Nr. 250.
Reisfelder Tageblatt
2. Blatt.
Sorrnlagsgedankerr
„Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösewichtes, und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes!" So schreibt der Apostel Paulus seiner Gemeinde zu Ephesus, die im erbitterten Kampf steht mit der weltlichen Macht des Heidentums, die im Ringen steht mit Hohn, Spott, mit Jn- trigen und Ränken, Versuchungen und Anfechtungen, Lauheit und Abfall, Kummer und Sorge, die umspült ist von gefährlichen Wogen einer bösen Zeit — nicht anders wie wir in unserer Tagen!
Was hat Paulus den Menschen einer solchen Zeit zu sagen? Er hat keine weichen Worte des Bedauerns, er gibt keine Wegweisung zur Verteidigung gefährdeter Posten, geschweige denn guten Rat zu Kompromissen, den die Menschen aller Zeiten gern hören. Seine Botschaft klingt wie ein Angriffssignal, das Schwert des Glaubens gibt er den Kämpfern in böser Zeit mit besonderem Ernst in die Hand. Mahnt er sie nicht: jetzt muß es sich zeigen, was euer Glaube wert ist, jetzt ist die Stunde der Bewährung da, jetzt gilt es, mit aller Gewissenhaftigkeit im rechten Christenwandel den schmalen Weg zu sehen und zu gehen, der zum Leben führt, ganz Ernst zu machen mit Gott? Alles Namenschristentum. alles Sonntagschristentum, alles Christentum, das nicht Tat und Leben ist, das freilich vergeht nun wie Spreu vor dem Winde, das kann nicht standhalten und kann «ichts helfen im Sturm der Zeit, „Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit!"
Wollen wir uns behaupten in den Widerwärtigkeiten unserer Tage, wollen wir uns nicht verlieren in Sorge und Leid, im Grübeln und Zweifeln, nicht erdrückt werden von der gigantischen Größe der Aufgaben, die uns in der Gegenwart erstehen, soll unser Glauben, Hoffen und Lieben nicht ein verlöschendes Flämmchen, sondern eine heiße, starke, heilige Glut sein, die wir in uns tragen, eine Ewigkeits- kraft, die uns trägt, kurz, wollen wir so sein, wie wir sein sollen und in den besten Augenblicken unseres Lebens bin möchten, dann hilft uns nur eins, daß wir immer wieder in den Elementarunterricht der göttlichen Weisheit gehen, mit Gebet und Gotteswort in des Allmächtigen Rüstkammer für den Kampf dieser Zeit, und es besser bezeugen lernen: „Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege!"
Scheinbare Silke
Von Vizepräsident Dr. V o i g t, Berlin.
Ein grundlegender Systemwechsel in kommunalpolitischer Beziehung ist unerläßlich. Die Reichsregierung glaubte das wesentlichste mit der Sanierung des Reichsetats getan zu haben und die Sanierung der Länder- und Gemeindeetats den üa^r werantworttichen.StLllLL.EllrLrtaff«» zu sönnen. Dies hät sich als ein verhängnisvoller Irrtum erwiesen. Nur wenn es gelingt, alle Doppelarbeit, alles Neben- und Gegeneinanderarbeiten im Innern zu beseitigen und die Verwaltung so einfach und übersichtlich wie möglich zu gestalten, kann an eine Sanierung der inneren Verhältnisse gedacht werden.
Im Rahmen der Verwaltungsreform spielt die Selb stverwaltung eine bedeutsame Rolle. Wenn heute vielfach darüber geklagt wird, daß die Selbstverwaltung versagt habe und wenn die Frage aufgeworfen wird, ob die Selbstverwaltung unter den heutigen Verhältnissen noch am Platze sei, so muß demgegenüber mit allem Nachdruck betont werden, daß wir eine wahre Selbstverwaltung nicht mehr haben, so daß von einem Versagen dieses Prinzips keine Rede sein kann. Selbstverwaltung beruht vor allem auf dem Grundsatz der unbedingten Selbstoerantwor- tung. Diese ist der kommunalen Selbstverwaltung aber in der Nachkriegszeit in steigendem Maße abgenommen worden, da ihr das Selbstbestimmungsrecht über einen wesentlichen Teil ihrer Einnahmen entzogen wurde.
Dem Gedanken echter Selbstverwaltung widerspricht es aber, wenn den Selbstverwaltungskörperschaften Aufgaben übertragen werden, zu deren Erfüllung die Steuerkraft ihrer Einwohnerschaft bis zu einem unerträglichen und wirtschaftlicher Einsicht widersprechenden Maße angespannt werden muß, ohne daß auf diese Wcise die Mittel gewonnen werden könnten, welche zur Erfüllung einer solchen Aufgabe erforderlich sind. Ausgaben und Einnahmemöglichkeiten müssen in angemessenem Verhältnis zueinander stehen. Der stärkste Verstoß gegen den Geist der Selbstverwaltung liegt in der derzeitigen Regelung her Arbeitslosenfürsorge, in dem Problem, an dem bisher alle Sanierungs- maßnahmen gescheitert sind.
Nicht eindringlich genug kann vor dem Irrtum gewarnt werden, als hätte die letzte Notverordnung hierin irgendeine großzügige Besserung gebracht. Zwar hat das Reich den Dotationsfonds von 60 Millionen, der auf Grund der Notverordnung vom 5. Juni 1931 zur Entlastung der Gemeinden von Wohlfahrtsausgaben gebildet wurde, auf 150 Millionen erhöht und weiter 80 Millionen zur Verwendung in besonderen Fällen bereitgestellt, so daß 170 Millionen RW. mehr zur Verfügung stehen. Andererseits hat das Reich aber die Länder von der Verpflichtung entbunden, ihre Besoldungsersparniffe weiterhin zur Entlastung der Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Angesichts der Finanzlage in den Ländern können die Gemeinden auf diese Mittel nicht mehr rechnen. Dies bedeutet, daß tatsächlich nur der neue 80-Millionenfonds als zusätzliche Leistung an die Gemeinden in Betracht kommt. Diese Mittel werden aber nicht auf die Gemeinden aufgeteilt, sondern als Reserve zur Abwendung von Kassenzusammenbrüchen bereit gehalten. Die allgemeine Finanzlage der Gemeinden kann also hierdurch keine Verbesserung erfahren. Eine Verschlechterung wird für viele Gemeinden durch die Verkürzung der Unter- tützungsdauer in der Arbeitslosenversicherung eintreten, da die beabsichtigte Verlängerung der Unterstützungsdauer in der Krisenfürsorge keinen vollen Ersatz für die Mehrbela- tung der Gemeinden bietet. Die bisherigen Reformen in der Betreuung der von dem schweren Schicksal der Erwerbslosigkeit Betroffenen haben sich lediglich als eine Verschiebung der Lasten innerhalb her einzelnen Fur- sorgeträger, in der Hquptsachz auf stove Verschiebung der
Lasten vom Reich aus die Gemeinden ausgewirkt. Das große kommunal-politische Problem, das bisher noch keine Notverordnung gefunden hat, heißt daher nach wie vor Ver- einheitlichunb der Arbeitslosenbetreuung durch eine Reichsarbeitslosenfürsorge.
Das Kind schielt
Von Dr. Fritz Hermann.
Die kleine Irene ist fast sieben Jahre alt geworden uni im ersten Schuljahr. Ein hübsches, gesundes Mädel, nui schielt es leider. Der Schularzt läßt eines Tages nach bei Klasienuntersuchung die Mutter zu sich kommen und fragt sie, ob sie wegen des Leidens noch keinen Arzt zu Rat« gezogen habe. „Ich dachte, das gibt sich wieder, Herr Doktor?" „Wie konnten Sie nur so leichtsinnig sein!" Nun wird die Sache nicht länger verschoben. „Gehen Sie mit dem Kinde zum nächsten Spezialisten." „Wenn der nur nicht operiert!" „Hören Sie ihn erst mal an!"
Die unvernünftige Mutter ist bald getröstet, als sie erfährt, daß Jrenchens Leiden nichts mit einer Lähmung der Augenmuskeln zu tun hat, sondern in ihrem Falle aus nicht ausgeglichener Weitsichtigkeit beruht. Die ruhige Art des Arztes bewirkt, daß Jrenchens Mutter nach und nach mit sich reden läßt und volles Vertrauen gewinnt. Irenchen selbst ist viel vernünftiger, sie hat keine Angst mehr vor dem I Onkel Doktor, nachdem sie begriffen hat, daß man ihr nicht zum zweiten Male die Mandeln herausnehmen will. Und das Augenspiegeln tut auch kein bißchen weh, wenn man auch nach dem Einträufeln eines Mittels ganz große Pupillen bekommen hat. „Auch das geht wieder völlig zurück."
Die Untersuchung in dem an sich einfachen Fall ergibt, daß Irenchen tatsächlich an Weitsichtigkeit und das einwärts gestellte Auge an Sehschwäche leidet. «Das Kind er» v hält ein sorgfältig aufgeschriebenes Brillenrezept, nach dem ein guter Optiker gewissenhaft die Brille anfertigt. Zwei, drei Tage drückt das Gestell ein wenig, dann hat man sich daran gewöhnt. Bei der Nachuntersuchung ist der Doktor sehr zufrieden, und bestellt Irenchen zu regelmäßigen Seh- Übungen des Schielauges, um die Sehkraft zu bessern. Nach Monaten ist der Erfolg unverkennbar, und nach Jahresfrist bestätigt der Arzt, daß eine Schieloperation unnötig ist.
Allerdings hat er es mit Schielkindern nicht immer so leicht, denn eine große Anzahl von Fällen bessert sich nicht w bald oder verspricht keine Hoffnung. Weder durch eine richtige Brille noch durch Sehübungen ist etwas zu erreichen Dann mögen sich die Eltern vor einer Operation nicht fürchten, die nur der selbstverständlichen Kunstfertig- feit eines Facharztes bedarf. Es ist ein kleiner Eingriff, wenn es sich nur um die Rücklagerung eines Augenmuskels jubelt. Vorbeugen ist besser als heilen, dieser Satz gilt .iuch für Schielkinder, darum kann man nur raten, Eltern, ^»^-mtk-euren Ltebttngen frühzeitig zum Arzt, schon im dritten und vierten Lebensjahr und helft mit, daß sie gute, a?fünde Augen haben. Ihr werdet euch manche größere xuroe später sparen. — __
Leibesübungen auch im Winter
Der Herbst und Winter bedeuten auf dem Gebiet der Leibesübungen nicht etwa einen Stillstand sondern in nie» I len Fällen, namentlich für den Turnverein, einen Aufschwung, eine Vermehrung der Mrnerischen Arbeit und eine straffere Zusammenfassung des Turnens in der Turnhalle. Damit tritt auch die systematische Durchbildung des Körpers wieder in ihr Recht. Zehntausende von Turnvereinen sind eifrig bemüht, der Masse unseres Volkes Leibesübungen viel- seitigster, Art auch im Herbst und Winter zu vermitteln. Gerade in der heutigen Notzeit, in der an den Schulen die Turnstunden abgebaut werden, ist für die Volksgesundheit ein Ausgleich durch die Arbeit der Turnvereine nötiger denn je Alles, was an körperbildender Arbeit am Volke unterlassen wird, muß eines Tages schwere Folgen zeitigen. Die Krankenhäuser werden überfüllt. die Sozialversicherungen werden in verstärktem Maße in Anspruch genommen werden, wenn nicht die Turnvereine einspringen, um sich an der Volksertüchtigungsarbeit zu beteiligen. Jeder Turnverein nimmt Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Altersstufen, er unterhält Riegen und Abteilungen für alte Herren, für Turner auf der Höhe ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, für die Jugend, für die Knaben. Ebenso wird bei den Frauen die körperliche Ertüchtigungsarbeit nach dem Alter unterschieden und durchgeführt. Der eine fühlt sich besonders zur rhythmischen Gymnastik hingezogen, der andere treibt lieber die Uebungen des Laufs, Sprungs und Wurfs ein anderer das Spiel. Viele Vereine unterhalten auch neben der Hallenbetätigung Wintersportabteilungen, die den Skilauf, das Rodeln und Schlittschuhlaufen pflegen.
So ist im deutschen Turnverein jedem Gelegenheit gegeben, sich zu tummeln und durchzuarbeiten, sich gesund und frisch zu erhalten mit wenig Mitteln, denn die Beitrage sind außerordentlich gering, und alle Vereine nehmen auch auf die wirtschaftliche Not ihrer Mitglieder in weitestem Maße Rücksicht. Es ist aber eine falsche Meinung, das Turnen und die Leibesübungen nur dem Städter anempfehlen zu wollen. Der Heranwachsenden Jugend auf dem Lande und in der Kleinstadt ist Körperpflege ebenso nötig, da trotz Beschäftigung in frischer Luft die Beanspruchung bei jeglicher Berufsarbeit immer einseitig sein muß.
Gesundheitspflege im November
Novemberwetter — Nebel, Regen, Wind und Kälte, da fühlt man sich am wohlsten zu Hause, in der behaglich-warmen Stube. Sie darf nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm sein. Besonders die Ueber- Hitzung eines Raumes,»die gewöhnlichlzu unvernünftigem Oeffnen eines Fensters zwecks vermeintlichen Temperaturausgleichs Änlaß gibt, kann unserer Gesundheit gefährlich werden. , „ . „
Die Temperatur eines Wohnraumes soll im allgemeinen 17 bis 18 Grad Celsius betragen, für einen Arbeitsraum dagegen je nach Art der Beschäftigung 17 bis 20 Grad. Wichtig ist es, zur Vermeidung von Erkältungen für genügende Erwärmung deS Fußbodens
zu sorgen. Da die erwärmte Luft in die Höhe steigt, ist der ^Fußboden häufig trotz ausreichender Heizung kalt, zumal wenn unter dem beheizten Zimmer etwa ein Keller oder sonst ein ungeheizter Raum liegt. In diesem Falle bewahre man sich vor kalten Füßen und Erkältungsgefahr durch Legen von Fußmatten, Teppichen oder durch Verwendung einer um die Füße geschlagenen Decke. Bei etwa vorhandener Zentralheizung sind diese Vorsichtsmaßregeln überflüssig, hier gilt es aber, die häufig in der Luft vorhandene, die Schleimhäute der Nase und des Rachens reizende Trockenheit der Luft zu bekämpfen. Sie rührt weniger von der Heizung selbst her, als von dem durchl diel Wärme emporge- triebenen Staub. Durch Aufstellen flacher, mit Wasser gefüllter Schalen oder durch Aufhängen feuchter Tücher kann dagegen wir'.same Abhilfe geschaffen und der Luft jener Feuchtigkeitsgrad verliehen werden, der für unser körperliches Wohlbefinden unerläßlich ist.
Jede Art von Heizung, vor allem die Ofenheizung, erfordert für unsere Gesundheit auch eine ausreichende Lüftung, denn die brennende Flamme des Ofens verzehrt viel Sauerstoff, und außerdem trägt die im November notwendige, oft lang dauernde künstliche Beleuchtung durch Gas- oder Lampenlicht zur Lustverschlechterung bei. Ein ausreichender Luftwechsel wird nicht erreicht durch einfaches Fensteröffnen, es kommt vielmehr darauf an, die schlechte, erwärmte, an der Zimmerdecke gesammelte Luft möglichst restlos zu entfernen. Zu diesem Zwecke öffne man, wenn möglich, den höchstgelegenen Teil des Fensters oder sorge, wo dies nicht angängig ist, für Herstellung von Gegenzug. In beiden Fällen genügen fünf bis zehn Minuten mehrmals täglich, mindestens aber morgens und abends, um einen Raum ausreichend mit frischer Luft zu versorgen. Die frische Luft erwärmt sich viel rascher als die alte, verbrauchte, so daß unsere Hausfrauen nicht fürchten müssen, durch solche Art des Lüstens unsparsam mit ihrem Heizmaterial umzugehen. Ganz besonderen Wert lege man auf ausgiebige Lüftung des Schlafraums. Gesunde Menschen sollten, wenn das Wetter nicht gar zu schlecht ist, möglichst bei offenem Fenster schlafen. Wer so für gesundheitsgemäße Beheizung, Durchlüftung und ausreichende Luftdurch- feuchtung der Wohn- und Arbeitsräume sorgt, wird mancher November-Erkältung entgehen. Ist es doch zweifelsfrei erwiesen, das die Mehrzahl von Erkältungen nicht im Freien, sondern in gesundheitlich nicht einwandfreien Wohnräumen erworben wird. Dr. C. K.
Wärme gegen Erkaltung
Kaum sind die ersten rauhen Herbsttage ins Land gegangen und schon hört man von den üblichen Erkaltungen^ Grundsatz bei allen Erkältungskrankheiten ist: sie nicht lerchi nehmen,'sie sofort bekämpfen. Tritt man der ersten Erkal- tungserscheinung rechtzeitig mit geeigneten Mitteln entgegen, beugt man ernsteren, oft gefährlichen Krankheiten vor. Ganz falsch ist es, sich auf den Standpunkt zu stellen, daß ein Schnupfen, ein Kratzen im Halse, Heiserkeit usw., fein Grund sei, sich deshalb einzuwickeln oder gar ins Bett zu legen. Man sollte ganz besonders beachten, daß Die erste Regel bei der Behandlung einer Erkältungskrankheit lautet: Wärme — Wärme von außen und von innen. Rechtzeitige Zufuhr von Wärme ist imstande, eine drohende Er- kältungskrankheit noch rechtzeitig abzubrechen, ohne daß sie sich voll entwickelt. Heiße Getränke, wie Milch, Tee verschiedener Arten usw., sind in solchen Fällen ein beliebtes Hausmittel. In der Tat läßt sich damit eine vortreffliche Wirkung erzielen. Das Seltsame dabei ist, daß es feines» rneqs nur die örtliche Wirkung ist, durch die ein Gejuud- Heitseinfluß ausgeübt wird. Jede erfahrene Hausfrau und Mutter sagt uns, daß bei Heiserkeit ein Tsas heiß genossener Milch oder Zitronenwasser von Vorteil ist. Wichtiger ist aber die a l l g e m e i n e W i r k u n g des heißen Getran- kes auf den Körper. Jemand hat sich erkaltet und dabei einen Katarrh des Mittelohrs davongetraaen oder ein Ischias ober einen Rheumatismus der Nackenmuskulatur. Die Wärme, die mit der heißen Milch in den Körper ge» langt, teilt sich alsbald vom Magen und Darm aus auch dem Blut mit. Der ganze Blutkreislauf wird angeregt, geht schneller vor sich, und damit kommt in der gleichen Zeit mehr Blut zu der kranken Stelle, mit ihm auch mehr Heilkräfte. Es ist dabei gleichgültig, wo der kranke Punkt liegt, er kann noch so weit von Speiseröhre und Magen entfernt sein. Heiße Milch trägt in vorzüglicher Weise zur Anregung der Schweißabsonderung bei. Schwitzen ist ein oorjugltcbes Mittel zur Unterbindung einer beginnenden Erkaltung, zur Heilung einer fortgeschrittenen. Auch regt heiße Milch die Nierentätigkeit an, und das bedeutet erst recht eine not» wendige Entlastung des Körpers von Bakterienabfallen und Bakteriengiften. Weil eben die Nieren alles ausscheiden müssen, was im Körper an Abfällen flüssiger Art entsteht, werden sie leicht bei Erkrankungen in Mitleidenschaft ge- zogen. So ist eine Nierenentzündung häufig die Folgeerscheinung einer oorausgegangenen Mandelentzündung.
Vergsteigerin tödlich abgeffünf. Beim Besteigen des Zwölferkopfes stürzte eine Gruppe Bergwanderer von einem vereisten Wegstück ab. Ein Fräulein Nelly Burtscher aus Bludens war sofort fot, wahrend der Begleiter Eduard Gürtler, ebenfalls aus Bludens, schwere Verletzungen erlitt Ein weiteres Mitglied der Gruppe kam mit leichteren Verletzungen davon. An einem vereisten Hang an dem Zimba stürzte ein gewisser Karl Joos aus Feldkirch ab und blieb schwerverletzt liegen. Sein Abtransport konnte nur unter großen Schwierigkeiten bewältigt werden.
Sprengstoffdiebe verhaftet. Wegen eines Sprengstoff- diebstahls wurden in Wernigerode (Harz) acht Leute festgenommen. Die Verhafteten waren geständig, vor einiger Zeit.in einem hiesigen Steinbruch etwa 48 Pfund SOproßen» tiges Dynamit entwendet zu haben. Fünf von den Festge- Hommenen wurden aus der Haft entlassen.