Riesiger Schlotzbrand in Stuttgart
Das Alte Schloß in Flammen. — Zahlreiche Verletzte.
Skuttgart. 21. Dezember
Aus bisher noch ungeklärter Ursache ist im Alten Schloß im zweiten und dritten Stockwerk ein Deckenbrand ausge- brochen, der schließlich auf den Dachstuhl des einen Flügels Übergriff. Der Brand nimmt eine immer größere Ausdehnung an. Von 15 Ubr an hatte das Feuer vom östlichen auf den nördlichen Flügel übergegriffen. Der Verbinoungs- lurm zwischen den beiden Flügeln ist vollkommen ausge- brannt. Inzwischen ist auch ein weiterer Teil des Dachstockes und vermutlich auch die Decke des dritten Stockwerks im Ostflügel unter großem Getöse eingestürzt. Die einzelnen Stockwerke sind gleichfalls vom Feuer erfaßt.
Das Feuer im Alken Schloß wirkt sich immer mehr zu einer Brandkatastrophe aus, wie sie Stuttgart feit fünfzehn Jahren nicht mehr erlebt hak. Um 15.45 Uhr stürzte die untere Giebelwand des östlichen Flügels ein und riß einige Feuerwehrleute, die auf dem Gebälk standen, mit in die Tiefe, Feuerwehrmannfchafken und Sanitätspersonal sind bemüht, die Verunglückten zu bergen. Ob es Tote gegeben hak, stehk noch nicht fest. Der Brandherd vergrößert sich zusehends. Der große runde herzog-Ehrisloph-Turm droht jetzt einzustürzen. Es wurden noch weitere Feuerwehren von auswärts zur Hilfe herangezogen.
Die Bekämpfung des Feuers gestaltet sich sehr schwie- rig, da im Innern des Baues nur noch mit Rauchmasken vorgegangen werden kann, weil der gesamte Ostflügel vollständig verqualmt ist. Etwa um 15.30 Uhr stürzte im Mittelbau des östlichen Flügels das Dachgeschoß zusammen. Ein Kamin stürzte in den Hof auf eine Leiter der Feuerwehr. An den Rettungsarbeiten beteiligte sich auch Reichswehr, die alsbald ausrückte, um die im Schloß befindlichen Wohnungen und Kanzleien zu räumen.
Nach weiteren Meldungen greift der Brand im Schloß noch immer weiter um sich. Der Ostflügel des Schlosses ist völlig ausgebrannt. Es steht nur noch die Außenmauer an der Nordseite. Das Feuer findet in den Holzwänden und in den mit Streu gefüllten Holzböden reiche Nahrung. Die Arbeit der Feuerwehrleute wird durch die große Kälte sehr erschwert. Trotzdem hofft man, das Feuer an der Brandmauer, die sich etwa in der Mitte des Nordflügels befindet, aufhalten zu können. Der Südflügel mit der Schloßkapelle und der Westflügel am Schillerplatz, in dem sich die Altertumssammlung befindet, scheinen nicht mehr gefährdet zu sein. Die schönen Stuckdecken und Gemälde im Ostflügel sind vollständig vernichtet. Das Rote Kreuz hat im West- flügel eine Sanitätsstation eingerichtet.
Bis jetzt sind 30 Feuerwehrleute, die Rauchvergiftungen davongetragen haben, abtransportiert worden. 13 Feuerwehrleute mußten in die Krankenhäuser gebracht werden.
Das Feuer ist im Nordostflügel des Alten Schlosses ausgebrochen und wahrscheinlich schon vor einigen Tagen entstanden, aber erst jetzt zum Ausbruch gekommen. Gewaltige Rauchmassen ziehen über die Stadt. Die Feuerwehr arbeitet mit Sauerstoff- und Gasmasken.
Das Alte Schloß in Stuttgart gehört zu den interessantesten Architekturwerken Deutschlands. Die ältesten Teil« reichen noch bis in die Zeit ums Jahr 1000 zurück Der prächtige Schloßhof gehört zu den berühmten Sehenswürdigkeiten Stuttgarts, die kein Fremder zu besichtigen versäumt. Das Schloß erhielt seine heutige Gestalt in der Renaissancezeit durch den Baumeister Alberlin Tretsch, der um das Jahr 1578 seine kunstreichen Umbauten abschloß.
35 Feuerwehrleute verunglückt.
Skuttgart. Nach elfstün-diger schwerer Arbeit ist es den vereinigten Feuerwehren bis gestern 22 Uhr gelungen, dar Feuer im Alten Schloß auf seinen Herd zu beschränken. Die Brandmauern im Nord- und Südflügel haben das Feuer aufgehalten. Der Ostflügel ist völlig ausgebrannt. Die Zahl der rauchvergifteten und sonst verunglückten Feuerwehrleute beträgt 35.
Schweres ArandungliiS bei einer Weihnachtsseier
Lohne (Kreis Osterburg, Altmark), 21. Dezember. Bei einer Weihnachtsfeier in Lohne, die der Stahlhelm in einer Gastwirtschaft veranstaltete, ereignete sich ein entsetzliches An glück, von dem sechs Knaben betroffen wurden. Die Knaben stellten auf der Bühne Schneemänner dar und waren zu diesem Zweck ganz mit Walte umhüllk. Einer der Knaben muß in der Pause einem brennenden Baum zu nabe gekommen sein und fing Feuer. Im Hu standen alle sechs Knaben in Hellen Flammen. Sie drängten zur Bühnentür, vermochten diese aber nicht zu öffnen. Erst als die Tür von außen durch Personen aus dem Saal geöffnet wurde, konnten die Knaben aus ihrer schrecklichen Lage befreit werden. Sie hatten aber bereits schwere Brandwunden erlitten. Einer der Knaben, der Sohn des Landwirts Giese, ist inzwischen im Krankenhaus Osterburg gestorben.
Siratzenrauber schiebt zwei »erfolget nieder
Viersen, 22. Dezember. Die Filialleiterin des Konsumvereins „Niederrhein" in Viersen wurde auf dem Nachhausewege von einem 27jährigen Manne namens Schlüssel aus Viersen, überfallen, der glaubte, daß die Filialleiterin die Tageseinnahme der Konsumfiliale bei sich führte. Der Räuber entriß seinem Opfer eine Aktentasche mit fünf Reichsmark Inhalt und flüchtete. Auf die Hilferufe der Ueberfallenen nahmen zwei Passanten die Verfolgung des Täters auf, worauf der Räuber aus einer Armeepistole fünf Schüsse abfeuerte Einer der Verfolger wurde in Bauch, Darm und Lunge getroffen. Er ist im Laufe des Sonntags im Krankenhause seinen Verletzungen erlegen. Der zweite Verfolger erhielt zwei Schüsse, in den Bauch und in die Hand, so daß er gleichfalls ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Der Räuber wurde festgenommen.
Entsetzliche Rache eines Japaners
Poughkeepsie (Staat New York), 21. Dezember. Ein japanischer Diener drang in die Wohnung seines früheren Herrn, des Millionärs I. w. Schatz, der sich in Gesellschaft einer Dame befand, und griff ihn tätlich an. Ein fürchterlicher Kampf entspann sich. Es gelang schließlich der Frau, telephonisch Hilfe zu rufen, sie wurde aber von dem Diener gelötet, der dann seinem sterbenden Herrn den Kopf vom Rumpfe trennte. Die Polizei verhaftete den Mörder und dessen Schwägerin, die an dem Alprd beteiligt fein soll.
Aus der Heimat.
Hersfeld. „Der Weihnachtsbaum für Alle", welcher am Treppchen neben dem Rathaus aufgestellt worden ist, erstrahlte gestern Abend zum ersten male im Kerzenlicht und lockte diele Schaulustige an. Eine Schallplattenübertragung von Weihnachtsliedern durch die Firma Handke schuf zu dem weihevollen Bild echte Weihnachtsstimmung.
Hersfeld. Eine Weihnachtsfeier ganz besonderer Art veranstaltete die Städtische Haushaltungsschule. Sie hatte auf Anregung von Gewerbeoberlehrerin Müller 60 kleine notleidende Kinder eingeladen, an der Weihnachtsfeier der Schülerinnnen teilzunehmen. Voller Erwartung erschienen die 3—6» jährigen mil ihren Müttern. Wie strahlten die Augen der Kleinen im Lichterglanze des geschmückten Raumes, wie wurden ihre Blicke gebannt vom WeihnachtSbaum und dem, was auf dem Teller vor ihnen ausgebreitet war. Und als der große Schülerinnenchor unter Rektor Zinnalls Harmoniumsspiel die Weihnachtslieder erklingen ließ, da wollte das Staunen kein Ende nehmen. Zaghafte Händchen hatten schon hin und wieder nach dem Teller gereicht, und groß war die Freude, als nun ernsthaft zugegriffen und Weihnachtsstollen nach Herzenslust verzehrt werden konnten. Den Höhepunkt der Feier bildet» ein Krippespiel, das von den Schülerinnen unter Leitung von Studienrat Dr. Preime in trefflicher und stimmungsvoller Weise aufgeführt wurde. Die Schülerinnen werden dieses Weihnachtsspiel am heutigen Tage gelegentlich der Bescherung der Städtischen Pflegekinder noch einmal wiederholen. Eine kurze Weihnachtsansprache von Direktor Christiansen gab der Feier den Abschluß. Die Schule könne keine Geschenke machen. Was an Gebäck für die Kleinen geschaffen war, hatte man aus freiwilligen Sammlungen der Schülerinnen und des Lehrkörpers bestritten., Die Feier werde deshalb getragen vom Geiste edler Weihnachtsliebe, die stets darauf bedacht sei, auch mit b scheidenen Gaben anderen wohlzutun und mitzuteilen.
Hersfeld. (Wie wird das Wetter?) Das kräftige europäische Hochdruckgebiet, das mit .seinem Kern über Südskandinavien und Schleswig-Holstein liegt, verlagert sich jetzt mehr nach Nordosten. Dabei bleiben wir im Bereiche der trockenen Nordostströmung, bei der es bei aufgeheitertem Himmel noch zu stärkeren Frosten kommt. — Vorhersage bis Mittwoch Abend: Fortdauer des im wesentlichen trockenen und sehr kalten Wetters.
Bebr.7. Auf der Straße zwischen Bebra und Weisungen in der Nähe des Dorfes Binsförth ereignete sich gestern nachmittag gegen 4 Uhr ein schwerer Un- glückssall. Beim Ausweichen kam ein Fuhrwerk auf der vereisten Straße ins Rutschen. Der Gespannführer kam unter die Räder zu liegen und wurde dabei so schwer verletzt, daß er kurze Zeit darauf starb. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei waren bald an der Unfallstelle und nahmen den Tatbestand aus.
Altmorscheu. Montag nachmittag ereignete sich auf der Straße, die durch Altmorschen führt, ein schweres Autounglück, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der Bebraer Heilkundige K., der mit einigen Familienangehörigen sich in seinem Auto zwecks Weihnachtseinkäufe nach Kaffel begeben wollte, stieß mit seinem Wagen beim Passieren einer im Ort befindlichen Kurve mit dem von einem Gespannführer gelenkten, in gleicher Richtung fahrenden Fuhrwerk des Mühlenbesitzers M. zusammen. Das Auto kam bei dem ersten Aufprall ins Rutschen und drehte sich infolge der starken Glätte der Straßendecke mit Blitzesschnelle um die eigene Achse, überschlug sich dann und begrub außer den eigenen Insassen auch den hinter seinem Fuhrwerk gehenden Gespannführer. Wä rend die Autofahrer mit dem Schrecken davonkamen, wurde der Fuhrmann so schwer von dem Auto getroffen, daß er mit einem Schädelbruch tot auf der Stelle liegen blieb. Dorfbewohner befreiten die furchtbar erregten Autofahrer und fuhren dann den Toten auf seinem eigenen Wagen, der von 4 Pferden gezogen war, nach der Mühle zurück.
Hoof (Bez. Kaffel). An einer abschüssigen Stelle kam ein Zweispännerfuhrwerk in so schnelle Fahrt, daß die Pferde den Wagen nicht mehr aufhalten konnten. Der Kutscher sprang vom Wagen, prallte aber gegen eine Mauer, wo er mit einem Schädelbruch und schweren Gestchtsrerletzungen bewußtlos aufgefunden wurde. In bedenklichem Zustande wurde er ins Hospital gebracht.
Kirchhain. Eine nette Weihnachtsüberraschung erlebten hier fünf bei verschiedenen Behörden beschäftigte Beamte und Angestellte, die zusammen ein Achtel Los der preußischen Klassenlotterie spielten. Am Sonnabend kam die Nachricht, daß auf das Los der Hauptgewinn der Klasse mit 100 000 Mark gefallen sei. Jeder der fünf Spieler erhält dadurch ein Weihnachtsgeschenk in Höhe von 2 000 Mark.
Hanau. Der 34 Jahre alte verheiratete Reichs- bahnassistent Johann Mann hatte in den Jahren 1927 bis 1931 bei der Bahnmeisterei 11 in Flieden bei Fulda durch Manipulationen bei der Führung der Lohnlisten und Auszahlung der Lohnbeträge Unterschlagungen verübt, deren Höhe nicht sicher festzustellen war. In der Verhandlung vor der Großen Strafkammer Hanau schätzte der Sachverständige die Gesamthöhe auf etwa 20000 RM., während der Angeklagte zugestand, monatlich nur etwa 150 bis 200 M. zu Unrecht an sich genommen zu haben. Das Schöffengericht Fulda hatte ihn mit einem Jahr zwei Monaten Zuchthaus bedacht und mildernde Umstände versagt. Die Große Strafkammer Hanau erkannte aus 1 Jahr 2 Monate Gefängnis, wobei mildernde Umstände zugebilligt worden waren. Allerdings ist diese Zubilligung mildernder Umstände dem Gericht, wie es betonte, angesichts der schweren Verfehlungen nicht leicht gefallen.
Frankfurt a. M. Die drei Rowdys, die, wie gemeldet, in einem Nacht-Casee einen Gast erschossen, einen Kellner schwer und einen Gast leicht verwundeten, wurden heute früh in einem anderen Casee verhaftet. Den tödlichen Schuß hatte ein Chauffeur abgegeben, der wegen schwerer Körperverletzung, wegen Diebstahls und Betrugs wiederholt vorbestraft ist.
Marburg. Zu einer schweren Schlägerei kam eS Abends in der zwischen Marburg und Haueda gelegenen Diemelmühle. Zwei Leute gerieten in heftigen Wortwechsel, der so ausartete, daß der eine den anderen mit einem stumpfen Gegenstand über den Kopf schlug. Der Unglückliche wurde so schwer verletzt, daß er mit einem komplizierten Schädelbruch ins Warburger St. Petri-Hospital überführt werden mußte, wo man sofort eine Operation an ihm vornehmen mußte.
Eisenach. Ein Offizier des Eisenacher Halb- bataillons des Reichswehr-Jnf.-Regts. 15 wurde in der vergangenen Nacht bei seiner Rückkehr in die Kaserne auf der Straße von mehreren Zivilisten angepöbell und niedergeschlagen. Passanten fanden den Offizier schwer verletzt auf der Straße liegend auf und brachten ihn in seine Wohnung. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur.
Kleingärten für Erwerbslose
Ein bemerkenswerter preußischer Erlaß.
Der preußische Minister für Volkswohlfahrt befaßt sich erneut in einem Runderlaß mit der Frage der Bereitstellung von Kleingärten für Erwerbslose. In Ergänzung seiner frü« heren Erlasse ordnet der Minister auf Grund der von dem Reichskommissar für die vorstädtische Kleinsiedlung inzwischen erlassenen Richtlinien an, daß die mit Hilfe der Reichsmittel eingerichteten Kleingärten nur solchen Pächtern überlassen werden dürfen, die einem dem Reichsverband der Klein- gartenoereine Deutschlands (RVKD.) angescblossenen Verein angehören oder sich verpflichten, in einen solchen einzutre- ten, oder sich zu einem dem RVKD. anzuschließenden Verein zusammenzuschließen, der bereit ist, die Gesamtpacht durch die zuständige Organisation des RVKD. ausüben zu lassen.
Es dürfte bei dem im Vergleiche mit den bisherigen Möglichkeiten einer geldlichen Unterstützung der Schrebergartenbewegung immerhin recht beachtlichen Geldbeträgen, die für die Anlage der Gärten zur Verfügung stehen, und angesichts des Stillstandes im Wohnungsbauwesen angängig sein, überall sämtliche Bewerber mit Land auszustatten. Das Bestreben muß aber weitergehen, und es muß versucht werden, auch solche erwerbslosen Familien zur Gartenarbeit her. anzuziehen, die sich etwa, weil „die Lebensmittel viel billiger, besser und bequemer auf dem Markt geschaffen werden kön- nen", oder weil ihnen angeblich die Unterstützung infolge der Einnahmen aus dem Garten möglicherweise einmal gekürzt werden würde oder aus ähnlichen Gründen noch von der Kleingartenarbeit fernhalten.
In manchen Fällen und Orten scheint ferner nach den bisherigen Berichten die Organisation des RVKD. noch mangelhaft oder gar nicht vertreten zu sein. Sie wird sich da alsbald zu entwickeln haben, damit vorstehende Anordnung tatsächlich durchführbar ist
Wenn jetzt öffentliche Mittel im größeren Betrage zur Verfügung stehen, so erscheinen die Vereine wiederum als die besten Verwalter dieses Geldes, indem sie sicherlich jeweils nicht mehr verlangen werden als das unbedingt Nötige, vorerst z. B. zur Anschaffung der Gartengeräte und Grenzpfähle, falls die Gemeinde sie nicht besitzt. Der Minister betont, daß es nämlich keineswegs so aufzufassen ist, als ob für jeden Kleingarten ohne weiteres 100 RM. über- wiesen würden. Vielmehr ist damit zu rechnen, daß ein Betrag von 100 RM. in den seltensten Fällen nötig ist, da man erfahrungsgemäß vielfach mit einem Viertel bis zur Hälfte dieses Betrages ausreickt. Verkäufliche Gegenstände, die mit den Reichsmitteln beschafft werden, bleiben zweck- mäßigerweise Eigentum der das Reichsdarlehen anneh- menden Gemeinde oder aber des Vereins. Die zehnjährige Tilgung der Darlehen erfolgt am besten durch entsprechende Bemessung der Pacht; auch daraus ergibt sich die Bedeutung der Niedrighaltung der Darlehen.
Der Minister bemerkt schließlich noch, daß, während worbandene Kleingärten für Zweck« der vorstädtischen Kleinsiedlung nicht in Anspruch genommen werden dürfen, bei diesen neuen Kleingärten durchaus in Erwägung gezogen werden kann, ob sie später ganz oder zum Teil durch Bebauung mit einem Wohnhaus und Uebertragung zu Eigentum an den bisherigen Kleingartenbesitzer in vorstädtische Kleinsiedlungen umgewandelt werden. Es kann dies bei der Auswahl, Anlage und Einzelgrößen der Gärten unter Umständen von Bedeutung sein. Ergibt sich schon hieraus der Wert einer sachgemäßen Mitarbeit der Vereine bei der Auswahl der Kleingärtner, so erscheint diese Mitwirkung auch bei der Auswahl der kleinen Siedler ganz besonders wertvoll; denn gerade solche Kleingärtner, die sich seit Jahren auf einem kleineren Grundstück erfolgreich betätigt haben, werden vielfach geneigt und geeignet sein, auch eine Siedlung mit Kleinhaus- und Kleintierzucht zu übernehmen, namentlich ältere Familienväter mit größerer Kinderzahl, die aus dem Arbeitsprozeß einmal ausgeschieden, mit einem Wiedereintritt in denselben vielleicht kaum rechnen. j
Bom Büchermarkt.
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