Allerlei Neuigkeiten
Dampfer gestrandet. Der Flensburger Dampfer „Mild- burg" ist in der Nähe der Insel Oeland in der Ostsee gestrandet. Zwei schwedische Bergungsdampfer sind bereits an der Strandungsstelle eingetroffen. Obwohl das Schiff schwer leck ist, da Maschinen und Laderäume unter Wasser stehen, ist die 19köpfige Besatzung noch an Bord, und man hofft, den Dampfer wieder freizubringen.
Wegen Wechselfälschungen in den Tod? Zwei Selbstmorde haben, wie aus Wuppertal berichtet wird, zur Aufdeckung unlauterer Vorgänge bei einer Wuppertaler Kohlenhandlung geführt. Von etwa 14 Tagen beging ein Angestellter der Firma Selbstmord. Acht Tage darauf vergiftete sich die Kontoristin. Bei den Nachforschungen ist man nunmehr Wechselfälschungen in Höhe von 70 000 bis 100 000 Mark auf die Spur gekommen. Einer der beiden Besitzer der Kohlenhandlung ist flüchtig, seit die Untersuchung auf ihn ausgedehnt wurde.
Ein Geldraub aufgeklärt. Anfang November war aus einem Kolonialwarengeschäft in Trier eine Kassette mit 000 Mark in bar und Wertpapieren geraubt worden. Nunmehr wurde in Luzern der Täter ermittelt und von der schweizerischen Kriminalpolizei verhaftet. Es handelt sich um den 22jährigen Wanderburschen Schulze aus Witten- berge, der am Tage vor dem Raube aus dem Gefängnis in Luxemburg entlassen worden war.
Seinen Stiefvater erschlagen. In Dortmund-Hörde kam es zwischen dem Arbeiter Franz Golgowski und seinem Stiefvater, dem 47jährigen Invaliden Franz Groß, zu einem Streit, in dessen Verlauf Golgowski zu einem Handbeil griff und seinen Stiefvater dreimal so heftig auf dem Kopf schlug, daß er kurz darauf starb. Der Täter stellte sich der Polizei.
Eine ganze Familie ermordet. In einem Dorfe bei Lemberg wurde von unbekannten Tätern die ganze Familie des Schankwirts Seifert mit einem Beil erschlagen. Es handelt sich um den 60 Jahre alten Seifert. seine Frau, die 22jährige Tochter und den 17 Jahre alten Sohn. ~ -
Vom Untermieter erschossen. Bei einem Auftritt mit seiner Ehefrau, die er mit einem Messer bedroht hatte, wurde in der Nacht in Bremen ein 40jähriger Schlossergeselle von dem Untermieter der Ehefrau, einem 28jährigen Heizer, durch einen Schuß in den Kopf getötet. Der Täter hat sich der Polizei gestellt. Die Eheleute lebten seit einigen Monaten getrennt. Der Mann war erst am Sonnabend von auswärts nach Bremen zurückgekommen.
Letriigerische „Geikterwelt"
Der geheimnisvolle Tod der Kunsimalerswikwe Grönwald.
Berlin, 1. Dezember. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den in Untersuchungshaft befindlichen Schriftsteller Meyro- witz, der sich auch Ehringhausen nannte, gegen die Schriftstellerin Fahrenkamp und eine Frau Hartog Anklage wegen Urkundenfälschung und Betruges erhoben. Es handelt sich dabei um Personen, die die spiritistischen Neigungen der kürzlich verstorbenen 70jährigen norwegischen Kunstmalerswitwe, Frau Grönwald, dazu benutzten, um ihr Geld zu entlocken. So hat Meyrowitz, nachdem er der 70jährigen Witwe ein Gedicht überbrachte, das mit dem Namen „Der liebe Berndt" dem Vornamen des verstorbenen Kunstmalers Grönwald, unterzeichnet war, Frau Grönwald 15 000 Mark entlockt. Er hatte ferner einen „deutschen Minnebund" gegründet, in dem mit der Geisterwelt in Verbindung getreten werden sollte. Auch in einem dazu gegründeten „Ma- rienbund" sollten die Geister Verstorbener zu Rate gezogen werden.
Mtlicbr Bekanntmachungen.
Viehseuchenpoilzeiliche Anordnung.
Zum Schutze gegen Maul- und Klauenseuche wird auf Grund der §§ 18 ff des Viehfeuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (Relchsgesetzbl. S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten der § 1 meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 2. November 1931 (Kreisblatt No. 257) wie folgt abgeändert:
a) Gpeerbezirt im Sinne dieser Anordnung ist der Teil des Ortes Antekhaun links der Haune. Die Bahnlinie bildet die Grenze,
b) Deobachtungsgeblet im Sinne dieser Anordnung sind Ort und Gemarkung Unterhaun,
c) Erweiterte Beobachtungsgebiete im Sinne dieser Anordnung sind zur Zeit nicht vorhanden.
§ 2
Die vollständige, hiernach erlassene Viehseuchen- polizeiliche Anordnung vom heutigen Tage ist in der Gemeinde Unterhaun ortsüblich durch Aushang bekanntgemacht worden und kann auf dem Bürgermeisteramt daselbst oder bei mir eingesehen werden.
Hersseld, den 1. Dezember 1931. Der Landrat.
Bruchleidende!
Kommen Sie zu mir! ich lege Ihnen meine Bandage an, damit Sie an sich feststellen, daß meine von unten wirkende durch 2 Deutsche R.-Patente geschützte
Reform-Kugelgelenk-Bandage hre Brüche — auch schwere — sicher xurückhält I Bücken, Strecken, Husten, Heben etc., muß Sie überzeugen, daß die Lieferung von über 11 000 Stück in kz. Zeit wohl begründet ist. Ohne Feder, Gummi od. Schenkelriemen, bequem und unauffällig. Aerztlich begutachtet und empfohlen. Täglich Dankschreiben. Bruchleidende, Blinddarmoperierte u. Interessenten (bes. Korpulende) für Maß- T _ *L L * _J _ und Herrengürtel (Figurverbesserer) wenden sich kostenlos am Freitag, 4. Dez. in Hersfeld, Hotel Deutsches Haus von 2—5 Uhr an den Erfinder u. Alleinherst.: Paul Fleischer, Freisbach/Pfalz, handelsgerichtl. eingetrag. Spez.-Bandagen-Fabrik.
kesirnertriige w °tä 19
ArUJlVllUUyV ß. Funks Buchbruckerei.
Die Staatsanwaltschaft hat auch das Ermittlungsverfahren wegen des Todes der Greisin noch nicht abgeschlossen. Ein noch nicht ermittelter Bekannter Frau Grönwalds hakte sie aufgefordert, 10 Tage lang, ohne zu essen, zu knien und zu beten. Erst dann würde sie mit dem Geist ihres verstorbenen Mannes in Verbindung treten können. Die alte Frau ist dabei an Entkräftung gestorben. Eine Anzahl von Personen, vornehmlich Schriftsteller und Schriftstellerinnen, werden nun als Beschuldigte vernommen, ohne daß die Staatsanwaltschaft bisher ausreichendes Material zur Klageerhebung erlangen konnte. Frau Grönwald soll um weitere 100 000 Mark geschädigt worden sein.
Ein Betrüger, der Schriftsteller Wistube, der von ihr Gelder erschwindelt hatte, ist bereits vor einigen Wochen vom Schöffengericht Berlin-Mitte zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis verurteilt worden.
Der Einbruch ins Reichsversicherungsamt
Berlin, 1. Dezember. Bei dem schweren Geldschrank- einbruch, der in der Nacht im Reichsversicherungsamt verübt wurde, fielen den Dieben nicht, wie zuerst gemeldet, 40 000 RM, sondern nur 22 000 RM in die Hände, da der Kassierer am Tage zuvor rund 18 000 RM Lohngelder mehr aus- gezahlt hatte, als ursprünglich angenommen wurde. Die Nachforschungen nach den Tätern sind bisher ergebnislos.
Dreifacher Mord
Amsterdam, 1. Dezember. 3n einem Walde bei dem in der Nähe der holländischen Grenze liegenden Ort Put- broek, wurden die Leichen dreier junger Leute vergraben aufgefunden. Die drei jungen Männer, die in Putbroek wohnten, sind von unbekannten Tätern erschossen worden. Verschiedene Einwohner hatten am Abend etwa 20 Schüsse gehört. Da in den Wäldern häufig Wilderer ihr Unwesen trieben, maß man diesem Umstand zunächst keine besondere Bedeutung bei. Erst als die drei jungen Leute vermißt wurden, nahm die Polizei eine Durchsuchung vor, die zur Auffindung der Leichen führte.
Rauschgistprozetz in Bafel
In Basel wurde in einem großen Rauschgift-Schmuggel-Prozeß die Abgabe von 250 Kilogramm Heroin unter falscher Bezeichnung durch einen Chemiker Dr. Müller an den Züricher Kaufmann Regli behandelt. Regli hat das Rauschgift dann nach Uebersee weiterverkauft. Eine Reihe Mithelfer stand gleichfalls vor Gericht. Dr. Müller wandte nur ein, er habe auf Grund eines seinerzeit niedergeschlagenen Prozesses geglaubt, die von ihm hergestellten Morphium- präparate seien nicht verboten. Weiter betonte er, er habe die Betäubungsmittel nur an Regli gegeben, weil er gewußt habe, daß sie nach Uebersee geschickt würden.
Der Chemiker Dr. Mülle r-Basel, gebürtig aus Dreifach (Baden), erhielt neun Monate Gefängnis und eine Buße i>on 20 000 Franken, der Chemiker Dr. R a u ch-Genf, gebürtig aus Lahr (Baden), vier Monate Gefängnis und 10 000 Franken Buße, der Tessiner Wirt Ballinari sechs Wochen und 10 000 Franken Buße. Gegen Dr. Diepenhorst, Frei- bürg i. Br., wurde das Verfahren in Abwesenheit eingeleitet Eine von Frau Dr. Müller gestellte Personalkaution von 3000 Franken wurde als verfallen erklärt. Sie, sowie die weiteren Angeklagten Wirz und Weidmann wurden freigesprochen. Die Verurteilten müssen gemeinsam die Kosten des Verfahrens in Höhe von 20 000 Franken tragen.
■ getr. Pflaumen "^ 27» |
| 8g. Schnittbohnen Dose 45 % D
H. W. V.
Herbst-
Hauptversammlung
Mittwoch, den. 9. Dezember
20.30 Uhr i m Stern.
Der Vorstand
□[]• ../ r in reicher Auswahl
VlSltkarten z. Sunks Buchdruckern
Gehelmsitzung ausgehoben
Freiburg (Schlesien), 1. Dezember.
Anker dem Namen einer Bauarbeikerkonferenz fand hier eine Geheimsitzung der mitkelschlesischen Funktionäre des Rotfrontkämpferbundes stakt. Die Landeskriminalpolizei in oreslau hatte von dieser Sitzung Kenntnis bekommen und veranlaßte die Aufhebung der Sitzung. 43 Funktionäre des Rotfrontkämpferbundes wurden verhaftet und dem Gerichts- gefängnis zugeführt.
Volkswirtschaft
Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund 14,73 14,77, Holl. Gulden 168,63 169,27, Belga (Belgien) 58,49 58,61, ital. Lira 21,68 21,72, dän. Krone 81,17 81,33, norm. Krone 80.02 80,18, franz. Franken 16,47 16,51, tschech. Krone 12,468 12,488, schweiz. Franken 81,52 81,68, span. Peseta 35,56 35,64, schweb. Krone 82,42 82,58, österr. Schilling 58,94 59,06.
Berliner Produktenbörse.
An der Berliner Produktenbörse vom Montag blieb das Angebot an promptem Brotgetreide weiter gering. Der Roggenpreis konnte sich um 1 Mark befestigen. Die Notierungen für Weizen waren unverändert. Dagegen konnten am Markt der Zeitgeschäfte beide Brotgetreidearten um 2—2% Mark anziehen. Mehl war unverändert still. Hafer stetig.
Notierungen vom 30. November:
Weizen, märk.
223—226
Ackerbohnen
16,50—18,00
Roggen, märk.
198—200
Wicken
17,00—20,00
Braugerste
160—170
Erdnußkuchen
12,90—13,10
Futtergerste
155—159
Erdnußkuchenmehl
12,80—13,00
Hafer, märk.
143—148
Rapskuchen
—
Weizenmehl
28,00—32,00
Leinkuchen
13,40—13,60
Roggenmehl
26,90—29,20
Trockenschnitzel
6,10—6,20
Weizenkleie
10,00—10,50
Sojabohnenschrot
Roggenkl. fr. Bln.
10,50—11,00
ab Hamburg
11,10
Viktoriaerbsen
23,00-30,00
ab Stettin
11,80
Futtererbsen
17,00—20,00
Kartoffelflocken
—
Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats November auf 131,9 gegenüber 133,1 im Vormonat; der Rückgang beträgt somit 0,9 v. H.
Frankfurter Viehmarkt vom 30 November. Der Auftrieb des Hauptmarktes bestand aus 1619 Rindern, darunter 358 Ochsen, 171 Bullen, 580 Kühen, 471 Färsen, ferner 359 Kälbern und 191 Schafen, 5318 Schweinen darunter 269 aus Litauen. Verglichen mit dem Auftrieb des letzten Hauptmarktes waren 29 Rinder, 473 Schweine, 104 Schafe mehr angetrieben, dagegen standen 163 Kälber weniger zum Verkauf. Notiert wurden Ochsen al) 30-33, a2) 26—29, b1) 22-25 Bulleu a) 27-30, b) 22—26, Kühe a) 23—26, b) 20 bis 22, c) 14—19, Färsen a) 30-33, b) 26—29, c) 22—25, Kälber bt 39-42, c) 34-38, d) 28—33, Schafe al) 24-27, b) 20—23, Schweine b) 45—47, c) 43—46, d) 41—45, e) 38—44, Sauen und Eber 34—38. Verglichen mit den Preisen des letzten Haupt- marktes waren Ochsen und Kälber je 2 M, Schafe und Schweine je 1 M. niedriger, während Bullen und Kühe ihren Preisstand behaupten konnten. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand, Kälber und Schafe schleppend, geräumt, Schweine schleppend, Ueberstand.
Mittwoch, 2. Dexbr.
abds. 8V2 Uhr
Monaisver- sammlung
bei Kamerad Landgraf (Hanf sack).
Der Vorstand
Pupponsdiufio und Gfrümpfo in großer Auswahl lll. Hirschhäuser Klausstraße 19.
Reinrassige deutsche
Schäferhlindin
(sehr wachsam) sofort preiswert zu verkaufen
Willy Hild
Neumarkt 29
Ursprunosscheine
für Wild
l. Funk’s Buchdruckerei
Güstmoster!
Die Aepfel sind trocken oder zähe geworden dazu viel teurer Sie ergeben nur noch etwa 8A der Saftmenge vom Okt., während Kraft- und Zeitaufwand für Feinmahlen und scharfes Auspressen sogar merklich größer sind. Der Saft ist aber umso voller, „wieOel", wasserärmer, und kann stark verdünnt werden. Deshalb kostet das Fix- und Fertigmachen von Mittw. 2. 12. an
20 Pfg. je Liter entsprechend 15 Pfg. für den Inhalt der 8/< I-Fl. Zur Handreichung müssen zwei Helfende mitkommen.—Vor- ausbestellungen auf fertigen Süßmost in eigenen oder von mir gelieferten Flaschen ober Korbflaschen (Luftdicht ver- schlc ff n, jahrelang haltbar) werden bereits angenommen. Der
Fertigpreis gefüllter Flaschen liegt z. Zt. noch zwischen 60 u. 45 Pfg. je nach Größe des AuftragS. Literfl 80-65 Pfg. Näheres mündlich oder schriftlich.
HerSfelber Güstmost- Zentrale (Karl Mann)
Iohannest. 3, n. Gärt. Roth.
Fußmatten
BOrsienmacherei Hartmann lUepDier
Uffhäuserstraße 11.