Allerlei Neuigkeiten
Die Beisetzung des Generaldirektors Stimming. In Bremen fand bei Anwesenheit von Vertretern der Reichsund Staatsbehörden, der preußischen Regierung, der Freien Hansestädte Bremen und Hamburg, aus Schiffahrtskreisen, Handel und Industrie und einer großen Anzahl privater Persönlichkeiten die Beisetzung des Generaldirektors des Norddeutschen Lloyd, Geheimrat Stimming, statt. Zunächst fand in der Villa des Verstorbenen eine kurze Trauerfeier statt, an die sich in der Kapelle des Riensberg-Friedhofes die offizielle Trauerfeier anschloß.
Das Hauensteiner Sprengunglück durch Fahrlässigkeit verursacht. Die Untersuchung über die Ursache des schweren Explosionsunglücks in dem Hauensteiner Steinbruch, das sechs Todesopfer forderte, hat ergeben, daß das Unglück durch grobe Fahrlässigkeit, die in mangelhafter Absperrung und mangelnder Vorsicht nach dem ersten Sprengschuß erblickt wird, verschuldet wurde. Nach Ansicht eines Sachverständigen wäre die Gemeinde Hauenstein verpflichtet gewesen, die notwendigen Absperrungsmaßnahmen durchzu- führen.
Zwei Bergleute tödlich verunglückt. Auf der Zeche „Fürst Leopold" in Hervest-Dorsten ereignete sich ein schwerer Grubenunfall, bei dem zwei Bergleute ums Leben kamen. Die beiden Bergleute waren mit Verbauen beschäftigt, als sich plötzlich aus dem Hangenden ein schwerer Gesteinsblock löste und die Arbeiter unter sich begrub.
Verhaftung eines Oberstadtsekretärs in Köln. Bei einem Oberstadtsekretär in Köln, der bei der Beratungsstelle der Arbeitslosenfürsorge des Wohlfahrtsamtes beschäftigt war, ist festgestellt worden, daß er in unzulässiger Weise Wohlfahrtsunterstützung auf den Namen früherer Unterstützter an einen Nichtberechtigten in vorläufig festgestellter Höhe von 849 Mk hat auszahlen lassen. Der Oberstadtsekretär ist von der Kriminalpolizei in Haft genommen worden.
Dampfkessel in die Luft geflogen. Im Brauereibetrieb des Brauhauses in Brieg explodierte einer der beiden Dampfkessel. Das Kesselhaus wurde vollkommen zerstört. Der Heizer Przibilla wurde durch die aufgerissene Wand des Kesselhauses etwa 20 Meter weit auf den Hof geschleudert. Er war sofort tot. Seine Frau, die ihm gerade das Mittagessen brächte, wurde schwer verletzt.
Mord und Selbstmord. Der Schlächter Albert Ernst und seine Verlobte Marie Toedter, beide aus Göttingen, die seit einigen Tagen vermißt wurden, sind nunmehr im Göttinger Walde tot aufgefunden worden. Ernst hatte, wie die Ermittlungen ergaben, das Mädchen erschossen und sich dann durch einen Kopfschuß selbst getötet.
MatusLka klagt gegen eine Zeitung. Der Eisenbahn
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attentäter Sylvester Matuschka hat eins Presseklage gegen die „Arbeiterzeitung" in Wien angestrengt, weil sie eine von ihm verlangte Berichtigung, die sich gegen die Behauptung wendete, daß er Weißgardist gewesen sei, nicht veröffentlichte. Die „Arbeiterzeitung" ist jetzt in vier Punkten verurteilt worden, diese Berichtigung zu bringen.
Tödlicher Flugzeugabsturz. Auf dem Flugplatz von La- wiza bei Posen ereignete sich eü schweres Flugzeugunglück. Ein Flugschüler, der mit seinem Flugzeug Probeflüge machte, bemerkte einen Motordefekt und versuchte, mit dem Fallschirm abzuspringen. Der Fallschirm blieb jedoch am Apparat hängen, so daß der Flieger sich nicht retten konnte und mit dem Flugzeug zur Erde stürzte. Er war sofort tot.
Hoovers Schwager verhaftet. In dem Städtchen Santa Monica bei Los Angeles in Californien wurde der dort ansässige Schwager des Präsidenten Hoover mit Namen Leavitt verhaftet. Er wurde von einem Polizisten festgenommen, als er gerade durch eine Hintertür ein Delikatessengeschäft mit 19 Flaschen Whisky verlassen wollte. Auch der Geschäftsinhaber wurde in Haft genommen. Nach langen Auseinandersetzungen wurden sie jedoch beide gegen eine Sicherheit von je 250 Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Vorfall hat in ganz Amerika riesiges Aufsehen erregt.
Westorange errichtet ein Edison-Denkmal. In Westorange hat sich ein Ausschuß für die Errichtung eines Edi- son-Denkmals gebildet. Das Denkmal wird schätzungsweise 10 Millionen Dollar kosten.
Seine Tante ermordet und beraubt
Berlin, 12. November. 3m Stadtteil Moabit wurde die 61 Jahre alte Frau Marie Schimmelpfennig in ihrer Wohnung erdrosselt aufgefunden. Alle Schränke und Behältnisse der Wohnung waren durchwühlt. Soweit bisher feststeht, sind 200 Mark geraubt worden. Als Täter kommt der Neffe der Ermordeten, Ernst Thiemek, in Betracht. Er hatte seine Tanke auf der Straße getroffen und war danach mit ihr in die Wohnung gegangen. Kurze Zeit später verließ Thiemek die Wohnung. Hausbewohnern erklärte er, daß er einen Arzt holen wolle, da feine Tante ohnmächtig geworden sei. Thiemek ist flüchtig.
Liibeüer Prozeß
-n der Mittwochverhandlung im Calmette-Prozeß wurde mit der Vernehmung Dr. Möglings fortgefahren, der sich kurz zu den einzelnen Krankheitsfällen äußert, und zwar insbesondere dahingehend, ob eine Fütterungstuberkulose und ein Zusammenhang zwischen der Krankheit und der Fütterung bestanden habe.
Bei der Vernehmung des Sachverständigen über den
Bekanntmachung!
Wir geben unseren Stromabnehmern hierdurch bekannt, daß wir ab
11. November 1931 unter
Hersfeld Nr. 622
an das Fernsprechnetz angeschloffen sind.
Die bisherigen Diensträume im 3. Obergeschoß der ehemaligen Kriegsschule find ab 11. November 1931 im Erdgeschoß des rechten Flügels untergebracht.
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Büro Hersfeld (früher KrelSelettrhitätsamt Hersfeld).
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Krankheitsbefund eines Kindes weist plötzlich der Vater dieses Kindes darauf hin, daß er im Kampfe mit dem Gesundheitsamt in Lübeck liege, weil dieses und die Aerzte behaupten, die Verkrüppelung des einen Beines seines Kindes sei durch einen Fehler Dr. Genters bei der Operation her», vorgerufen worden. „Das ist nicht wahr", sagt der Vater, .es muß doch klar erwiesen sein, daß die Verkrüppelung vom Calmette-Mittel stammt." Als Oberstaatsanwalt Lie- nau bestätigt, daß hier als zutreffend angesehen werde, daß in diesem Falle ein Zusammenhang mit der Fütterung bestehe, beruhigt sich der Nebenkläger allmählich. Eine längere Erörterung entspinnt sich dann über die Beweisanträge, worauf die Vernehmung Dr. Möglings fortgesetzt wird.
Das Königlich Schwedische Gesundheitsamt in Stockholm erklärt brieflich auf eine Anfrage der Staatsanwaltschaft, daß in Schweden Tierversuche zur Prüfung des Calmette- Verfahrens schon seit drei bis vier Jahren regelmäßig statt- finden. Die Impfung sei in Schweden nicht gesetzlich geregelt, die Kulturen würden aber von anerkannten Bakteriologen gezüchtet und von ihnen auch die Impfpräparate Her- geste llt.
Volkswirtschaft
Devisenkurse. Dollar 4,209 (Geld), 4,217 (Brief), engl. Pfund 15,94—15,98, yollitnd. Gulden 169,83—170,17, Belga (Belgien) 58,66—58,78, italten. Lira 21,78—21,82, dän. Krone 90,41—90,59, norm. Krone 89,41—89.59, franz. Franken 16,55—16,59, tschech. Krone 12,47—12,49, schweb. Krone 90,16—90,34, span. Peseta 36,76-36,84, schwel,. Franken 82,24—82,40, Österreich Schilling 58,64—59,06.
Berliner Produktenbörse.
An der Berliner Produktenbörse war die Stimmung am Mittwoch flau. Die starten Preisstürze an den ausländischen Börsen waren nicht ohne Einfluß auf die Tendenz. Das Angebot ist in Weizen größer geworden. Die Preis« blieben bei Weizen um etwa 3—4 Mark, bei Roggen um etwa 2 Mark hinter den Notierungen der Vortages zurück. Am Markt der Zeitgeschäfte lagen die Er- öffnungsnotierungen für Weizen um 3, für Roggen um 2 Mark niedriger. Im Verlaufe der Börse schwächte sich Weizen noch weiter ab, während Roggen sich behaupten konnte. Das Mehlgeschäft war sehr ruhig. Die Forderungen für beide Sorten waren um 45 Pfennig ermäßigt. Hafer hatte schwächere Tendenz.
Kotierungen vom 11. November 1931.
Weizen, märk. Roggen, märk. Braugerste Futtergerste Hafer, märk. Weizenmehl Roggenmeyl Weizenkleie Roggenkleie f. Bl. Piktortaerbsen
222—225
196—198
172—177
168—171
147—152
28,50-32,50
27,10—29,50
10,50-11,00
10,50-11,00
24,00-30,00
Ackerbohnen 16,50—18,00 Wicken 17,00—20,00 Erdnuß kuchen 13,70—14,00 Erdnuhkuchenmehl 13,30—13,50 Rapskuchen — Leinkuchen 14,00—14,30 Trockenschnitzel 6,20— 6,30 Soyaschrot a. Hbg. 12,10 Soyaschrot a. Stettin. 12,80 Kartoffelflocken —
BekmutmchW.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen zu Bad Hers' selb am 13. Novbr. 1931, 15 Uhr folgende Gegenstände als:
1 Spreckapparat
3 Radioapparate
1 Lautsprecher
1 Bücherschrank
1 Gelbschrant
2 Schreibtische
1 Büffet
1 Creben)
1 Tisch
1 Ehalselonaue
1 Sofa
6 Stühle
1 kl. Lieferwagen (Mars 4 P S)
1 Gelbilb
2 Mastschweine öffentlich meistbietend gegen Barzahlung in der Wirtschaft zur Lullusquelle versteigert werden.
Hersfeld, den 12. Nov. 1931.
Soßdorf, Gerichtsvollzieher k. A.
Bedauntalachung.
Im Wege derZwangsvoll- streckung sollen zu Hersfeld am Freitag, den 13. Novbr. 1931, nachmittags 3 Uhr, in der Wirtschaft „zur LulluS- quelle" __________
1 Registrierkasse
2 Klaviere
3 Büffets
3 Schreibtische
1 Glasschrank
1 Chaiselongue
1 Vertikow
1 Bild
2 Stück Anzugstoff ä 3 Meter
öffentlich meistbietend gegen gleich Barzahlung versteigert werden.
Hersfeld, den 12. Nov. 1931.
Becker,
Ober-GerichtSvollzieher.
Staiitslheilter Riffel.
Freitag, 13. Nov. Nina.
Samstag, 14. Nov. Aida.
Sonntag, 15. Nov. Madame Pompadour.
Montag, 16.Nov.Dielustigen Weiber von Windsor.
Dienstag, 17.Nov.DerHaupt- mann von Köpenick.
Mittwoch, 18. Nov. Bußtagskonzert.
Donnerstag, 19. Nov. Schill.
Freitag, 20. Nov. College Crompton.
Samstag, 21. Nov. Aida.
Sonntag, 22. Nov. Die toten Augen.
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