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Japan verhindert den

Ratsbeschlutz

Vertagung auf 16. November. — Briand hofft noch auf

Einigung.

Genf, 26. Oktober.

Der Völkerbundsrat hat am Sonnabend feine Verhand­lungen über den Konflikt in der Mandschurei vor­läufig abgeschlossen und sich auf den 16. November ver­tagt, um dann zur Lage erneut Stellung zu nehmen. Es ist dem Rate nicht gelungen, einen Beschluß im Sinne der bekannten Entschließung des Rates herbeizuführen.

Der japanische Vertreter hat bei der namentlichen Ab- .stimmung am Nachmittag gegen die Entschließung des Rates gestimmt und sie dadurch, da Einstimmigkeit er­forderlich war, zu Fall gebracht.

Japan sollte nach der Entschließung bis zur nächsten Tagung am 16. November seine Truppen völlig aus der Mandschurei in die Eisenbahnzone zurückziehen. Für die Ratsentschließnng stimmten sämtliche anderen Ratsmitglieder.

Briand gab seinem Bedauern darüber Ausduck, daß es noch nicht gelungen sei, den Konflikt zu beendigen, sprach aber die Hoffnung aus, daß in der Sitzung am 16. No­vember Japans Vertreter dem Rate mitteilen könne, daß Japan feine Truppen zurückgezogen habe.

Reuter meldet aus Tokio, die dortigen amtlichen Stel­len seien über die Haltung des Völkerbunds e n t t ä u s ch t und verstimmt. Es werde kein Hehl daraus gemacht, daß man entschlossen sei, die Frage eines Austrittes aus dem Völkerbund ernstlich zu erwögen.

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In China aber . . .

Meldungen aus C h a r b i n besagen, daß ein japanisches Flugzeug über I t s ch i e n po, nördlich von Tschangtschun, Bomben abgeworfen haben soll. Auch heißt es, daß die H a u p t st a d t das Ziel japanischer Flüge gewesen sei.

Neue Meuterei

Königsberg, 24. Oktober.

Von Leningrad kommend traf der 3500 Tonnen große -Flensburger Dampfer „Quinta" ein, dessen Matrosen sich an der Meuterei in den russischen Häfen beteiligt hatten. Das Einlaufen des Schiffes bot einen merkwürdigen An­blick. Vorn standen der Erste und der Zweite Offizier. Ka­pitän und Steuermann standen auf der Brücke. Sonst war kein Mensch an Deck zu sehen. Die Mannschaft streikte schon wieder. Sie verweigerte den Dienst, so daß die Offiziere sehen mußten, wie sie allein mit dem Schiff fertig wurden. Die Streikenden wurden in Königsberg von der Hafenpoli- ^ei in Empfang genommen. Von der 16 bis 18 Mann star­ken Beiatzung wurden elf Mann verhaftet, die sich der Meu­terei schuldig gemacht haben.

Die Verhandlungen vor dem Schnellgericht

Vor dem Holtenauer Schnellgericht fand oie Verhand- luntz gegen neun Meuterer des Hamburger Dampfers „Günther Ruß" statt. Ein Angeklagter, der 2% Tage lang unter Zwang nicht gearbeitet, dann aber ganz allein die Arbeit wiederaufgenommen hatte, wurde antragsgemäß freigesprochen. Ein weiterer Angeklagter, ein Jugendlicher, wurde dem Jugendgericht überwiesen. Die übrigen sieben Angeklagten wurdeg._zu-ie 2 Monaten Gefängnis verur­teilt.

In Königsberg standen elf Mann der Besatzung des Dampfers „Quinta" von der Flensburger Dampfschiffahrts­gesellschaft 1869 vor dem Schnellrichter. Die Matrosen wa­ren am Freitagabend bei dem Einlaufen des Schiffes in Königsberg wegen des Streiks im Hafen von Leningrad verhaftet worden. Unter ihnen befanden sich auch ein fin­nischer und ein estländischer Matrose. Der Staatsanwalt beantragte nach etwa zweistündiger Verhandlung vier Tage Gefängnis wegen gemeinsamer Arbeitsverweigerung. Nach kurzer Beratung erkannte das Gericht auf je 40 Mark Geld­strafe.

Der polnische Geschäftsträger in Moskau, Zie­le z i n s k i, ist am Sonntag einem Herzschlag erlegen.

Wahlen in Anhalt

Wahlbeteiligung etwa 90 Prozent. — Radikale Ausschrei^ lungen. — Mehrere Verletzte.

Die gestrigen Wahlen zu den städtischen Körperschaften und den Kreistagen sind im allgemeinen überall ruhig ver­laufen. Nur in Dessau kam es im Laufe des Tages wieder­holt zu Zusammenstößen zwischen Angehörigen der Links­parteien und nationalsozialistischen Plakatträgern. Bei einem ernsteren Zusammenstoß wurden mehrere Personen verletzt. Das Ueberfallkommando stellte die Ruhe wieder her. Die Wahlbeteiligung betrug durchschnittlich 90 Prozent.

Wahlmeldungen liegen aus folgenden Kreisen und Städten vor:

zu den Stadtparlamenten:

Dessau: Im neugewählten Stadtparlament werden sich die Sitze wie folgt verteilen: Sozialdemokraten 13 Sitze (bisher 14); Nationaler Block 2; Staatspartei 0 (3); Kommunisten 4 (2); Nationalsozialisten 15 (0); Haus- und Grundbesitzer 2 (4); Deutschnationale 0 (5). Außerdem gab es bisher zwei Aufwertler und sechs Deutsche Volksparteiler.

Köthen: Socialdemokraten 6 Sitze (vorher 7); Nationale Einheitsliste 2 (7); Kommunisten 2 (0); Nationalsozialisten 6 (0); Demokraten 0 Sitze.

Zerbst: B ^erliche Arbeitsgemeinschaft 3 (10); Sozialdemo- kraten 7 (10); Staatspartei 0 (2); Kommunisten 4 (2); Na­tionalsozialisten 10 (0).

Bernburg: Sozialdemokraten 10 (11); Kommunisten 4 (4); Staatspartei 0 (1); Nationalsozialisten 11 (0); Katholische Ge­meinde 0 (0); Nationale Liste 2 (9); Mittelstandsvereinigung usw. 3 (5); Bürgerliche 0 (0).

Ballensiedl: Sozialdemokraten 3; Nationalsozialisten 9; Kommunisten 2; Nationale Wirtschaftsvereinigung 4.

zu den Kreistagen:

Köthen: Sozialdemokraten 6 Sitze; Bürgerliste Einheitsliste 2; Nationale Liste —; Kommunisten 2; Nationalsozialisten 6.

Bernburg: Sozialdemokraten 16 060 Stimmen; Volksge­meinschaft Stadt u. Land 6643; Kommunisten 2529; Staats­partei 1354; Nationalsozialisten 15 568; Katholische Gemeinde 1116 Stimmen. Zum vollständigen Ergebnis dieses Kreises fehlen noch Sandersleben und zwei Dorfgemeinden.

Zerbst: Kreisarbeitsgemeinschaft 2 Sitze; Sozialdemokraten 5; Staatspartei 0; Kommunisten 2; Nationalsozialisten 7.

Ballensiedl: Sozialdemokraten 4; Nationalsozialisten 4; Kom­munisten 2; Wirtschaftliche Vereinigung 0; Nationale Ein­heitsliste 2.

Die Lage auf Covern

Der Aufstand zum Stillstand gekommen.

London, 24. Oktober

Wie die Admiralität bekanntgibt, sind die beiden nach Eypern entsandten Kreuzer und zwei Zerstörer dort einge­troffen, ferner sind große Transportflugzeuge mit einer Kompagnie Infanterie aus Aegypten in der Hauptstadt Ni­rosta gelandet. In Nirosta, ist der Belagerungszustand er­klärt worden. Die Verwaltung auf Eypern hat eine scharfe Zensur eingerichtet.

Die Aufstandsbewegung ist nach Eintreffen der Land- und Seeverstärkungen zum Stillstand gekommen. Die öffentlichen Gebäude in der Hauptstadt sind mit Stachel- drahtverhauen umgeben und werden militärisch bewacht.

Meldungen aus Kairo zufolge hat der Gouverneur von Cy- pern ersucht, keine weiteren Verstärkungen zu senden, da das jetzige Truppenaufgebot zur Wiederherstellung und Auf­rechterhaltung der Ordnung ausreicht. Es heißt, daß eine Anzahl von Maschinengewehren und Gewehren sowie Mu­nition auf griechischen Schiffen nach Eypern eingeschmuggelt worden seien, doch dürften die Mittel der Aufständischen keineswegs ausreichen, um einen groß angelegten Aufstand durchzuführen.

Wirtschastspolitische Erfordernisse Treviranus fordert einen „ehrlichen, sauberen Tilgungsplan"

Berlin, 25. Oktober.

... einem Vortrag vor der Deutschen Weltwirtschaft- lichen Gesellschaft behandelte Reichsverkehrsminister Trevira­nus die politischen und insbesondere wirtschaftspolitischen Fragen der Gegenwart. Er erwarte, daß der neugebildete Wirtschaftsbeirat unter Zurückstellung politischer, wirtschaft­licher und menschlicher Bindungen arbeiten und dem Volke helfen werde, das Vertrauen zu sich selbst wiederzugewin»

,"uf9a^e des Wirtschaftsbeirates müsse es sein, E Oeffentlichkeit klarzumachen, wo die Grenzen staat- licher Betatigung seien und wo die Selbsthilfe der Wirt­schaft in stärkerem Maße als bisher einsetzen könne. Tre- viranus verteidigte die Außenpolitik der Regierung Brü- NiNg, die nach feiner Meinung die einzig mögliche sei. Der Reichskanzler habe sich das Vertrauen der Welt erworben. Ein anderes deutsches Aktivum sei die Kaufkraft von 60 Millionen Menschen.

Auf der Passivseite ständen der Mangel an Einheit des politischen Willens und eine m'rtschaflliche Auslandsschuld von 26 Milliarden. Es bestehe keine Hoffnung, daß Deutsch- na^ 2Mauf dxg Stillhalteabkommens im Februar die fälligen Beträge zahlen könne. Deutschland müsse daher der Welt einen ehrlichen, sauberen Tilgungsplan vorlegen mit einer Jahresleistung von nicht nie über einer Milliarde Biart unter der Voraussekung, daß man uns gestalte, die­sen Betrag durch Ausfuhrüberschüsse abzudecken. Der Kampf gehe darum, ob die Gläubiger reif genug feien, einem laschen Ausweg zuzustimmen. Die Reichsregierung hoffe, mit weitergehenden Einsparungen den Haushalt 1931/32 durchhalten zu können.

Ob es richtig sei, das Haushaltsjahr 1931 bis zum 1. 3uli zu verlängern, sei noch nicht entschieden. Das wichtigste Erfordernis für die Reichsregierung fei der Abbau des Mißvergnügens im Volke. Treviranus machte im Verlaufe seiner Ausführungen die interessante Mitteilung, daß die Verhandlungen mit dem Präsidenten Hoover mit großem Nachdruck bereits seit Dezember vorigen Jahres geführt morden seien, ohne daß selbst die engsten Mitarbeiter Hoo- vers davon erfahren hätten. Erschwert worden seien die Verhandlungen durch den Tod des Mittelsmannes zu An­fang dieses Jahres.

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2n Berliner unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß mit der von Minister Treviranus genannten Persönlichkeit, die zwischen Hoover und der deutschen Regierung vermittelt hatte, der im Januar des Jahres verstorbene Unterstaats­sekretär im amerikanischen State Departement, (A. A.) I. P. Cotton gemeint ist. Cotton genoß das besondere Ver­trauen Hoovers, mit dem er schon 1917 im Kriegsernäh- rungsministerium der USA. zusammengearbeitet hatte. Später war Cotton der Vertreter dieses Ministeriums in Europa und Mitglied des interalliierten Finanzrates. Nach feiner Wahl zum Präsidenten berief ihn Hoover wegen sei­ner ausgezeichneten Kenntnis der europäischen Verhältnisse zum Unterstaatssekretär in das Staatsdepartement nach Washington.

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Ei» Artikel Hitlers

London, 25. Oktober

In einem Artikel „Deutschland am Scheidewege" in der „Saturday Review" tritt Hitler den im Auslande vielfach herrschenden Ansichten über den Nationalsozialismus und seine Ziele entgegen. Das Ausland müsse die Entwicklung in Deutschland richtig verstehen. Damit diene man der Sache des europäischen Friedens besser, als wenn man dem Natio­nalsozialismus fälschlicherweise aggressive und zerstörende Tendenzen zuschreibe.

Tatsächlich sei der Nationalsozialismus die einzige Be­wegung in Deutschland, die den sozialistisch-marxistischen Schlendrian erfolgreich bekämpfen könne. Ein nach national­sozialistischen Wirtschaftsgrundsätzen aufgebautes Deutsch­land biete ausländischen privaten Gläubigern viel mehr Sicherheiten und Bürgschaften als das jetzige System.

Aber die Liebe

ist die größte unter ihnen ...

Roman von Helma von Hellermann Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle 1831

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Der Kranke hatte um den Brief gebeten. Nun hielt er ihn in Händen, die leise zitterten. Eine kaum merkliche zitternde Bewegung — Rosemarie fing sie zufällig auf. Als wollte er das Papier mittendurch reißen... Unwill­kürlich griff sie danach. Er reichte es ihr mit freundlichem Lächeln und einem seltsamen Blick, der ihr wie auf er­tappter Schuld das Blut in die Wangen trieb. Dann gratulierte er dem jungen Bildhauer in verbindlichen Worten zum ehrlich errungenen Erfolg, strich flüchtig über Rosemaries, auf dem Tisch liegende Hand.

»Ser hohe Patient war sehr gnädig", meinte Hardt, als sie beide allein in seinem Wagen saßen, um nach dem „Zuckerhut" zu fahren, von dessen Spitze sich ihnen eine schöne Aussicht bieten würde. „Ueberhaupt hat sich seine Laune letzthin bedeutend gebessert; er will gewiß guten Eindruck — und dir den Abschied möglichst schwer machen, kleine Maienkönigin!" Zärtlich lächelte er sie an.

Sie saßen dicht beieinander. Durch den dünnen Stoff seiner seidenen ^emöblufe fühlte sie die Wärme seines schönen gesunden Körpers, dessen harmonische Gliederung und federnde Bewegungen sie stets von neuem entzückten. Alles an ihm atmete Gesundheit und Kraft, ruhende Kraft, die sie dennoch belebte bis in die Tiefen ihrer feinnervigen Empfänglichkeit Leise, sich selber ganz unbewußt, begann die ewige Frauensehnsuchi nach Erfüllung ihres Wesens sich im Herzen des Mädchens zu regen, das die süße Unrast mit einer Wonne erfüllte, die an Schmerz'grenzte.

Durchs blühende Land fuhren sie dahin, das den reichen Sonnensegen in seinem fruchtbaren Schoß empfing und

jegnettv ivleder ausstrahlte in tausendfachen Gaben der Liebe, klommen auf schmalen, gewundenen Pfaden den Berg hinan, dessen Hindernisse sie in der Elastizität ihrer jungen Glieder spielend überwanden, sahen von der ge­wonnenen Höhe weit, weit ins Land hinein, bis sich der Blick in blauverhüllte Fernen verlor.

„So über dem Alltag stehen können", sagte Helmut Hardt halblaut vor sich hin, in die Betrachtung des fried­lichen, lieblichen Bildes versunken. Er stand hoch auf­gerichtet, mit gestrafften Schultern da. Leise fuhr der Wind durch sein blondes Haar, spielte mit den flatternden Enden des Chiffonschals, den er der Braut sorglich um den Hals geschlungen. „Höhenluft atmen dürfen, auch in der Niede­rung ..."

Rosemarie, deren Schultern sein Arm umfaßte, nickte leise vor sich hin. Hob dann die Augen zu ihm empor, in dessen dunkelblauen Tiefen das Licht sich schimmernd widerspiegelte. „Sollte man Alltag und Arbeit nicht adeln können zu frohem festlichen Tun, uns die Lust zum Atmen schaffen, deren wir bedürfen? Wenn unser Herz auf Höhen wandert, spürt man's doch an seinem Schlag."

Er lächelte, hielt ihrem Blick stand, während sein Arm sie fester an seine Seite zog. „Dann strebt meines dem höch­sten Gipfel zu, denn es schlägt immerfort: hohe Zeit, Er­füllungszeit, Hochzeit naht. — Rosemarie, Liebling, was ist dir?"

Bestürzt hielt er sie an sich gepreßt, deren schwankende Gestalt jählings umzusinken drohte. Leichenblässe kroch über das süße Gesicht, das ihm eben noch glückstrahlend zu- gewandt. Matt fiel ihr Kopf gegen seine stützende Schulter, die Lider sanken — um sich im nächsten Augenblick wieder mühsam zu öffnen mit einem verständnislosen Staunen, das unbestimmte Angst barg.

„Wie seltsam. Was war — denn — das —, Helmut?"

„Ist dir wieder besser, mein Liebling?"

Tief besorgt forschte Hardt in den blassen Zügen, über denen noch immer eine gewisse Starre lag, küßte die farb­losen Lippen, ihre Augen, die Stirn, hielt sie ganz fest, als könnte seine Nähe ihr Kraft einflößen. , /

Und wirklich kehrte nach einigen tiefen Atemzügen das Blut in ihre Wangen zurück. Ein schwaches Lächeln wagte sich hervor.

„Ach du Lieber, Guter..."

Er hob sie empor, trug die geliebte Last zur kleinen, sanft ansteigenden Grasfläche hinüber, über die er schon vorher die dicke Autodecke gebreitet. Rosemarie mußte sich legen, die noch leise zitternden Glieder ausstrecken. Er barg ihren Kopf an seiner Brust, stützte den Rücken mit seinem schnell zusammengerollten Jackett.

Eng aneinandergeschmiegt, verharrten beide im wohl­tuenden Schweigen wiedergewonnener Beruhigung, bis Rosemarie endlich zu sprechen begann.

„Das war ganz seltsam vorhin. Als du gerade »Hoch­zeit' sagtest, schien das Licht um mich mit einem Schlage zu verlöschen, das Leben aus meinem Körper zu rinnen. Du warst verschwunden — alles schwarz, stumm und tot."

Weit geöffnet starrten die blauen Augen in die Ferne. Poch flackerte ein leises Grauen in ihnen.

„Nie fühlte ich Derarttges. Kann es etwas zu bedeuten haben?"

„Mein kleines Mädchen ist doch nicht abergläubisch?" scherzte Hardt mit liebevollem Vorwurf, sanft über das dunkle Köpfchen an seiner Brust streichend. „Du bist see­lisch, gerade wie ich, aufs äußerste belebt und gespannt im Bewußtsein, daß der entscheidendste Schritt unseres Lebens nahe bevorsteht. Wir empfinden unser Glück vielleicht tiefer als andere Menschen. Da schwingen die Nerven auch ein* mal überstark, lösen solche Schwächemomente aus, was be­sonders bei deiner feinbesaiteten Natur, deinem Leben der letzten Jahre in ungesunder Krankenatmosphäre möglich ist. Das hat gar nichts zu besagen; es ist geschehen — und vorbei."

Noch lange sprach er liebreich auf das verstörte Mäd­chen ein, bis es seinen Worten Glauben schenkte, die Augen im alten sonnigen Glanz erstrahlten, die weiche liebe StistWe jvieder zu lachen vermochte.

lSortleüuua folat)