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Allerlei Neuigkeiten

Immer noch Feuer im Alten Schloß. Nachdem erst am Montag die Feuerwehr von den Brandtrümmern des Alten Schlosses in Stuttgart endgültig, wie man hoffte, zurück­gezogen worden war, brachen am Dienstagvormittag im nordöstlichen Turm erneut die Flammen hervor, die aber durch die sofort wieder herbeigeeilte Be'—°-^',erwehr er­stickt werden konnten. Jetzt wird wieder eine Feuerwehr­abteilung am Brandplatze bereit gehalten; auch die polizei­liche Bewachung bleibt bis auf weiteres bestehen. Es ist nicht anzunehmen, daß das Feuer weiteren Umfang anneh­men wird, da der Brand in dieser Form noch wochenlang unter der Decke fortdauern kann.

Bankdirektor spurlos verschwunden. Der Direktor Otto Michael von der Wernigeroder Bank für Handel und Ge­werbe ist seit dem 3. Januar spurlos verschwunden. Irgend­welche Unregelmäßigkeiten liegen nicht vor. Direktor Mi­chael hatte am 2. Januar einen Nervenzusammenbruch :n den Geschäftsräumen der Bank erlitten, die als Opfer der allgemeinen Krise Anfang Dezember v. I. ihre Schalter hatte schließen müssen. Am 3. Januar ist Michael im Auftrage des Auffichtsrats der Bank nach Berlin gereist, um dort geschäft­liche Angelegenheiten für die Bank zu erledigen. Er ist in Berlin jedoch nicht eingetroffen. Man vermutet Selbstmord.

Auto fährt in eine Gruppe Nationalsozialisten hinein. Ein Kraftwagen fuhr nachts auf der Straße von Ludwigs­burg nach Kornwestheim (Württemberg) von hinten in eine Gruppe junger Nationalsozialisten hinein. Acht Na­tionalsozialisten wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Furchtbarer Unglücksfall. Die beiden zehn und Zwölf Jahre alten Helmuth und Herbert Reich in Gladbeck, die ih­rem Vater das Essen zur Arbeitsstelle bringen sollten, er­kletterten einen in Fahrt befindlichen Lastkraftwagen, stürz­ten ab und wurden von dem Anhänger überfahren. Beide Jungen erlitten so schwere Verletzungen, daß der eine be­reits auf dem Wege zum Krankenhause, der andere kurz nach seiner Einlieferung verstarb.

Aufklärung der Bluttat bei Winsen. Die Obduktion der Leiche der Witwe Hermann, die mit durchschnittener Kehle in ihrer Wohnung in Borstel bei Winsen a. d. Luhe tot auf­gefunden wurde, hat ergeben, daß Frau Hermann die Tat selbst begangen bat. Die unter Mordverdacht festgenommene Tochter wurde sofort aus der Haft entlassen. Die Gründe für die Tat dürften in familiären Zerwürfnissen zu suchen sein.

Unterschlagung bei der Bremischen Finanzdepukation. Ein Beamter der Finanzdeputation, der Verwaltungsober- inspektor B., hat seine Tätigkeit als Revisor dazu mißbraucht, sich staatliche Gelder in Höhe von 5500 RM anzueignen und für persönliche Zwecke zu verbrauchen. Der Beamte wurde verhaftet und hat ein Geständnis abgelegt.

Straßenbahnschaffner von Fahrgast überfallen. Auf den Straßenbahnschaffner Badinger wurde nachts in Borbeck bei Essen ein Raubüberfall verübt. Badinger hatte sich gerade an einem Bahnübergang davon überzeugt, daß die Strecke frei war als er beim Wiederbesteigen des Wagens von einen Fatrgast mit einem harten Gegenstand auf den Kopf gesch^gen wurde. Bei dem sich entspinnenden Kampf er­hielt bei Schaffner noch mehrere Schläge auf den Kopf, konnte aber noch verhindern, daß der Räuber ihm die SU:hr.-t<Ao on*ri6 ^ iRorfofaunrtan KoL grinst m>_rg sink

l^wer, aber nicht lebensgefährlich. Die Straßenbahn-Ge- hat eine Belohnung für die Ergreifung des Täters ausgelcht. der in de^unkelheit entkommen war.

_ E^hne für den Mord an den Melker Benediktinerpater. Der Melker Stiftsdiener Sylvester Potsmader wurde von dem Schwurgericht in St. Poelten wegen Raubmordes an dem Benediktinerpater Kathrein in Melk zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Der Stiftsdiener Rudolf Schnabel erhielt wegen unmittelbarer Mitwirkung am Raubmord zehn Jahre schweren Kerkers.

Ein ungewöhnlicher Vorfall. In Berlin ereignete sich ein ganz ungewöhnlicher Vorfall, bei dem ein Reichswehr­soldat in schwere Bedrängnis geriet. Den letzten Wagen eines Güterzuges auf der Fahrt zwischen Beusselstraße und Jungfernheide bildete ein Waggon, in dem ein Reiter des Artillerieregiments Nr. 6 mit zwei Pferden untergebracht war. Während der Fahrt löste sich durch das Stoßen des Wagens die an der Decke befindliche Stallaterne, und ehe der Soldat zugreifen konnte, entzündete sich das auf dem Boden liegende Stroh und Heu. Der Soldat versuchte vergeblich, mit seinen Kleidungsstücken das Feuer zu ersticken. Durch den heftigen Zug angefacht, griff der Brand schnell um sich, so daß dem Soldaten nichts anderes übrigblieb als aus dem fahrenden Waggon zu springen. Ein Pferd sprang ebenfalls aus dem fahrenden Zug, erlitt hierbei aber eine schwere Halsverletzung. Inzwischen hatte der Reichswehr- | foldat einen in derselben Richtung fahrenden Personenzug I anhalten können und den Zugführer von dem Vorfall ver­ständigt. Dieser alarmierte sofort auf der nächsten Station die Feuerwehr, die den Güterzug zum Halten brächte und in etwa einstündiger Arbeit den Brand löschte. Das zweite Pferd ist verbrannt. Bei dem Sprung aus dem Wagen hat sich der Reichswehrsoldat eine Gehirnerschütterung zu ge­zogen.

Kinobrand fordert zwei Todesopfer. In dem Kinothea­ter der Gemeinde März im Burgenlande entstand ein Brand, wobei mehrere Zuschauer Verletzungen erlitten. Von den ins Spital nach Wiener-Neustadt gebrachten Personen sind zwei ihren Verletzungen erlegen.

Fünf Menschen ertrunken. Vor Tromsä kenterte ein Boot mit fünf Insassen. Alle fünf Personen, ein 40jähriger Mann, zwei junge Männer und zwei junge Mädchen er­tranken. Zwei Leichen sind bisher angetrieben.

Himalaya-Flüge Elli Beinhorns. Die Fliegerin Elli Beinhorn startete kurz nach den Feiertagen in Kalkutta nach dem 500 Kilometer nördlich von Kalkutta gelegenen Siliguri am Fuße des Himalaya. Von dort fuhr sie mit einem Auto nach Darjeeling, um die Flugbedingungen für Flüge auf das „Dach der Welt" zu studieren. Nach weiteren Orientie- rungsfahrten kehrte die Fliegerin wieder nach Siliguri zu­rück und unternahm mehrere Probeflllge hinein in die ge­waltigen Gebirgszüge. Trotz der dünnen Luft arbeitete der Motor zur vollen Zufriedenheit, und Elli Beinhorn will nunmehr versuchen, bis an die Bergkuppen des Mount Everest zu gelangen, um in diesen großen Höhen Pholo- aufnahmen zu machen. Der Mount Everest. der eine Höhe von über 8800 Metern hat, kann selbstverständlich nicht über- flogen werden, weil hierzu ein stärkerer Motor und größtes Training in der dünnen Luft für den Piloten Voraussetzung sind. Jedoch stellt bereits der Flug bis an die Vorberge größte Anforderungen an Flugzeug und Fliegerin. Nach Durchführung dieser Flüge wird Elli Beinhorn Rabindra- nath Tagore besuchen.

Ein polnisches Haßgebet.

Unter dem Titel „Wojna" (Der Krieg) hat der polnische Pfarrer Mieszkis-Uzerski eine Broschüre herausgegeben, in welcher sich auch ein „Gebet" befindet. Nach dem „Posener Tageblatt" empfiehlt dieser polnische Geistliche polnischen Christen, folgendes zu beten: „O Herr, verleihe unseren Händen Kraft, Vortrefflichkeit den Kanonen, Ausdauer den Tanks, Unsichtbarkeit den Flugzeugen, Flüssigkeit und All­gegenwart den Gasen, verleihe ihnen die Zeichen, die Deiner heiligen Liebe gleich sind. Im Namen dieser Liebe, mit der Du uns liebst, möge der Feind hinabsinken wie das Gras, das von der Sense Deiner Gerechtigkeit berührt wird. Mö­gen ihre Frauen und ihr Land unfruchtbar werden, mögen ihre Kinder betteln gehen und ihre Töchter der Schändung anheimfallen! Mögen ihre Kugeln und Geschosse ins Gras fallen wie die Lämmchen, und mögen die unsrigen aus ihnen wie die Tiger das Herzblut herausreißen und mögen sie erblinden! Unsere Seele ist dieselbe wie vor 4"ifenb Jahren. Sie haßt den Feind und verzeiht ihm nicht. So verzeihe auch Du nicht den Gottlosen, sondern strafe sie, auf daß sie aufhören, uns zu schaden und hindere uns gnädigst nicht daran, wenn wir sie unschädlich machen für jetzt, für immer und in alle Ewigkeit! Amen."

Turnen und Sport

Schweres Unglück bei den Bobmeisterschaffen

Bei den deutschen Vierer-Bobmeisterschasten auf der Schreiber- hauer Bobbahn, di: vollkommen vereist war, brachen in einer kurve an dem Bob „Poih" vom Bobklub Schreiberhau, Führer Adolph, die kuven. Die schwere Maschine flog in die Zuschauer­menge. Eine etwa 30jährige Frau wurde sofort gelötet, die 54- jährige Frau Amtsgerichlsrat Theissinger aus Breslau so schwer verletzt, daß sie kaum noch mit dem Leben davonkommen dürfte. Weitere fünf Zuschauer liegen mit schweren Verletzungen in den Schreiberhauer Krankenhäusern. Zehn weitere Leichtverletzte haben inzwischen ihre Wohnungen aufsuchen können, und auch die Fahrer des gestürzten Bobs „poih" konnten in häusliche Pflege entlassen werden.

Bereits am Vormittag war bei den Vorläufen der Deutsch- böhme Schwarzbach mit seinem Bob zu Fall gekommen, und mit einem schweren Schädelbruch und einer Unierleibsverlehung ins Schreiberhauer Krankenhaus eingeliefert worden.

Der zweite Lauk der Meisterschaft wird am heutigen Mittwoch ausgetragen.

Weltmeister Thunberg, der in Davos seinen Europatitel im Eisschnelläufen erfolgreich verteidigte, wird an den Olympischen Winterspielen und an der Weltmeisterschaft in Lake Placid nicht teilnehmen, da er gegen den Massenstart ist. Der 38jährige Finne beabsichtigt, seine einzigartige sportliche Laufbahn überhaupt ab- zuschließen.

Die Deutschen Eisschnellaufmeisterschasken sollen am Sonn­abend und Sonntag in Murnau auf dem Staffelsee ausgetragen werden. Mit besonderer Spannung darf man das Zusammen­treffen Barwas mit Sandtner, Bayerns Meister, erwarten.

Lilly Außem konnte nach ihrer Blinddarmoperation im Mün­chener Krankenhaus bereits für kurze Zeit das Bett verlassen. Bei dieser Gelegenheit überreichte der Tennisweltmeisterin ein Vertre­ter des Vereins Deutsche Sportpresse bis „Goldene Band", das die Kölnerin bereits beim Sportpressefest im Oktober erhalten sollte. Ueber den Zeitpunkt ihrer Entlassung aus dem Kranken­haus steht noch nichts Genaues fest.

3m Dortmunder Sechstagerennen liegen die Holländer van Kempen-Pijnenburg allein an der Spitze. Den Schluß bildeten die Examateure Vopel-Korsmeier mit 13 Runden Rückstand.

Amtliche Bekanntmachungen.

An die Herren Bürgermeister des Kreises.

Ich erinnere an die Vorlage der Kreishundesteuer­zugangsliste für das III. Vierteljahr des Rechnungsjahres 1931, mit Frist bis spätestens zum 25. 1. d. Js. Hersfeld, den 9. Januar 1932. A. III. G. 25. 1.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. A. H i m m el st oß.

Bekanntmachung.

Oeffentttche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gewervesteuer nach dem Gewerbekapital für 1931.

I. Eine Steuererklärung ist abzugeben für alle gewerbe- steuerpflichtigen Unternehmen,

1. die seit dem 1. April 1931 in Gemeinden, die nicht die Bemessung der Gewerbesteuer nach der Lohnsumme beschlossen haben Betriebsstätten unterhalten haben, falls das Gewerbekapital am 1. 1. 1931 oder an dem in das Kalenderjahr 1930 fallenden letzten Abschlußtag — bei Reu- gründungen nach dem 1. 1. 1931, am Tage der Gründung — den Betrag von 3000 RM. über- stiegen hat;

2. für die vom Vorsitzenden des Gewerbesteuer­ausschusses eine Steuererklärung besonders ver­langt wird.

Die Steuererklärung ist vom Inhaber des Betriebs abzugeben.

II. Die hiernach zur Abgabe der Steuererklärung Ver­pflichteten werden ausgefordert, die Steuererklärung unter Benutzung des für sie vorgeschriebenen Vor­drucks Muster Gew. 37 sowie Unternehmen mit Be­triebsstätten in verschiedenen preußischen Gemeinden einschließlich Muster Gew. 38 in der Zeit vom 18. bis )UM 30. Januar 1032 bei dem Vorsitzenden des Gewerbesteuerausschusses, in dessen Bezirk sich die Leitung des Unternehmens befindet, einzureichen. Liegt der Ort der Leitung außerhalb Preußens, so ist der Wohnsitz des bestellten Vertreters, hilfsweise die preußische Betriebsstätte, maßgebend, in der die höchste Lohnsumme gezahlt ist.

Vordrucke für die Steuererklärung werden bei den Bürgermeisterämtern, in der Stadt Hersfeld, im Rathaus, Zimmer 4, während der Dienststunden ab­gegeben. Die Steuererklärung ist schriftlich — zweck­mäßig eingeschrieben — einzureichen oder mündlich

dem Vorsitzenden des zuständigen Gewerbesteueraus­schusses gegenüber abzugeben.

Die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung ist vom Empfang eines Vordrucks zur Steuererklärung nicht abhängig.

11. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 v. H. des festgesetzten Steuergrundvetrages auferlegt werden.

IV. Die Hinterziehung ober der Versuch einer Hinter­ziehung der Gewerbesteuer n^ch dem Gewerbekapital wird bestraft. Auch ein fahrlässiges Vergehen gegen die Steuergesetze (Steuergefährdung) wird bestraft.

Hersfeld, den 9. Januar 1932.

Der Vorsitzende desGe- DerBorsitzendtdeßGe- werresteneransschnsst!' werdefteneranrschnsses Hersseld-Lmd • Hersseld-Stadt.

Befanntmattitteoen der StadtdehSrdeo

Stöbt. geuterN. Berufsschule Hersfeld.

Arelwlllige Weiterbildung für arbeitslose Jung- gehtlfen der schmückenden Gewerbe (Maler, Buchbinder, Drucker, Setzer, Dekorateure, Bild­hauer). Unterrichtsgebiete: Schmückendes Zeichnen, Farbenlehre, Perspektive und Schrift. L-rnmittel werden geliefert. Beginn des Lehrgangs: Donnerstag, den 14. Januar, morgens 8 Uhr 30 im Zimmer 10 der Berufsschule (Lyzeumsgebäude). Bei genügender Beteiligung ftnbet auch ein Abend­kursus dieser Art statt. Anmeldung im Geschäss- zimmer der Berufsschule.

Chrlstiansen, Direktor.

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verkauft am Montag, den 18. 0. MtS. von vorm. 9Vs Uhr ab im Gasthaus „Zur Lu l l u s qu el le" Buchen- und Eichen-Gchette und Knüppel nach Bedarf aus den Förstereien: Mönches, Distr. 2. 8, 10; Först. Hersfeld, Distr. 24, 46, 49; görst Gittersdorf, Distr. 80, 81; Först. Heenes, Distr. 113; Först. Untergeis, Distr. 125, Först. Tann, Distr. 155. Im Termin kann bezahlt werden.

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Zagdveruachtuug.

Das Jagdrecht an dein gemeinschaftlichen Jagdbezirk der Gemeinde Hilperhaufen soll anderweit aus 6 Jahre verpachtet werden

Termin hierzu ist aus

Mimoch, 27.3mm

nachmittags 3 Ahr

in der Wohnung des Unter­zeichneten dahier anberaumt worden, wozu Pachtliebhaber sreundl. eingeladen werden.

Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben und liegen 14 Tage lang zu Jedermanns Einsicht im Bürgermeisteramt offen.

Silperhaufen, den 12. Januar 1932.

Der Jagdvorsteher

Altmüller,

Bürgermeister.

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