nr. 25.
Bersfeider cageblan
2. Blatt.
Gedanken zum Sonntag
„Lobe den Herrn meine Seele, und wag in mir ist seinem heiligen Namen! Lobe den Herrn meine Seele und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat!" — Daß ein Mensch freudig loben und danken kann, ist mehr innerlich als äußerlich begründet. Es gibt murrende Gesunde und lobpreisende Kranke, unzufriedene Reiche und dankerfüllte Arme. Nicht als ob es einem Christenmenschen immer, überall und unter allen Umständen ums Lobsingen sein müßte. Gott erwartet nicht Loben und Jauchzen von uns, während seine heimsuchende Hand auf uns liegt, oder wenn er uns etwas Schweres und Schmerzliches zu verarbeiten gibt. Er erwartet, daß wir in der Wahrheit wandeln sollen. Zur Wahrheit gehört auch das, daß wir das Leben nicht leicht sondern ernst nehmen, wenn es ernst ist. daß wir die harten, dunklen Eindrücke des Lebens nicht rasch und unbewegt von uns abschütteln, sondern in uns nachwirken lassen. Sie sind gesandt zu unserem inneren Werden und Wachsen.
Aber diese Welt ist doch nicht nur eine Welt der Mühsale, der Sorgen und der Leiden, und das Leben nicht nur ein trüber Tag ohne Sonne. — Für jedes Leben kommen Stunden, Tage, wo die Sonne scheint. Und wenn sie scheint, gießt fit? dann nicht ihr goldenes Licht auf das wenige, wie auf das viele? Ist denn das beglückende Bewußtsein, das die erfüllte Pflicht, das die gute Tat gewährt, sind denn die unvergeßlichen Freuden, mit denen treue Liebe und Kameradschaft das Leben schmücken, an Stand und Besitz gebunden? Und Gottes Gnade, die das geschlagene Gewissen mit dem Tau der Vergebung erquickt, seine Wahrheit, die einen hellen Schein in das Herz bringt und ein hohes Ziel vor die Seele stellt, fein Geist, der zum Guten tüchtig und freudig macht, das ganze, tiefe, innere Glück eines Menschen, der seines Gottes gewiß und froh geworden ist, die wunderbare Kraft und Ruhe, die ein lebendiges Gottver- lrauen gibt, die Fähigkeit zu Dienst und Opfer, in brüderlicher Liebe, ist das alles von Gott nur für die Reichen und Bevorzugten der Erde bereitet? — Wir wollen nicht loben und rühmen, wenn Dinge vor uns liegen, worüber wir Leid tragen oder worüber wir uns rechtschaffen empören sollen, aber wir wollen ebensowenig Wer dem Klagen und Fragen vergessen, was Gott auch uns Gutes getan hat und tut, und wollen uns nicht in eine innere Verdrossenheit und Armut hineinziehen, hineintreiben lassen, die den Lobpreis dessen verlernt, der über uns alle nicht Gedanken des, L-idss ändern des Friedens hat.
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Der Morgen des Schulkindes
Die wichtigste Vorarbeit ist schon am Abend zu leisten. Nur Kinder, die rechtzeitig zu Bett gehen und genügend Schlaf haben, können auch richtig aufstehen. Wecken wird dann im allgemeinen nicht nötig sein; ist es aber unvermeidbar, dann soll es sanft und freundlich vorgenommen werden. Zehn bis elf Stunden braucht das Kind in den früheren Schuljahren noch. Die Kleider und der S ch u l r a n- es sobald als möglich lernen, sich selbst zu kleiden. Die große Waschung oder das Baden wird zweckmäßig am Abend vorgenommen. Morgens kann man sich dann auf die notwendigsten Handgriffe beschränken. Sie sind zusammen mit dem Reinigen der Zähne rasch durchgeführt. Das Frühstück sollte keinesfalls eine Quelle der Verdrießlichkeit werden. Viele Kinder frühstücken gern und ausgiebig, andere wollen morgens nicht viel davon wissen. Die meisten Kinder trinken morgens gern ihre Milch, ihren Milchkakao oder Milchkaffee, aber viele wollen noch nichts dazu essen. Sie holen das in der Frühstückspause um 10 Uhr oder 11 Uhr nach, am besten mit einem Butterbrot mit oder ohne Zutaten, mit Obst, unter Umständen auch einem Stück Kuchen. Sehr geeignet und beliebt sind Milch-Ausschank- stellen in der Schule selbst, wo die Kinder um 10 Uhr frische Milch oder Milchkakao kalt oder warm erhalten können. Wenn sich Kinder morgens vor dem Schulgang erbrechen, wenn sie irgendein Frühstück zu sich nehmen, fo verzichte man ganz darauf, ihnen irgend etwas zu geben. Die Kinder trinken ihren Milchkakao oder was sie sonst bekommen dann um so lieber bei der Rückkehr von der Schule oder in der ersten Pause. Auch so gedeihen sie vortrefflich Den Kindern, die das machen können, ist es eine große Befriedigung, wenn sie einem weniger wohlhabenden Kameraden täglich Butterbrot mitbringen dürfen. Von größter Bedeutung ist regelmäßige Darmtätigkelt schon beim klonen Kind. Man kann hier den Darm zur Ordnung erziehen, so daß er immer zur gleichen Stunde in Tätigkeit tritt. Es ist gleichgültig, wann das ist, die Natur des einzelnen läßt sich hiei nicht immer kommandieren. Am erwünschtesten ist natürlich regelmäßige Darmtätigkeit am Morgen schon vor Schulbeginn: die Reservezeit muß unbedingt so bemessen sein, daß darauf genügend Rücksicht genommen werden kann In Wirklichkeit ist das für die Kinder viel wichtiger als ein regelmäßiges Frühstück, das zu jeder beliebigen Zett tagsüber nochg»hon werden kann
Die Bürgersteuerlchraube
Aus dem Material über die Erhebung der Bürgersteuer im Rechnungsjahr 1931 aus etwa 1000 Städten geht hervor, daß 53 Städte mindestens die Ifache Bürgersteuer erheben. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß in zahlreichen Fällen nachträglich Erhöhungen vor^-nommen wurden, die nicht bekanntgeworden sind, und daß die Erhebung der dreifachen Bürgersteuer in zahlreichen Gebieten nahezu die Regel ist. Unter den 53 erwähnten Städten befinden sich 8 preußische, 12 sächsische, 31 thüringische, eine anhaltische und eine meck- lenburgisch-strelitzsche Stadt. 300 o. H. Zuschlag zum Landessatz der^Bürgersteuer (also die 4fache Bürgersteuer) erheben 35 Städte, und zwar 6 preußische, 12 sächsische, 15 thüringische, eine anhaltische und eine mecklenburg-strelitzsche. Einen Zuschlag von 350 v. H. (also die 4^fache Bürger- steuer) erheben 3 thüringische Städte, einen Zuschlag von 400 d. H. (also die 5fache Burgersteuer) erheben eine preußische und 12 thüringische Städte, einen Zuschlag von 450 o. H. (also die 51Lsuche Bürgersteuer) erhebt eine preußische Stadt und einen Zuschlag von 500 v. H. (also die 6fache Bürgersteuer) erheben 2 thüringische Städte. Beachtenswert ist die Tatsache, daß es sich fast ausschließlich um Städte mit weniger als 25 000 Einwohnern, also um Kleinstädte, handelt.
Das Auto mörderischer als der Krieg
Aka. In den Vereinigten Staaten wurden vom 1. Juli 1929 bis zum 31. Dezember 1930 5 0 9 0 0 Autounfälle mit tödlichem Ausgamg gezählt. Zufällig waren die USA. auch nur 18 Monate, also die gleiche Zeit, auf die sich die Autostatistik bezieht, aktiv am Weltkrieg beteiligt Es fielen in diesen 18 Monaten 50 510 Amerikaner, also weniger, als durch das Auto umgekommen sind. Die Ursache für diese unglaublich hohe Unfallziffer liegt nach amerikanischen Angaben in zu raschem Fahren auf der falschen Seite und falschem Ausweichen. Die Hälfte der Todesfälle ereignete sich bei Zusammenstößen zwischen Fußgänger und Auto Es ist seit langem bekannt, daß in Amerika die Autofahrer die Verkehrsregeln wenig berücksichtigen; und die Folgen sind nicht weiter verwunderlich.
Eine andere Ursache für die ebenfalls verhältnismäßig hohe Unfallziffer wird in England angeführt. Dort starken im Jahre 1931 7000 Personen durch Autounfälle und über 180 000 wurden dabei verletzt. Dafür wird in besonderem Maße der Alkohol verantwortlich gemacht. Es handelt sich dabei nicht so sehr um die Betrunkenen, sondern worauf auch in Deutschland mit besonderem Nachdruck hingewiesen werden müßte, um diejenigen, die vor Antritt oder während der Fahrt geringe Mengen Alkohol zu sich nehmen Wie durch Versuche in England festgestellt wurde, kann ein Fahrer, der eine geringe Menge Alkohol zu sich genommen hat, den Wagen erst etwa 10 Meter weiter zum Halten bringen, als ein Fahrer, der keinen Alkohol genossen hat Diese 10 Meter sind es aber oft, die über Tod oder Leben entscheiden. 88 Prozent aller Stadtverwaltungen und 72 Prozent der Privatgesellschaften verbieten den Fahrern jeden Alkoholgenuß im Dienst. 95 Prozent aller Omnibusse und Taxis werden von diesen Abstinenten gefahren und nur fünf Prozent aller Straßenunfälle sind auf sie zuruck- zuführen, woraus man schließen kann, daß der Alkohol bei den Autounfällen tatsächlich eine große Rolle spielt
In Frankreich hat die ebenfalls hohe Verkehrsunfallzrs- fer eine ebenso eigenartige wie unangenehme Folge gehabt Viele Aerzte nämlich, die in der Nähe der großen Auto straßen wohnen, bleiben lieber den ganzen Sonntag außer Hause, um so zu vermeiden, daß sie bei einem Unfall erreicht werden können. Es dürfte nicht so sehr Bequemlichkeit sein, was die französischen Aerzte zu dieser Flucht vor dem Auto veranlaßt, sondern die Tatsache, daß der Arzt, der zur Hilfeleistung erscheint, nicht bezahlt wird. Ueber die trüben Erfahrungen klagen vor allem auch die Aerzte in England und in der Schweiz. Wie man sich leicht vorstellen kann, werden bei einem solchen Unfall alle möglichen nur erreichbaren Aerzte von den am Unglücksfall Beteiligten oder Unbeteiligten in der Erregung des Augenblicks herbeigerufen. Der Zuerstgekommene wird, aber auch nur selten, bezahlt, aber die anderen Aerzte haben das Nachsehen, und ihre Mühe war umsonst. In Frankreich hat man einen inter- eüanten Derinck unternommen, bKr AbbtUe. Wenn.^näv NUL
ihre
Schutzgesellschaft folgendes Abkommen mit dem Verband der Fahrer getroffen: jeder Arzt, der danach in einer am Wege liegenden Hilfsstation die erste Hilfe geleistet hat, erhält sofort 60 Franken. Die Gesellschaft treibt dann diesen Betrag vom Verletzten oder von der Versicherungsgesellschaft ein. Dieses Abkommen wurde probeweise für ein Jahr geschlossen. Innerhalb dieser Zeit wird man Erfahrungen sammeln können, aus denen heraus man es dann ergänzen
kann.
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Unter den noch rund 300 Bausparkassen wird die kürzlich begonnene Musterung in allernächster Zeit fortgesetzt werden. Man rechnet damit, daß eine weitere Anzahl von Kassen der Fortsetzung der Reinigungsaktion zum Opfer fallen wird. Der Beirat für Bausparkassen beim Reichsauf- sichtsamt soll in diesen Tagen zu einer Plenarsitzung zu- sammentreten. Man wird anerkennen müssen, daß das Auf- sichtsamt hier verhältnismäßig schnelle Arbeit leistet, wobei zu fordern ist, daß die Zulassung von Bausparunternehmun- gen nur bei absolut einwandfreier Handhabung des Ge- schüstsbetriebs und bei Nachweis der unbedenklich zureichenden finanziellen Grundlage erfolgen darf. In Anbetracht der großen Kapitalknappheit und der Schmälerung der Ein- kommenbezüge breiter Schichten scheinen, so schreibt der „Bau-Kurier", die finanziellen Aussichten selbst gesunder Bausparunternehmungen im Augenblick nicht gerade rosig zu sein. Es sei kein Geheimnis, daß sogar von größeren Unternehmungen dieser Art Kredite in beträchtlicher Höhe in Anspruch genommen sind, oder noch gesucht werden. Hier liegen Gefahren, an denen das Reichsaufsichtsamt bei der Prüfung des Gesamtkomplexes des Bausparwesens nicht vorübergehen dürfe.
Eine weitere Sorge bildet das künftige S ch i ck f a l d e r Sparer solcher Kassen, die durch Spruch des Aufsichtsamtes von der weiteren Geschäftstätigung ausgeschlossen sind, Für diese Sparer muß die Möglichkeit einer Ueberleitung in andere Bausparerorganisationen evtl. auf dem Wege über ein Aufs, ngsystem geschaffen werden. Jedenfalls wird man die weiteren Maßnahmen des Aufsichtsamtes in allen interessierten Kreisen mit Spannung erwarten dürfen.
Amsverfügungen nur gegen natürliche Personen
Nach einem Urteil des Preußischen Kammergerichts darf sich sich eine polizeiliche Strafverfügung nur gegen eine natürliche Person als Täter richten, nicht aber gegen einen Verwaltungsbezirk (Oberförsterei) als solchen. Die Unwirksamkeit der Strafverfügung hat die Einstellung des Strafverfahrens zur Folge. Durch Urteil des Amtsgerichts war ein Oberförster wegen Zuwiderhandlung gegen die Schau- und Unterhaltungsordnung für die Wasserläufe 2. und 3. Ordnung zur Strafe verurteilt worden. Seine Revision hatte
schon deshalb Erfolg, weil das Verfahren der gesetzlichen Grundlage entbehrte. Nach der ständigen Rechtsprechung des Kammergerichts bildet im Verfahren nach vorangegangener polizeilicher Strafverfügung (§§ 413 ff. StPO.) der ordnungsmäßige Erlaß der Strafverfügung eine wesentliche, jederzeit auch noch in der Reoisionsinstanz, und zwar auch ohne besondere Rüge, von Amts wegen zu berücksichtigende Prozeßvoraussetzung. Erlassen kann eine polizeiliche Straf- oerfügung nur gegen eine bestimmte natürliche Person werden, da nur gegen eine solche eine Strafe festgesetzt werden kann. Derjenige, der die Polizeibefugnis in einem bestimmten Bezirk auszuüben hat und daher zum Erlaß polizeilicher Strafverfügungen befugt ist, hat daher in jedem Falle vor Erlaß der polizeilichen Strafverfügung zu prüfen, welche natürliche Person als Täter der Uebertretung in Betracht kommt.. Solange dies nicht feststeht, ist der Erlaß der volttsilicbev S^fverfügrM überhaupt unzulässig. " "
Deutsches Turnertum
Was ist „deutsches Turnertum"? Wie ist „Turner- . tum" entstanden?
Um das feststellen zu können, muß man zurückgehen zum i Turnplatz Friedrich Ludwig Iahns in der Hasenheide zu Berlin Hier entwickelte sich zum erstenmal der Begriff .Turnertum". Er bedeutete mehr als rein körperliche Be- tätigung. Er war mehr, als es heute vielleicht der Sport ist, der im Zeichen des Wettkampfes steht; er war auch mehr als rein erzieherischer Begriff. Turner war unzertrennlich von dem Zusammenhang mit seelischen und geistigen Ein- stellungen, mit anderen Worten: Turnen wollte einen und verbinden wollte deutschen Volksgemeinschaftsgeist schaffen und darüber hinaus deutsche Art 'und Sitte betonen. Turnertum ist Zusammenklang körperlicher und seelischer Tätigkeit mit nationalem Streben. Diesen Grundsätzen ist das deutsche Turnen treu geblieben. Deutsches Turnen ist nicht nur Volkserziehungsmittel wegen seiner seelischen, geistigen und sittlichen Grundlagen, sondern ebensosehr wegen der Vielseitigkeit seiner Formen und der Betätigungsmöglich- keiten für alle Altersstufen beider Geschlechter. Beide Eigenarten zusammengefaßt bilden die Grundlage des Begriffs „deutsches Turnertum". Natürlich kann man es nicht erlernen oder sich wissenschaftlich aneignen wollen, und es ist durchaus möglich, daß der beste Kunstturner sich nicht immer als besonders guter Turner im Sinne des Begriffs „Turnertum" erweist. „Turnertum" wird erst allmählich entwickelt und bildet sich in jedem einzelnen aus der Gemeinschaft in der Turnerschaft selbst Die Riege ist der Ausgangspunkt, dann folgt die Zusammenfassung im Verein. es kommen Veranstaltungen der Gaue, und endlich ganz besonders lernt man die Wesensart deutschen Turnens bei den großen deutschen Turnfesten, an denen Hunderttausende teilnehmen. Eines ist gewiß: Wer je an einem solchen deutschen Turnfest teilgenommen hat, und es von Anfang bis Ende mit freudigem Herzen erlebte, der ist erst wahrer Turner geworden und in dem glüht auch der Funke wah- ren Turnertums, der das Herz ermäi^nr
scheu fürs Leben begeistern und zu einer höheren, sittlichen Einstellung bringen kann. Hingabe an das große Ganze, Einsetzung aller Kräfte für den deutschen Vaterlandsgedanken werden dann die Triebfedern seines Handelns.
Langlebige Vögel
Es ist allgemein wenig bekannt, wie lange die Vögel im Durchschnitt leben. Das liegt wohl daran, daß es fast immer sehr schwer ist, hier irgendwelche Feststellungen zu machen. Nur durch ganz exakte Beobachtungen ist es gelungen, über diese Fragen Aufschluß zu erlangen. Dabei scheint die Fruchtbarkeit im umgekehrten Verhältnis zur Lebensdauer zu stehen; Vögel mit einer großen Nachkommenschaft leben nur verhältnismäßig kurze Zeit. Im allgemeinen kann man nach den Mitteilungen eines englischen Vogelkenners damit rechnen, daß kleine Singvögel etwa 12 bis 20 Jahre alt werden. So lange hat man sie jedenfalls schon ohne Schwierigkeiten in Gefangenschaft gehalten. Auch Rebhühner können dieses Alter erreichen. Meist werden auch Krähen und Raben nicht älter, obwohl man von ihnen weiß, daß sie ein Alter von 100 Jahren erreichen können. Elstern leben etwa 35 bis 40 Jahre lang, wie ' auch die Holztaube, der man häufig in unseren Wäldern begegnet. Der Kuckuck bringt es auf etwa 50 Jahre, während diese Zahl beim Schwan auf 80 steigt Ein außerordentlich wichtiger Beitrag zu dieser Frage ist die Gefangennahme eines Adlers im Jahre 1891 in Dänemark, der schon einmal im Jahre 1792 gefangengenommen war, aber wieder in die Freiheit gesetzt wurde. Man befestigte ihm eine Kette um den Hals mit der genauen Inschrift seiner Gefangennahme. Er war also für 89 Jahre in Freiheit gewesen, bis ihn das Los von neuem ereilte. Auch Geier können sich hier mit dem Adler messen. Der Rekord wird aber von den Papageien gehalten. Guerney, ein bedeutender Orgithologe, erwähnt ein Tier, das in der Familie eines seiner Freunde seit 120 Jahren lebte, also drei Generationen kommen und aehen sah.
v * kräftige und gesunde Männer gesucht. Von der Insel Pitcairn im südlichen Teil des Stillen Ozeans brachten kürzlich amerikanische Marineoffiziere, die sich mit ihrem Schiff yuf einer Auslandsfahrt befanden, die Nachricht nach Ade- laide in Australien, daß die genannte Insel Männer ein- zuführen wünsche. Unter den insgesamt 125 Einwohnern, die sämtlich Nachkommen von gestrandeten Seelmten und Seeräubern seien, gebe es nämlich zu viel Frauen, und es drohe ihnen dasselbe Schicksal, das auch die Wikinger auf Grönland zum Aussterben gebracht habe, die Inzucht. Die Führer der Inselbewohner wünschten sich starke und gesunde , Männer, die willig zur Arbeit sind. Wahrscheinlich sollen | sie auch willig sein, sich unter den Schönen der Insel eine Frau auszusuchen.
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