegende flache Kaltlustschicht durch etwas mildere Luft und die bei uns in der Höhe befindliche warme Lust durch kältere ersetzt werden. D mentsprechcnd wird die Neigung zu Bewölkungsbildung (nicht Hochnebel­bildung) verstärkt werden, ohne daß jedoch vorerst Nieder- schläge wahrscheinlich sind. Vorhersage bis Sonntag Abend: Neigung zu Viebelbilbung stark nachlassend, vielfach wolkig, aber im wesentlichen noch trocken, durch­weg milder.

Her feld. Wie bereits im Anzeigenteil veröffentlicht, wird Herr Berufsschuldirektor Christiansen heute Abend in der Aula des Gymnasiums einen Vortrag halten über:Der Reparationwahn als Ursache der Not und Wirtschastssorgen". Es werden aktuelle Fragen aus der Wirtschaftsnot der Länder im allgemeinen und Deutsch­lands im besonderen behandelt. Wie konnte es zu diesem ungeheueren Tiefstand kommen, und welche Aufgaben bleiben zunächst für das deutsche Volk? - Wir weisen auf diesen sehr interessanten Vortrag hiermit hin. Das

Mandolinenorchester Edelweiß wird den Vortrag um­rahmen.

Hanau. Am Donnerstag ereignete sich am Main­ufer bei Hackbu eine Autokatastrophe. Als ein Auto­mobilist mit seinem Wagen wenden wollte, kam er zu nahe ans Ufer. Das Auto stürzte Rückwärts den Kai hinunter in den Fluß. Passanten, die das Unglück be­merkt hatten, schlugen das aus dem Wasser ragende Verdeck des Wagens ein, konnten jedoch nur den Leich­nam des Automobilisten bergen.

Bad Brückenau (Rhön). Eine schwere Bluttat hat sich in Kleingemünden zugetragen. Der 18jährige Gärtnergehilfe Ernst Schmitt und sein Arbeitskollege, der 21jährige Waldemar Weismantel, hatten abends ein Wirthaus besucht und waren spät abends heimgegangen. Sie schliefen beide in einem Zimmer des Gärtnereib- sitzers Schmitt. Auf dem Heimweg gab Schmitt wieder­holt aus seinem Trommelrevolver Schüsse gegen Tele- graph-ust^ngen und Bäume ab. Zuhause soll Weismantel wiederholt zu Schmitt gesagt haben: «Schieß mich tot, dann bin ich wrg". Diese Aeußerungen sollen die Ur­sache gewesen sein, daß Schmitt schließlich tatsächlich auf Weismantel angelegt und ihm einen Schuß in die Schläfe beigebracht hat. In hoffnungslosem Zustande wurde Weismantel ins Krankenhaus gebracht. Der Täter wurde verhaftet.

Reinhausen bei Göttingen. Ein schwerer Arbeits­unfall ereignete sich in Reinhausen. Ein hiesiger Land- straßenwärter verrichte Arbeiten mit der Axt, dabei schlug er sich ins Auge, das sofort die Sehkraft verlor. Es besteht nun die Gefahr, daß auch das andere Auge verlöre i geht. Man brächte den Schwerverletzten in die Göttinger Klinik.

Weimar. Wie mitgeteilt wird, nimmt Reichspräsident

.Hindenburg an der Goethe-Feier in Weimar nicht teil, dürfte aber durch Staatssekretär Meißner vertreten werden. Die Reichsregierung wird wahrscheinlich durch den Reichsinnenminister Groener vertreten sein.

Nächtlicher Kamps im Walde

Landeshut, 30. Januar. 3n Konradsmaldau bei Lan­deshut kam es nachts zu einem schweren Zusammenstoß zwi­schen drei Arbeitern und zwei Förstern. Die Arbeiter sol­len angeblich Holz gestohlen haben. Sie wurden durch die Förster festgenommen, die sie zum Amtsvorsteher in kon- radswaldau führen wollten. Unterwegs kam es zwischen den drei Arbeitern, die sich zu befreien suchten, und den Förstern zu einem erbitterten Kampf. Zwei Arbeiter, die Führer der KPD. in Konradsmaldau, Adler und plüschke, sind in diesem Kampfe erschossen worden. Der Hilfssörster Hoffmann hat schwere Verletzungen erlitten.

Leopard tötet Kind im Wohnzimmer

Als die Portierfrau Scharris mit ihrer zweijährigen Tochter die Wohnung des Kunstmalers von Oihegraven im Hause Kaiserallee 98 in Verlin-Friedenau betrat, sprana chnen ein Leopard entgegen, der von dem Kunstmaler ju'

*^U>a«> totere Pas ütnb durch schwere Prankenschläge gegen den Kopf. Der auf die Hilferufe herbeieilende Vater ging mit einem Hammer dem Raubtier zu Leibe, das darauf von feinem Opfer ab- lleß. Der Kunstmaler wurde in haft genommen.

Admiralität gibtM 2 verloren

London, 30. Januar. Die englische Admiralität erklärt, es sei letzt feine Hoffnung mehr, die in dem gesunkenen berg^n^00 "^ 2 einzefchlossene Mannschaft lebend zu

Aus dem Gerichtssaal

SchAtheib-Vatzenhofer-Broreb

Am Freitagvormittag eröffnete der Vorsikende der 3. Großen Strafkammer beim Landgericht I Berlin, Land­gerichtsdirektor Bethge, die Sitzung in dem Prozeß gegen den Generaldirektor Katzenellenbogen und Genossen. Katzen- ellenbogen wurde aus dem Untersuchungsgefängnis vorge­führt. Die weiteren vier Mitangeklagten Direktoren, die zum Generaldirektorium des Schultheiß-Pahenhofer-Son- zerns gehören, befinden sich auf freiem Fuße. Der Vor­sitzende richtete zunächst an die Angeklagten die Frage nach ihrer Person. Der 54jährige Generaldirektor Ludwig Katzenellenbogen erklärte, daß er augenblicklich berufslos sei. Der zweite Angeklagte, der 63jährige Dr. Sobernheim, ist Brauereidirektor. Direktor Penzlin, der 52 Jahre alt ist, übt noch jetzt das Amt eines Handelsrichters aus. Dann folgen der Brauereidirektor Kuhlmey, der 58 Jahre zählt, und der ebenfalls 58jährige Brauereidirektor Funke.

Die Anklage lautet gegen sämtliche Angeklagte auf Bi­lanzverschleierung, ferner gegen Katzenellenbogen und Penz- lin auf Prospekkbekrug und schließlich gegen Kahenellenbo- gen allein auf handelsrechtliche Untreue.

Stlarel-Vrozeb

Im Skkarek-Prozeß wurden am Freitag die Aeuße­rungen der Brüder Sklarek zur Wahrsagerin Frau S e i d l e r besprochen. Im herbst 1928 und im Frühjahr 1929 kam Frau Seidler zur KBG. Wie der Vorsitzende erklärte, soll Willi Sklarek zu ihr bei Besuchen in der KBG. gesagt haben:

Wissen Sie, Frau Seidler, wo Sie sind? Max belügt Sie. Sie sind bei den drei größten Verbrechern, Lügnern und Halunken, die schon seit Jahren unter falschem Bamen Wechsel und Schecks geben. Dir sind ja schlimmer als ku- tisker. Ich zittere vor dem Zuchthaus. Sie können die Angst nicht ermessen, die wir durchwachen. Ein Lehrjunge aus der Bank muh alles herausfinden, und die Bude bricht zu­sammen."

Willi Sklarek bezeichnete diese Behauptung der Frau Seidler, die ihm feindlich gesonnen sei, als frei erfunden. Leo Sklarek erklärte, daß Frau Seidler mit Max sehr eng befreundet sei und auch 8000 RM für die Verteidigung von Max gezahlt habe. Ihre Aussagen, die den Oberbürger­meister Böß auf das schwerste belasteten, seien ja auch beim

Verfahren vor dem Oberpräsidium als unglaubwürdig an­gesehen worden.

Dann wurden die Zuwendungen an die Stadtbankdirek­toren erörtert. So habe Direktor Schmittmit einem Pelz angefangen, seine Frau mit einem Pelz aufgehört". Als Bestechungen, so betonte Leo Sklarek,, könne er aber der­artige Manipulationen nicht betrachten. Als einmal von irgendeiner Seite die Absicht geäußert worden war, den Stadtbankdirektoren keine Tantiemen mehr zu gewähren, habe Max Sklarek dafür gesorgt, daß den vier Direktoren doch 40 000 Mark ausgezahlt worden seien.

Liibetker Prozeß

In der Freitag-Verhandlung des Tuberkulose-Pro­zesses begannen die Repliken. Staatsanwalt Frhr. von Beuft erklärte, er könnte eine ganze Reihe von Zuschriften verle­sen, die der Staatsanwaltschaft zugegangen seien und in denen der Angeklagte Altstaedt aufs schärfste angegriffen werde, in denen man auch der Meinung Ausdruck gebe, die Strafanträge der Staatsanwaltschaft würden der Sachlage bei weitem nicht gerecht. Ich halte, erklärte der Staatsan­walt, meine Anschauung vom Charakter Dr. Altstaedts als Theoretiker in vollem Umfang aufrecht, weil ein neues, in feinen letzten Konsequenzen noch nicht erprobtes Verfahren von ihm angewendet wurde.

Wir sehen die Schuld in der Durchführung des Ver­fahrens. das Dr. Altstaedt im Auftrag des Gesundheitsamts übernahm und für das er deshalb in vollem Umfange ver­antwortlich ist. Die Plädoyers der Verteidiger haben unsere Ueberzeugung nicht ins Wanken gebracht.

Volkswirtschaft

Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 14,55 14,59, holt. Gulden 169,58 169,92, Belga (Belgien) 58,71 58,83, ital. Lira 21,08 21,12, dän. Krone 80,12 80,28, norm. Krone 78,92 79,08, sranz. Franken 16,57 16,61, tschech. Krone 12,465 12,485, schweiz. Franken 82,07 82,23, span. Peseta 35,36 35,44, schwed. Krone 81,37 81,53, österr. Schilling 49,95 50,05.

Berliner Produktenbörse.

An der Berliner Produktenbörse vom Freitag war die Ten­denz fester als an den Vortagen. Für prompten Weizen und Rog­gen wurden die Kurse um je 1 Mark heraufgefetzt. Das Angebot war nicht sehr groß Am Markt der Zeitgeschäfte erhöhten sich die Notierungen für Weizen um 1 Mark. Die Mailieferungen für Roggen zogen um 3 Mark an. Das Mehlgeschäft war schleppend.

Hafer stetig.

Kotierungen vom 29. Januar 1932.

Weizen, mark.

- 236238

Wicken

16,00-19,00

Roaqen, mark.

196198

Erdnußkuchen

12,5012,60

Braugerste

158168

Erdnußkuchenmehl

12,2012,30

Futtergerste

153158

Leinkuchen

11,5011,60

Hafer, mark.

139147

Trockenschnitzel

6,70 6,80

Weizenmehl

28,5032,50

Soyaschrot

10,6010,80

Roggenmehl Weizenkleie

27,2529,50

ab Hamburg

9,6010,00

ab Stettin

11,75

Roggenkleie s.

Bl. 9,6010,00

Kartoffelflocken

12,5012,60

Viktoriaerbsen

21,0027,50

Lupinen, blaue

10,0012,00

Futtererbsen

15,0017,00

Lupinen, gelbe

14,5016,00

Ackerbohnen

14,0016.00

Serradella

23,0029.00

P um Rathaus.

Bericht über das Geschäftsjahr 1931.

Ebenso wie die andern einschlägigen Geldinstitute tat auch die Städtische Sparkasse unter den Juli-Ereignissen des abgelaufenen Jahres gelitten. Sie hatte infolge­dessen einen Rückgang an Spareinlagen von rund 224 000 RM. Während die Spareinlagen Ende 1930 bei 4795 Sparkonten 2 996 010,51 RM. betrugen, er­gaben sie Ende 1931 bei etwa 5000 Konten die Summe von 2 771 260,20 RM. Die Auszahlung der zurückge­forderten Beträge erfolgte ohne jede Schwierigkeit. Die Kasse brauchte keinerlei fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies ist umsomehr beachtlich, als sie auch gehalten war, noch nennenswerte Vorschüsse an den Aufwertungssonds zu leisten. Trotzdem betrugen die liquiden Mittel der Kasse am 31. Dezember 1931 noch rund 375 000 RM. neben dem Bestand an Wertpapieren und Wechseln. Die Guthaben in laufender Rechnung betrugen Ende 1931 120 205,69 RM., im Vorjahre 118 699,54 RM.. die in laufender Rechnung gegebenen Kredite 123 801,30 RM, im Vorjahre 127 373,60 RM.

Die Ausleihungen auf Hypothek beliefen sich Ende 1931 bei 316 Schuldnern auf 1 103 000 RM., im Vor­jahre betrugen sie 1 112 900 RM. Sonstige Darlehen waren Ende 1931 an 339 Schuldner 319 000 RM. auf gegeben ; im Vorjahre waren es 359 000 RM. Die an Gemeinden und Gemeindeverbände etc. gegebenen Darlehen beliefen sich Ende 1931 aus 693 000 RM., im Vorjahre auf 559 000 RM.

Die Gesamtumsätze betrugen im abgelaufenen Ge­schäftsjahre 66 820 000 RM., im Vorjahre 73 861 000 RM. Die Zahl der Geschäftsvorfälle belief sich auf 154500, sodaß der tägliche Durchschnitt 515 betrug. Im Vorjahre waren es 141655 Fälle, durchschnittlich also täglich 472.

Die für die Provinz Hessen-Nassau angeordnete 17 %ige Aufwertung der Sparguthaben erfordert von der Städtischen Sparkasse eine Gesamtaufwendung von 1367 200 RM. Die Aufwertungsforderungen der Kasse betrugen insgesamt 1 354 200 RM. Auf die aufgewerteten Sparguthaben sind bis Ende 1931 zur Auszahlung gekommen 649 900 RM. Bei Berücksichti­gung der gutgeschriebenen Zinsen beliefen sich die Gut­haben der Auswertungs-Spargläubiger Ende 1931 auf 919 200 RM. Auf die Aufwertungsforderungen der Kasse sind bis Ende 1931 eingegangen 314 200 RM., sodaß die noch ausstehenden Forderungen 1 040 000 RM. betrugen.

Der Reservefonds betrug Ende 1931 47 281,46 RM , am Schlüsse des Vorjahres 35 706,46 RM. Der Kursrücklagefonds hatte Ende 1931 einen Bestand von 3 807,54 RM., der Betriebsverbesserungsfonds einen solchen von 3 522,03 RM. Der Ueberschuß des Jahres 1931 wird nach ersolgter Prüfung und Feststellung der i Jahresrechnung den vorbezeichnet h 3 Fonds anteil- I mäßig zugesührt.