Briand verläßt den Quai d'Orsay
Paris, 9. Januar.
Hier wird versichert, daß Vriand den Ministerpräsiden- len in Kenntnis gesetzt hak, er glaube, ihm wegen seines schonungsbedürftigen Gesundheitszustandes sein Portefeuille als Außenminister zur Neubesetzung zur Verfügung stellen zu müssen.
Diese Nachricht hat in hiesigen politischen Kreisen nicht überrascht. Die Pressekampagne der letzten Tage ging darauf hinaus, Vriand nahe zu legen, den Quai d' Orsay zu verlassen. Die Tatsache, daß Briand für die neue Kombination Laval nicht mehr in Frage kommt, macht die Neubildung des Kabinetts zu einer Angelegenheit ernsten politischen Charakters. Der Rücktritt Briands muß außenpolitisch gerade im jetzigen Augenblick in der gesamten Welt einen Nachhall finden, der auch innenpolitisch in Frankreich Auswirkungen haben wird.
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Mit Briand scheidet, vielleicht nur zeitweilig, vielleicht aber auch für immer, eine der repräsentativsten Persönlichkeiten der dritten Republik aus dem öffentlichen Leben. Briand war ein Programm, und seine Tätigkeit nach dem Kriege hat bewiesen, daß er einer der klügsten und begabtesten Staatsmänner war, über die Frankreich seit 1871 verfügte. Seine Verständigung- und Friedenspolitik hat in Europa und in der ganzen Welt eine Atmosphäre geschaffen, in der die moralische Abrüstung Fortschritte machte, so daß sie zum Kellogg-Pakt und zum Noung-Plan führte, der eine neue Etappe in der Reparationspolitik bedeutet.
Sie Reichsvost im Jahre 1931
150 Millionen Mindereinnahmen.
Berlin, 9. Januar.
In dem vorläufigen Rückblick der Deutschen Reichspost auf das Jahr 1931 heißt es: Die anhaltende allgemeine Wirtschaftsnot hat den Verkehr der Deuffchen Reichspost im abgelaufenen Jahr immer stärker ungünstig beeinflußt. In allen Betriebszweigen waren die Verkehrszahlen rückläufig.
Der Kraftpoftverkehr zeigte erstmalig seit langer Zeit keine Verkehrszunahme. Die Postversorgung des platten Landes durch Kraftwagen wurde weiter ausgebaut, allerdings in langsamerem Tempo.
Das Luftpo st netz umfaßte im Sommer 1931 94 Linien in einer Gesamtausdehnung von rund 33 000 Km. Im Winter 1931/32 — November bis Februar — erstreckt sich das Netz auf 23 Linien. Der Ueberseetelegraphenverkehr wurde teilweise verbilligt und durch Bereitstellung neuer Leitungswege verbessert. Die Gesamtzahl der selbsttätig betriebenen Aemter stieg auf 1860, die Zahl der angeschlossenen Hauptanschlüsse auf 1150 000.
Der Funkverkehr zählt jetzt 30 Funkverbindungen mit dem Ausland. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer hat um rund eine halbe Million zugenommen und sich damit der 4. Million genähert.
Im Postscheckverkehr hat die Zahl der Postscheckkunden eine Million überschritten. Gegenüber dem Vor- s* ■ ~W;ffi<ii!|MW^^^
18 Milliarden Reichsmark.
Unter dem Einfluß der sehr gespannten Finanzlage der Deutschen Reichspost mußte die Vergebung von Lieferungen und Leistungen stark gedrosselt werden. Eine Erleichterung war insofern vorhanden, als von dem im Herbst 1930 eingeleiteten zusätzlichen Arbeitsbeschaffungsprogramm (200 Millionen Reichsmark) 1931 noch erhebliche Mittel zur Verfügung standen. Bis Ende November 1931 konnten durch dieses Zusatzprogramm in der allgemeinen Wirtschaft rund 26 300 Arbeitskräfte neu eingestellt und rund 52 000 weiterbeschäftigt werden.
Bei verschiedenen Betriebszweigen ließ sich eine Senkung der Gebühren ermöglichen. Am 30. Dezember hat der Verwaltungsrat der Deuffchen Reichspost den Be- Ichluß gefaßt, eine Reihe wichtiger Postgebühren ab 15. Januar wirksam herabzusetzen.
Dem Verkehrsrückgang entsprechend haben sich auch die Einnahmen der Deuffchen Reichspost wenig günstig ent
wickelt; insbesondere zeigte sich feit Oktober^ein starker Rück- gang gegen das Einnahmesoll des Voranschlags. Soweit sich jetzt übersetzen läßt, wird dieser am Schluß des Rechnungsjahrs (31. März 1932) etwa 150 Millionen Reichsmark betragen. Die ungünstige Entwicklung der Einnahmen hat aber die Grundlagen der Wirtschaftsführung der Deuffchen Reichspost nicht erschüttert.
Auberordentlicher
Die Deutsche Reichsbahn im Jahre 1931.
Die Deutsche Reichsbahn veröffentlicht ihren vorläufigen Jahresrückblick über 1931, in dem es heißt: Die Fi- nanzwirffchaft der Reichsbahn hat 1931 noch mehr als 1930 unter dem ständigen Druck der weiter absinkenden Einnahmeziffern gestanden.
Gegenüber dem Höchststand des Jahres 1929 ergibt sich ein Rückgang um rund 1,5 Milliarden oder rund
28 Prozent.
Der Hauptteil der Mindereinnahme entfällt auf den Güterverkehr, der gegenüber 1929 um 1171 Millionen auf 2315 Millionen Mark zurückgegangen ist. Menn es auch möglich war, gegenüber dem Jahre 1929 eine Minderung der Ausgaben um rund 812 Millionen Mark, d. h. um 18,1 Prozent, herbeizuführen, gelang es doch nicht, den vollen Einnahmerückgang von 28 Prozent aufzufangen.
Die Ausgaben werden insgesamt im Jahre 1931 um über 500 Millionen Mark die Einnahmen überschreiten.
Zur Deckung des Fehlbetrages von 1931 wird die Ausgleichsrücklage mit 450 Millionen Mark und die Dividendenrücklage mit 76 Millionen Mark herangezogen werden müssen, wodurch die Rücklagen vollständig erschöpft werden, Von der bevorstehenden Reparationsregelung hängen die Aussichten für das neue Geschäftsjahr 1932 ab.
Die Tätigkeit des Breislommikars
Mitarbeit des Einzelhandels zugesagt.
Der Reichskommissar für Preisüberwachung empfing Vertreter der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels. Gegenstand der Besprechung waren die unbedingt notwendigen Preissenkungsmaßnahmen. Der Einzelhandel ist bereit, den Reichskommissar bei seinen Arbeiten auch weiterhin zu unterstützen. Eine möglichst umfassende Aufklärung der Verbraucher über die Bedeutung der Preissen- kungsaktion erscheint im allgemeinen Interesse erwünscht; , der Einzelhandel wird auch dabei mitwirken. Die Auszeichnung der Waren mit Preisen wird dieser Aufklärung dienen und ist daher auch — soweit nicht im einzelnen durch Anordnung vorgeschrieben — zu empfehlen. Der Einzelhandel hat seine aktive Mitwirkung dabei zugesagt. Von Vertretern des Einzelhandels wurde auch die Frage der Preissenkung bei den Werktarifen (Gas, Wasser, Elektrizität), Steuern und Inseratenpreisen angeschnitten. Der Reichskommissar wies darauf hin, daß die Werktarife bereits in einer Reihe von Gemeinden gesenkt seien, daß im übrigen sich das Ausmaß der Senkung aber erst nach dem 10. Januar d. J. genauer werde übersehen lassen.
Die Aussprache erstreckte sich auch auf andere wichtige, mit der Preisgestaltungim Einzelhandel zusammenhän- Zusammenarbeit mit den Vertretungen des Einzelhandels im Interesse der unbedingt notwendigen und schnellen Lösung der Preisprobleme begrüße.
Besondere Überwachung der Rlarkenartlkelpreise.
Der Magdeburger Stadtrat Heuer, der bis zum Sommer beim dortigen Magistrat beschäftigt und dann nach Berlin verseht worden war, ist zum Helfer des Preiskommissars bestellt worden. Stadtrat Heuer soll, wie verlautet, seine besondere Aufmerksamkeit der Senkung der Preise für Markenartikel zuwenden.
Der tschechische Schuhfabrikant Bata hat die Militärverwaltung um die Berlegung eines Fliegerregiments nach Ottrokowitz bei Zlin ersucht und sich verpflichtet, Kasernen, Hangars sowie Wohnungen für Offiziere und Soldaten zu errichten.
Der schweizerische Bundesrat hat den Vorsteher des Politischen Departements ermächtigt, das Abkommen über die Entwicklung der kriegsverhütenden Mittel bis zum 2. Februar zu unterzeichnen.
Bombenanschlag ans den Mikado
Tokio, 9. Januar.
Auf den Kaiser von Japan wurde während seiner Rückfahrt von einer militärischen Parade eine Bombe geworfen. Die Bombe platzte neben einem Wagen, der hinter demjenigen des Kaisers fuhr. Es wurde niemand verletzt. Der Täter, ein Koreaner, wurde sofort verhaftet. Er hatte eine zweite Bombe in der Tasche.
Der Bombenanschlag auf den Kaiser von Japan bei seiner Rückkehr von einer Neujahrsparade wurde verübt, als er gerade in das berühmte Kirchentor Sakuragamin seines Palastes einfahren wollte. Durch die Explosion der Bombe wurde nur ein Pferd der Ulanenabteilung, die^un- mittelbar der kaiserlichen Staatskarosse folgte, getötet.
Die ausländischen Diplomaten hatten an der Parade teilgenommen, befanden sich aber nicht an der Stelle, wo das Attentat verübt wurde. Der Kaiser hat während des Attentats seine Ruhe nicht verloren. Die Polizeibehörde erließ sofort ein Verbot, Angaben über das Attentat zu veröffentlichen. Eine Zeitung hatte jedoch bereits eine Sonderausgabe herausgebracht. Die Bombe war mit Metall- stücken geladen. Zahlreiche Personen sind sofort verhaftet worden. Der Platz des Attentates wurde abgesperrt, so daß man die Einzelheiten genau untersuchen kann. Dieses ist der vierte Angriff auf das Leben des Kaisers, der noch ein junger Mann von etwa 30 Jahren ist.
RSitMtt der Kabinetts
Der japanische Ministerpräsident hat die Demission des Kabinetts eingereicht. Das Kabinett Jnukai hatte die Regierung am 13. Dezember v. I., also vor knapp einem Monat, übernommen.
Wie verlautet, soll der Grund des Rücktritts des japanischen Kabinetts darin liegen, daß es sich zum Vorwurf macht, daß es den Anschlag gegen den Kaiser nicht habe verhindern können. Sollte das Rücktrittsgesuch des Kabinetts angenommen werden, so wird die Bildung einer nationalen Regierung nicht für unwahrscheinlich gehalten.
Die Urheber des Anschlags
wie Verlaufes, soll die Untersuchung des Anschlages auf den Kaiser von Japan ergeben haben, daß der Urheber von der provisorischen koreanischen Regierung in Schanghai zwei Bomben und dreihundert Yen erhalten habe.
Englands Haltung fester
Reparationsausschuh für eine unverzügliche Lösung?
London, 9. Januar.
Der diplomatische Korrespondent des „Dailn Telegraph" hört, daß die Idee, die Lausanner Konferenz sollte praktische Pläne bis nach den französischen Wahlen aufschieben, von dem Kabinettsausschuß für Reparationen ebensowenig gebilligt werde wie ein anderer Vorschlag für ein „elastisches" Moratorium.
Man sei der Meinung, in beiden Fällen werde nicht genügende Rücksicht auf gewisse politische und psychologische Faktoren genommen. Europa und Deutschland brauchten .em.jieirüjl£fcffiafLt>.ßMJ^^ wieder» herzustellen. Auch würde ein Aüffchieben der SchwWW feiten einen sehr ungünstigen Eindruck auf Amerika machen, das nur hilfsbereit fein werde, wenn Europa die Bereitschaft zeige, in erster Linie sich selbst zu helfen.
Lloyd George erklärte bei seiner Rückkehr nach England in einem Presseinkerview: Alle Kriegsschulden und Reparationen müssen annulliert werden. Diesen Standpunkt habe ich schon 1922 vertreten und tue es noch heute.
35 Sprengpatronen auf den Schienen.
Zwischen Bielefeld und Brackwede wurden auf dem Bahnkörper 35 mit Ammonit gefüllte Sprengpatronen gefunden. Es besteht kein Zweifel, daß ein Eisenbahnattentat beabsichtigt war, dem einer der vielen hier durch- kommenden Schnellzüge Berlin—Köln hätte zum Opfer fallen sollen. Die Sprengpatronen sind vor etwa einem Jahr aus dem Pulverschuppen der Brackweder Kalkwerke gestohlen worden. Die Polizei verfolgt bereits eine Spur.
M-Eiiiamoe»
Roman von Marlise Sonneborn
Copyright by Martin Feuditwanger, Halle (Saale)
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„Doktor Alander!", die Stimme der Dame, die vorhin begütigend geklungen, hatte einen verwarnenden Ton. Alander merkte es nicht.
„Immer und immer wieder", fuhr er hitzig fort und doch nicht ohne Salbung, ^sei es in der Ehe, sei es im Beruf, immer und immer wieder fühlt sich das Weib wohler, wenn es sich unterordnen kann."
„Ueber uns alle, einerlei, ob Mann, ob Weib, herrscht die Vernunft."
„Sehr richtig! Und die Vernunft ist ein Vorrecht des Mannes."
„Herr Kollege! Ihr Kolleg über diesen Gegenstand mag interessant sein, aber es ist an diesem Orte verschwendet. Wir beide, Sie und ich, unterstehen Doktor van Delden. Wir unterstehen ihm, nicht weil er Mann ist, sondern weil er die Sache, der wir beide — und wir alle hier — dienen, am gründlichsten versteht. Das ist klar und einfach. Was Ihre weiteren Ausführungen sollen, ist mir nicht recht klar."
„Was Sie sollen, wissen Sie ganz genau. Ich schätze Ihre ärztliche Geschicklichkeit und stehe nicht an, einzuräumen, daß ich von Ihnen auf diesem Gebiet zu- lernen kann. Sie haben die große Einfühlungssähigkeit der wahrhaft weiblichen Frau. Sie haben auch die hervorragende Nachahmungsfähigkeit, die Ihr Geschlecht aus» zeichnet und die Sie zu Doktor van Deldens getreuestem Schüler macht. Sie sind, begabt mit einem hervorragenden Liebreiz, der jeden Mann rühren muß, die geborene und auserwählte Gehilfin des wahrhaft männlichen Mannes."
„Ich leugne das alles nicht — aber was soll das hier?" klang es ungeduldig.
„Es soll — ach, Sie verstehen mich ja recht gut —, es soll Sie veranlassen, meine Ueberlegenheit anzuerkennen und einzuräumen, und Doktor van Delden zu bestimmen, mir die Leitung der Kinderabteilung zu übertragen, daß ich dort d i e Ordnung und Disziplin schaffe, die erforderlich ist, die sanitären und therapeutischen Maßnahmen zur vollen Auswirkung zu bringen. Ein paar von den Bengels mal stramm verhauen, den naseweisesten Mädchen einige Stunden Arrest zu geben."
„Was außer einer allgemeinen erzieherischen Kultur die Art der Krankheit, an der die Kinder leiden, verbietet."
„Gott noch mal, diese ewige Humanitätsduseleil"
„Der Beruf des Arztes ist wesentlich human."
„Erst kommt die Ordnung, die Disziplin, die Autorität! Dann die sogenannte Humanität! Wobei ich bemerken möchte, daß Ordnung, Disziplin und Autorität die Grundlagen jeder wahren Humanität sind."
„Es kommt darauf an, was man darunter versteht!"
„Ganz recht! Wirklich, Sie sind — ich habe es meiner Braut auch schon geschrieben —, Sie sind ein Mensch, mit dem sich arbeiten läßt. Durchaus bescheiden, was selten ist bet Damen in leitenden Stellungen. Mißverstehen Sie mich also bitte nicht. Meine Worte enthalten keinen persönlichen Tadel!"
„Doktor Alander!" unterbrach die solcher Art Getröstete. „Sie vergessen sich. Meine Geduld ist zu Ende, m u ß zu Ende sein. Ich darf Sie endlich daran erinnern, daß Sie vor Ihrem leitenden Arzt stehen. Und ich möchte Sie energisch bitten, ein für allemal zu übersehen, daß derselbe weiblichen Geschlechts ist. Für Sie bin ich Doktor Degeener, nichts weiter. Und nun, bitte!"
Eine Handbewegung schien dieses letzte Wort zu verdeutlichen.
Der andere indessen schien noch nicht ganz im Bilde zu sein.
„Ich möchte aber doch. — Ich muß aber doch..."
„Es steht Ihnen frei, jederzeit abzureisen. Vorbehaltlich dieser Tatsache, fügen Sie sich strikt in die Verhältnisse, die Sie vorgesunden haben. Und jetzt sind Sie entlassen!*
Eine Weile folgte tiefe Stille.
Eilig sich entfernende Schritte.
Hinter dem Gebüsch ein Seufzer, in dem unverkennbar neben anderem auch etwas Humor lag.
„Sie kommt!" flüsterte Gisela. „Reinen Mund halten!"
Und schelmisch-graziös mit dem Händchen winkend, schlug sie sich in die Büsche.
Aber Doktor Degeener kam nicht.
„Schade", dachte Werner Ley, „ich hätte ihr Gesicht sehen mögen nach der Unterhaltung."
Die tiefe, weiche Frauenstimme klang lange in ihm nach; sie war so sehr sympathisch gewesen, sanft selbst noch, als sie streng verwies.
Nicht Doktor Degeener kam, aber Doktor Alander sollt« er in den nächsten Tagen kennenlernen.
Doktor Vivie, ein zierlicher, eleganter Franzose, teilte am Abend bereits die große Neuigkeit mit.
„Also unser neuer Assistent, der baumlange Preuß« weigert sich, unter einer Dame zu arbeiten. Der Chef ho nachgegeben — die Aerzte, die seine Methode kennen odei auch nur kennenlernen wollen, sind dünn gesät. Allee Neue, Sie wissen ja! Was hat Ihr deutscher Zeppelin sich nicht alles sagen lassen müssen! Na also — und es ist ja auch ein tüchtiger Kerl. Er hat bloß den Männlichkeits- fimmel. Er will unter einer Dame nicht arbeiten. Also der Chef hat nachgegeben. Ich glaube, Kollege Degeener hat ein bißchen nachgeholfen. Sie hat diese acht Tage schon Dramen erlebt. I ch gehe nun mit ins Kinderhaus. Und er arbeitet hier, direkt unter dem Chef."
Doktor Alander erwies sich als gewissenhaft, geschickt, sogar liebenswürdig, wenn man von seiner lachhaft wirkenden Selbstüberhebung absah. Er kam häufig zu Ley, wenn er eine freie Stunde hatte. Gern und viel erzählte er dann vom Kriege. Ley hörte lieber anderes. Alander tadelte diese Neigung. „Der Krieg ist die männ- lichste Zeit!"
„Ach, sagen Sie bloß das nicht, Doktor Alander. Wir Männer können doch auch noch etwas anderes, als nur zerstören!" (Fortsetzurrg folgt.)