Die Mietsenkung
Die Neuregelung der Hauszinssteuer und der Woh- nungswirtschaft in der neuen Notverordnung wurde von Oberregierungsrat Durst in einer Rundfunkrede eingehend erläutert. Ueber die allgemein am meisten interessierende Frage der Mietsenkung führte der Redner aus:
Die Grundlage für eine Mietsenkung ist geschaffen durch die Herabsetzung des Zinssatzes für Aufwertungs- und fort* ftige Hypotheken in Verbindung mit der Neuregelung der Hauszinssteuer. Allerdings liegen die Verhältnisse bei Alt- und Neubauwohnungen so verschieden, daß es nicht möglich war, die Mietsenkung allgemein und gleichmäßig für all« in Frage kommenden Mißverhältnisse vorzuschreiben. Die Ursache für die unterschiedliche Behandlung der Alt- und Neubauten liegt darin, daß die Hauszinssteuer nur bei Altbauten erhoben wird. Die Hauszinssteuer ist abgestimmt auf die Höhe des Zinsfußes der Aufwertungshypotheken. Nachdem nunmehr der Zinsfuß der Aufwertungshypotheken statt auf 7% v. H auf 6 v. H. vom 1. Januar 1932 an festgesetzt wurde, konnte die Entlastung, die der Hausbesitzer auf diese Weise erfährt, zu einer gleichmäßigen Mietsenkung herangezogen werden. Das ist um so eher möglich, als den Vermietern von Altwohnungen durch die allgemeine Zinsherabsetzung in den zahlreichen Fällen eine weitere Entlastung zuteil wird, in denen sie nach der Stabilisierung der Währung auf die Altgrundstücke neue Hypocheken ausgenommen haben. Aus diesem Grunde wurde beim Altwohnraum eine gleichmäßige Senkung der Miete um 10 v. H. der Frie- densmiete vorgeschrieben. Diese Mietsenkung, die sowohl für die Altwohnungen, wie für die Mieten der gewerblichen Räume gilt, dürfte immerhin eine fühlbar« Entlastung bedeuten.
Grundsätzlich anders hingegen liegen die Dinge beim Neuhausbesitz. Eine Hauszinssteuer wurde beim Neuhaus- besitz nie erhoben. Hier stehen daher für eine Mietsenkung nur die Beträge zur Verfügung, die der Neuhausbesitz durch die Zinssenkung erspart. Diese Ersparnis ist aber im einzelnen Fall außerordentlich verschieden, da sowohl die Höhe Der Baukosten wie die Art der Finanzierung beim Neuhausbesitz fast in jedem Fall voneinander erheblich abweichen.
Hier mußte eine individuelle Lösung gefunden werden. Zweifellos wird dabei für die meisten Neubauwohnungen eine erhebliche Mietsenkung erfolgen können, die vielfach über die Mietsenkung bei Den Altwohnungen hinausgehen wird. Andererseits sind leider auch Fälle nicht ausgeschlossen, in denen eine Mietsenkung überhaupt nicht statt- finden.kann, weil alle Hypotheken zu einem besonders niedrigen Zinsfuß aufgenommen sind, oder weil die Hypotheken aus einer ausländischen Anleihe stammen, die der Zinsherabsetzung nicht unterliegt. Hier" wird indessen die Miete im allgemeinen auch niedriger liegen, als bei den anderen Neubauten. Soweit sich in diesen Fällen noch Härten ergeben, wird auf anderen Wegen ein« Entlastung der Mieter dieser Wohnungen zu suchen sein. Einen Ausweg ins Freie schafft, das darf nicht übersehen werden, bereits das außerordentliche Kündigungsrecht zum 1. April 1932.
Die GiitertansermSbismiM
Die Reichsbahnverwaltung hat ab 16. Dezember eine Ermäßigung des Expreßgutlarifs um 15 v. h. beschlossen. In der Rotverordnung war eine Ermäßigung des Expreß, guttarifs, den die Reichsbahn als einen Teil des petfonen- und Gepäckverkehrs betrachtet, nicht vorgesehen.
Die durch die Notverordnung veranlaßten Tarifermäßigungen werden umgehend bekanntgegeben werden. Sie wichtigsten Ermäßigungen betragen bei der Wagenladungs- klasse 5 bis 26,3 v. H., bei Stückgut 15 o. H., bei dem allgemeinen Kohlenausnahmetarif 12 v. H., bei den Gebühren für Privatgleisanschlüsse 10 o. H.
Stützung des GerstenmarNes
Die Lage auf dem inländischen Gerstenmarkt hat, insbesondere durch den starken Rückgang des Bierkonsums verursacht, zu Preisverhältnissen geführt, die eine Rentabilität des Gerstenbaues, insbesondere in Süddeutschland,aus-, schließen. Um dem Gerstenmarkt die entsprechende Stütze zu geben, war es notwendig, stärkere Absatzmöglichkeiten hierfür im Jnlande zu schaffen.
Die Reichsregierung hat sich deshalb entschlossen, durch eine Verordnung die inländische Gerste in die bisher nur für die Kartoffelflocken bestehende Kombination für die Einfuhr von ausländischer Gerste miteinzubeziehen. In Zukunft wird auch derjenige, der von der Getreide-Handels- Gesellschaft einen Doppelzentner Jnlandsgerste zur Viehfütterung bezieht, die Möglichkeit haben, dazu zum Zollsatz von 4 RM. 2 Doppelzentner Auslandsgerste einzuführen. Um eine mißbräuchliche Ausnutzung dieser Möglichkeiten zu verhindern, mußte die bisher bereits für Kartoffelflocken geltende zentrale Regelung auch auf den Bezug inländischer Gerste ausgedehnt werden. Infolgedessen hat es sich auch nicht ermöglichen lassen, den vielfach geäußerten Wünschen, den Interessenten den unmittelbaren Bezug der inländischen Gerste zu überlassen, Rechnung zu tragen. Der Aufkauf der inländischen Gerste und der Absatz an den letzten Verbraucher erfolgt auch hier durch Hmoel und Genossenschaften. Diese Aktion wird noch durch eine besondere Frachtverbilli- gung für die frachtlich besonders ungünstig liegenden Ueber« schußgebiete für inländische Gerste unterstützt werden.
Kampfansage Gandhis
Vrindisi, 16. Dezember.
Gandhi hat sich hier, um die Heimreise nach Indien orn- zutreten, eingeschifft. Vor seiner Abreise gewährte er dem Vertreter des „Giornale d'Jtalia" ein Interview, in dem er u. a. ausführte, daß die Rundkisch-Konferenz den endgültigen Bruch zwischen der indischen Ration und der englischen Regierung besiegelt habe. Er erklärte ferner, er kehre nach Indien zurück, um den Kampf gegen England wie früher wiederaufzunehmen. In diesem Kampfe komme der indischen Frau eine aktive Rolle zu.
Der indische Vizekönig hat eine Verordnung erlassen, die der Regierung der Vereinigten Provinzen weitgehende Vollmachten erteilt zur Bekämpfung des Ungehorsamkeits- feldzuges und der Steuer-verweigerung, und zwar durch Ver- sammlungsüberwachung, Befchlagnahmung von Häusern und Gebäuden für militärische Zwecke, Ueberwachung der Transportmittel, Haussuchungen usw.
Aus der Heimat.
Frühschluß am Heiligabend. Der Heiligabendfrühschluß war bei seiner Einführung im Jahr« 1929 und ist vielfach noch heute stark umstritten, da vom organisierten Einzel- Handel immer wieder behauptet wird, der frühere Ladenschluß am Heiligabend führe zu einer Verminderung der Umsätze. In den kürzlich erschienenen Berichten der Gewerbeaufsichtsbehörden für das Jahr 1930 wird nun überwiegend festgestellt, daß sich bei der Durchführung des Ge- setzes keine Schwierigkeiten ergeben haben. Auch ist, soweit Angaben vorliegen, kein Umsatzrückaang am 24. Dezember eingetreten. Der Bericht für den Regierungsbezirk Düsseldorf z. B. sagt darüber: „Das Gesetz über den 17-Uhr- Ladenschluß am Heiligabend ist, wie die Inhaber Dielte Ladengeschäfte zuaegeben haben, ohne daß ihnen hierdurch wirtschaftliche Nachteile erwachsen wären, reibungslos durchgeführt worden. Wie die in diesem Jahre gemachten Stichproben in einzelnen Bezirken ergaben, befanden sich selbst in den kleinen Lebensmittelgeschäften um 17 Uhr kein« Kunden mehr im Laden." Man kann also feststellen, daß sich der frühe Ladenschluß am 24. Dezember durchgesetzt hat. Auch jn diesem Jahre wird er sich reibungslos abwickeln und/ so mehr uno mehr zur Selbstverständlichkeit werden.
Hersfeld. (W i e w i r d das Wetter?) Ein sehr kräftiger Tiefdruckwirbel beherrscht die Witterung Europas. An seiner Südseite hat er warme Luftmaffen von Westen herangeführt, die am Dienstag bei uns einen Temperaturanstieg verursachten. An der Westseite des Wirbels strömen über Skandinavien kalte Polarluftmasten südwärts, jedoch wird dieser Kaltluftstromunser Gebiet streifen, sodaß der Temperaturrückgang sich bei uns in mäßigen Grenzen hallen wird. Es sind jedoch in ungünstigen Lagen Nachtfröste wahrscheinlich. — Vorhersage bis Donnerstag Abend: Zeitweise auf- heiternd, nachts stärkerer Temperaturrückgang, nur geringe Niederschlagsneigung.
Hersfeld. Der Staatliche Kreisjugendpflegeausschuß hatte für gestern Abend in die Aula des Gymnasiums zu einem Lichtb ilderv o r tr a g des Herrn Prokuristen Werner Pfasf eingeladen. In guten Bildern zeigte Herr Pfaff eine Wanderung durch das Riesengebirge, ferner die schönen Städte Hirschberg, Bad Warmbrunn, die Wintersportplätze Schreiberhau und Krummhübel, alles gekrönt von der Schneekoppe. Der feine Vortrag wurde trefflich umrahmt durch den Gesangverein Liederkranz unter seinem rührigen Dirigenten, Herrn Altvater.
Fulda. Infolge von Blutvergiftung verschied im Alter von 55 Jahren die Inhaberin des weithin bekannten Fischhauses Erb, Frau Witwe Funke, hier. Die Verstorbene hatte sich durch eine Fischgräte eine Verletzung an der Hand zugezogen, ihr aber anfänglich nicht die nötige Beachtung geschenkt Es trat Blutver giftung ein. Trotz einer im Landeskrankenhaus erfolgten Operation konnte die äußerst strebsame Frau nicht am Leben erhalten werden.
Schlächter«. In das Finanzamt Schlächtern wurde ein Einbruch verübt. Der in den Räumen stehende Geldschrank wurde mittels fünf Millimeteustarlen Bohrers angebohrt, wobei der Strom des Lichtnetzes verwandt wurde. Aus dem Schränk wurde ein Barbetrag von l20RM. entnommen. Steuerzeichen und Steuermarken ließen die Täter wohl nur deshalb liegen, weil sie gegen 7 Uhr bei der weiteren Tatausübung gestört wurden und die Flucht ergriffen. Ein Verfolger wurde mit der Pistole bedroht. Die Täter entkamen in der Richtung Breitenbach durch den Wald.
Malsfeld. Am Montag abend wurde hier ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt, der den Dieben reiche Beute brächte. Gegen 6 30 Uhr drangen Einbrecher in die Gastwirtschaft und Metzgerei von Fr. Gundlach ein und gelangten unbemerkt in daS Schlafzimmer. Dort entwendeten sie eine Kaffete die im Bett aufbewahrt wurde und über 500 Mark an Bargeld enthielt. Der zuständige Oberlandjäger nahm sofort die Ermittlungen nach den Dieben auf, die aber bisher noch ohne Erfolg geblieben sind. Die Täter müssen mit den örtlichen Verhältnissen gut vertraut gewesen sein.
Melsungen. Trotz aller Bemühungen der Aerzte und Schule sind die Diphtherieerkankungen als eine schleichende Seuche anzusprechen. Am 5. Dezember wurden vier Erkrankungen, und am 10. Dezember neun Fälle gemeldet. Vier Fälle bezogen sich auf eine Klasse, die einige Tage vorher vom Untersuchungsamt Magdeburg als bazillenfrei bezeichnet wurde.
Frankfurt a. M. Die Gattin des letzten Schwan- Heimer Bürgermeisters und jetzigen Magistratsrats Esser zog sich bei der Pflege ihrer Blumen durch einen Stich mit Kakteenspitzen eine Blutvergiftung zu, an deren Folgen sie jetzt starb.
Bodenfelde. Im benachbarten Lippoldsberg entstand durch Explosion einer Petroleumlampe in der Siemonschen Geflügelfarm ein Brand, der schnell um sich griff. 200 Hühner kamen in den Flammen um.
Marburg. Das Läuten der Feuerglocken versetzte die Bewohner von Rattingen in große Aufregung. Das Gehöft des Landwirts H. stand in hellen Flammen. Trotzdem die Wehr bald eingriff. konnte nicht verhindert werden, daß der ganze Hof ein Raub des Feuers wurde, Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt, die Ursache bisher noch unbekannt.
Mengershauseu. Gegen 7 Uhr früh brach in der Scheune der Witwe Wagner Feuer aus, das sich schnell ausbreitete und auf die Stallungen und Scheune des Landwirts Külmer Übergriff- Die Scheunen und Slallungeu beider Besitzer sowie der Dachstuhl des Wagnerschen Wohnhauses wurden vollkommen vernichtet. Das Vieh konnte gerettet werden, verbrannt sind große
wirkt wie gurgeln I beugt Erkältungen
Erntevorräte. Der Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein. Man nimmt Brandstiftung als Ursache des Feuers an, da am Abend vorher im Dorfe ein Handwerksbursche die Bemerkung gemacht hatte, daß in der Nacht noch irgend etwas passieren werde.
Göttingen. Zwischen Holzerode und Ebergützen verunglückte im Eislinger Tal der Käsereibesitzer Otto Jänicke aus Ebergötzen tödlich. Holzfuhrleute aus Sudershausen fanden einen Wagen mitten aus der Straße, den Weg versperrend, stehen. Sie schafften das Auto mit Hilfe ihrer Pferde zur Seite, ohne -zunächst zu bemerken, daß sich im Wagen eine verkohlte Leiche befand. Bei näherer Untersuchung stellten sie fest, daß der vordere Teil des Wagens in Ordnung war, dagegen der hintere durch Feuer vernichtet. In dem Wagen lag die Leiche, deren unterer Körperteil verkohlt. war. Der Oberkörper war merkwürdigerweise unversehrt. Man steht vor einem Rätsel und vermutet, daß der Wagen infolge Heißlaufens der hinteren Achse in Brand geraten ist. Landjäger und Staatsanwalt waren sofort zur Stelle, um die Untersuchung vorzunehmen, auf welche Weise der Tod des Jänicke eingetreten ist.
Stodentenftreik in Braunschweig
Braunschweig. 16. Dezember.
kürzlich halte der bulgarische Student Skojanoff, die deutschen Studentinnen beleidigt und im Fortgang der Dinge einen Zusammenstoß mit dem Vorsitzenden der Studenten- schast an der Technischen Hochschule gehabt, der ihn wegen seines ungebührlichen Auftretens zur Rede stellte, und den er dann einen „Sauboche" nannte. Da der Rektor der Forderung der Studentenschaft, den bulgarischen Studenten von der Hochschule zu entfernen, nicht nachgekommen ist, ist nun- mehr die Braunschweiger Studentenschaft in den Proteststreik getreten, der zunächst zwei Tage dauern soll.
Französische Kolonialpläne in China?
Am sich an Stelle Englands als Weltmacht zu etablieren...
Rew park, 16. Dezember.
Associated Preß verbreitet folgende Ausführungen des Washingtoner Evening Star: Aus Kanton eingetroffene Nachrichten werfen ein durchaus neues Licht auf die Lage i. China.
Diese Rachrichten sind indessen für wohlinformierte Kreise in Washington keine Aeberraschung, sondern sie bestätigen nur die Meldungen über eine französisch-japanische Verständigung, die darauf hinausgeht, Frankreich den Besitz einer chinesischen Provinz ruzusichern. Offenbar hält man in Frankreich den Augenblick für gekommen, sich an Stelle des britischen Imperiums als Weltmacht zu etablieren.
Die Franzosen glauben, daß sie neben ihrer mächtigen Armee und einem Goldbesitz, der größer als der jeder anderen Nation ist die Vereinigten Staaten ausgenommen — auch ein entsprechendes Kolonialreich benötigen.
In Kanton sind Meldungen eingelaufen, daß französische Truppen aus Jndochina die chinesische Grenze an mehreren Punkten überschritten haben, anscheinend in der Absicht, „Räuber zu verfolgen". Kanton beabsichtigt, in die dortige Gegend Truppen zu entsenden.
Unruhen in Nanking
Angriff der Studenten auf die Regierungsgebäude.
Ranking, 16. Dezember.
600 Studenten, die aus Peking kamen gaben ihrer Unzufriedenheit mit der Haltung der chinesischen Vertreter in den Verhandlungen über 'die mandschurische Frage dadurch Ausdruck, daß sie das Außenministerium stürmten und demolierten. Sie wandten sich hierauf zum Sitze der Parteizentrale, wo sie die Fensterscheiben einschlugen. Die zum Schuhe herbeieilende Polizei wurde von ihnen entwaffnet. Danach gingen sie zu einem Angriff gegen den Präsidenten der Provinzialregierung von Kwantung, Tschen- mingshu, der provisorisch die Geschäfte Tschiangkaischeks führt, über und belagerten das Regierungsgebäude, in dem auch die Führer der Parteien versammelt sind. Tschenming- shu selbst ist leicht verletzt worden. Zwischen den Studenten und der Polizei kam es zu einem heftigen Kampf, bei dem auf beiden Seiten Schüsse gewechselt wurden.
Nachträglich wird bekannt, daß bei der Zerstörung des Außenministeriums auch Teile des Gebäudes in Brand gesetzt wurden. Bei ihrem Zerstörungswerk brachten die Stu- denten vier Beamten schwere Verletzungen bei.
Der vorläufige Nachfolger TWaugkaischels
Nachdem das Zentralexekutiokomitee und das Zentral- kontrollkomitee der Kuomintang die Demission Tschiangkaischeks aus allen feinen Aemtern angenommen haben, wird der Präsident des Gesetzgebenden Rates Linsen einstweiliger Präsident der Chinesischen Republik. An seine Stelle tritt als Präsident des Gesetzgebenden Rates Tschen- mingfhu.
Kleiner Welt-Spiegel
Der österreichische Ministerrat beschloß die Ausprägung von Doppelschillingen mit dem Bildnis Goethes und Haydns im Jahre 1932.
In der Pariser Kammer wurde beantragt, In Zukunft den ehemaligen Präsidenten der Republik eine jährliche Dotation von 200 000 Francs zu gewähren; mit rückwirkender Kraft soll der Witwe eines Präsidenten der Republik oder seinen unmündigen Kindern die Hälfte dieser Summe zugebilligt werden.
Die politische Polizei in Rom gibt die Verhaftung dreier Anti- saschisten bekannt, die im Besitz von Material zur Herstellung von Bomben und Höllenmaschinen gefunden wurden Dieses Material wollen sie nach der amtlichen Mitteilung von Vertretern der .Antifaschistischen Konzentration" in Paris erhalten haben.
Bom Büchermarkt.
Wer lacht da? Wir Menschen sind komisch, schimpfen auf Fälscher und Betrüger, finden aber mitunter nichts so heiter wie deren Taten. Man denke nur an den Hauptmann von Köpinick. Da gibt eS jetzt wieder so einen Fall: Der neue „Woche"-Roman erzählt davon. Lesen Sie „Hunger nach Glück" von Friedrich Eisenlohr in der neuen „Woche". Ueberall für 50 Pfennig zu haben.