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Aufsehenerregende Bluttat

Bukarest, 21. Januar.

In ihrer Wohnung wurden gestern der pensionierte Generaldirektor des Winisieriums für öffentliche Arbeiten, Ingenieur Dumitrefcu, und feine Tochter ermordet aufge­funden. Die Köpfe der Opfer waren vollkommen zerschlagen.

Auf dem Schreibtisch wurde ein Zettel mit den Worten gefunden:Bemüht euch nicht mit Nachforschungen. Unsere Herren haben wir, Dasilie und Eugenie, ermordet." Die Unterzeichner sind der Diener und die Dienerin der Ermor­deten. Sie sind seit Montag verschwunden. Die Mordtat wurde in der Nacht zum Montag begangen.

Letzte Fahrt der Beuthener Summen

Beukhen, 20. Januar. Unter riesiger Beteiligung der Bevölkerung wurden die beiden ersten geborgenen Todes­opfer des Karsten-Zentrum-Grubenunglücks vom 4. Januar vom Knappschaftslazarett zur Trinitatiskirche und von da zum nahen Friedhof übergeführt. In dem gewaltigen Trauerzuge, der sich durch ein dichtes Spalier von Menschen vewegte, schritten hinter dem mit prächtigen Blumen und Kränzen geschmückten Leichenwagen die Spitzen der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, die Abgeordneten der Be­legschaften sämtlicher Gruben des oberschlesischen Industrie- revier« zum Teil in ihren Knappenuniformen mit wehen­dem Haarbusch, die Vertretungen der Grubenverwaltungen und Grubenbeamten des Beuthener Bezirks und eine große Menge sonstiger Leidtragender. Auch die bereits aus dem Krankenhaus entlassenen, geretteten Bergleute nahmen an dem Zuge teil. Im Auftrag des Reichspräsidenten und der Reichsregierung war der Präsident des Landesarbeitsamts Schlesien, Gärtner, erschienen. Unter dem Geläut der Glocken und den Klängen der Grubenkapelle bewegte sich der Trauerzug zur Kirche. Dort hielt Pfarrer Prälat Swierk das feierliche Totenamt und die Trauerrede. Am Grabe dankte Prälat Swierk allen Teilnehmern an der Feierlichkeit im Namen der Angehörigen und der Grubenverwaltung.

Am Mittwochmorgen wurde auf der Karsten-Zentrum- Grube ein weiterer Bergmann tot geborgen, und zwar der Hauer Max Rarch aus Kars. Die Leiche wurde zunächst ins Knappschaftslazarett überführt. Die Suche nach den rest­lichen vier Verschütteten wird fortgesetzt.

Der Landeshauptmann von Oberschlesien hat den Ret­tungsmannschaften, die sich auf Karsten-Zentrum für die Rettung ihrer verschütteten Kameraden eingesetzt haben, einen Betrag von 3300 RM. zur Verfügung gestellt, der mit einem Schreiben des Landeshauptmanns an die beteilig­ten Bergleute zur Verteilung gelangen soll.

Drei Bergleute verschüttet

kaltowitz, 21. Januar. Auf derWaxgrube" in Wichal- kowitz (Ostoberschlesien) ereignete sich ein Skreckenzusammen- bruch, wobei drei Bergleute verschüttet wurden. Nach mehr­stündigen Bettungsarbeiten konnten zwei Bergleute mit schweren Verletzungen lebend geborgen werden. Der dritte Bergmann war bereits tot.

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Bergen, 21. Januar. Infolge der Ueberschwemmungen in Vadheim bei Hoeyanger (Norwegen) drang das Wasser in ein Natrium-Lagerhaus der Chemischen Fabrik ein. Da bekanntlich Natrium bei der Berührung mit Wasser sich enk- zündet, entstand eine Explosion, die das Gebäude und ein danebenliegendes zweites Natrium - Lagerhaus in Brand steckte. Die herumschwimmenden brennenden Natriumbe­hälter setzten noch verschiedene kleinere Lagerschuppen und das Holzlager der Fabrik in Brand, das vollständig einge-

äschert wurde. Infolge der Explosionen brach eine Panik unter den Einwohnern aus, von denen zahlreiche sich kal- aufwärts in Sicherheit brachten. Glücklicherweise sind Ver­luste an Menschenleben nicht zu verzeichnen. Der Sachschaden ist vorläufig unbekannt, doch dürfte er sehr hoch sein, wie schon aus der Versicherungssumme hervorgeht, die für die Gebäude der Fabrik eine Million Kronen beträgt. In den Lagerhäusern befanden sich insgesamt 62 Tonnen Natrium.

Mehrere Personen, die sich an den Rettungsarbeiten beteiligten, erlitten durch den mit Gas vermischten Rauch starke Verbrennungen. Dieser Rauch trieb in dich­ten Schwaden bis zu der 2 Kilometer entfernten Stadt Vad­heim selbst, wo gleichfalls einige Personen Verbrennungen, hauptsächlich im Gesicht, erlitten.

Wieder Anregelmätzigkeiten? Staatsanwaltschaft greift bei der Evangelischen Zentral­bank ein.

Berlin, 21. Januar.

Gegen den Leiter der zusammengebrochenen Evangeli­schen Zentralbank, Direktor Paul Runck, ist von der Staats­anwaltschaft I ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Runck mußte beim Staatsanwalt zur Vernehmung erschei­nen. Es soll sich insbesondere um den Verdacht handeln, daß die Evangelische Zentralbank einen Teil der Gelder, die sie vom Zentralausschuß der Inneren Mission aus dem diesem vom Reich gewährten 8-Millionen-Kredit erhalten hatte, nicht bestimmungsgemäß weitergeleitet, vielmehr für eigene Zwecke, Abdeckung von Bankschulden usw., benutzt hak.

Allerlei Neuigkeiten

Bluttat. Der Landwirt Schröder in dem in der Nähe des Berliner Vororts Kalkberge gelegenen Orte Kleinschöne- beck wurde, als er im Kuhstall einen Streit zwischen seinem Melker und seinem Dienstmädchen schlichten wollte, von dem jähzornigen Melker niedergestöchen. Er mußte mit schwe­ren Kopf- und Lungenstichen in das Kreiskrankenhaus Kalk­berge eingeliefert werden. Der Täter, der bereits neun Jahre wegen schwerer Körperverletzung im Gefängnis ge­sessen hat, wurde verhaftet.

Dieb schießt Verfolger nieder und tötet sich selbst. In Schwerin wurde ein wegen Diebstahls gesuchter Mann von einem Kriminalbeamten auf der Straße verfolgt. Als sich an der Jagd Straßenpassanten beteiligten, feuerte der Flüchtling in der Nähe des Doms auf seine Verfolger meh­rere Schüsse ab und traf den stellungslosen Arbeiter Franz Swintkowiak, der schwerverletzt zusammenbrach. Der Dieb richtete hierauf die Waffe gegen sich selbst und tötete sich durch einen Schuß in die Schläfe.

Selbstmord des Westerländer Stadtbaumeisters. Im Sommerhaus der Schauspielerin Leopoldine Konstantin in Westerland auf Sylt hat sich der Westerländer Stadlbau- Meister Peter Iohannsen erschossen. Gegen Johannsen, der als tüchtiger Beamter geschätzt wurde, schwebte ein Ermitt­lungsverfahren.

Schwerer Eisenbahnunfall. Bei Einfahrt eines Perso- nenzuges in den Bahnhof Leubingen bei Erfurt stürzte aus Fahrgäste mit dem Schrecken davonkamen, wurde der Zug­schaffner so schwer verletzt, daß er bald darauf im Kranken­haus starb

Selbstmord vor der Verhaftung. Die Kriminalpolizei wollte in der Lützowstraße in Köln zwei Goldwarenräubec aus Krefeld festnehmen, die vor etwa zehn Tagen in Kre- feld für 10 000 Mark Goldwaren erbeutet hatten. Als die Einbrecher die Polizeibeamten bemerkten, schoß sich der eine von ihnen mit einem Revolver eine Kugel in den Kopf. Er war sofort tot. Sein Helfershelfer wurde abgeführt.

Um die Kraftdrofchkentarife. Die Verhandlungen mit dem Reichsverband für das deutsche Kraftdroschkengewerbe Haben ergeben, daß die Einnahmen der Kraftdroschken so stark abgesunken sind, daß die Unkosten nicht r»ehr gedeckt werden. Es wird sofort von feiten des Reichskommissars für Preisüberwachung eine Prüfung vorgenommen, ob etwa eingetretene oder künftig mögliche Unkostenfenkungen und Ersparnisse oder organisatorische Maßnahmen eine Tarif- ermäßigung ermöglichen.

Der zweifache Totschlag des betrogenen Gatten. Das Schwurgericht München verurteilte den Gastwirt Schlegl wegen zweifachen Totschlags zu einem Jahr Gefängnis. Die Strafe wurde ihm unter der Bedingung erlassen, daß er sich bis zum 1. Januar 1937 gut führt. Schlegl hatte am 22. Juli in einem Münchener Gasthof seine Frau und deren Geliebten durch Revolverschüsse tödlich verletzt.

Word in Düsseldorf. Aus dem Düsseldorfer Hafen wurde die Leiche des Kaufmanns Cromm gelandet. Die von der Polizei angestellten Ermittlungen über den Tod des Kaufmanns ergaben, daß Cromm mit einer Schnur erdros­selt wurde und daß die Kopfverletzungen dem Opfer vor seinem Tode beigebracht worden sind.

Von einer Eisentür erschlagen. In der Maschinen­fabrik Lindeck in Kaiserslautern ereignete sich ein schwerer Unfall. Bei dem Versuch, eine etwa 20 Zentner schwere Eisentür durch einen Kran in eine andere Lage zu bringen, fiel die Tür um und schlug den 46jährigen Schwiegersohn des Fabrikanten und Mitinhaber der Firma, Eugen Acker­mann, tot.

50 Dynamitpakronen gestohlen. In der Nacht wurde in Wemding in Schwaben das Sprengstoffmagazin der Wemdinger Hartsteinfabrik erbrochen. Die Täter stiegen über einen Zaun und sprengten die Schlösser aus. Gestohlen wurden etwa 50 Dynamitpatronen, Zündschnüre und an­deres Sprengmaterial. Die Einbrecher sind noch nicht ge­faßt.

Furchtbare Familientragödie. In Memmingen (Schwa­ben) spielte sich eine blutige Familientragödie ab. Der Ar­beiter Joos verletzte durch Messerstiche seine Frau, seine Tochter und seinen Sohn schwer. Nach der Tat versuchte der Täter, sich selbst das Leben zu nehmen. Der Grund zu der Bluttat scheint in Familienzwistigkeiten zu liegen. Der Sohn war mit einem Stich im Halse vom ersten Stock her­untergesprungen. Die Tochter ist bereits ihren schweren Ver­letzungen erlegen.

Schiffsunglück. Der 5000 Tonnen große lettische Damp­ferEvergünat", der sich im Tau eines Schleppdampfers auf der Fahrt von Finnmarken nach Drontheim (Norwegen) befand, geriet an der Küste auf Grund. Drei Personen er­tranken bei der Rettungsarbeit. Die übrigen konnten von einem Rettungsboot geborgen werden.

Kafsenraub in der Fremdenlegion. Ein Fremdenlegio­när belgischer Nationalität namens van Eynatten, der zu einer in Agadir stationierten Abteilung gehört, hat sich in der Nacht mit der Militärkasse, die einen Betrag von 151 000 Franken enthielt, in Begleitung zweier Italiener aus dem Staube gemacht. Er wurde in Fes von der Polizei fest­genommen. Man fand bei ihm noch 147 000 Franken.

Für 40 000 Dollar Juwelen gestohlen. Aus einem Schaukasten in der Halle des neuen Waldorf-Astoria-Hotels in New.Park wurden alte und moderne Scbmucklacken im Wem MI-4U 000 Mar gejtöhISck'.^^-

Panik in Lima infolge Erdbebens. Nach einer Mel­dung aus Lima haben sich innerhalb 24 Stunden zwei wel­lenförmige Erdbeben ereignet. Es brach eine Panik aus. Die elektrische Beleuchtung versagte, und Gebäudeteile stürz­ten auf die Straßen. Mehrere Automobile sollen in die auf den nichtbeleuchteten Straßen flüchtende Menge hineinge­fahren sein. Einzelheiten über Menschenverluste und Schä­den sind noch nicht gemeldet.

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