Allerlei Neuigkeiten
Zum Zusammenbruch der Bank für deutsche Beamte. In dem Strafverfahren, das aus Anlaß des Zusammen- bruchs der Bank für deutsche Beamte e. G. m. b. H. anhängig ist, hat jetzt die Strafkammer beim Landgericht I Berlin das Hsuptverfahren gegen die Kaufleute Alois Weber und Walter Treumann, den Makler Egon von Buchwald, den Kunstmaler Jack Kende und den Geschäftsführer Paul Höpfner eröffnet. Alois Weber ist angeklagt, sich in den Jahren 1925 bis 1929 fortgesetzter Bilanzverschleierung und des Verstoßes gegen die Zwecke der Genossenschaft schuldig gemacht zu haben. Dem Geschäftsführer Höpfner wird zur Last gelegt, Weber zu diesen Verstößen Beihilfe geleistet zu haben. Den Aimeklagten Treumann und von Buchwald wird fortgesetzter Betrug gegenüber der Bank, und dem Angeklagten Kende fortgesetzt« Beihilfe zu diesem Betrug vorgeworfen.
Ein rätselhafter Selbstmord. Gerüchten zufolge soll der Berliner Rechtsanwalt Dr. Lißner, der in seiner Wohnung mit einem Kopfschuß tot aufgefunden wurde, keinen Selbstmord begangen haben, sondern einem Mord zum Opfer gefallen sein. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei, die mit der Untersuchung des Falles beauftragt ist, haben jedoch noch keinerlei Anzeichen ergeben, die auf einen Mord schließen lassen. Die bisherigen Feststellungen sprechen im Gegenteil durchaus dafür, daß Rechtsanwalt Dr. Lißner sich selbst erschossen hat. Die Ursachen sind völlig ungeklärt. Dr. Lißner war wohlhabend. Er vertrat zuletzt Prof. Alsberg als Verteidiger Professor Deyckes im Lübecker Prozeß.
Rechtsanwalt Dr. Pagenkemper tot aufgefunden. Der Berliner Rechtsanwalt Dr. Pagenkemper, gegen den wegen Untreue und Unterschlagung von Mandantengeldern Haftbefehl erlassen wurde, da er zu dem anberaumten Termin nicht erschienen war, wurde in seiner Villa in Lichterfelde, Feldstraße 25, erschossen aufgefunden. Die Kriminalpolizei hatte von seinem Aufenthalt in seiner Villa Kenntnis erhalten und umstellte frühmorgens mit Unterstützung eines Ueberfallkommandos die Villa. Gerade in dem Moment, als die Kriminalpolizei in das Haus Einlaß begehrte, hörte sie aus dem 1. Stock einen Schuß und stellte nach gewaltsamem Eindringen in die verbarrikadierte Villa fest, daß sich der Gesuchte durch einen Schläfenschuß getötet hatt«.
Großfeuer an der Berlin-Hamburger Bahn. Die an der Berlin-Hamburger Bahn gelegene Ortschaft Glöwen wurde von einem Großfeuer yeirngesucht. Kurz nach 19 Uhr ging
das unmittelbar an der Bahn gelegene Häckselwerk der Firma Paul Strunk in Flammen auf. Verbrannt sind etwa 3000 Zentner Stroh, 700 Zentner Häcksel und sämtliche Maschinen. Infolge des Funkenfluges wurde auch ein großer Holzlagerplatz in Brand gefetzt, der große Bestände von Grubenholz enthält. Der Zugverkehr erlitt erhebliche Verspätungen. Der gewaltige Feuerschein war im Umkreis von über 50 Kilometern sichtbar. Die Brandursache konnte noch nicht ermittelt werden. Man vermutet, daß es sich um einen Racheakt politischer Gegner handelt, denn der Besitzer des Werkes und sein Sohn gehören der NSDAP. an und sind wiederholt bedroht worden.
Augunfall. Wie die Reichsbahndirektion Nürnberg mit- teilt, fuhr auf dem Bahnhof Oberhaid auf der Strecke Bam- berg—Schweinfurt—Würzburg der Personenzug 285 auf den Nahgüterzug 8344 auf. Zwei Wagen des Güterzuges wurden völlig zertrümmert. Ein weiterer Wagen fiel um. Ein Reifender des Personenzuges 284 hat sich als verletzt gemeldet.
Neues Schiffsunglück in der Ostsee. In der Ostsee haben sich neue Schiffsunglücke ereignet. So ist u. a. der schwedische Motorsegler „Jda" aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem Wege von Wisby nach Stockholm mit seiner fünf Mann starken Besatzung untergegangen. Verschiedene Schiffsteile des Motorseglers sind an Land geschwemmt worden.
Illit der Stopfnadel die Wunde zugenähl. In Horsens traf der deutsche Dampfer „Brechsee" der Hamburger Reederei Schumann ein. Der Kapitän berichtet, daß er eine sehr gefahrvolle Reise hinter sich habe. Er sei in schweren Sturm geraten. Plötzlich, unmittelbar vor der Küste, habe sich ein schwerer Unglücksfall ereignet. Eine Scheibe des Navigationsraums fei von einer Sturzsee eingedrückt worden. Alle Seekarten, die Schiffspapiere und ein Teil der Kantinenkasse sowie die Apotheke des Schiffes feien mitge- riffen worden. Der Kapitän sah plötzlich, wie ein Matrose von der See gefaßt und gegen einen eisernen Balken geschleudert wurde. Der Kapitän sprang sofort hinzu und verhinderte, daß der Mann in die See stürzte. Es erwies sich, daß der Mann eine schwere Kopfwunde erhalten hatte. Dem Kapitän blieb nichts anderes übrig, als den Mann sofort zu operieren, d. h. in Ermangelung von irgendwelchen Apothekersachen ihm mit einer Stopfnadel und Bindfaden die Wunde zuzunähen. Ueberraschenderweise gelang die Operation. Das Befinden des Matrosen soll gut sein.
Elli Beinhorn in Aonstantinopel. Die Fliegerin Elli Beinhorn ist auf dem Flugplatz in Konstantinopel gelandet.
Das größte Denkmal der Welt.
Wie die sowjetamtliche Telegraphenagentur mitteilt, ist in Leningrad beschlossen worden, im Hafen eine Lenin- Statue zu errichten, die mit einer Höhe von HO Meter das größte Denkmal der Welt werden soll. Ihre Errichtung im Hafen und ihre gleichzeitige Verwendung als Leuchtturm läßt erkennen, daß man offensichtlich dabei das amerikanische Beispiel der Freiheitsstatue im Hafen von New Uork im Auge hat. Die Arbeiter und Angestellten sind angewiesen, einen Teil ihres Einkommens in einen besonderen Fonds einzuzahlen, der für dieses Denkmal geschaffen wurde.
Ein menschenfreundliches Werk.
Der New Porter Zeitschriftenverleger Mc Fadden beabsichtigt, ein Gasthaus für Arbeitslose und Hilfsbedürftige zu eröffnen, in dem Speisen und Getränke — soweit solche erlaubt sind — für den Preis von einem Cent (4 Pfg.) abgegeben werden sollen. Suppe, Kaffee. Brot und verschiedene Gemüse — Mc Fadden ist Vegetarier — werden zum Preise von je einem Cent erhältlich sein, so daß der Preis einer Mahlzeit, sich auf etwa 5 Cents stellen dürfte. Dieser Preis, der selbstverständlich die Unkosten nicht deckt, soll erhoben werden, damit die Besucher des Gasthauses nicht die Empfindung haben, daß sie hier reine Wohltätigkeit in Anspruch nehmen. Die Gasträume werden Platz für ungefähr 1500 Personen bieten.
Volkswirtschaft
^.?^enturse: Dollar 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund 13,66 13,70, holländische Gulden 169,93 170,27, " Belqa (Belgien 58,49 58,61, italienische Lira 21,28 21,32, dän. Krone 75 17 Krone 74,68 74,82, franz. Franken 16,48 16,52, tAech. Krone 12,47 12,49, schweiz. Franken 81,77 81,93, span' Peseta 34,61 34,69, schwed. Krone 75,17 75,33, österr. Schilling 58,94 59,06.
Berliner Produktenbörse.
, .A"d.er, Berliner Produktenbörse blieb am Dienstao die Um- satztatigkeit sehr eingeschränkt. Die Notierungen waren am Markt der Zeitgeschäfte unverändert bzw. leicht abgeschwächt. In Weizen war das Angebot sehr gering. Mehl hatte kleines Ge- fchaft. Auch der Hafermarkt blieb sehr eingeschränkt.
Weizen, märk. Roggen, märk. Braugerste Futtergerste Hafer, märk. Weizenmehl
Notierungen vom S. Dezember: 217—219 Ackerbohnen 16,50—18,00 194—197 Wicken 17,00—20,00 154—165 Erdnußkuchen 12,30—12,40 149—153 Erdnußkuchenmehl 12,40—12,50 134—142 Rapskuchen —
27,50—31,75 Leinkuchen 12.40—12.90
Infolge Notverordnung kann die
Deutschnationale Kundgebung
heute Abend
nicht
stattfinden. Sie muß verschoben werden. Nähere Bekanntgabe folgt noch. Alle ausgegebenen Karten __________—- behalten ihre Gültigkeit.
Deutschnationale Volkspartei Hersfeld
Theaterring Bad Hersfeld
Dritte Abormements-Aufführung vom Landestheater des Bühnen- volksbundes in Frankfurt am Main
Freitag, den 11. Dezember 1931
abends 8 Uhr in der Turnhalle
Ludwig Thoma-Rbend
3 einaktige Komödien: „Walbfrieden" — „Die kleinen Verwandten" - „Lottchen's Geburtstag"
Preise für Nichtabonnenten: Sperrsitz 2.50 RM., 1. Platz 2.00 RM, 2. Platz 1.50 RM., 3. Platz 1.00 RM., Schülerkarten 0.50 RM.
Alle Plätze sind uumerierte Sitzplätze, Stehplätze sind weggefallen. Die Nichtabonnenten erhalten die Karten bis zum Freitag, den 11. Dezember abends 5 Uhr in den beiden Buchhandlungen Webert und Westphal und auch abends am Eingang des Saales.
Auch die Mitgliederversammlung vorher wird verschoben.
H. W- V.
deute Abend
20.30 Uhr im Stern.
Krieger Ä Verein
Hersfeld.
3ur Unterstützung
notleidender Familien ehemaliger Vereinsmitglieder bitten wir unsere Kameraden,
entbehrliche, gebrauchte Lachen
(Kleidungsstücke, Wäsche, Schuhe etc.) zur Verfügung zu stellen. Abzugeben beim Kameraden P i n g e l, Johannesstraße 3.
Der Vorstand.
+ Bruchleldende +
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Hersfeld im Hotel zur Sonne am Freitag, den 11. Dezember von 9 bis 12 Uhr,
Bebra im Bahnhof-Hotel Schlüter, am Freitag, den 11. Dezember von 2—6 Uhr.
Der Erfinder und alleinige Hersteller.'
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Nachmittags 4 Ahr (Turnhalle)
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„Der Dauer und sein Knecht". — „Knüppel aus dem Gack".
Preise für Kinder und Erwachsene: 1. Platz 50 Pfg., 2. Platz 30 Pfg.
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