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Zwei tote Bergleute gefunden

Die Arbeiten auf Karsten-Zenlrum.

Beuthen. Auf der Karsten-Zentrumsgrube haben am Sonnabend spät abends die Rettungsmannschaften die Leiche des Zimmerhäuers Weiß aus Beuthen geborgen. Weiß war Familienvater und ist zwei Tage nach dem Unglück an den schweren Verletzungen, Die er beim Zusammenbruch der Vorrichtungsstrecke erlitt, in der Grube gestorben.

Am Sonntag nachmittag ist auch die Leiche des zweiten Toten, des Häuers Misch aus Beuthen, unter äußerst ge­fahrvoller Arbeit geborgen worden. Misch lag ebenfalls unter Gestein eingeklemmt und ist erst nach vier Tagen von seinen Leiden erlöst worden.

von den am 5. Januar verschütteten 14 Bergleuten werden jetzt noch fünf vermißt.

Beim Sprengen getötet

Simmern (Hunsrück). In Blankenrath ereignete sich ein schweres Sprengunglück. Der Sägewerksbe­sitzer Otto Adam und sein Bruder suchten bei der Spren­gung alter schwerer Maschinen Schutz hinter einer Bretter­wand, die aber von umherfliegenden Eisenstücken durchschla­gen wurde. Otto Adam wurde auf der Stelle getötet, sein Bruder lebensgefährlich verletzt.

Der Mississippi tobt

Memphis. Die reißenden Gewässer im Stromgebiet des Mississippi schwellen immer mehr an. Bisher sind in sechs Grafschaften etwa 325 000 Acres überschwemmt. Die Füll nähert sich dem südlicher gelegenen Palobushafluß.

Man gibt das ganze Deichsystem verloren.

Die Rettungsmannschaften suchen die auf die Dächer der Häuser geflüchtete Bevölkerung zu bergen. Das Geschäfts­viertel von Glendola ist überschwemmt.

Vier Todesopfer in Volkenroda

Menteroda (Thür.). Das Brandunglück in Volkenroda Wm* doch vier Todesopfer gefordert. Außer dem sofort tödlich verunglückten Schlosser sind auch die drei mit Ver­letzungen in das Knappschafkskrankenhaus Bleicherode ein- gelieferten Bergleute verstorben.

Die Lage an der Brandstelle ist weiterhin so, daß der BranD als erloschen gelten kann. Um für alle Fälle sicher 3U gehen, wurde angeordnet, die Produktion auf vierzehn Tage zu unterbrechen.

Granatenzünder explodiert

Zwei Kinder getötet, zwei verletzt.

Blanfenberg/Saale (Kr. Ziegenrück). Sonnabend nach am hiesigen Gemeindehaus ein schweres Unglück. Bier fundet, drei Knaben und ein Mädchen, im «^non fünf und sechs Jahren, spielten dort mit einem Aufschlagzünder einer 7,5-Zenkimeker-Granake. Plötzlich er- folgfe eine schwere Explosion und alle vier Kinder wälzten W 'Hrem Blut. Ein fünfjähriger Knabe wurde sofort getötet ein zweiter gleichaltriger starb nach kurzer Zeit. Ein sunfzahnges Mädchen wurde in schwerverletztem Zustand !" das Krankenhaus Ebersdorf gebracht, während ein sechs- iSicyteren Verletzungen davonkam. Wo- herjid) bie Kinder das gefährliche Spielzeug beschafft hatten, ist im Augenblick noch ungeklärt.

Die Falschmünzer-AMe Salaban

Berlin, 17. Januar. Im Zusammenhang mit der Fest­nahme des Falschmünzers Dr. Salaban tauchten Vermutun­gen auf, daß er das Haupt einer größeren Falschmünzer­bande sei. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei in dem Kellerraum, in dem die Falschgeldstücke geprägt wurden, sollen jedoch zweifelsfrei ergeben haben, daß er die sechs Zentner schwere Prägepresse selbst bedient hat. In feinem Verhör gab Salaban allerdings an, er habe mit einem früheren Regimentskameraden von ihm zusammengearbei- let. Wie weiter ermittelt wurde, hat Salaban bei den ver-

Staall. Kreisjugendpflegeausschuh.

Morgen Dienstag, abends 8 Uhr in der Aula des Gymnasiums

Lichtbilbervorlrag: Ruf dem

Main durchs sonnige Frantenlanb. Redner: Herr Rektor Zinnall.

Schüler und Schülerinnen der Nordschule wirken mit.

Eintritt frei.

schiedensten Firmen unter falschem Namen eine Prägepresse bestellt und sich dabei des Namens Blücher bedient. Im Jahre 1928 ist er in Hamburg mit der Polizei wegen Be­trügereien in Konflikt geraten.

WIWangen gefährden Löscharbeiten

Hamburg, 17. Januar. In der Nacht brach in einer Tierhandlung Feuer aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand eine große Anzahl von Tierkäfigen in Flammen, viele Tiere waren bereits tot. Die Feuerwehr mußte mehrere Giftschlangen, die durch den Brand aus ihren Terrarien be­freit worden waren, töten, da die Löscharbeiten durch sie gefährdet waren. Der Brand ist vermutlich durch eine Pe­troleumlampe entstanden, die zur Erwärmung unter einem Schlangenbehälter angebracht war. Der Inhaber der Tier- Handlung hat durch diesen Brand einen schweren Verlust erlitten, der um so verhängnisvoller ist, als er kurz vorher wegen Differenzen mit dem Versicherer seine Versicherung aufgekündigt hatte, die nunmehr wenige Stunden vor Aus­bruch des Brandes abgelaufen war.

Allerlei Neuigkeiten

Im Allgäu blühen die Gänseblümchen. Durch einen plötzlichen Wettersturz ist im Allgäu eine derart abnorme Föhnlage eingetreten, wie sie noch selten um diese Jahres­zeit zu verzeichnen war. Die strenge Kälte hat sich zu Tempe­raturen gewandelt, die nachts 12 Grad Wärme und eine Sonnenwärme am Tage bis zu 26 Grad aufweisen. In den niedrigeren Lagen ist aller Schnee weggeschmolzen; in den alpinen Gebieten tritt bedeutende Schneeschmelze ein, die große Lawinengefahr in sich birgt. In den Tälern sprießen in den Gärten die Gänseblümchen und an den Fliederbäum- chen schwellen die Knospen.

Untersuchung des Schreiberhauer Bobunglücks. Die Hirschberger Staatsanwaltschaft hat wegen des furchtbaren Bobunglücks ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um fest­zustellen, ob irgend jemanden ein strafbares Verschulden an dem Unglück trifft. Oberstaatsanwalt Dr. Engel aus Hirsch­berg und ein Richter des Amtsgerichts Hermsdorf waren zur Vornahme der gerichtlichen Besichtigung an der Un­glücksstelle. Die Verletzten und Hinterbliebenen der Opfer des Unglücks wollen gegen die verantwortlichen Leiter der Veranstaltung Schadensersatzansprüche geltend machen.

Strafgefangener aus dem Zuge gesprungen. Bei einem Gefangenentransport sprang auf der Strecke zwischen Hirsch­berg und Vreslau ein Strafgefangener hinter der Station Wittgendorf durch ein Fenster aus dem fahrenden Zuge. Der Flüchtling wurde, nachdem der Zug durch Ziehen der Notbremse angehalten worden war, mit schweren Schädel­verletzungen auf dem Bahnkörper aufgefunden.

Raubüberfall auf einen Boten. In Köln wurde ein Raubüberfall auf den Boten einer Wäschefabrik verübt, der bei einer Bank 1500 Mark abgehylt hatte. In dem Haus­flur des Fabrikbetriebes wurde der Bote von zwei Männern überfallen, die ihn mit einer Pistole bedrohten und die Herausgabe des Geldes verlangten. Der Bote schlug die Waffe zur Seite; dabei ging ein Schuß los und das Ge­schoß durchbohrte die linke Hand des Boten. Die Verbrecher ließen von ihrem Opfer ab und ergriffen, ohne Beute ge- Tfmr*

Plünderung bei einem Brande. Durch das Umfallen einer Petroleumlampe entstand in einem Kolonialwaren- geschäft in Düsseldorf ein kleiner Brand. Der Feuerwehr gelang es, den Brand alsbald zu löschen. Die günstige Gelegenheit benutzten etwa 20 Burschen zum Plündern, in­dem sie Lebensmittel entwendeten.

Drei Tote bei einer Aulodiebesfahrt. Einen tragischen Ausgang nahm eine Autodiebesfahrt, die vielleicht auch nur ein Dummerjungenstreich war. Während im Haag ein Arzt im Städtischen Krankenhaus tätig war, wurde sein Auto von einem Manne gestohlen. Dieser fuhr mit dem Wagen nach seinem Wohnort Delft. Hier lud er seine fünf Freunde zu einer Autofahrt ein, die sich bis in den Abend hinein erstreckte. Auf der Landstraße zwischen Delft und dem Haag geriet der Wagen ins Schleudern und stürzte

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in einen tiefen Wassergraben. Drei von den sechs jungen Leuten konnten sich retten. Die drei übrigen ertranken.

Brand bei Sarrasani durch verbotenes Rauchen ver­ursacht. Die behördliche Untersuchung der Brandursache im Zirkus Sarrasani hat ergeben, daß mehrere Zirkusange- hörige trotz Verbotes im Ankleideraum geraucht haben. Das Feuer ist demnach höchstwahrscheinlich auf Unachtsamkeit zu- rückzuführen. Es liegt sonach keine Brandstiftung aus poli­tischen Motiven vor.

Diebstähle eines Feldwebels. Der Feldwebel eines Kie­ler Marinetruppenteils wurde von der Kriminalpolizei unter der Beschuldigung verhaftet, einen Einbruchsdiebstahl in eine Kleiderkammer verübt zu haben. Die Ermittlun­gen ergaben, daß der Feldwebel seit Monaten Uniform­stücke entwendet und an einen hiesigen Händler verkauft hat, der sie an politische Verbände und Einzelpersonen wei­terveräußerte.

Spanisches Wasserflugzeug explodiert. Im Militärflug- Hafen Mar Chica bei Melitta in Spanisch-Marokko ist das WasserflugzeugDornier 19" beim Brennstoffauffüllen ex­plodiert. Nachdem die Teile des Wasserflugzeuges in hohem Bogen in die Luft geschleudert wurden, versackten sie im Meer mit zwei Monteuren, die ertranken. Drei Soldaten, die sich in einem Beiboot befanden, erlitten schwere Brand­wunden.

Alkoholsteuer zugunsten der Arbeitslosen. In der gesetz­gebenden Versammlung von Quebec ist ein Regierungsan- trag eingebracht worden, wonach künftig jede Flasche Al­kohol mit einerArbeitslosen-Steuermarke" beklebt wer­den soll. Der Ertrag dieser Steuer soll zur Unterstützung der Arbeitslosen in Quebec verwendet werden.

Winterflüge des Do. X. geplant. Wie aus New Park gemeldet wird, schweben zur Zeit, Verhandlungen, um Flüge des Do. X. nach den Bermuda-Jnseln während des Winters zu ermöglichen.

Volkswirtschaft

Mitteldeutsches Braunlohlensyndilat erneuert

Der Reichskohlenral hat den neuen Vertrag des Mitteldeutschen B raunkohlensyndikates genehmigt. Da der Reichswirtschaftsmini- ster gegen die Genehmigung des Vertrages durch den Reichskoh- lenrat kein Veto eingelegt hat, ist die Entscheidung endgültig. Die Laufzeit des neuen Syndikatsvertrages beträgt fünf Jahre. Die Deutsche Erdöl A.G. ist dem Syndikat beigetrelen.

14,63

Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld) 4,217 (Brief), engl. Pfund 14,63 14,67, holl. Gulden 169,18 169,52, Belga (Belgien) 58,49 58,61, ital. Lira 21,18 21,22, dän. Krone 80,62 80,78, norm. Krone

79,32 79,48, franz. Franken 16,53 16,57, tschech. Krone 12,465

12,485, schweiz. Franken 82,12 82,28, span. Peseta 35,66

35,74, schweb. Krone 81,02 81,18, österr. Schilling 49,95 50,05.

Berliner Produktenbörse.

An der Berliner Produktenbörse vom Sonnabend kam im Ge- treidefreiverkehr eine starke Befestigung der Weizenkurse zum Durchbruch. Es herrschte größere Nachfrage, der nicht genügend Angebot gegenüberstand.

Roggen, mark. Braugerste Futtergerste Hafer, mark. Weizenmehl Roggenmehl Weizenkleie

Notierungen vom 16. Januar:

224226 Ackerbohnen

196198

160170

155160

135143

27,5031,25

27,0029,25

9,6010,00

Wicken Erdnußkuchen Erdnußkuchenmehl Rapskuchen Leinkuchen Trockenschnitzel Sojabohnenschrot

14,00 iy$ 16,00T9,00 12,10 12,00

11,9012,00 6,50

Großhandelsindexziffer.

Die vom Statistischen Reichsamt für den 13. Januar berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 100,7 gegenüber der Vorwoche um 0,7 vom Hundert zurückgegangen. Die Indexziffer der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 92,3 (minus 0,8 vom Hundert), Kolonialwaren 89,9 (minus 0,1 vom Hundert), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 92,7 (minus 0,3 vom Hundert) und industriell« Fertigwaren 126,8 (minus 1,1 vom Hundert).

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