Maske gegen
Roman vor HskMa«« HttgM-0tA
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Naohdrwek verketer
Schluß
Sie konnte fich jedoch zu einem Kampf gegen den Konsul nicht verstehen und wollte fliehen. Sie bat mich um meine Begleitung bis zu einem kleinen südamerikant- schen Staate, in dem sie eine Besitzung hat, und wo sie sich in Sicherheit glaubte . Wir haben in den Stunden gemeinsamen BesprechenS und in den nachfolgenden Tagen auf diesem Schiff mehr und mehr erkannt, daß uns das Schicksal, wenn auch auf sonderbarem Wege, zusammengeführt hat. Ich kam ihrem Vorschlag nach, und wir benützten diesen Dampfer, der diese Route fuhr.
Ich gebe zu, ich habe nicht immer ganz aufrichtig Fräulein Troer gegenüber gehandelt. So sprach ich zu ihr nichts von meinen geheimen Erwägungen. Ich war nämlich fest überzeugt, daß der Konsul seine Pflegetochter nicht aus den Augen lassen würde. Sicher war er über seinen Fehsschuß längst unterrichtet. Ebenso sicher wußte er auch jetzt, daß seine Tochter bei mir gewesen war. Ich zweifelte nicht eine Minute, daß er denselben Dampfer benutzen würde, wie wir, um einen neuen Anschlag vorzu- bereiten.
Ging ich jetzt mit Fräulein Traer an Bord, war es klar, daß der Konsul wußte, in welcher Eigenschaft. Nicht eine Minute würde ich unbeaufsichtigt an Bord sein, und iede meiner Handlungen würde bespioniert und belauert werden.
Wollte ich Bewegungsfreiheit haben, mußte ich noch einen anderen Weg einschlagen. So ging ich zweimal an Bord. Einmal bestieg ich das Schiff als Maler Axel Svendruv und diese Maske war es, die die tragende Rolle in meinem Schauspiel haben sollte. Zum anderen Mal bestieg ich das Schiff als Major und Begleiter des Fräulein Traer.
Fräulein Traer kannte mich nur als Major und Detektiv. Der Konsul kannte ebenfalls den Major als heimlichen Detektiv, er kannte aber auch den Maler Axel Sven- drnv und wußte, daß dies der Einbrecher jener Unglück- seligen Nacht war. Daß Axel Svendrup und der Major ein und dieselbe Person seien, wußte er nicht.
lind nun spielte ich ein seltsame« Donvelsplel.
Ich spielte den verfolgten Mörder als Maler Axel Svendrup.
Aber eines mußte auf jeden Fall vermieden werden, daß die Verfolgung und der ganze Kampf ihm galt. Damm rührte ich als Detektiv ein wunderschönes Tagebuch, aus dem hervorging, daß ich den Mörder verfolge, aber den Mörder. . . Axel Svendrup.
Alle Taten schob ich in dem Buch Axel Svendrup in die Schuhe. Mle meine Absichten galten nur ihm. . . Axel Svendrup. Bon dem Konsul kein Wort. Der Konsul war tot. Basta!
Er war der Mann, der das Schiff plünderte. Seine Maske war die des Paters James Godeftoy. Eines TageS aber wäre ich fast mit meinen Plänen zu Fall gekommen. Ich hatte mich heimlich in die Kajüte des Paters ge- jchlichen, um seine Identität mit dem Konsul festzustellen, als er, der eben die Kajüte verlassen hatte, wieder zurück- kehrte. Ich verschwand hinter einen großen Koffer. Aber zu meinem Schrecken sah ich, daß ein Fuß von mir ein Stück hinter dem Koffer hervorragte.
Kein Zweifel, ein Mann wie der Konsul, der an schärfste Beobachtung gewöhnt war, mußte mich entdecken.
Mein Herz setzte aus und ich schloß meine Faust um den Revolvergisiff.
Aber eigenartig, bei Konsul verließ auffällig schnell die Kabine, ohne mich bemerkt zu haben.
Das machte mich stutzig!
Ich schlich zur Tür und öffnete sie spaltweise, da sah ich den Konsul gerade noch in der Nebenkabine verschwinden. Nun war mir alles klar, er wollte wissen, wer ich war. Ein Spion!? Ein Detektiv!? Oder nur ein gewöhnlicher Einbrecher!?
Niein Gesicht hatte er ja nicht gesehen.
Ich war überzeugt, er beobachtete mich jetzt aus irgend einem verborgenen Guckloch der Nebenkabine.
Was nun?
Ich spielte die Rolle weiter, in der er nf ' kannte, den Einbrecher. Ich stahl ihm die gestohlenen Sachen aufs neue! —
Das, was er fm Laufe des Bormittags selbst gestohlen hatten nahm ich an mich und verschwand damit.
Ich wußte das eine, als Einbrecher hatte ich bei diesem Manne eine Chance, am Leben zu bleiben. Als Detektiv besaß ich diese Chance nicht.
So brächte ich die gestohlenen Wertsachen in meine eigene Kabine, wohl wissend, daß er sie auss neue entwenden würde!
Zu jener Zeit auch muß er das Tagebuch des Majors gefunden haben. Also es wurde kein Stretch gegen ihn geplant! Er war nicht entdeckt. Das gab ihm neue Sicher
heit und Tatkraft. Und er vertrieb sich die Zeit durch immer ärgere Streiche.
In der Bar bestahl er den Barkeeper, nachdem e* eben erst in der Maske des Kapitäns die Fürstin Oc Alvensland ausgeplündert hatte. Bei der Durchsuchur durch den Detektiv Young stellte er seine Stiefel nebe sich und zog sogar seine Strümpfe aus. Wirklich, er so’ dem armen Young in jeder Weise entgegen. Doung e- kannte dies sicher an. Noch mehr erfreut hätte $om sein können, wenn er unter die Stiefel des Paters g sehen hätte, denn in einer Zwischensohle klebten die g stöhlenen Dollarscheine. Eine spätere Durchsuchung sein Stiefel klärte mich aus.
Jedenfalls verlief YoungS Durchsuchung ergebuisl
Und dann spielte der Pater seinen Trumpf aus, praktizierte mit einer ungewöhnlichen Fingerfertigkeit m die gestohlenen Scheine in die Manschette! Tableau! .
Ich wußte sogleich, woher der Streich kam und an' wortete mit einem Gegenstreich. Ich besitze ebenfalls ein nicht unerhebliche Fingerfertigkeit und es gelang mit dem Pater eine der gestohlenen Sachen, die Busennabe des Mr. Fergus, in die schwarze Krawatte zu schieben
So hatte ich ihm mit der gleichen Waffe geantwortet
Aber es gab keine Situation, die den StonfuI nicht gerüstet fand. Er machte aus der Tragödie eine Komödie und praktizierte dem Detektiv Poung eine gestohlene Uhr in die Tasche.
Er war gerettet. Das Ganze konnte nur die ungeheuerlichste Mystifikation durch den unbekannten Dieb sein. Aus wen fte! nun der Verdacht? Sicher nicht aus den Pater! Der arme Axel Svendrup mußte herhalten, denn er trug keinen Paterrock und war auch kein Schiffs- detektiv wie Young. Ich wußte nun, ich mußte auf meiner Hut sein!
Die Geschehnisse bet dem Eirchruch in den Tresor- raum sind bekannt, und ich kann sie übergehen.
Dann ereignete sich etwas, daS ich nicht vorauSge- sehen hatte: ich wurde verhaftet. Fräulein Traer war am Tage vorher ein erneutes Opfer der »Mordabsicht des'^Konsuls gewesen. Nmch jetzt .SSKtr- sie -noch nicht- das Geheimnis des Mörders verraten.
Jetzt rächte es sich, daß ich nicht ganz aufrichtig zu Fräulein Traer gewesen war. Denn da ich als Axel Svendrup in der Nacht beim Tresor wachen hals, konnte natürlich der Major nicht in der Kabine sein.
Fräulein Traer aber hatte mehrfach nach mir geschickt, weil sie mich sprechen wollte, und von mir, als dem Major, war keine Spur zu entdecken.
Es war selbstverständlich, daß sie daraus die schlimmsten Schlüsse ziehen mußte, denn sie kannte ja die Skrupel- losigkett des Konsul-. Sie wußte, er würde mich bet der Entdeckung, daß ich aus seiner Spur sei, beseitigen.
Am Morgen aber sah Fräulein Traer ganz unerwartet jenen Axel Svendrup, der kein anderer war, als der Einbrecher jener Nacht in der Villa des Konsuls Ich hatte in jener Nacht eine blonde Perücke getragen die mir über die Stirn eine Mähne ins Gesicht war! Diese Maske trug ich natürlich auch als Axel Svendrup, denn der Konsul sollte mich ja als den Einbrecher kennen.
Fräulein Traer aber sah in mir nur den Komplizen ihres Vaters. Die Energie Fräulein Traers gestattet mir nicht, hier mit wenigen Worten die Situation aufzu- klären, und sie drohte mir, mich ohne weiteres über den Haufen zu schießen, fall- ich unnötige Worte mache. Nun, ich beschloß, keine unnötigen Worte zu machen, denn ich wußte, Fräulein Traer kennt in gewissen Dingen keinen Spaß.
Als Komplizen ihres Vaters wollte und konnte sie mich nicht verhaften lassen, weil ihr aller Wahrscheinlichkeit nach ohne weiteres niemand die tatsächliche Wahrheit der Berhältnisse geglaubt hätte.
Andererseits waren auch wohl noch immer gewisse Hemmungen, die sie hinderten, die ganze Famtitentragik aus dem Schisse preiszugeben. Darum griff sie zu dem einfachsten Mittel. Sie unterstellte den Zeitungsbericht als wahr und ließ Axel Svendrup als Mörder ihres Vaters verhaften.
Ihr Ziel war nur daS, einen Feind weniger zu haben.
So wurde ich verhaftet. Und es war klar, daß mit mir auch noch eine andere »Person verschwand, nämlich der Major der indischen Armee. Das Verschwinden des Majors machte, wie Sie wissen, erhebliches Aussehen.
Ich entkam und tauchte wieder aus als Major. Beides war ein wenig mit Gewalttätigkeil verknüpft, aber das war unvermeidlich. Meine Verzweiflung tn der Gefangenschaft war groß gewesen und ich hatte befürchtet, daß der Konsul einen entfcheidenden Streich gegen seine Tochter führen würde.
Meine Furcht war unbegründet. Nichts ereignete sich .
„Aber . . ." fiel der Kapitän ein
„Aber, wie konnte denn der Pater bzw. der Konsu io spurlos verschwinden?"
„Weil er sicher auch genau denselben Trick anwandte e ich Er ging unter mehreren Namen auf- Schift r benutzte mehrere Kabinen. Selbstverständlich hat ei Ifer an Bord."
Ich hatte den Satz noch nicht zu Ende gesprochen, s unsere kleine Tafelrunde durch eine neue SchreckenS- tschaft aufgestört wurde, eine Botschaft, die uns aller n Atem nahm. Fräulein Traer faßte nach meiner Hand
In der Kajütentür erschien der noch immer schwer dende Äsung, gestützt und gefolgt von dem ersten Offi- er. Äsung wollte sprechen, aber die Stimme versagte rn den Dienst und nun meldete der Offizier, daß der s Konsul Traer erkannte Passagier aus der Haft ent- mitten sei.
Wir liefen an Deck. Der Kapitän trommelte sofort nne Leute zusammen und wollte das Schiff absuchen iffen. Ich mußte lächeln. Dieser Kapitän wurde nicht lug. Einen Mann, wie den Konsul, konnte er aus diese Methode nicht stellen.
Ein Matrose kam angerannt. Sein Gesicht war asch- irau. Die Stimme war eine Tonlage zu hoch, als errief:
„Rettungsboot Utr. 7 fehlt!"
„Wer gehört zur Wache?" schnauzte der Kapitän
„Ich!" antwortete der Mann und schwankte.
Der Kapitän nahm thu a» die Gurgel und »chwenkte ihn hin und her.
„Mann, woher haben Sie den Schnaps? Ihr Atem ü verpest«!!" Dann schleuderte er den Mann von sich, er sich taumelnd am Reeling hielt.
„Scheinwerfer über See!" heulte der Kapitän und brüllte seinen Befehl zum Scheinwerferhäuschen hinaus.
„Scheinwerfer über See!" kam eine Summe rus der Höhe und wir sahen im gleichen Augenblick, wie weiße Straßen in das Dunkel, daS über der See lag, einfielen. Die Straßen wanderten und wanderten. Liefen von Norden nach Süden, von Osten nach Westen, wanderten un Kreise, zeigten. schämnende-Wettenkämme und Butt tse Teiles über die der Glanz der Helle wie mit weißen Händen lief, zeigten Berge aus Schaum und Wasser, die kochend und brodelnd sich höher und höher bauten, vis -me macht- volle Hand sie wieder zu Tal vergurgeln ließ.
Aber See, Wellen, Straßen, Täler waren leer Nur Wasser, E'"Schaum. . .
Kein Boot zu sehen.
Die Flucht in die Nacht war gelungen
„Vergeblich!" rief der Kapitän.
In jener Nacht kam ein Sturm hoch. Er heulte und pfiff um das Schiff, er drohte mit tausend Fäusten. die er trommelnd über das Deck gehen ließ ... Er warf Wellenberge gegen das Schiff, daß es ächzte und stöhnte Die Schraube der Maschine heulte wimmernd, schaurig und angstverzerrt, bis eine neue Welle die Angstschreie wieder rstickte Hagelschauer wie Erbsen zertrommelten alles ylas, die Wellen schlugen wie Lawinen über uns ben Das Wasser drang durch die Luken in die Kabinen und machte die Treppen zu Keinen Wasserfällen.
Gegen Morgen wurde der Wind heiser und verlor sein Bellen. Die Well-u fielen plötzlich, wie in Ermüdung nach einet ekstatischen Raserei zusammen. DaS Schiff tauchte aus den erstickenden Wassermassen empor. . . M
Wie in der Natur draußen am Horizont, über den jetzt müde Wellend rge gewälzt wurden, die Sonne langsam ihr Frühlicht mit zitternden Händen tasten ließ, so kam der Verstand in den Hirnen der Menschen langsam wieder hervor.
Man sah freundliche »Mienen, hörte ruhige Stimmen.
Gegen Mittag des TageS sahen wir ein Rettungsboot kieloben am Heck des Schiffes vorbeitreiben.
Ich zog meinen Feldstecher und las die Aufschrift» * „Jmperta, Rettungsboot M. 7." , "
j it be. , j 7 k